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Marvel's The Avengers 2: Age of Ultron

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kritiken.de Redaktion 23.04.2015
Marvel's The Avengers 2: Age of Ultron© Walt Disney Germany
A ca. 2473 Worte Lesezeit ca. 9 Minuten  📋 Inhalt

Marvel's The Avengers 2: Age of Ultron - Ensembleepos und die Politik der Maschine

Einleitung

Mit dem Kinostart am 23. April 2015 setzte Marvel's The Avengers 2: Age of Ultron einen Meilenstein im zeitgenössischen Franchise-Kino. Der Film tritt nicht nur als Fortsetzung eines der erfolgreichsten Blockbuster des frühen Jahrzehnts auf, sondern auch als Moment, in dem das Superheldenkino seine ambivalenten Verhältnisse zu Technik, Verantwortung und kollektivem Handeln offen ausspielt. Relevanz entfaltet der Film sowohl im kommerziellen wie im kulturellen Sinne: Er dokumentiert, wie Populärkultur große politische und existenzielle Fragen in ein spektakuläres Bildformat übersetzt.

Regisseur Joss Whedon, der bereits das Ensemblestück des Vorgängers inszenierte, bringt seine charakteristische Mischung aus Dialogwitz, Gruppenchemie und einem Gespür für intime, zwischenmenschliche Momente in ein visuell ambitioniertes Feld. Die Herausforderung liegt dabei weniger in der Erweiterung der Figurenwelt als in der Frage, wie ein auf Sekunden getaktetes Blockbusterformat Raum schafft für Reflexion über Ursache und Wirkung, Erschaffung und Zerstörung.

Der Film erscheint in einem gesellschaftlichen Klima, das von Diskussionen über künstliche Intelligenz, Überwachungsarchitekturen und militärische Präventivlogiken geprägt ist. In diesem Sinne wirkt Age of Ultron als kulturelles Artefakt einer Ära, die technologische Optimismen mit wachsender Skepsis verknüpft. Dieser Zeitgeist durchzieht die Erzählung, ohne in didaktische Botschaften zu verfallen; stattdessen werden Ängste und Hoffnungen in Figuren- und Bildkonstellationen gebündelt.

Kurzüberblick zur Produktion

Joss Whedon übernahm sowohl Regie als auch das Drehbuch und setzte damit die Handschrift eines Autors durch, der das Ensemble als dramatisches Mittel bevorzugt. Marvel Studios produzierte den Film als Teil des expandierenden Marvel Cinematic Universe; die Produktion operierte mit einem der höchsten Budgets des Studios und einem aufwändigen VFX-Aufwand. Sichtbar wird die industrielle Dimension des Projekts in der nahtlosen Verschmelzung von realen Schauplätzen, Greenscreen-Arbeiten und digitaler Figurenentstehung.

Die Produktionsumstände sind geprägt von der doppelten Erwartung: dem Bedürfnis nach narrativer Kontinuität innerhalb des MCU und dem ökonomischen Zwang zur Maximierung von Spektakel. Dadurch entsteht ein Spannungsfeld zwischen intimer Figurenarbeit und großem, oftmals militärisch anmutendem Bildvokabular. Innerhalb des Oeuvres von Whedon markiert Age of Ultron eine Ausweitung seiner Formensprache; das kleine Ensemble-Drama wird in eine weltumspannende, multimedial orchestrierte Erzählung transformiert.

Die Hauptdarsteller & Hauptdarstellerinnen

Das Ensemble versammelt bekannte Gesichter des Franchise: Robert Downey Jr. festigt seine Rolle als Tony Stark mit einer Mischung aus technischer Brillanz und moralischer Unsicherheit, Chris Evans bleibt der stoische Gegenpol als Captain America, während Chris Hemsworth den mythologischen Zugriff als Thor liefert. Mark Ruffalo bringt als Bruce Banner eine verletzliche Intellektualität in die Gruppe, Jeremy Renner bleibt als Hawkeye der erdige Konterpart, und Scarlett Johansson setzt als Natasha Romanoff subtile Ambivalenzen zwischen Kontrolle und Empathie.

Neuaufnahmen wie Elizabeth Olsen und Aaron Taylor-Johnson erweitern das Gefüge um Figuren, die weniger als bloße Superkräfte denn als psychologische Katalysatoren fungieren. James Spader prägt mit seiner Stimme und Performance-Elementen die titelgebende antagonistische Intelligenz; Paul Bettany übernimmt die verkörperte Spezies einer neuen Präsenz innerhalb des Teams. Die Besetzung arbeitet mit einem dichten Geflecht von Vorerwartungen, die sowohl die Figurenhistorie als auch publikumsseitige Projektionen instrumentalisiert.

Handlung (spoilerfrei!)

Der Film verwebt mehrere Handlungsstränge zu einem Ensembleplot, dessen Zentrum die Begegnung mit einer emergenten künstlichen Intelligenz bildet. Der dramatische Impuls entsteht aus der Kollision zweier Haltungen: der Drang, mit Technik präventive Sicherheit herzustellen, und der Erkenntnis, dass jede Konstruktion von Ordnung eigene Risiken impliziert. Die Avengers werden gezwungen, ihre Differenzen zu überbrücken, während äußere Bedrohungen und interne Zweifel an der Legitimität ihres Handelns wachsen.

Die zentrale Figurengruppe bleibt gleichsam Aktionskern und Reflexionsinstanz; Konflikte entstehen nicht nur aus physischer Konfrontation, sondern aus ethischen Dilemmata und Loyalitätsfragen. Ton und Atmosphäre oszillieren zwischen dynamischem Actionkino und Momenten intimer Verunsicherung, die dem Blockbuster ein überraschendes Gewicht verleihen.

Zentrale Themen und Motive

Im Zentrum steht die Frage nach Kontrolle versus Verantwortung. Der Film stellt technische Machbarkeit dem moralischen Imperativ gegenüber - eine klassische, aber hier vielschichtig gestaltete Problemstellung. Die Schaffung einer autonomen Intelligenz fungiert weniger als futuristisches Plot-Device denn als Bühne für die Untersuchung, wie kollektive Handlungsmuster entstehen, legitimiert werden und versagen können.

Ein weiterer Leitgedanke ist die Verletzlichkeit heroischer Identität. Die Figuren, die bisher in Rollenmuster passten, müssen Begriffe wie Kollateralschaden, Fehlbarkeit und Reparaturfähigkeit aushandeln. Diese psychologische Dimension wird nicht in psychologisierende Monologe übersetzt, sondern findet Ausdruck in Interaktionen, Rückzugsräumen und Bildentscheidungen, die das Innenleben der Figuren abtasten.

Schließlich ist da das Motiv der Schöpfung und der Schöpferverantwortung. Die Beziehung zwischen Erfindung und Konsequenz, zwischen Präventivlogik und Hybris wird als moderner Mythos gelesen. Der Film nutzt hierfür ein Vokabular aus Technikästhetik, rußgeschwärzten Kriegsschauplätzen und intimen Nahaufnahmen, die zusammengenommen eine ästhetische Sprache für die Ambivalenz des Fortschritts entwickeln.

Als kulturelles Dokument ist Marvel's The Avengers 2: Age of Ultron damit mehr als ein Spektakel: Es ist eine Reflexionsarena über die Bedingungen kollektiver Sicherheit und individueller Verantwortung in einer vernetzten Welt. Die filmische Praxis zeigt, wie Blockbusterästhetik und politisches Nachdenken in ein produktives, wenn auch widersprüchliches Verhältnis treten können.

Filmkritik von Peter Osteried

Im Kampf der Avengers gegen Ultron geht vor allem viel zu Bruch!

Ein großes Ensemble zu jonglieren, dabei die Geschichte voranzutreiben und der Gefahr zu entgehen, alles nur in eine überlange Materialschlacht ausarten zu lassen, ist durchaus eine Herausforderung. Nicht jeder Filmemacher ist ihr gewachsen, und auch Joss Whedon scheitert daran. Zumindest dann, wenn man von einem Marvel-Studios-Film mehr erwartet als ein Werk, das aussieht, als hätte Michael Bay Hand angelegt.

Die Avengers können Lokis Zepter an sich bringen. Das nutzt Tony Stark gleich zu eigennützigen Forschungen. Er träumt von der Erschaffung künstlicher Intelligenz – und das gelingt ihm auch, obschon ihm das nicht gleich bewusst wird. Ultron entwickelt ein Bewusstsein. Mehr noch, er hat ein Ziel. Er will dem Planeten den Frieden bringen, den die Avengers immer zu erreichen hofften, aber niemals gewinnen konnten. Aber Ultron will dabei den ganz radikalen Weg gehen. Wenn es keine Menschheit mehr gibt, dann gibt es auch endlich Frieden.

Sicherlich, ein Avengers-Film soll in erster Linie ein Ereignis sein. Wenn man die größten Helden der Erde in einen Film packt, dann muss es krachen. Davon lebte auch schon der erste Teil, aber anders als hier gab es dort noch nachvollziehbare interpersonelle Entwicklungen. In Avengers: Age of Ultronist jede Szene, in der nicht Häuser zu Bruch gehen und Superhelden und –schurken aufeinander einprügeln, nur Füllmaterial, vergleichbar mit den Handlungsfetzen eines Pornos, der sich auch nur für das Eine interessiert. So gestaltet sich die Geschichte dieses Films als sehr mager. Sie ist nur ein Vehikel, das mehr schlecht als recht zusammenhält, was man nur als Showreel der FX-Schmieden bezeichnen kann. Aber auch da ist nicht alles Gold, was glänzt. Die Eingangssequenz mit dem Angriff auf die Hydra-Basis sieht nicht so geschmeidig aus, wie sie sollte. Tatsächlich erinnert das alles eher an ein Computerspiel.

Im weiteren Verlauf legt sich zumindest dieser Eindruck. Wenn der Hulk gegen Iron Man kämpft oder alle Avengers gegen Ultron und seine Roboterhorden in den Kampf ziehen, dann ist das zumindest gut gemacht, wenn man von einem Comic-Film und der zugrundeliegenden Vorlage auch nicht mehr als Krachbumm erwartet.

Den größten Verrat begeht der Film an sich selbst. Es hätte die Möglichkeit zu dramatischen Szenen gegeben, aber sie verpuffen im Nichts. Der Trailer deutete eine Konfrontation zwischen Thor und Tony Stark an. Die gibt es auch, aber nachdem der Donnergott dem Menschen an die Gurgel gegangen ist, herrscht wieder freudiges Eierschaukeln vor. Das ist nicht nur brachliegendes, das ist schlichtweg verschwendetes Potenzial. Wo der Film hätte vorbereiten können, was das Thema von Captain America: Civil War werden wird – der Konflikt unter Freunden und Partnern –, ergeht er sich nur in dürren Andeutungen. Er macht heißt, er liefert aber nicht ab.

Eine Stärke von Joss Whedon, die Zuschauer beim ersten Teil mochten, sind seine Sprüche. Die ziehen sich durch sein ganzes Oeuvre und waren auch essenzieller Bestandteil des ersten Teils. Hier gibt es sie nun auch, aber allenfalls jeder zweite zündet. Wo ein Lacher im Publikum kommen sollte, herrscht oftmals Stille. Aber immerhin: Ein paar gelungene Szenen gibt es, vornehmlich mit Tony Stark.

Wenn gerade nicht Roboter und Material zu Klump geschlagen wird, dann gibt es hier und da peinlich berührende Momente, die der Charakterentwicklung zuzuschreiben sind, die aber völlig inkonsequent sind und häufig erzwungen wirken. Insbesondere gilt dies für Hawkeyes Geheimnis, aber auch für die Liebelei zwischen der Black Widow und Bruce Banner.

Im Verlauf der krawallartigen Action scheint der Film immer wieder seine Figuren zu vergessen. Mehr als einmal verschwinden sie aus der Handlung. Das ist vor allem auch im großen Finale zu erkennen, in dem Vision und Hulk immer dann eingesetzt werden, wenn das Drehbuch es verlangt – zwischendrin, so scheint es, machen sie halt ein Päuschen (oder spielen, was den Hulk betrifft, vielleicht doch „die Zucchini verstecken“?).

Schlichtweg verschwendet ist Thomas Kretschmann als Baron von Strucker, der in der Nachklappe des ersten Teils noch als so etwas wie ein namhafter Schurke angekündigt wurde. Hier wird er en passant aus der Handlung befördert. Dafür gibt es reichlich mit der groben Kelle, ganz nach dem Prinzip des Deus Ex Machina, was wieder mal Nick Fury vorbehalten ist, der im großen Finale just in dem Moment auftaucht, in den man ihn (und das, was er mitbringt), auch dringend benötigt. Der Film opfert dabei die innere Logik, sogar die große Entwicklung, dass S.H.I.E.L.D., abgewickelt wurde, denn was Fury hier auf die Beine stellt, spottet jeder Beschreibung. Das ist das Ergebnis, wenn ein Drehbuchautor faul ist. Er zaubert eine Lösung aus dem Hut, die keinerlei Sinn ergibt.

Was bleibt, ist ein gut aufgelegter James Spader, der als Ultron zwar auch nicht gerade Substanzielles zu sagen hat, das aber immerhin mit Verve macht, gute Neuankömmlinge mit Scarlet Witch und Quicksilver, viel zu viel Action und die Erkenntnis, dass es am Ende kaum eine Überraschung gibt. Man wünschte, nur ein Viertel der im Vorfeld verbreiteten Gerüchte wäre wahr gewesen. Aber dem ist nicht so.

Am Ende steht ein neues Team, besonders aufregend sieht es aber wirklich nicht aus. In typischer Marvel-Manier wird das nächste große Kapitel, der Infinity War, der den dritten und vierten Teil bestimmen wird, angeteasert. Immerhin: Joss Whedon ist raus, nun übernehmen die Russo-Brüder, die mit The Return of the First Avenger den bisher besten Marvel-Film abgeliefert haben und als nächstes Captain America: Civil War machen. Gut möglich, dass das nächste Kapitel der Avengers dann auch Substanz haben wird – und kein Schritt zurück, wie es Avengers: Age of Ultron leider ist.

Filmkritik von Christopher Diekhaus

„Avengers: Age of Ultron“ beschreitet durchaus neue Wege

Satte 1,5 Milliarden Dollar spülte der von Joss Whedon („Buffy – Im Bann der Dämonen“) inszenierte und geschriebene Comic-Blockbuster „Marvel’s The Avengers“ aus dem Jahr 2012 weltweit in die Kassen und kletterte damit an die Spitze der erfolgreichsten Filme aus dem Hause Disney. Ein Ergebnis, mit dem sich der nun startende zweite Teil des Superheldentreffens messen muss, der abermals – so viel ist sicher – großen Zuspruch finden wird. Dass die Kinogänger dabei ein mindestens ebenbürtiges Spektakel erwarten dürfen, ist vor allem Regisseur und Drehbuchautor Whedon zu verdanken, dem es auch hier gelingt, große Actionszenarien, zahlreiche eigenwillige Protagonisten und humorvolle Scharmützel unter einen Hut zu bringen. Augenfällig ist allerdings, dass sich „Avengers: Age of Ultron“, der elfte Spielfilm im fortlaufenden Marvel-Kinouniversum, insgesamt ein Stück ernster und reflektierter präsentiert als sein verspielt-leichtfüßiger Vorgänger.

Die Handlung des neuen Superheldenabenteuers setzt einige Zeit nach den Ereignissen des ersten Teils ein, bei dem die Avengers New York vor einer Alien-Invasion bewahren konnten. Da am Ende des zweiten Captain-America-Films die Geheimorganisation S.H.I.E.L.D. in sich zusammenbrach, haben die Haudegen rund um Multimilliardär Tony Stark alias Iron Man (Robert Downey Jr.) mittlerweile eine eigene Zentrale aufgebaut und versuchen, neue Gefahren eigenmächtig abzuwenden. Als der wissenschaftsbegeisterte Stark im Bestreben, ein altes Friedensprogramm zu reaktivieren, mit einer ganz besonderen Form von künstlicher Intelligenz experimentiert, kommt es zu einem verhängnisvollen Zwischenfall. Die Folge: Der hochintelligente Superroboter Ultron (Originalstimme: James Spader) erwacht zum Leben und schickt sich umgehend an, die Welt nach seinen Vorstellungen zu formen. Ein Plan, den Iron Man, Captain America (Chris Evans), Thor (Chris Hemsworth), Black Widow (Scarlett Johansson), Hulk (Mark Ruffalo) und Hawkeye (Jeremy Renner) schnell durchkreuzen müssen.

Anders als in „Marvel’s The Avengers“, in dem sich die dysfunktionale Superheldentruppe nach und nach finden musste, bildet sie hier zunächst eine verschworene Einheit, die gleich in der Prologsequenz dem Hydra-Schergen Baron von Strucker (Thomas Kretschmann) mächtig einheizt. Alle Hauptfiguren bekommen ihren Auftritt. Und auch die schon bekannten ironischen Geplänkel (unter anderem Iron Man gegen Captain America) lockern das rasante Treiben sofort auf. Dass Whedon dieses Mal jedoch ein wenig mehr im Sinn hat, wird deutlich, als Gegenspieler Ultron das Spielfeld betritt. Nicht nur ist Tony Stark in seinem grenzenlosen Forscherdrang – Frankenstein lässt grüßen! – für dessen Entstehung verantwortlich. Der mit allen Technologien vernetzte Superroboter prangert auch noch die Zerstörungswut und die Selbstherrlichkeit der Avengers an und stellt damit vor allem eine Frage in den Raum. Eine Frage, die dem bombastischen Spektakel ungeahnten Tiefgang verleiht: Dürfen Superhelden im Kampf für Recht und Ordnung wirklich bis zum Äußersten gehen?

In eine ähnlich gelagerte Kerbe schlägt Whedons Drehbuch immer dann, wenn Ultrons vielseitig begabte Handlangerin Wanda Maximoff (Elizabeth Olsen) bei ihrem ersten großen Auftritt im Marvel Cinematic Universe in die Köpfe der Titelhelden eindringt. Manchmal manipuliert sie deren Wahrnehmung. Und in anderen Momenten blickt sie tief in das Seelenleben der Avengers, die plötzlich mit ihren größten Ängsten und traumatischen Erlebnissen konfrontiert werden. Spannend sind diese Szenen zum einen, weil der Regisseur mittels Verfremdungseffekten düstere Welten heraufbeschwört, die fast aus einem Horrorfilm stammen könnten. Zum anderen, weil sie uns die menschlich-schwächelnde Seite der unverwundbar scheinenden Protagonisten vor Augen führen. Offen thematisiert wird das manchmal peinigende Dasein als Held mit unkontrollierbaren Superkräften zudem in der Annäherung zwischen Bruce Banner (alias Hulk) und Natasha Romanoff (alias Black Widow), die mehr als einmal vor einer romantischen Verwicklung zurückschrecken.

Auch wenn Whedon seine Figuren und ihre Sorgen im Vergleich zum ersten Teil eingehender beleuchtet, bleibt der Actionspaß zu keinem Zeitpunkt auf der Strecke. Im Gegenteil: Mehrere technisch blitzsaubere Schlachtszenarien werden dargeboten und geraten manchmal derart ausufernd, dass beim Zuschauer fast schon Ermüdung droht. Glücklicherweise kriegt der Regisseur aber meistens im richtigen Moment die Kurve und lockert das Geschehen durch lässige Sprüche oder kleine Ruhepausen auf. Spätestens im großen Finale, das sich dieses Mal nicht auf amerikanischem Boden, sondern in einem fiktiven osteuropäischen Staat abspielt, schöpft „Avengers: Age of Ultron“ wirklich aus dem Vollen. Hier schenkt der Film uns Bilder (etwa eine in den Himmel aufsteigende Stadt), denen man sich nur schwer entziehen kann, während die kritische Auseinandersetzung mit den Hauptfiguren im Angesicht der nun überhandnehmenden Bedrohung endgültig in den Hintergrund rückt. Verwundern muss das nicht. Immerhin befinden wir uns noch immer in einem waschechten Hollywood-Blockbuster, der sein Publikum nicht vollends vor den Kopf stoßen will. Schön wäre es trotzdem, wenn das Brudergespann Anthony und Joe Russo (verantwortlich für den zweiten Captain-America-Beitrag) den differenzierten Blick auf die Superheldentruppe in den kommenden „Avengers“-Filmen weiterverfolgen könnte. Gespannt darf man definitiv sein, wie sich der Wechsel auf dem Regiestuhl auswirken wird.

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