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Pain and Gain

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kritiken.de Redaktion 22.08.2013
Pain and Gain© Paramount Pictures Germany
A ca. 2376 Worte Lesezeit ca. 8 Minuten 30 Sekunden  📋 Inhalt

Pain and Gain als Spiegelbild amerikanischer Gier - Michael Bays satirische Gewalttour zwischen Kapitalismus und Selbstinszenierung

Einleitung

Pain and Gain präsentiert sich nicht als konventioneller Actionfilm, sondern als eine zugespitzte Parabel über Ehrgeiz, Körperkult und die Verheißungen des schnellen Aufstiegs. Der Film rückt Gewalt, Komik und moralische Verklärung in eine enge, sonnendurchflutete Inszenierung, die weniger an nüchterne Kriminalberichterstattung erinnert als an eine karikierte Rekonstruktion des amerikanischen Traums. Damit fordert der Film sein Publikum heraus, sich nicht nur an der Oberfläche der Handlung zu ergötzen, sondern die ideologischen Kräfte zu bedenken, die Figuren und Verbrechen antreiben.

Innerhalb der zeitgenössischen Debatte über True-Crime-Adaptionen und die mediale Aufbereitung von Verbrechen nimmt Pain and Gain eine ambivalente Position ein. Er arbeitet mit Elementen des schwarzen Humors und der Überzeichnung, ohne in einfache Verurteilung oder reine Verherrlichung zu verfallen. Die Relevanz des Films liegt weniger in der Innovation des Plots als in seiner ästhetischen Übersetzung gesellschaftlicher Tendenzen: Körperliche Selbstoptimierung, Marktorientierung und Selbstinszenierung als Ersatz für tradierte Werte.

Für das Publikum und die Kritik ist Pain and Gain deshalb auch ein Indikator für die Möglichkeiten und Gefahren, die entstehen, wenn spektakuläre Regieästhetik auf reale Vorlagen trifft. Der Film verlangt eine reflektierte Betrachtung der Distanz zwischen Zuschauervergnügen und ethischer Verantwortung, zwischen Ironie und Heldentum - Fragen, die in der Medienkultur des frühen 21. Jahrhunderts immer drängender werden.

Kurzüberblick zur Produktion

Regie führte Michael Bay, dessen Handschrift durch beschleunigte Bildmontage, üppige Farbästhetik und eine Vorliebe für opulente, oft überzeichnete Actionsequenzen weithin bekannt ist. Pain and Gain markiert in seinem Œuvre eine Art Miniaturwerk im Vergleich zu den großen Franchise-Produktionen, auf die Bay häufig festgelegt wird. Dennoch trägt der Film deutlich seine Signatur: visuelles Überangebot, rhythmische Schnittfolgen und eine fast ironische Feier von Oberflächenreizen.

Die Produktion realisierte Bay in Zusammenarbeit mit seinem Produktionsunternehmen und größeren Studios, wobei die Budgetierung deutlich moderater ausfiel als bei seinen Blockbustern. Diese ökonomische Schrumpfung führte nicht zu einer Entschleunigung seines Stils, sondern zu einer Verdichtung: Komödiantische Elemente und düstere Moral werden in dichter, manchmal fast claustrophober Weise zusammengedrängt. Die Adaption basiert auf realen Vorfällen, die zuvor in journalistischen Beiträgen dokumentiert wurden; daraus erwächst die doppelte Herausforderung, faktische Referenz und stilistische Freiheiten in Einklang zu bringen.

Im Gesamtwerk des Regisseurs nimmt Pain and Gain eine Sonderstellung ein. Er ist ein Versuch, die Bay-Ästhetik in kleineren, weniger spektakulären Kosmen zu erproben und zugleich eine gesellschaftskritische Spitze zu setzen. Die Produktion bleibt dabei ambivalent: Sie nutzt die vertrauten filmischen Mittel, um eine kritische Distanz zu schaffen, läuft jedoch stets Gefahr, die Mittel selbst zur Botschaft zu machen.

Die Hauptdarsteller & Hauptdarstellerinnen

Mark Wahlberg, seit Jahren ein verlässlicher Träger dramatischer wie auch komödiantischer Rollen, gibt hier den charismatischen, doch moralisch wankenden Anführer-Typen. Seine früheren Arbeiten, die von erzählerischer Strenge bis zur populären Unterhaltung reichen, erlauben ihm eine nuancierte Darstellung eines Mannes, dessen Ehrgeiz in kriminelle Bahnen umschlägt.

Dwayne Johnson tritt als muskulöser, aber innerlich ambivalenter Gegenpol auf. Der ehemalige Wrestler hat sich zu einem vielseitigen Darsteller entwickelt, dessen Präsenz hier weniger als plakative Körpermagie denn als Ausdruck einer verletzlichen, suchenden Figur eingesetzt wird. Anthony Mackie bringt eine nervös berechnende Energie, die seine bisherigen Rollen als Ensembleakteur ergänzt und die Gruppenchemie trägt.

Ed Harris fungiert als eine Art sachlicher Gegenpol; seine Erfahrung mit eher nüchternen, psychologisch angelegten Rollen verleiht dem Ensemble eine Referenzebene, die das Spektakel erdet. Rebel Wilson bietet eine kleinere, tonsetzende Unterstützung; sie nutzt ihr komödiantisches Timing, um die satirischen Züge der Erzählung zu verstärken, ohne die ernsten Implikationen zu trivialisieren. Zusammen bilden die Darsteller eine Kette von Kontrasten, die Bay nutzt, um Ambivalenz und Ironie zu betonen.

Handlung (spoilerfrei!)

Der Film begleitet eine Gruppe von Männern, deren Streben nach sozialem Aufstieg und persönlicher Verwandlung in ein kriminelles Projekt mündet. Ausgangspunkt ist die Verheißung materiellen Erfolgs und die Suche nach Anerkennung; Körperkult und Geschäftsideen verschmelzen zu einer fatalen Mischung aus Realitätsverlust und Hybris. Der dramatische Konflikt entsteht aus der Kollision individueller Eitelkeiten mit rechtlichen und moralischen Grenzen.

Zentrales Moment der Spannung ist weniger die Frage des „Ob“ als die des „Wie“ und des „Warum“: Wie wird aus legitimem Ehrgeiz eine destruktive Dynamik? Welche Rolle spielen Gruppendruck, Selbstlüge und das Bedürfnis nach öffentlicher Wahrnehmung? Ton und Atmosphäre oszillieren zwischen greller Satire und bedrohlicher Intensität; der Film lässt Raum für schwarzhumorige Distanz, ohne die Ernsthaftigkeit der zugrundeliegenden Ereignisse aufzulösen.

Zentrale Themen und Motive

Pain and Gain stellt Fragen nach den moralischen Kosten von Erfolg und nach der Funktion von Körper und Image in einer konsumorientierten Gesellschaft. Der Körper wird hier zur Währung und zur Projektionsfläche: Er ist Leistungsschau, Marketinginstrument und zugleich Ort der Verletzlichkeit. Das Motiv der Selbstinszenierung zieht sich wie ein roter Faden durch den Film und legt offen, wie Selbstdarstellung leicht in Selbsttäuschung umschlägt.

Ökonomische Logiken treten als treibende Kraft auf; Kapitalistische Vorstellungen von Rendite, Risiko und Unternehmertum tragen mit zur Eskalation bei. Zugleich wirft der Film Fragen zur medialen Aufbereitung von Verbrechen auf: Inwieweit verwandelt die stylisierte Erzählform die echte Tragödie in Unterhaltungsware? Die psychologische Dimension betrifft die Grenzen von Loyalität und Selbsttäuschung in Gruppenkonstellationen sowie die Verführbarkeit durch schnellen Ruhm.

Schließlich operiert Pain and Gain mit Motiven der Ironie und der Ambivalenz. Die Darstellung verweigert einfache moralische Labels und fordert das Publikum auf, seine eigenen Grenzen der Empathie und sein Bedürfnis nach Klarheit zu reflektieren. In diesem Sinne ist der Film weniger Gerichtssaal als Spiegel - ein Medium, das die Risse der Gegenwart sichtbar macht, ohne sie einfach zu kitten.

Filmkritik von Till Kadritzke

„Unfortunately, this is a true story“, erklärt uns Daniel Lugo (Mark Wahlberg) per Voice-over gleich zu Beginn des neuen Films von Michael Bay (Armageddon, Transformers). Und tatsächlich ist kaum zu glauben, dass die Geschichte von drei Bodybuildern und einem versuchten Mega-Coup in Miami wirklich passiert sein soll. Lugo hat allen Grund, seine Feststellung mit einem Bedauern einzuleiten, spielt er in dieser Geschichte doch eine eher unrühmliche Rolle. Verblendet von seinem eigenen Motto der permanenten Leistungssteigerung und einem TV-Guru, der seinen Jüngern eine Macher-Mentalität einhämmern will – das übliche Spiel mit dem großen Willen, mit dem sich alles erreichen lässt –, fasst er den perfiden Plan, einen ultrareichen Kunden seines Gyms (Tony Shalboub) zu entführen und dessen Vermögen per unter Folter erzwungenen Unterschriften an sich zu reißen. Helfen sollen ihm dabei sein alter Muskel-Kumpel Adrian (Anthony Mackie) und sein neuer Muskel-Kumpel Paul (Dwayne Johnson), ein zu Gott bekehrter und geistig eher minderbemittelter Ex-Knacki.

Die standesgemäße Kritik an einem falsch verstandenen American Dream, an der Suche nach Abkürzungen zum Reichtum, ist schnell abgehakt – und am Ende des Films längst vergessen. Lugos Antrieb hinter dem kriminellen Plan, der trotz selbstverursachter Hindernisse und allerlei in die Hose gehender Details schließlich den gewünschten Effekt zu haben scheint, ist einzig und allein sein Wunsch, zu den „Doern“ zu gehören. Pain & Gain leidet dabei unter einem ganz ähnlichen Problem wie dieser Protagonist, der nur um des Handelns Willen handelt. Eine Haltung Bays zur Geschichte oder seinen Figuren ist zu keiner Zeit spürbar, selbst sein Interesse an der absurden Real-Life-Story scheint oberflächlich. Denn wie es sein konnte, dass drei eher schlicht gestrickte Typen über so lange Zeit die Polizei von Miami täuschen konnten, das fragt man sich nach dem Film noch genauso wie vorher.

Angesichts der vielen Zeit, die wir zunächst mit Lugo und seinen Freunden verbringen, und all der angedeuteten Kritik am You-Can-Do-It-Prinzip dauert es jedenfalls ein Weilchen, bis man sich auf den Gedanken einlässt, dass es hier vielleicht tatsächlich um nichts geht, dass es Bay völlig unernst ist mit einer einigermaßen wahrheitsgetreuen Darstellung sowie mit der Frage nach Motiven und Ergebnissen – dass alles nur ein großer Spaß ist, für die Darsteller, die dankbare Deppenfiguren (Wahlberg, Johnson) oder zynische Multimilliardäre ohne Zähne (Shalboub) spielen dürfen, und für Bay, der zwischen zwei Transformers-Materialschlachten auch mal ein paar gestählte Menschenkörper inszenieren darf.

Für wirklichen Spaß allerdings fehlt dem Film der Humor, und wo Potenzial in dieser Richtung vorhanden ist, stimmt nur selten das Timing. Situationskomik wird nicht ausgehalten, sondern wie eine billige Pointe abgehandelt, und die billigsten Pointen hallen schmerzhaft lange nach. Neben die Stammtischgags schieben sich dann zunehmend die Idiotien der ambitionierten Trottel, die an den einfachsten Dingen scheitern – und die ihre mit zunächst noch charmant-doofer Naivität gewonnenen Sympathien in dem Maße verlieren, wie sie endgültig zu Dummbolzen-Klischees werden.

Sind wir in den ersten Minuten ganz bei Lugo, werden von seiner Stimme an die Geschichte herangeführt, wendet sich Bay immer stärker gegen seine Protagonisten, lässt sie von Anti-Helden zum Problem werden – und verlässt sie schließlich ganz. Der Rückgriff aufs Voice-over greift irgendwann nicht nur über auf Lugos Mitstreiter, sondern auf alle Figuren, die überhaupt auftauchen: So werden Fragmente der Geschichte schließlich aus Sicht des Opfers geschildert, später sogar aus Sicht des erst wenige Momente zuvor eingeführten Detektivs Ed (Ed Harris). Diese Vervielfältigung der Perspektiven kann aber kaum darüber hinwegtäuschen, dass Pain & Gain eigentlich jede Perspektivierung abgeht, sie lässt vielmehr erneut erkennen, dass es vor allem das Fehlen einer wie auch immer gearteten Haltung ist, was Bays Film so irritierend macht.

Erst zum Ende hin wird diese Haltungslosigkeit produktiv, und Pain & Gain lässt sich als absurde Farce doch noch etwas genießen. In dem Maße, wie Paul zum Kokser wird, gerät auch der Film langsam unter den nötigen Drogeneinfluss, wirft den übrig gebliebenen Drehbuch-Ballast über Bord und gefällt sich in seiner völligen Beliebigkeit. Hätte er dies von Anfang an getan, wäre der Flucht nach vorn nicht das irritierende Treten auf der Stelle vorausgegangen, man hätte vielleicht sogar Spaß haben können mit den Steroide tankenden Möchtegern-Mafiosi.

So aber mutet Pain & Gain an wie das Produkt eines Saufabends am Stammtisch: Man hält sich zunächst für so genial-originell wie Tarantino, muss die eigene Selbstüberschätzung schließlich einsehen und stöbert im Hirn der Coens nach ein paar rettenden Ideen. Was bleibt, ist ein im schlechtesten Fall langweiliger, im besten Fall skurriler Film – sowie der Hinweis auf die „true story“, die tatsächlich ganz unglaublich ist, die sich aber auch ohne Film ganz gut nachrecherchieren lässt.

Filmkritik von Mattes Teschabai

Während Michael Bay 1994 „Bad Boys“ in Miami drehte, zog eine Handvoll Bodybuilder in der selben Stadt einen weltfremden Clou auf, der Entführung, Folter, Millionen schwere Erpressung, Mord und eine endlose Liste seltener Verrückt- und Dummheiten enthält. Bay las in der Zeitung eine Reportage über diese verquere Version des amerikanischen Traumes und setzte sich in den Kopf, die psychotischen Traumtänzer auf die Leinwand zu bringen. Als finanzieller Superguru Hollywoods wurde ihm dieses Herzensprojekt zwischen zwei Transformer-Fortsetzungen gegönnt und herausgekommen ist eine tief schwarze Satire, die alles Makabre herauslässt, was Bay nicht an Posterboy Shia LaBeouf abarbeiten konnte. Der zynisch geschmacklose Pop-Noir „Pain and Gain“ ist Dank Mark Wahlberg und Dwayne „The Rock Johnson“ hoffnungslos witzig, lässt ansonsten aber einmal mehr die Frage unbeantwortet, über wen sich Bay mit seinen Filmen eigentlich lustig macht – über sich, über uns, über Amerika, über den Rest?

„I believe in fitness“. Der Personal Trainer Daniel Lugo sieht sich als fleißigen, patriotischen Mann mit dem Körper eines Halbgottes. Nach einem Motivationsseminar ist er bereit, seinen großen Idolen aus Filmen wie „Der Pate“ und „Scarface“ nachzueifern und endlich Macher statt Schwacher zu werden. Er überzeugt seine Fitness-Studio-Kollegen Adrian (Anthony Mackie) und Paul (Dwayne Johnson) davon, dass es lasch und unpatriotisch wäre, ihre perfekten Körper nicht in perfekten Autos und perfekten Häusern zu parken. Daniel schmiedet einen Plan und gemeinsam entführt die Clique den wohlhabenden Sun-Gym Kunden Victor Kershaw (Tony Shalhoub, „Monk“ mal anders) und foltert ihn bis zur Überschreibung all seines Besitzes. Die anschließende Ermordung Kershaws erweist sich als kompliziert und wider Erwarten überlebt er. Die Polizei nimmt dem Besitzlosen die bunte Geschichte nicht ab und so engagiert er den Ex-Polizisten Ed DuBois, der die Fährte aufnimmt, während den Chaoten langsam das Geld ausgeht und sie sich nach einem neuen Job umsehen müssen.

Was passiert, wenn der amerikanisch-militärische Traum vom Starken, Schönen und Guten, nicht wohlmeinend über Gewalt, Sexismus und Egoismus gelegt wird, sondern als illusorischer Textmarker nur unterstreicht, was der Mensch doch für ein Tier sein kann, ohne sich dabei schlecht zu fühlen? Bay entzieht seinen Helden erstmals das moralische US-Hoheitsrecht, zu tun, was sie für richtig halten und lässt sie in eine Hölle aus Sünde und Dummheit hinabsteigen. Bay macht sich dabei weniger über die amerikanische Flagge lustig, sondern viel mehr über die Dummheit seiner Protagonisten. Er übernimmt ganze Dialoge aus der ausführlichen Zeitungsreportage über die Bodybuilder-Verbecher und kostet die entgrenzten Elemente der Geschichte voll aus. Mit seiner These, dass allein übermenschliche Dummheit solch untermenschliches Handeln hervorbringen könne, entzieht er seinem Film fast jegliches subversives Potential und macht „Pain and Gain“ in weiten Teilen zu einer Achterbahn-Fahrt des Selbstzwecks, in der nach Herzensgüte über die armen Irren gelacht werden kann, die Realität mit (Bay-)Filmen verwechseln.

Miami ist Heimspiel für Bay und das merkt man. In makelloser Hochglanz-Manier inszeniert er den übersexualisierten und objektophilen Florida-Kosmos, legt einen satten Neon-Filter drüber, baut ordentlich Zeitlupen ein und garniert das Ganze mit beengenden Camcorder-Aufnahmen – fertig ist der Pop-Noir-Look des Michael Bay, eine Mischung aus „Bad Boys 2“ und lapidaren Versatzstücken von Danny Boyle oder auch Quentin Tarantino. Während Anthony Mackie, auch Rollen-bedingt, eher unauffällig bleibt, gehen Mark Wahlberg und Dwayne Johnson richtig auf. Besonders Johnson und Michael Bay erweisen sich hier als echte Team-Möglichkeit. Als Koks-Gourmet, Ex-Knacki und bekehrter Christ kann „The Rock“ in der absurden Rolle des Paul Doyle den Spagat zwischen Hollywood-Strahlemann und WrestleMania leisten. Bay fängt die Schizophrenie des Hünen in routinierter Werbespot-Kamera und wackligen Doku-Schnipseln ein.

Bay beweist, dass er noch die abgründigste, konsumkritischste Vorlage in ein buntes Effekt-Feuerwerk mit dem Ziel poppiger Unterhaltung zu drehen weiß. Er kommt gut mit seinem A-Liga-Cast klar und strahlt auch beim Überqueren der Schmerzgrenze die Professionalität eines Cola-Automaten aus. Bay ist eine Marke, ein Kulturphänomen, ein Fakt wie McDonalds. Und wenn es bei McDonals jetzt Salat gibt, dann heißt das nicht, dass sie keine Burger mehr verkaufen. Niemand darf sich wundern, wenn er nach „Pain and Gain“ nicht geläutert aus dem Kino wandert. Doch man darf und sollte sich fragen, was da gerade passiert ist? Die brutal-obskure, nichtsdestotrotz authentische Geschichte dreier Schwerverbrecher wurde von Michael Bay, dem Regisseur von „Armageddon“ und „Pearl Harbor“, als privates Herzensprojekt zwischen den aufwendigen Drehs von „Transformers“ Teil 3 und 4, verfilmt. Die von Wahlberg und Mackie so liebenswert hirnverbrannt gespielten Personen sitzen noch immer in der Todeszelle. Gab es schon mal ein derart ambiges Sommer-Blockbuster-Ereignis?

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