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Maze Runner - Die Auserwählten in der Todeszone

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kritiken.de Redaktion 01.02.2018
Maze Runner - Die Auserwählten in der Todeszone© Fox Deutschland
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Maze Runner - Die Auserwählten in der Todeszone: Jugend, Kontrolle und die Moral des Überlebens

Einleitung

Mit Maze Runner - Die Auserwählten in der Todeszone schließt ein jugendliches Epos, das in den vergangenen Jahren zum festen Inventar des kommerziellen Science-Fiction-Kinos gehörte, seine Trilogie ab. Der Film tritt an einem Punkt an, an dem sich Serienendspiele nicht mehr allein auf finale Konfrontationen verlassen, sondern darauf, mythologische Stränge zu bündeln und zugleich die emotionalen Kosten kollektiver Befreiung zu verhandeln. Insofern ist die Veröffentlichung 2018 weniger ein finales Kapitel einer Nacherzählung als eine Geste gegenüber einem Publikum, das in dystopischen Narrativen zunehmend politische und ethische Projektionen sucht.

Die Relevanz des Films liegt nicht nur in seinem Status als Abschluss einer Adaption beliebter Jugendromane, sondern in seiner Positionierung innerhalb eines zeitgenössischen Diskurses über Gouvernanz, biomedizinische Macht und die Instrumentalisierung jugendlicher Körper. Maze Runner fungiert als Metapher für die Verschränkung von Technologie, Überwachung und humanitärem Narrativ - Themen, die im kulturellen Klima der späten 2010er Jahre verstärkt zur Debatte standen.

Stilistisch und narrativ fügt sich der Film in die Handschrift seines Regisseurs, der seit den ersten beiden Teilen eine klare visuelle Identität etabliert hat. Die Trilogie antwortet auf eine Zeit, in der Blockbuster einerseits spektakuläre Bilder liefern müssen, andererseits aber auch kohärente Innenwelten für ihre Figuren bauen sollen. In diesem Spannungsfeld bewegt sich Die Auserwählten in der Todeszone: eine filmische Konstruktion zwischen Exposition, Action und moralischer Verhandlung.

Kurzüberblick zur Produktion

Regie führte Wes Ball, der mit Maze Runner zur etablierten Stimme im jungen Science-Fiction-Kino wurde. Seine Handschrift zeichnet sich durch eine Präferenz für klaustrophische Bildräume, dynamische Kameraarbeit und einen starken Fokus auf physische Räume als erzählerische Agenten aus. Ball konstruiert Umgebungen, die nicht nur Kulisse sind, sondern dramaturgisch wirken - Labyrinthe, verfallene Siedlungen und steril durchkonstruierte Forschungskomplexe fungieren als psychologische Verlängerung der Figurenkonstellationen.

Produziert wurde der Film im Rahmen eines größeren Studioprojekts, das von 20th Century Fox und den wiederkehrenden Produzenten der Reihe getragen wurde. Die Dreharbeiten, die internationale Schauplätze nutzten, verliefen nicht ohne Zwischenfälle: Die Produktion erlebte Verzögerungen infolge einer Verletzung ihres Hauptdarstellers, was den Rhythmus der Fertigstellung beeinflusste und zudem die kostenseitigen wie logistischen Herausforderungen solcher Franchiseproduktionen verdeutlichte. Budgettechnisch bewegt sich der Film in einer mittleren bis oberen Studio-Spanne für Genrestoffe - ausreichend, um aufwendige Sets und visuelle Effekte zu finanzieren, ohne dabei in das Ausmaß größenwahnsinniger Pop-Produktionen zu verfallen.

Im Gesamtwerk des Regisseurs markiert dieser Abschlussfilm den Versuch, die vorangegangenen, oft episodisch verfassten Konflikte in eine finale architektonische und moralische Ordnung zu überführen. Es geht weniger um einen Bruch mit dem Bekannten als um die Klimax eines gestreckten Weltentwurfs.

Die Hauptdarsteller & Hauptdarstellerinnen

Dylan O'Brien trägt als Thomas erneut die narrative Verantwortung als Identifikationsfigur. Der Schauspieler, dessen Karriere aus der Fernsehserie Teen Wolf hervorging und sich in den Maze Runner-Filmen zu einem tragenden Gesicht der neuen Young-Adult-Adaptationen entwickelte, vermittelt eine Mischung aus impulsiver Entschlossenheit und verunsicherter Führungsbereitschaft. Ki Hong Lee, der Minho spielt, bleibt die physische Konstante unter den Gefährten - seine Präsenz verankert die Gruppe nicht nur als Athlet, sondern als moralischer Kompass in kompromissbehafteten Momenten.

Kaya Scodelario führt eine komplexe Beziehungslinie weiter, die sie bereits zuvor aufgebaut hat; als Teresa verkörpert sie die Ambivalenz von Loyalität und Verrat. Thomas Brodie-Sangster (Newt) fungiert als emotionaler Pol, dessen Ruhe und Verwundbarkeit das Kollektiv menschlich halten. Will Poulter, der früh in der Reihe als antagonistische Figur Eindruck hinterließ, bringt ein rohes, unberechenbares Moment in die Gruppendynamik. Neben diesen zentralen Figuren ergänzen Charakterdarsteller wie Giancarlo Esposito und Patricia Clarkson das Ensemble mit Figuren, die die institutionelle Perspektive verkörpern - rational, kalkulierend und in ihrer Autorität ambivalent.

Handlung (spoilerfrei!)

Der Film setzt die erzählerischen Linien der Vorgänger fort, ohne sich im Detail dessen zu verlieren, was bereits erzählt wurde. Im Zentrum steht eine Gruppe junger Überlebender, die sich einer finalen, systemischen Macht stellen muss, während sie gleichzeitig interne Fragen von Vertrauen, Schuld und persönlicher Verantwortung austrägt. Der dramatische Konflikt resultiert weniger aus einem einzelnen Gegner als aus dem Zusammentreffen individueller Entscheidungen mit struktureller Gewalt - ein Konflikt, der sowohl physische Bedrohung als auch moralische Zwickmühlen umfasst.

Die Tonalität ist weiterhin von einer rauen, oft beklemmenden Ästhetik geprägt; die Atmosphäre oszilliert zwischen hektischer Flucht und Momenten der stillen Konfrontation. Zentral sind nicht nur die äußeren Ziele der Figuren, sondern die Kosten, die dieses Streben mit sich bringt. Die narrative Struktur bleibt trotz des Seriencharakters bemüht, den inneren Wandel der Protagonisten spürbar zu machen, ohne dabei in sentimentale Vereinfachungen zu verfallen.

Zentrale Themen und Motive

Maze Runner - Die Auserwählten in der Todeszone stellt eine Reihe von Fragen, die über die unmittelbare Handlung hinausweisen. An erster Stelle steht die Untersuchung von Macht und Legitimierung: Wer darf entscheiden, wessen Leben vermeidbar oder opferbar ist, und auf welcher moralischen Grundlage erfolgen solche Entscheidungen? Diese Frage wird nicht als theoretisches Problem behandelt, sondern konkret an den Körpern und Beziehungen der jungen Figuren abgetragen.

Ein weiteres zentrales Motiv ist die Technik als Instrumentierung von Fürsorge und Kontrolle. Der Film thematisiert die Ambivalenz technischer Lösungsversuche - sie bergen Heilversprechen, zugleich aber auch die Gefahr der Entmenschlichung. Eng damit verbunden ist das Thema Erinnerung und Identität: Wer sind die Jugendlichen außerhalb der ihnen zugeschriebenen Funktion, und inwiefern kann eine Gemeinschaft, die aus Verletzung und Manipulation hervorgegangen ist, glaubwürdig neu gegründet werden?

Schließlich arbeitet der Film mit dem Motiv der Grenze - physisch, moralisch und politisch. Die Todeszone fungiert als räumlicher Katalysator für Entscheidungen, an deren Schnittstellen die Figuren über die Zukunft kollektiver Ordnungen verhandeln. In dieser Hinsicht bietet der Film weniger einfache Antworten als ein dichtes Gewebe von Fragen, die die Zuschauerinnen und Zuschauer in die Verantwortung nehmen, die Implikationen dystopischer Fiktionen auf gegenwärtige gesellschaftliche Debatten zu übertragen.

Filmkritik von Peter Osteried

„Maze Runner“: Der verzögerte Abschluss der Trilogie ist durchwachsen

Zumindest kurzzeitig stand zu befürchten, dass es mit dem Abschluss der Trilogie nichts mehr werden würde, denn ein schwerer Unfall am Set verhinderte, dass die Dreharbeiten rechtzeitig zu Ende geführt werden konnten. Sie begannen im März 2016 in Vancouver. Nur wenige Tage später verletzte sich Hauptdarsteller Dylan O‘Brien ernsthaft, weswegen die Dreharbeiten unterbrochen wurden. Erst wollte man im Mai weitermachen, dann zeigte sich jedoch, dass der Schauspieler weit mehr Rekonvaleszenzzeit benötigte. Und das war noch Glück, da angesichts seiner schweren Verletzung überhaupt fraglich war, ob man weitermachen konnte. Entsprechend gab es auch Überlegungen, ob man die Rolle neu besetzen sollte, was zum Abschluss einer großen Geschichte aber natürlich nicht wirklich ideal ist. Dylan O‘Brien erholte sich aber wieder, so dass die Dreharbeiten im März 2017 wiederaufgenommen werden konnten.

Thomas muss sich der nächsten Prüfung stellen. Ihm soll mit Hilfe einer OP sein Gedächtnis zurückgegeben werden, doch ihm ist bewusst, dass er den Leuten von ANGST nicht trauen kann und darf. Darum beschließt er, zusammen mit seinen Freunden zu fliehen, auch wenn diese Flucht direkt in die Todeszone führt. Dort hat sich ein tödlicher Virus verbreitet, doch er ist längst nicht die einzige Gefahr, zumal Thomas dafür sorgen will, dass ANGST niemals wieder mit den grausamen Experimenten weitermacht …

Beim nunmehr dritten und letzten Teil der Reihe ist alles wie gehabt: es gibt flotte und actionreiche Unterhaltung, aber wirklich Substanz besitzen diese Filme nicht. So ist es nun auch hier, da sich der dritte Teil zwar in Sachen Action sehen lassen kann, ansonsten aber kaum etwas zu bieten hat. Zudem leidet er darunter, dass die vorherigen Filme austauschbares filmisches Fast Food waren. Man kann sich entsprechend kaum noch erinnern, was passiert ist – und eine Zusammenfassung zu Beginn des dritten Teils sucht man vergebens. Hier wird eine vorhandene Fangruppe bedient, Neuankömmlinge bleiben indessen außen vor.

Die konventionelle Geschichte, die alle notwendigen Elemente einer Verfilmung eines Romans für junge Erwachsene beinhaltet, ist leider relativ langatmig. Wenn es nicht gerade Action gibt, droht das Ganze, den Zuschauer einzuschläfern. Aber erfreulicherweise wird genügend gekämpft, es gibt Schießereien, Kämpfe Mann gegen Mann und spektakuläre Explosionen. Auf oberflächliche Art und Weise kann MAZE RUNNER – DIE AUSERWÄHLTEN IN DER TODESZONE darum auch halbwegs unterhalten, mit dem Beginn des Abspanns beginnt aber auch schon das Vergessen dessen, was man gerade gesehen hat.

Überragend ist an diesem Film nichts, wirklich verwerflich aber auch nicht. Er bietet konventionelle Unterhaltung ohne Ecken und Kanten. Die Möglichkeiten, die mit dem Orwellschen Unterbau der Geschichte gegeben sind, werden jedoch nie ausgeschöpft. Stattdessen gibt es halt Action …

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