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Dragonball Z: Resurrection F

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kritiken.de Redaktion 08.09.2016
Dragonball Z: Resurrection F© AV Visionen GmbH
A ca. 1198 Worte Lesezeit ca. 4 Minuten 30 Sekunden  📋 Inhalt

Dragonball Z: Resurrection F - Nostalgie und Zorn im gigantischen Spektakel japanischer Popmythologie

Einleitung

Dragonball Z: Resurrection F positioniert sich nicht nur als Fortsetzung einer der einflussreichsten Animeserien des 20. Jahrhunderts, sondern als kulturelles Ereignis, das die Kontinuität zwischen Franchise-Tradition und zeitgenössischer Blockbusterästhetik auslotet. Der Film trat in eine Phase, in der nostalgische Revivals und die kommerzielle Aufbereitung bekannter Marken das Kino dominieren, und fungiert deshalb zugleich als Produkt für die bestehende Fankultur und als Spiegel aktueller Produktionslogiken der japanischen Animationsindustrie.

Innerhalb der langen Biographie von Dragonball markiert Resurrection F eine Rückkehr zu ikonischen Antagonisten und Motiven, die das Seriengedächtnis prägen. In dieser Rückkehr liegt eine doppelte Spannung: die Spannung zwischen bewahrender Repräsentation vertrauter Figuren und dem Wunsch nach visueller Modernisierung, und die Spannung zwischen mythologischer Kontinuität und dem Bedürfnis nach unmittelbarem, spektakulärem Nervenkitzel.

Der Film ist deshalb relevant, weil er exemplarisch zeigt, wie ein etablierter Stoff das Verhältnis von Erinnerung, Performance und technischer Erneuerung aushandelt. In der Begegnung von traditionellen, durch die altgedienten Synchronsprecher geprägten Figurenstimmen und einer digital geschärften Bildsprache offenbart sich eine Produktion, die das Publikum an bekannten Fixpunkten abholt und gleichzeitig die ästhetischen Standards des gegenwärtigen Animationskinos artikuliert.

Kurzüberblick zur Produktion

Resurrection F wurde von Toei Animation produziert und inszeniert von Tadayoshi Yamamuro, dessen langjährige Erfahrung im Franchise die filmische Kontinuität gewährleistet. Akira Toriyama, Erfinder der Vorlage, lieferte das narrative Grundgerüst und die Charakterentwürfe, was dem Film eine direkte Verbindung zur ursprünglichen Schöpfungslinie sichert. Die Produktion operiert sichtbar an der Schnittstelle von TV-Erbe und Kinoproduktion: die Erzählökonomie bleibt auf die dynamische Serie bezogen, während Bildgestaltung und Effekte an die Anforderungen des Leinwandformats angepasst sind.

Technisch ist der Film ein Dokument einer Übergangsphase: handgezeichnete Animationen werden mit digitaler Kolorierung und computergenerierten Effekten kombiniert, um Energiestrahlen, Explosionen und Verwandlungen zu inszenieren. Diese Mischung ist weniger ein Bruch als eine Übersetzungstechnologie, die versucht, die impulsive Kraft der Serie in eine visuell opulentere Form zu überführen. Produktionspolitisch folgt Resurrection F dem Muster großer Franchise-Features: Substanzielle Marketingkampagnen, crossmediale Verwertungsstrategien und eine enge Abstimmung mit bestehenden Merchandise-Ökonomien prägen Entstehung und Distribution.

Die Hauptdarsteller & Hauptdarstellerinnen

Der Film verlässt sich auf das Fundament eines Ensemble-Teams, dessen Stimmen über Dekaden hinweg die Figuren formten. Masako Nozawa, seit jeher ikonische Stimme von Son Goku, fungiert als steter Identifikationsanker. Ryô Horikawa bringt Vegeta die charakteristische Mischung aus Stolz und latentem Pathos; Hiromi Tsuru, eine weitere unverwechselbare Präsenz, verkörpert das rationale Gegenstück in Gestalt von Bulma. Toshio Furukawa, der seit langem Piccolos Stimme leiht, rundet das Ensemble mit einer markanten, oft nachdenklichen Tonfärbung ab.

Die Kontinuität in der Besetzung ist nicht nur nostalgisches Detail, sondern ein ästhetisches Prinzip: Die vertrauten Timbres binden Publikumserinnerung an gegenwärtige Bildereignisse und verwandeln gesprochene Zeilen in Erinnerungsanker. Gleichzeitig treten jüngere Sprecherinnen und Sprecher hinzu, deren Stimmen subtil die zeitgenössische Adaption des Materials mitprägen, ohne die historische Kohärenz zu gefährden.

Handlung (spoilerfrei!)

Ohne ins Detail zu gehen, konfrontiert Resurrection F die Protagonisten mit einer erneuten Bedrohung, die alte Wunden aufreißt und neue Allianzen erzwingt. Der dramatische Konflikt bewegt sich auf zwei Ebenen: einer sichtbaren, physischen Auseinandersetzung, die sich in choreografierten Kampfszenen manifestiert, und einer symbolischen Ebene, auf der Fragen nach Macht, Vergeltung und Erneuerung diskutiert werden.

Zentrale Figuren sind die etablierten Helden und ihr wiederkehrender Gegenspieler, deren Interaktion die narrative Achse bildet. Die Erzählweise bleibt dicht am Serienethos: Actionsequenzen strukturieren den Rhythmus, während kurze, pointierte Momente zwischen den Kämpfen Charakterdynamiken ausleuchten. Tonal bewegt sich der Film zwischen theatralischem Pathos, ironischer Leichtigkeit und der puren Wucht des Spektakels.

Zentrale Themen und Motive

Resurrection F thematisiert in konzentrierter Form die Wiederkehr als narrativen Mechanismus. Diese Wiederkehr ist mehr als reiner Plotmotor; sie fungiert als Reflexionsfläche für Fragen nach Erinnerung, Identität und dem Umgang mit Vergangenheit. Aus der Form der Repetition entsteht eine Spannung: Kann Bekanntes neu interpretiert werden, ohne seinen Mythos zu verraten? Der Film antwortet darauf nicht mit theoretischer Ausformulierung, sondern mit ästhetischer Demonstration.

Daneben verhandelt der Film Macht und Verantwortung in einem Kosmos, in dem physische Überlegenheit immer auch moralische Implikationen hat. Verwandlungen und Eskalationen symbolisieren Transformationen, die sowohl inneren als auch äußeren Charakteren zugeschrieben werden: der Kampf wird zur Metapher für Wandlung, zur Probe von Loyalität und Selbstbehauptung. Schließlich ist da ein wirtschafts- und medienkritischer Unterton: Die Rückkehr ikonischer Figuren als kulturelles Produkt verweist auf die Mechanismen von Erinnerungskultur und Popgedächtnis, die im Zeitalter globaler Franchises neue Bedeutungen annehmen.

Formal lässt der Film die Energieästhetik der Serie auf die leiseren Register einer filmischen Inszenierung treffen: Licht, Schnitt und Sound sind nicht nur illustratives Beiwerk, sondern Mittel, um die emotionale Resonanz von Schauwerten zu modulieren. In diesem Zusammenspiel offenbart sich eine Produktion, die zwischen Tradition und Erneuerung balanciert und deren Bedeutung weniger in einer einzelnen filmischen Innovation liegt als in der Art und Weise, wie sie kollektive Vorstellungen von Heldentum, Rache und Versöhnung neu befragt.

Filmkritik von Peter Osteried

Dragonball Z im Kino – das ist doch was!

„Das 'F' steht für Freezer. Auf diese Idee habe ich mich eingeschossen, als ich verzweifelt eine Geschichte für den nächsten Film suchte. Dann hörte ich den Song 'F' von Maximum the Hormone, auf den mich ein Freund aufmerksam gemacht hat. Der Song 'F' erzählt von Freezer, auf eine brutale, aber coole Art.“ – So erinnert sich Akira Toriyama daran, wie er sich darangemacht hat, das neueste Epos seiner seit 30 Jahren florierenden Dragonball-Saga zu schreiben.

Son Goku besiegte einst den tyrannischen Freezer, der damit auch vernichtet wurde. Aber seine Lakaien tüfteln an einem Plan, ihn wieder zurückzubringen. Dafür brauchen sie die auf der Erde vorhandenen Dragonballs. Ihr Plan geht auf – Freezer lebt wieder. Er will sich an Son Goku rächen, aber der ist gerade auf einer anderen Welt. Darum müssen Son Gokus Freunde die Erde gegen die außerirdischen Angreifer verteidigen.

Aber nicht nur Son Goku und seine Freunde tauchen auf, auch Son Gokus Sohn hat eine wichtige Rolle inne. Es ist eine grandios gezeichnete Actionsequenz, in der er die Angreifer abwehrt.

Die neueste Fortsetzung der erfolgreichen Anime-Serie ist nun auch so etwas wie das großartige Finale (selbst wenn es noch weitere Filme geben sollte). Der Streifen lebt von dem Gefühl, die perfekte Nachklappe zur Serie zu sein. Damit richtet er sich natürlich auch in erster Linie an harte Fans, die die mehr als 200 Folgen der Serie und die darauffolgenden Filme gesehen haben. Neueinsteiger werden sich hier wohl etwas verloren fühlen, da man sofort in medias res geht. Schon die ersten Minuten sind sprunghaft und rasant. Hier wird erwartet, dass der Zuschauer die Figuren einfach allesamt kennt.

Die Zeichnungen können mit amerikanischen Produktionen nicht unbedingt mithalten, sie entfalten aber das klassische Flair japanischer Anime, die abseits der Studio-Ghibli-Produktionen stattfinden. Das fühlt sich heimelig an. Besonders, wenn man sich vor Augen führt, wie die alte Serie und die vorhergehenden Filme ausgesehen haben.

Dragonball Z – Resurrection F ist eine actionreiche Granate, die den Fans genau das bietet, was sie sich erhofft haben. Denn es gibt nicht nur reichlich Fights, sondern auch dramatische Momente – etwa dann, wenn Son Gokus Sohn auf Freezer trifft.

Dieser Anime ist phantasievoll gestaltet. Die Figurendesigns sprühen nur so vor Ideenreichtum. Dazu kommt durch Action geprägte Rasanz und gelegentlich spürbarer Humor, der Dragonball Z – Resurrection F zu einer runden Sache werden lässt. Der perfekte Film für alle Son-Goku-Fans.

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