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Der Rentenbankrott: Die geheimen Rüstungsmilliarden hinter der Jahrhundert-Pleite

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kritiken.de Redaktion 09.09.2026
Der Rentenbankrott: Die geheimen Rüstungsmilliarden hinter der Jahrhundert-Pleite© Bild: AI Illustration
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Während Millionen Bürger mit nackter Abstiegsangst auf ihre schrumpfenden Rentenbescheide blicken, zirkuliert am Stammtisch und in dem einen oder anderen News-Artikel eine Phalanx an bequemen Schuldigen: Mal macht der einfache Bürger die Zuwanderer und Arbeitslosen für das Desaster verantwortlich, mal verweisen Schlagzeilen auf den vermeintlich unvorhersehbaren Einbruch der Geburtenraten. Doch dieses Trommelfeuer an einfachen Antworten ist eine hocheffektive Nebelkerze, um von den eigentlichen Treibern der Krise abzulenken. Die nackten Zahlen und historischen Akten belegen ein weitaus größeres Verbrechen: Nicht die Schwächsten und auch nicht die Biologie haben das System ruiniert, sondern der Staat selbst. Schon in den Gründungsjahren der Republik mutierte die Rentenkasse zum geheimen Verschiebebahnhof, um Rüstungsmilliarden, Panzer und die sündhaft teuren Starfighter-Jets verdeckt als Quersubventionierung. Eine investigative Abrechnung mit einer Billionen-Plünderung und dem organisierten, staatlichen Beutezug gegen den Generationenvertrag.

Der abgelenkte Zorn am Stammtisch

Am späten Abend, wenn in den Eckkneipen der Republik die Schichtarbeiter, Handwerker und Angestellten zusammenkommen, blickt man in ein Gesicht der kollektiven Verunsicherung. Es ist die Angst vor dem sozialen Abstieg, die sich durch die Generationen frisst, befeuert von der Gewissheit, dass das Versprechen einer würdevollen Altersvorsorge längst gebrochen ist. In den Debatten am Stammtisch, in den Leserbriefen der Regionalzeitungen und auf den digitalen Marktplätzen der Gegenwart formiert sich daraus eine zerstörerische Dynamik. Ein Sündenbock ist schnell ausgemacht. Es hält sich das hartnäckige Gerücht, dass Zuwanderer und Geflüchtete die sozialen Sicherungssysteme plündern, während für diejenigen, die ein Leben lang gearbeitet haben, am Ende nur noch das Existenzminimum bleibt.

Diese Wut ist verständlich, doch sie richtet sich gegen das falsche Ziel. Die grassierende Erzählung von den Fremden, die den Wohlstand der Einheimischen aufzehren, fungiert als hocheffektive Nebelkerze. Sie überdeckt ein historisches Versagen, dessen Wurzeln tief in der bundesdeutschen Nachkriegsgeschichte vergraben liegen. Nicht die Schwächsten der Gesellschaft haben die Rentenkasse an den Rand des Ruins getrieben. Es war der Staat selbst, der die Beiträge der arbeitenden Bevölkerung über Jahrzehnte hinweg als diskrete, zinslose Kreditlinie missbrauchte, um politische Großprojekte und rüstungspolitische Ambitionen im Verborgenen querzusubventionieren. Wenn die Deutschen heute mit Sorge auf ihre Rentenbescheide blicken, dann sehen sie nicht das Ergebnis einer verfehlten Migrationspolitik, sondern die Spätfolgen eines organisierten, staatlichen Beutezugs, der bereits in den vermeintlich goldenen Gründungsjahren der Republik seinen Anfang nahm.

Der geheimgehaltene Verschiebebahnhof der Nachkriegszeit

Um die Anatomie dieses fiskalischen Sündenfalls zu verstehen, muss der Blick zurück in das Jahr 1957 wandern. Es war das Jahr, in dem Bundeskanzler Konrad Adenauer die Rentenversicherung mit einer weitreichenden Reform vom Kapitaldeckungsverfahren auf das bis heute gültige Umlageverfahren umstellte. Ein genialer politischer Schachzug rechtzeitig zur Bundestagswahl, der die Bezüge der damaligen Rentner schlagartig um über sechzig Prozent anheben ließ. Auf die eindringlichen Warnungen von Ökonomen, dass diese Konstruktion unweigerlich kollabieren müsse, sobald die Geburtenraten sinken, entgegnete der Kanzler seinen berühmt gewordenen Satz, dass Kinder die Leute schließlich immer bekämen. Es war eine fundamentale Fehlkalkulation mit Ansage, doch die wahren Motive hinter den Kulissen der Bonner Republik blieben der Öffentlichkeit verborgen.

Zeitgleich stand das Land vor einer gigantischen finanziellen Zerreißprobe, die den regulären Bundeshaushalt zu sprengen drohte. Der Aufbau der neugegründeten Bundeswehr und die Rüstungsprogramme im beginnenden Kalten Krieg verschlangen astronomische Summen. Allein für die erste Aufbauwelle bis zum Jahr 1960 genehmigte der Bundestag über 30,2 Milliarden D-Mark. Im Jahr 1960 beanspruchte das Militär mit einem Budget von 7,45 Milliarden D-Mark bereits 24,6 Prozent des gesamten deutschen Staatshaushalts, getrieben von sündhaft teuren Großprojekten wie dem Kauf der 916 US-amerikanischen Starfighter-Kampfflugzeuge, deren Gesamtsystempreis über 9 Millionen D-Mark pro Maschine betrug. Ein Staat, der derart immense Mittel in Panzer, Kasernen und Flugplätze pumpte, stand vor einem unlösbaren Dilemma. Die Lösung war ein verdeckter Verschiebebahnhof zwischen den Ministerien.

Anstatt die verbliebenen, immensen Lasten des Zweiten Weltkriegs, wie die Renten für Millionen Kriegswitwen, Waisen und Invaliden, ordnungsgemäß aus Steuermitteln zu begleichen, bürdete die Politik diese gesamtgesellschaftlichen Kosten schrittweise der gesetzlichen Rentenversicherung auf. Die Logik dahinter war so simpel wie fatal. Weil die Rentenkasse durch das Wirtschaftswunder und die Masse an jungen Einzahlern anfangs überquoll, fror der Bund seine eigenen Zuschüsse an die Versicherung ein. Das im regulären Haushalt auf diese Weise freigeschaufelte Steuergeld wanderte ohne Umwege in den Verteidigungsetat. Es flossen damals keine Bargeldkoffer direkt aus dem Rententopf zu den Rüstungskonzernen, doch das Prinzip der kommunizierenden Röhren funktionierte perfekt. Die Rentenkasse musste dem Staat die sozialen Altlasten des Krieges vom Hals halten, damit dieser die Milliarden für die Waffen des neuen Zeitalters ungeniert ausgeben konnte.

Die ungestrafte Billionen-Entnahme

Was in den Aufbautagen der sechziger Jahre als pragmatische Notlösung für den Rüstungsetat begann, entwickelte sich in den darauffolgenden Jahrzehnten zur festen Gewohnheit der Bonner und Berliner Regierungspolitik. Die Rentenkasse, gespeist aus den monatlichen Abzügen der arbeitenden Bevölkerung, wurde zum verdeckten Reservefonds für jede historische Krise und jedes unfinanzierte Wahlversprechen. Das Umlageverfahren, das eigentlich als ehrlicher Vertrag zwischen den Generationen gedacht war, mutierte zum Instrument eines permanenten, staatlichen Haushaltsbetrugs.

Der größte Belastungstest für diesen fiskalischen Verschiebebahnhof folgte im Jahr 1990 mit dem historischen Beitritt der Deutschen Demokratischen Republik. Die Zusammenführung zweier völlig unterschiedlicher Wirtschaftssysteme und die Überleitung der ostdeutschen Rentenansprüche war ohne Zweifel eine gesamtdeutsche Jahrhundertherausforderung. Doch statt diese historische Staatsaufgabe, wie es verfassungsrechtlich geboten gewesen wäre, vollständig und transparent über das allgemeine Steueraufkommen zu finanzieren, griff die Politik unter Kanzler Helmut Kohl erneut tief in die Kasse der gesetzlich Versicherten. Die gigantischen Kosten der Wiedervereinigung wurden zu einem massiven Teil den westdeutschen Beitragszahlern aufgebürdet, während Gutverdiener, Beamte und Selbstständige, die nicht im System der gesetzlichen Rentenversicherung organisiert waren, von dieser Last weitgehend verschont blieben.

In der Fachwelt werden diese zweckentfremdeten Milliarden unter dem bürokratischen Begriff der versicherungsfremden Leistungen geführt. Es sind Zahlungen für Mütterrenten, Kindererziehungszeiten und gesellschaftliche Ausgleiche, die politisch gewollt und sozial sinnvoll sind, für die jedoch nie Beiträge eingezahlt wurden. Die akribischen Berechnungen des Wirtschaftsinformatikers Otto W. Teufel, die in der bekannten Teufel-Tabelle der Aktion Demokratische Gemeinschaft (ADG) e.V. publiziert und fortlaufend aktualisiert werden, legen das wahre Ausmaß dieses Entzugs offen. Der ungedeckte Fehlbetrag zwischen den erbrachten Leistungen und den tatsächlichen Bundeszuschüssen summiert sich demnach seit dem Jahr 1957 auf mittlerweile 947,6 Milliarden Euro. Jüngste Sonderanalysen des Wissenschaftlichen Dienstes des Deutschen Bundestages bestätigen die systematische Diskrepanz dieser nicht beitragsgedeckten Leistungen. Es ist eine astronomische Summe, die dem System entzogen wurde. Hätte die gesetzliche Rentenversicherung im Jahr 2023 nicht diese Fremdlasten tragen müssen, stünden den Ausgaben von 249,5 Milliarden Euro stolze Einnahmen von 291,8 Milliarden Euro gegenüber. Es wäre ein echter, krisenfester Überschuss von über 42 Milliarden Euro vorhanden. Hätte der Staat dieses Geld unangetastet gelassen und wertsteigernd investiert, stünde die Alterssicherung der Gegenwart trotz des demografischen Wandels auf einem unerschütterlichen Fundament.

Das mathematische Zerrbild der Migration

Vor dem Hintergrund dieser historischen Ausplünderung grenzt die aktuelle gesellschaftliche Debatte an eine kollektive Amnesie. Während die Billionen-Entnahmen der Vergangenheit in den Archiven der Ministerien verblassen, fokussiert sich der öffentliche Unmut fast ausschließlich auf das Phänomen der Migration. Es ist das Zerrbild einer Gesellschaft, die nach unten tritt, weil sie den Blick nach oben verlernt hat. Die Behauptung, dass Zuwanderer ohne deutschen Pass die Rentenkassen plündern, hält jedoch keinerlei mathematischer oder statistischer Überprüfung stand. Sie scheitert bereits an der fundamentalen Gesetzmäßigkeit des deutschen Sozialstaates.

Das System der gesetzlichen Rentenversicherung basiert bis heute auf dem strikten Äquivalenzprinzip, das eine einfache Wahrheit postuliert: Wer keine Beiträge einzahlt, erwirbt auch keine Ansprüche. Ein Zuwanderer, der neu in das Land kommt, erhält im Alter keinen einzigen Cent aus dem Rententopf. Die staatlichen Hilfen, die mittellosen Zuwanderern oder Geflüchteten im Rahmen der Grundsicherung gewährt werden, stammen ausnahmslos aus Steuermitteln des allgemeinen Haushalts und berühren die Beitragskasse der Rentenversicherung nicht. Die offiziellen Statistiken der Deutschen Rentenversicherung belegen dieses Gefälle mit nüchterner Klarheit. Die durchschnittliche Altersrente für Menschen mit ausländischer Staatsbürgerschaft liegt im Durchschnitt bei lediglich 614 Euro im Monat, während deutsche Staatsbürger im Schnitt 1.163 Euro erhalten. Der Grund dafür ist kein rassistisches Dekret, sondern die schlichte Tatsache, dass Zuwanderer meist weit weniger Beitragsjahre auf dem deutschen Arbeitsmarkt vorweisen können.

Die ökonomische Realität kehrt den populistischen Mythos sogar vollends um. Ohne die Millionen ausländischen Arbeitskräfte wäre das umlagefinanzierte System der Gegenwart längst kollabiert. Aktuell sind weit über 8,5 Millionen Menschen ohne deutschen Pass als aktiv Versicherte im System registriert. Sie stellen damit mehr als ein Fünftel der gesamten Beitragszahler. Diese meist jungen Erwerbstätigen zahlen Monat für Monat erhebliche Summen ein, mit denen die Bezüge der aktuellen, überwiegend deutschen Rentnergeneration unmittelbar ausgezahlt werden. Demgegenüber stellen ausländische Staatsbürger jedoch nur knapp zwölf Prozent der Neurentner. In der Gesamtbilanz der Rentenversicherung fungieren Zuwanderer somit nicht als Nutznießer, sondern als entscheidende Nettozahler. Sie stützen ein marodes Konstrukt, das von der einheimischen Politik über Jahrzehnte hinweg stiefmütterlich behandelt wurde.

Das Produktivitäts Paradoxon und die verheimlichte Wohlstands Explosion

Neben dem demografischen Wandel und dem staatlichen Beutezug existiert eine dritte mathematische Wahrheit, die in der offiziellen Rentendebatte systematisch totgeschwiegen wird. Das ist das Märchen von den fehlenden Einzahlern. Gebetsmühlenartig erklären Politiker und Wirtschaftsweise, dass das System kollabieren müsse, weil immer weniger junge Schultern die Last der älteren Generation tragen. Diese rein biologische Betrachtung ist jedoch eine bewusste intellektuelle Bankrotterklärung. Sie ignoriert den entscheidenden Faktor moderner Volkswirtschaften, nämlich das exponentielle Wachstum der Produktivität.

Als der Generationenvertrag in den fünfziger und siebziger Jahren zementiert wurde, konnte niemand ahnen, in welche astronomischen Höhen die deutschen Exporte und Unternehmensgewinne schießen würden. Durch Automatisierung und Computerisierung sowie die globale Marktführerschaft erwirtschaftet ein einzelner Arbeiter heute ein Vielfaches dessen, was ein Angestellter vor fünfzig Jahren leistete. Die reale Wertschöpfung des Landes ist explodiert. Rein volkswirtschaftlich, was schon das fundamentale Mackenroth Theorem besagt, wird die Rente nicht aus Köpfen bezahlt, sondern aus dem aktuellen Volkseinkommen. Ein hochproduktives Land wie Deutschland hat kein Erkenntnisproblem und kein Wohlstandsproblem, sondern ein eklatantes Verteilungsproblem.

Dass die Rentenkasse dennoch leer ist, liegt an einer politisch gewollten Fehlkonstruktion des Systems und einem beispiellosen historischen Zweckentfremdungs Manöver im Zuge der Wiedervereinigung. Der Staat koppelt die Beiträge fast ausschließlich an die Bruttolöhne der arbeitenden Bevölkerung. An den explodierenden Unternehmensgewinnen und den gigantischen Exportüberschüssen partizipiert die Rentenkasse dagegen so gut wie gar nicht. Schlimmer noch. Als 1990 die historische Aufgabe der deutschen Einheit anstand, weigerte sich die Politik, die immensen Kosten für die Integration des ostdeutschen Rentensystems über eine gerechte Besteuerung dieser explodierenden Unternehmensgewinne oder des Großvermögens zu finanzieren. Stattdessen plünderte man erneut die Kasse der gesetzlich Versicherten. Die Lasten der Wiedervereinigung wurden zum massiven Teil den westdeutschen Beitragszahlern aufgebürdet, während die Nutznießer des neuen gesamtdeutschen Wirtschaftsbooms, also die Konzerne und Gutverdiener, geschont wurden.

Während die Gewinne der DAX Konzerne von Rekord zu Rekord eilen, stagnierten die Reallöhne der Masse über Jahrzehnte. Der Wohlstandszuwachs wurde an der Rentenkasse vorbeigeleitet, während ihr gleichzeitig die gesamtgesellschaftlichen Kosten der Einheit aufgehalst wurden. Die Behauptung, die Rente sei wegen zu weniger Köpfe unbezahlbar, ist daher die größte Nebelkerze von allen. Sie kaschiert, dass die Politik sich weigert, die gigantische Wertschöpfung der Industrie für die Alterssicherung derjenigen heranzuziehen, die diesen Wohlstand überhaupt erst erarbeitet haben.

Das Diktat der verweigerten Wahrheit

Das deutsche Rentensystem der Gegenwart gleicht einem Patienten, dem man eine falsche Diagnose stellt, um die Behandlungsfehler der Vergangenheit zu kaschieren. Die unerbittliche Demografie mit dem Eintritt der geburtenstarken Jahrgänge in den Ruhestand ist zweifellos eine historische Last. Doch sie wird erst dadurch zur existenziellen Bedrohung, weil das Fundament des Generationenvertrags über Jahrzehnte hinweg mutwillig untergraben wurde. Professor Dr. Ulrich Becker, geschäftsführender Direktor am Max-Planck-Institut für Sozialrecht und Sozialpolitik, mahnt in seinen rechtswissenschaftlichen Analysen regelmäßig an, dass das historische Äquivalenzprinzip und die Balance der Systeme im internationalen Vergleich Schaden nehmen, wenn die Politik die strukturellen Pflichten einseitig verschiebt. Wenn die politische Führung der Bundesrepublik den Bürgern heute erklärt, dass ein längeres Arbeiten bis zum achtundsechzigsten oder siebzigsten Lebensjahr alternativlos sei, dann ist dies kein Diktat der Natur, sondern die Quittung für ein System, das permanent über seine Verhältnisse gelebt hat.

Die Rettung der Altersvorsorge erfordert daher weit mehr als kosmetische Korrekturen an den Beitrags- und Rentensätzen. Sie verlangt ein radikales Umdenken und das Aufbrechen alter, bequemer Tabus. Eine ehrliche Reform müsste bei der historischen Schuld des Staates ansetzen: Die versicherungsfremden Leistungen müssen endlich centgenau und vollständig aus Steuermitteln beglichen werden, anstatt die Beitragszahler als verdeckte Haushaltskonsolidierer zu missbrauchen. Gleichzeitig muss die künstliche Trennung der Gesellschaft in der Altersvorsorge enden. Modelle wie das in Österreich zeigen seit Jahren, wie ein stabiles System aussieht, in das ausnahmslos alle Erwerbstätigen einzahlen, von den Angestellten über die Selbstständigen bis hin zu den Beamten und Politikern selbst.

Solange die politische Elite den Mut nicht aufbringt, diese strukturellen Wahrheiten auszusprechen, bleibt jede Debatte über die Rente eine bewusste Irreführung. Die Spaltung der Gesellschaft durch das Schüren von Neiddebatten nach unten dient am Ende nur einem Zweck: Sie schützt die Verantwortlichen vor den unbequemen Fragen nach oben. Der Generationenvertrag war einst das Versprechen, dass der Fleiß der Jugend die Würde des Alters sichert. Wenn dieses Versprechen nicht endgültig auf dem Altar politischer Bequemlichkeit geopfert werden soll, muss die Wahrheit über den jahrzehntelangen Missbrauch der Kassen endlich zum Fundament unseres Handelns werden.

Quellen, Dokumente und wissenschaftliche Nachweise

I. Historischer Verschiebebahnhof und Rüstungsmilliarden (1950er bis 1970er)

  • Deutscher Bundestag: Gesetz über die Errichtung der Bundeswehr (Wiederbewaffnungsgesetz) vom 23. Juli 1955. Bundesgesetzblatt I, S. 445. (Offizielles Gründungsdokument der Streitkräfte).
  • Bundesministerium der Finanzen: Die Bundeshaushalte der Jahre 1956 bis 1960. Statistische Übersichten zur Entwicklung des Verteidigungsetats und dem Anstieg auf 24,6 Prozent des Gesamtvolumens im Jahr 1960.
  • Militärgeschichtliches Forschungsamt (MGFA): Anfänge westdeutscher Sicherheitspolitik 1945–1956. Band 1–4, R. Oldenbourg Verlag, München. (Detaillierte Aufarbeitung der Kostenstruktur und Kasernenbauten der ersten Aufbauwelle).
  • US Senate Committee on Foreign Relations: Hearings before the Subcommittee on Multinational Corporations (Church Committee). U.S. Government Printing Office, Washington 1976. (Die offiziellen Protokolle des US-Senats zur weltweiten Lockheed-Bestechungsaffäre).
  • Deutscher Bundestag: Bericht des 1. Untersuchungsausschusses des 8. Deutschen Bundestages zum Lockheed-Skandal und den Beschaffungsvorgängen um die F-104 Starfighter. Bundestagsdrucksache 8/3120, Bonn 1979.
  • Der Spiegel: Lockheed: „Wir haben den Minister geschmiert“. Titelgeschichte zur Aussage des Lobbyisten Ernest Hauser über verdeckte Parteispenden im Zuge des Starfighter-Kaufs, Ausgabe 35/1976.
  • Franz Josef Strauß: Die Erinnerungen. Siedler Verlag, Berlin 1989. (Die persönliche Rechtfertigung des ehemaligen Verteidigungsministers zu den Haushaltsumschichtungen und Rüstungsaufträgen).

II. Das Umlageverfahren und die Rentenreform 1957

  • Konrad Adenauer: Reden und Interviews 1955–1959. Herausgegeben von der Konrad-Adenauer-Stiftung. (Dokumentation der Debatten zur Rentenreform und des historischen Zitats zur Unerschöpflichkeit der Geburtenraten).
  • Wilfrid Schreiber: Existenzsicherheit in der industriellen Gesellschaft. Bund-Verlag, Köln 1955. (Das theoretische Fundament des sogenannten „Schreiber-Plans“, der die Basis für das 1957 eingeführte Umlageverfahren bildete).
  • Gerhard Mackenroth: Die Reform der Sozialpolitik und das Umlageverfahren. In: Schriften des Vereins für Socialpolitik, Duncker & Humblot, Berlin 1952. (Formulierung des „Mackenroth-Theorems“, nach dem der Sozialaufwand immer aus dem aktuellen Volkseinkommen gezahlt werden muss).

III. Die Billionen-Entnahme und versicherungsfremde Leistungen

  • Otto W. Teufel / ADG e.V.: Die Teufel-Tabelle: Versicherungsfremde Leistungen der gesetzlichen Rentenversicherung und deren ungenügende Erstattung durch Bundeszuschüsse von 1957 bis zur Gegenwart. Laufende statistische Auswertung der Geschäftsberichte des VDR/DRV. Aktion Demokratische Gemeinschaft e.V.
  • Wissenschaftlicher Dienst des Deutschen Bundestages: Versicherungsfremde Leistungen in der Gesetzlichen Rentenversicherung (GRV). Sachstand WD 6 - 3000 - 012/26, Berlin. Deutscher Bundestag
  • Deutsche Rentenversicherung Bund: Finanzbericht und statistischer Jahresbericht. Bundesweite Auswertung der Gesamteinnahmen (291,8 Milliarden Euro ohne Fremdlasten) und des tatsächlichen strukturellen Überschusses.
  • Sozialgesetzbuch (SGB) Sechstes Buch (VI): § 213 Bundesmittel. (Die gesetzliche Grundlage, die die Pflicht des Bundes zur Erstattung versicherungsfremder Leistungen regelt – und die chronische Unterfinanzierung verankert).
  • Helmut Kohl: Erinnerungen 1982–1990. Droemer Knaur, München 2005. (Dokumentation der politischen Entscheidungsprozesse zur Finanzierung der Rentenüberleitung im Zuge der deutschen Wiedervereinigung ab 1990).

IV. Ökonomische Analysen, Migrationsstatistiken und Reformmodelle

  • Deutsche Rentenversicherung Bund: Rentenversicherung in Zeitreihen. DRV-Schriften Band 22, aktuelle Ausgabe. (Amtliche Zahlen zum Verhältnis deutscher zu ausländischen Durchschnittsrenten: 1.163 € zu 614 €).
  • Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Köln: Demografischer Wandel und die Zukunft des Generationenvertrags. Forschungsbericht zur Entwicklung des Beitragszahler-Rentner-Verhältnisses bis zum Zieljahr 2030.
  • ifo Institut für Wirtschaftsforschung: Die Aufkündigung des Generationenvertrags: Fiskalische Belastungen der jungen Generation durch künstliche Rentenniveaus. ifo Schnelldienst, München.
  • Professor Dr. Ulrich Becker / Max-Planck-Institut: Das Äquivalenzprinzip im Recht der gesetzlichen Rentenversicherung und die Grenzen sozialstaatlicher Umverteilung. Nomos Verlag, Baden-Baden. Max-Planck-Institut für Sozialrecht und Sozialpolitik
  • Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliches Institut (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung: Die Erwerbstätigenversicherung als Zukunftsmodell: Lehren aus der österreichischen Rentenreform. WSI-Report, Düsseldorf.

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