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Ant-Man and the Wasp 3D

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kritiken.de Redaktion 26.07.2018
Ant-Man and the Wasp 3D© Bildrechte beim jeweiligen Verleiher / Promotional Material (siehe Impressum)
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Ant-Man and the Wasp 3D - Miniatur und Mythos: Popkultur, Intimität und technische Virtuosität

Einleitung

Ant-Man and the Wasp 3D tritt in eine Filmlandschaft, in der das Superheldenkino nicht mehr allein von epischer Größe, sondern zunehmend von der Regulierung von Nähe und Alltag bestimmt wird. Als Fortsetzung eines überraschend heiteren Eintrags in das Marvel Cinematic Universe behauptet der Film seine Relevanz nicht durch neue kosmische Dimensionen, sondern durch die konsequente Fortführung eines kleinen Kosmos: die Vergrößerung des Privaten und die Verkleinerung des Spektakulären. In diesem Sinn fungiert er als Korrektiv zur omnipräsenten Blockbuster-Rhetorik, indem er Korrespondenzen zwischen Technik, Intimität und Humor auslotet.

Im Werk des Regisseurs Peyton Reed, der bereits den ersten Ant-Man inszenierte, setzt sich eine Handschrift fort, die physische Komödie, präzise Rhythmik und eine gewisse Bodenständigkeit verbindet. Reed interessiert weniger die messianische Pose des Helden als dessen Missgeschicke, die Beziehung zu seiner Familie und die Art und Weise, wie technische Spielereien soziale Bindungen verändern. Dieses filmische Interesse macht Ant-Man and the Wasp 3D zu einem Film, der weniger als Bruch mit etablierten MCU-Konventionen verstanden werden muss, sondern als deren nuancierte Ergänzung.

Der Zeitpunkt der Veröffentlichung reflektiert einen gesellschaftlichen Moment, in dem Franchise-Kinos massenkompatible Unterhaltung mit Fragen nach Verantwortung, kollektiver Erinnerung und Geschlechterverhältnissen verknüpfen. Die prominente Besetzung mit etablierten Charakterdarstellern der 1980er und 1990er Jahre neben jüngeren Stars markiert zudem eine Epoche, in der Hollywood die Balance zwischen Nostalgie-Ansprüchen und dem Bedürfnis nach progressiveren Erzählformen austariert. Ant-Man and the Wasp 3D verhandelt diese Spannungen auf einer Ebene, die sowohl industriell kalkuliert als auch filmsprachlich ambitioniert erscheint.

Kurzüberblick zur Produktion

Regie führte Peyton Reed, dessen filmische Biographie eine überraschende Nähe zur Komödie offenbart - von launigen Teenagerkomödien bis hin zu späteren Mainstream-Produktionen. Reed bringt in der Ant-Man-Reihe eine Vorliebe für Timing und körperliche Komik ein, die dem Material eine variable Tonalität verleiht. Produziert wurde der Film von Marvel Studios und vertrieben über Walt Disney Pictures, eingebettet in die Phase Three des MCU. Die Verwertung als 3D-Version akzentuiert die formale Auseinandersetzung mit Raum und Maßstab und macht das Thema der Verkleinerung zum materiellen Kinoerlebnis.

Die Produktionsumstände sind geprägt von hohem technischen Aufwand: aufwendige visuelle Effekte für Größenwechsel, Kombinationen aus realen Sets und digitaler Erweiterung sowie eine Sound- und Schnittgestaltung, die Tempo und Klarheit gewährleisten müssen. In der Kontinuität des MCU nimmt der Film eine Vermittlerrolle ein - er ist Sequenz einer großen Erzählmaschine, bleibt dabei aber kleinräumig in seiner narrativen Aufmerksamkeit.

Die Hauptdarsteller & Hauptdarstellerinnen

Paul Rudd fungiert erneut als emotionale und komische Mitte. Sein Schauspiel hat sich über Jahre in komödiantischen Ensembles etabliert, von frühen Rollen in amerikanischen Komödien bis zu der selbstbewussten, gleichsam zerstreuten Wärme, die er dem Antihelden Scott Lang verleiht. Evangeline Lilly bringt als Co-Protagonistin eine körperliche Präsenz und schauspielerische Disziplin ein, die ihren Ursprung in Serienerfahrungen wie Lost und epischen Produktionen wie The Hobbit hat; sie repräsentiert hier eine Figur, die Kompetenz mit innerer Härte verbindet.

Michelle Pfeiffer und Michael Douglas stehen für eine Generation von Darstellern, deren Namen sofort kulturelle Konnotationen hervorrufen. Pfeiffer, bekannt aus Filmen wie Batman Returns und Dangerous Liaisons, liefert eine kontemplative Nuancierung, die historischen Rollenpoesien mit moderner Zurückhaltung verknüpft. Douglas, dessen Karriere durch archetypische Figuren in Wall Street und Fatal Attraction geprägt ist, verkörpert eine paternalistische Autorität, die im Kontext von Wissenschaft und Verantwortung eine andere Klangfarbe annimmt als in seinen ikonischen 1980er-Jahren-Rollen. Das Ensemble schafft so ein Spannungsfeld zwischen Vertrautheit und Neuverhandlung von Rollentheorien.

Handlung (spoilerfrei!)

Ohne in Details zu verfallen, lässt sich sagen: Der Film verknüpft Elemente von Heist- und Buddy-Komödie mit klassischen Superhelden-Anforderungen. Im Zentrum stehen individuelle Bindungen und die Reaktion auf vergangene Entscheidungen, während äußere Kräfte die Protagonisten zwingen, ihren Zusammenhalt zu prüfen. Der dramatische Konflikt entspringt weniger einem einzigen Monstrum als einer Konstellation von persönlichen, wissenschaftlichen und rechtlichen Problemen, die miteinander kollidieren.

Die zentralen Figuren bilden ein ensemblehaftes Geflecht: Ein ehemaliger Kleinkrimineller, der als Antiheld fungiert; eine entschlossene Partnerin, die Expertise und Durchsetzungsfähigkeit verbindet; und zwei Wissenschaftlerfiguren, deren Vergangenheit und Autorität zu den Konflikten beitragen. Die Tonalität pendelt zwischen heiterer Leichtigkeit und Momenten ernsthafter Besinnung, wobei die Kameraarbeit und der Schnitt die unterschiedlichen Tempi des Films präzise unterstützen.

Zentrale Themen und Motive

Im Kern verhandelt der Film Fragen nach Maßstab und Wahrnehmung. Die wiederkehrende Metapher der Verkleinerung eröffnet Reflexionen über das, was im Kollektiv leicht übersehen wird - private Verluste, unsichtbare Risiken, die alltäglichen Kosten technologischer Innovationen. Zugleich thematisiert der Film Verantwortung im Spannungsfeld von Forschung und Persönlichem: Wer bezahlt für wissenschaftliche Experimente, wenn ihre Folgen in die Sphäre der Familie eindringen?

Eine weitere Achse ist die Serie von Generationskonflikten und die Weitergabe von Wissen und Schuld. Hier entsteht ein moralisches Gewebe, das weder in einfachen Dichotomien von Gut und Böse aufgelöst wird noch bloß allegorisch bleibt. Formal arbeitet der Film mit Gegensätzen von Weite und Enge, wobei Bildkomposition, Klangarbeit und die 3D-Ästhetik das Thema der Perspektive verstärken. Schließlich ist da ein subtiles politisches Moment: die Frage, wie Superheldenprivate und öffentliche Verantwortung zusammenfallen - eine Frage, die das Blockbusterkino des 21. Jahrhunderts immer öfter stellt.

Die filmische Strategie von Ant-Man and the Wasp 3D liegt weniger in revolutionären narrativen Schachzügen als in der Präzision seiner Mittel: eine kluge Besetzung, eine Regie, die körperliche Komik als Motor nutzt, und ein visueller Fokus auf das Wechselspiel von Nähe und Distanz. In der Summe steht der Film für eine Variante des Franchisekinos, die auf Intimität statt auf Monumentalität setzt, und damit die Debatte über die Zukunft großer Serienfilme um eine bedachte, formal versierte Stimme bereichert.

Filmkritik von Christopher Diekhaus

Klein, aber wirkungsvoll

Dass die Größe nicht entscheidend ist, bewies 2015 Superheld Ant-Man in seinem ersten Soloauftritt, einem launigen, dynamisch inszenierten Actionstreifen, der sich ganz bewusst von den gigantischen Zerstörungsorgien anderer Marvel-Filme abgrenzte und die Schrumpffähigkeit seiner Titelfigur für erfrischend kreative Spektakelmomente nutzte. Während anderswo ganze Landstriche in Schutt und Asche gelegt werden, ließ Regisseur Peyton Reed („Der Ja-Sager“) seinen mitunter ameisengroßen Protagonisten am Ende in einem Kinderzimmer gegen seinen Widersacher antreten. Einer von mehreren gewitzten Einfällen, die die Comic-Verfilmung zu einem vergnüglich-mitreißenden Erlebnis machten. Auch wenn die Fortsetzung „Ant-Man and the Wasp“ ohne den damaligen Überraschungseffekt auskommen muss, bietet sie einmal mehr kurzweilige, vor allem optisch ansprechende Popcorn-Unterhaltung.

Nachdem er in „The First Avenger: Civil War“ Captain America zu Hilfe geeilt ist und in Deutschland für Chaos und Verwüstung gesorgt hat, steht Scott Lang alias Ant-Man (Paul Rudd) in den USA unter Hausarrest. Kurz vor der Verbüßung seiner Strafe wird der frühere Meisterdieb von seiner einstigen Mitstreiterin Hope Van Dyne (Evangeline Lilly) entführt, die gemeinsam mit ihrem Vater Dr. Pym (Michael Douglas) nach Mitteln und Wegen sucht, um ihre Mutter Janet (Michelle Pfeiffer) aufzuspüren, die vor Jahrzehnten in der Quantenebene verschwunden ist. Da Scott erfolgreich aus dem subatomaren Raum zurückkehrte und der Verschollenen in irritierenden Visionen begegnet, glauben Tochter und Vater an die Chance auf ein Wiedersehen. Interesse an den Plänen zeigen allerdings auch der skrupellose Schwarzmarkthändler Sonny Burch (in einer etwas oberflächlichen Rolle verschenkt: Walton Goggins) und die geheimnisvolle Ava alias Ghost (Hannah John-Kamen).

Um es gleich vorwegzunehmen: Nach dem vor allem gegen Ende dramatischen „Avengers: Infinity War“, dem neunzehnten Beitrag der fortlaufenden Marvel-Reihe, versteht sich „Ant-Man and the Wasp“, das zwanzigste Kapitel, als luftig-leichte Spaßveranstaltung, die den Betrachter mit atemberaubenden Bildern und lockeren Sprüchen bei Laune halten will. Wie schon im Vorgänger ist die simpel gestrickte Handlung lediglich ein Vorwand, um den Titelhelden und seine Begleiter in amüsante und brenzlige Situationen hineinzuschleudern. Emotionale Tiefe erreicht die Suche nach Hopes Mutter Janet nicht. Und auch der eigentlich hochgradig spannende Charakter der mysteriösen Ava wird vom Drehbuch sträflich vernachlässigt. Nichtsdestotrotz lässt man sich gerne auf die rasante, um keinen augenzwinkernden Spruch verlegene Sause ein, die zumindest dann unter die Haut, wenn Scott und seine kleine Tochter Cassie (stark: Abby Ryder Fortson) gemeinsam zu sehen sind. Schon der Einstieg lässt das aus Teil eins bekannte innige Vater-Tochter-Verhältnis aufleben, das die Macher für einige wohltuende Ruhepausen nutzen.

Erwartungsgemäß spielt Reed erneut mit dem Schrumpf- und Wachstumsvermögen seines sympathischen Superhelden, dem mit Hope Van Dyne alias Wasp eine ebenbürtige, weit über die Rolle einer Stichwortgeberin hinausgehende Kämpferin zur Seite steht. Autos, die blitzschnell auf Matchbox-Größe zusammenfallen. Ein Labor, das sich in einen Rollkoffer verwandeln lässt. Und ein riesenhafter Ant-Man, der während einer atemberaubenden Verfolgungsjagd durch San Francisco einen Transporter als Skateboard zweckentfremdet. Fortlaufend biegt der Film mit lustigen, optisch reizvollen Ideen um die Ecke, die sich ein wenig abheben vom ausufernden, in manchen Fällen durchaus ermüdenden Marvel-Action-Treiben. Das ganz große Staunen über die visuellen Kabinettstücke mag nach dem ersten Ant-Man-Abenteuer verflogen sein. Und doch gelingt es dem abermals kompetent in Szene gesetzten Sequel, sein Publikum für zwei Stunden gefangen zu nehmen.

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