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Mechanic 2: Resurrection

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kritiken.de Redaktion 25.08.2016
Mechanic 2: Resurrection© Universum Film GmbH
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Mechanic 2: Resurrection als Exempel moderner Actionästhetik zwischen Körperlichkeit und globaler Ökonomie

Einleitung

Mechanic 2: Resurrection setzt den Diskurs über das Actionkino des 21. Jahrhunderts fort, indem er die Figur des professionellen Auftragsmörders in eine Welt verlagert, die sowohl von technischer Präzision als auch von ökonomischer Erpressung geprägt ist. Der Film ist mehr als ein bloßes Vehikel für spektakuläre Stunts; er markiert eine Schnittstelle zwischen Starmaschinerie und transnationaler Produktionslogik, in der Körperlichkeit zur Währung und Autonomie zur Illusion wird. In dieser Spannung liegt die Relevanz des Films für die Gegenwart: Er thematisiert auf formaler und narrativer Ebene die Konditionen moderner Gewalt.

Als Fortsetzung eines Romans und eines früheren Hollywood-Remakes wird Mechanic 2 zugleich als Pop-Genre-Produkt und als Moment in der Karriere seines Protagonisten gelesen. Jason Statham fungiert hier erneut als Katalysator einer bestimmten Actionästhetik: reduzierte Mimik, präzise physische Präsenz, kalkulierte Härte. Die Wiederkehr solcher Archetypen erlaubt eine Reflexion über Kontinuität und Variation im Actionkino - wie viel Wiederholung trägt zur Identität einer Figur bei, wie viel Neuinterpretation ist notwendig, damit ein Franchise atmen kann?

Der Film steht zudem in einem globalen Kontext: Dreharbeiten und Schauplätze, das Casting internationaler Stars und die Produktionsstrukturen verweisen auf ein Kino, das grenzüberschreitend denkt und ökonomisch agiert. In einer Zeit, in der Medienmärkte fragmentiert und gleichzeitig zunehmend global sind, spiegelt Mechanic 2 die Versuchung, bewährte Rezepturen mit exotischer Lokalkolorit-Ästhetik zu koppeln. Die wiederkehrenden Motive von Kontrolle, Entfremdung und instrumentalisierter Gewalt machen den Film darüber hinaus zu einem Spiegel zeitgenössischer Unsicherheiten.

Kurzüberblick zur Produktion

Regie führte Dennis Gansel, ein deutscher Filmemacher, dessen Werk sich häufig zwischen Genrefiktion und gesellschaftlichen Fragestellungen bewegt. Bekannt geworden durch Filme wie Die Welle und Before the Fall, bringt Gansel eine mitteleuropäische Präzision und ein Interesse an moralischen Kipp-Punkten in ein Hollywood-Action-Setting. Seine Handschrift zeigt sich weniger in sentimentalen Momenten als in der strukturellen Verdichtung von Spannungen und der Betonung psychologischer Fallhöhe.

Die Produktion ist typisch für zeitgenössische Actionfilme, die amerikanische Starpower mit internationalen Drehorten und Co-Produktionen verbinden. Produzentenhäuser, die auf rentable Genreware setzen, legen Wert auf klare Zielgruppenansprache, sichtbare Stars und signifikante Setpieces, die sich global vermarkten lassen. Vor diesem Hintergrund fungiert Mechanic 2 als kalkuliertes Produkt - groß genug, um weltweite Publikumsansprüche zu bedienen, reduziert genug, um die starzentrierte Dramaturgie nicht zu verwässern.

Im Schicksalsbogen von Gansels Werk nimmt dieser Film eine Sonderstellung ein: Er ist die Überschneidung von europäischer Regiehandschrift mit amerikanischem Action-Formalismus. Die Produktion nutzt dies, um dem Genre eine kondensierte Form von Ethik und Exposition beizugeben, ohne dabei auf die deklarativen moralischen Dilemmata früherer Gansel-Arbeiten zu verzichten.

Die Hauptdarsteller & Hauptdarstellerinnen

Jason Statham steht im Zentrum des Films als ikonischer Actionheld der Gegenwart. Seine Karriere, geprägt von Filmen wie Crank, The Transporter-Reihe und dem ersten Mechanic-Teil, hat ihn zu einem Inbegriff körperbetonter, knapper Präsenz gemacht. Statham bringt nicht nur physische Glaubwürdigkeit in die Rolle, sondern auch eine ökonomisierte Schauspielästhetik, in der jede Geste auf Effizienz und Wirkung angelegt ist.

Jessica Alba, deren Karriere von Serienerfolgen wie Dark Angel zu Hollywood-Blockbustern wie Fantastic Four führte, ergänzt das Ensemble mit einer Mischung aus Zugänglichkeit und Härte. In Mechanic 2 tritt sie als Gegenpol zur Einsamkeit des Protagonisten auf und materialisiert zugleich die Zerrissenheit zwischen Privatem und Beruflichem, ohne in melodramatische Register zu fallen.

Tommy Lee Jones fungiert als Vertreter einer älteren, autoritären Leinwandtradition. Seine Präsenz evoziert institutionelle Macht, beharrliche Moral und gelegentliches Sarkasmus. Michelle Yeoh bringt dramaturgische Schwere und eine lange Tradition des Martial-Arts-Kinos in die Produktion - ihre Karriere spannt einen Bogen von Hongkong-Klassikern bis zu globalen Hollywoodprojekten und verleiht dem Film internationale Resonanz. Neben diesen Namen stehen regionale Talente wie Yayaying Rhatha Phongam, die dem Film Lokalkolorit und kulturelle Authentizität einhauchen.

Handlung (spoilerfrei!)

Der Film folgt einem professionellen Auftragsmörder, dessen Routine durch äußere Zwänge radikal gestört wird. Aus der vermeintlichen Souveränität des Handwerkers wird bald ein Zwangskorsett: Er muss Aufträge ausführen, deren Ausmaß und Zielsetzungen ihn an ethische und existentielle Grenzen führen. Der dramatische Konflikt entsteht aus der Spannung zwischen Kalkül und Gefühl, zwischen individueller Kontrolle und erzwungener Instrumentalisierung.

Im Zentrum steht die Figur des Einzelgängers, dessen Handlungslogik sich sowohl aus beruflicher Präzision als auch aus der Sehnsucht nach Restitution zusammensetzt. Die zentralen Figuren sind nicht nur Gegner und Helfer im narativen Gefüge, sondern repräsentieren verschiedene Haltungen zum Phänomen Gewalt - von praktischer Nüchternheit bis zu ideologischer Instrumentalisierung. Ton und Atmosphäre sind geprägt von einer kühlen, oft lakonischen Erzählweise, die in Momenten der Eskalation in rohe, körperliche Intensität umschlägt.

Zentrale Themen und Motive

Mechanic 2 verhandelt Fragen nach Verantwortung und Selbstbestimmung in einem Umfeld, das von Ökonomie und Machtinteressen dominiert wird. Der Film fragt implizit, inwiefern Professionalität - verstanden als die disziplinierte Ausübung tödlicher Arbeit - von ethischer Verantwortung entbunden werden kann. Dazu tritt die Thematik der Entfremdung: Der Körper wird zur Maschine, die Handlungen werden zu Dienstleitungen - und damit zu Dingen, die sich verwerten lassen.

Auf einer philosophischen Ebene kreist der Film um Autonomie als Illusion. Die scheinbare Kontrolle, die der Protagonist über sein Handwerk besitzt, ist jederzeit einer äußeren Ökonomie untergeordnet, die Menschen als Hebel benutzt. Psychologisch spielt die Einsamkeit des Berufs sowie die Suche nach Verbindlichkeit eine Rolle - nicht als sentimentale Erlösung, sondern als Triebfeder, die Entscheidungen und Opfer erklärt.

Formal spiegelt sich diese Thematisierung in der Bildsprache: Kühle Farbgebung, präzise Choreographien und eine Montage, die Körperlichkeit nicht romantisiert, sondern als Faktum konstituiert. So wird Mechanic 2 zu einer Studie über moderne Gewalt, die sowohl das Genre bedient als auch dessen Voraussetzungen sichtbar macht. Der Film fordert den Zuschauer nicht mit konzeptuellen Provokationen, wohl aber mit der insistierenden Frage, wie viel Menschlichkeit in einer Ökonomie der Effizienz übrigbleibt.

Filmkritik von Peter Osteried

Die Wiedergeburt des Mechanic, aber nicht die von Jason Statham

Dass fünf Jahre nach dem Erstling noch ein Sequel kommt, hätte man nicht erwartet. Notwendig war es auch nicht. Kaum jemand dürfte darauf gewartet haben, und das umso mehr, da das Original zumindest noch eine halbwegs interessante Geschichte hatte, sich das Sequel aber nur noch in Action ergeht.

Eigentlich will Arthur Bishop (Jason Statham) das Leben genießen, nun, da er als tot gilt. Aber dann spürt ihn jemand aus seiner Vergangenheit auf und macht ihm ein Angebot, das er nicht ablehnen kann. Er soll drei Männer töten und es wie einen Unfall aussehen lassen. Tut er das nicht, wird seine Freundin sterben.

Ein bisschen hat man den Verdacht, dass die Produzenten gerne versuchen würden, Bishop zu einer Art James Bond zu machen. So darf er schon in der Eingangssequenz auf einer Gondel, die zum Zuckerhut unterwegs ist, in Action sein. Das erinnert natürlich an den Doppel-Null-Agenten, der in Moonrakerähnliches erlebt hat. Dazu kommt, dass man sich ein paar exotische Örtlichkeiten ausgesucht hat. So drehte man vor der bilderbuchschönen Kulisse thailändischer Strände, aber auch im vor Leben vibrierenden Malaysia. Zur Ruhe kommt man dabei aber kaum, denn im Grunde ist Mechanic: Resurrection eine einzige, lange Actionsequenz.

Der Film ist kurz genug, dass man auf ein Minimum an Handlung setzen konnte. Das sogar so sehr, dass Erklärungen gar nicht erst geboten und logische Brüche einfach in Kauf genommen werden. Was zählt, ist einfach, Jason Statham beim Kampf Mann-gegen-Mann oder bei bleihaltigen Schießereien zu zeigen. Dabei macht der langsam in die Jahre kommende Brite immer noch eine gute Figur, aber ein bisschen merkt man ihm mittlerweile schon an, dass die ewiggleiche Rolle, die er seit Jahren spielt, doch ein bisschen langweilig sein muss.

Für die Regie holte man den Deutschen Dennis Gansel, der sich mit Feuereifer darauf stürzte, mal Action im großen Stil inszenieren zu dürfen. Einen eigenen Stil merkt man dem Film jedoch nicht an. Er hätte auch von hundert anderen Regisseuren so oder ähnlich gemacht werden können. Im Grunde ist für eine Produktion wie diese auch nur jemand nötig, der routiniert das Geforderte herunterkurbeln kann.

Was die Produktion vom B-Film abhebt, ist der Umstand, dass man die Action mit gutem Budget unterfüttert, aber auch die Besetzung. Zwar sind sowohl Tommy Lee Jones als auch Michelle Yeoh hier völlig verschwendet, aber ihre Anwesenheit wertet den Actionkracher dann doch noch ein bisschen auf.

Unterm Strich ist Mechanic: Resurrection streng nach dem Baukastenprinzip gestaltet. Überraschungen gibt es nicht, alles verläuft immer vorhersehbar, bis hin zum aufgesetzt wirkenden Happyend. Aber gut, wenn man es mag, dass es kracht und knallt, dann wird man hier ganz ordentlich unterhalten.

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