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Transformers 5: The Last Knight

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kritiken.de Redaktion 22.06.2017
Transformers 5: The Last Knight© Paramount Pictures Germany
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Transformers 5: The Last Knight - Monumentaler Maschinenmythos zwischen Historie und globalem Hollywood

Einleitung

Mit dem Kinostart am 22.06.2017 setzte Transformers 5: The Last Knight die bewährte Formel der Franchise fort: spektakuläre Effekte, massenkompatible Figuren und eine Mischung aus Popmythos und Militär-Action. Der Film ist weniger nur ein weiterer Blockbuster als ein Symptom einer Ära, in der Franchise-Produktion, nostalgische Mythologisierung und transmediale Markenpflege ineinanderfließen. Seine Relevanz liegt nicht allein in der Fortsetzung einer milliardenschweren Reihe, sondern auch in der Art und Weise, wie er historische Referenzen und moderne Zerstörungsästhetik nebeneinanderstellt.

In kunsthistorischer Hinsicht lässt sich der Film als Fortsetzung einer visuellen Tradition begreifen, in der das Kino seinerseits mythische Narrationen der Nationen und Technologien formt. Transformationsprozesse, die im Zentrum der Saga stehen, werden hier mit bewusst pathetischen Anspielungen auf Rittertum und Legenden verknüpft. Diese Vermischung von Technikmythos und kulturhistorischer Symbolik macht ihn zu einem interessanten Studienobjekt für Fragen nach kollektiver Erinnerung und medialer Inszenierung von Geschichte.

Die Tonalität des Films ist dabei konsequent auf Großzügigkeit und Geradlinigkeit ausgelegt: kein intimes Drama, sondern ein Monument der Gegenwartskultur, das mit hoher Schlagzahl Bilder produziert und Bedeutungen assoziativ verknüpft. Es ist das Werk eines Studiosystems, das Unterhaltung als kulturelle Erfahrung neu verhandelt - ein Film, der mehr über die Mechanik des zeitgenössischen Kinoapparats aussagt als über eine einzelne, geschlossene Erzählung.

Kurzüberblick zur Produktion

Regie führte Michael Bay, dessen Handschrift in rasanten Kamerafahrten, engen Bildkompositionen und einer Vorliebe für physische und digitale Kollapsbilder deutlich bleibt. Bay, seit dem Beginn der Live-Action-Transformers-Reihe als Motor hinter dem Projekt, betreibt ein Autorschaftsmodell, das sich durch dominanten visuellen Stil und eine klare Präferenz für Spektakel auszeichnet. In The Last Knight manifestiert sich sein Interesse an Monumentalität und kommerzieller Opulenz erneut.

Produziert wurde der Film von Paramount Pictures in enger Zusammenarbeit mit Hasbro; die Produktionskosten bewegen sich in einem Rahmen, der für Großproduktionen des Genres typisch ist und Berichten zufolge über 200 Millionen US-Dollar lag. Dreharbeiten führten an verschiedene internationale Schauplätze, was die transnationale Ausrichtung der Erzählung unterstreicht. Bemerkenswert sind die technischen Ambitionen: aufwendige CGI-Integration, praktische Effekte und ein dichte Montage, die Handlung und visuelle Eskalation simultan vorantreibt.

Im Kanon von Bays Werk nimmt der Film eine konsequente, zugleich konservative Position ein: Er arbeitet die etablierten Themen und Bildmuster der vorangegangenen Teile weiter aus, ohne formale Innovationen anzustreben. Zugleich markiert er einen Punkt, an dem Franchise-Logik, Marketinginteressen und die Erwartungshaltung eines globalen Publikums besonders sichtbar kollidieren.

Die Hauptdarsteller & Hauptdarstellerinnen

Im Zentrum der menschlichen Besetzung steht Mark Wahlberg, der die Hauptrolle des bisherigen Protagonisten übernahm und damit eine pragmatische, männlich-aktionistische Figur verkörpert, wie sie in Bay-Filmen zur Konstante geworden ist. Wahlberg bringt eine nüchterne Robustheit in die Rolle, die weniger auf Innenschau als auf Handlungsbereitschaft angelegt ist. Josh Duhamel, ein Rückkehrer der Reihe, steht für Kontinuität mit früheren Filmen und repräsentiert die Brücke zur ursprünglichen Trilogie.

Anthony Hopkins wird als eine Art intellektueller Mentor eingesetzt; seine Präsenz zielt darauf ab, der Bilderflut eine historische und philosophische Dimension zu verleihen. Hopkins kontrastiert bewusst mit der restlichen Besetzung, zu der auch junge Schauspielerinnen wie Isabela Moner und etablierte Ensemblekräfte wie John Turturro, Stanley Tucci und Gemma Chan gehören. Laura Haddock stellt zudem die Bezugspersonen zur historischen Komponente dar, während Stimmenlegenden wie Peter Cullen und Frank Welker den Maschinen selbst Identität verleihen.

Das Ensemble ist heterogen und fungiert weniger als tiefe Charaktergalerie denn als parade von Figurenfunktionen: historische Aufklärer, loyale Gefährten, antagonistische Kräfte und die stilisierten menschlichen Bezugspunkte für die gigantischen Robotergestalten. Diese Konstellation reflektiert die funktionale Dramaturgie des Films, in der Charaktere vor allem als Träger bestimmter narrativer und symbolischer Aufgaben auftreten.

Handlung (spoilerfrei!)

Transformers 5 verwebt klassische Science-Fiction-Elemente mit Anklängen an Rittermythos und historischen Versatzstücken. Die Handlung bewegt sich auf mehreren Ebenen: Es gibt die globalen Auseinandersetzungen zwischen verschiedenen mechanischen Fraktionen, die politischen Reaktionen der menschlichen Gesellschaften und die Spurensuche nach einem historischen Schlüsselereignis, das die Gegenwart erklärt. Der dramatische Konflikt entsteht aus der Frage nach Loyalität - sowohl zwischen Menschen und Maschinen als auch innerhalb der Maschinenwelt selbst - sowie aus der Bedrohung, die sich aus lang verdrängten Ursachen neu materialisiert.

Die zentralen Figuren fungieren als Suchende und Vermittler: Archivare, Wissenschaftler und Soldaten agieren nebeneinander, während riesige Kreaturen die Stadträume zu Schauplätzen psychophysischer Konfrontation machen. Ton und Atmosphäre schwanken zwischen popkulturellem Pathos und überwältigender visueller Intensität; die Reise des Films ist weniger innerlich als episch, weniger intim als global.

Zentrale Themen und Motive

Der Film stellt Fragen nach Erinnerung, Legitimität von Macht und der Herstellung von Mythen in einer technologisierten Welt. Indem er Robotergestalten in eine Ritterordnung transferiert, verhandelt er die Funktion von Tradition und Erbe in Zeiten raschen technologischen Wandels. Die Motive von Verlust und Wiederentdeckung, von versteckter Geschichte und rekonstruierter Identität verlaufen dabei als Leitlinien, die das Blockbusterparadigma mit einem historischen Sinn für Dramatik koppeln.

Psychologisch rückt die Spannung zwischen Vertrautheit und Fremdheit in den Vordergrund: Maschinen, die menschliche Werte spiegeln oder umkehren, fungieren als Projektionsflächen für Fragen nach Verantwortlichkeit, Loyalität und Existenzrecht. Gesellschaftlich lässt sich ablesen, wie das Kino ökonomische Interessen mit kultureller Nostalgie verrührt - ein Gemisch, das dazu dient, sowohl Konsum als auch kollektive Selbstbilder zu bedienen. In dieser Hinsicht bietet der Film weniger Antworten als ein Spiegelbild der Diskurse seiner Entstehungszeit.

Filmkritik von Peter Osteried

„Transformers: The Last Knight“: Jetzt mit Rittern!

Mit dem fünften Teil der Transformers-Reihe wird wohl auch niemand mehr bekehrt, der die ersten vier Filme der von Michael Bay inszenierten Krawallorgien nicht mochte. Geboten ist, was es bisher auch schon immer gab: Hauchdünn charakterisierte Figuren, eine mäandernde Geschichte und reichlich Roboter-Gekloppe, bei dem man nie so ganz sicher sein kann, wer jetzt eigentlich gerade wem so richtig einschenkt. Wem das zu langweilig ist, kann ja zumindest anfangen, die Anschlussfehler zu zählen.

König Artus und die Seinen mussten sich vor 1600 Jahren einer Invasion erwehren – und schafften dies nur durch Merlin, einen Scharlatan, der jedoch von auf der Erde gestrandeten Transformers einen Stab erhielt, mit dem er mächtig wirken konnte. Dieser Stab ist nun der heilige Gral, eine Waffe, die so mächtig ist, dass sie nicht nur die Decepticons, sondern auch die Menschen wollen. Jeder benötigt sie – die einen, um die Welt zu vernichten, die anderen, um sie zu retten. Mittendrin sind Cade (Mark Wahlberg) und Vivian (Laura Haddock), von denen letztlich alles abhängt: das Überleben der Menschheit.

Das Schönste an Transformers: The Last Knight ist die Anfangssequenz mit Artus, der seine Mannen in die Schlacht führt. Einerseits, weil Bay es verstanden hat, die wildromantischen Landschaften der Insel Skye hier prächtig in Szene zu setzen, andererseits, weil sich mit dem saufenden Merlin ein gewisser, wohl eher unfreiwilliger Humor-Faktor einschleicht. Als der Scharlatan die Transformers anbettelt, sie mögen ihm doch helfen, wirkt das, als wäre die Figur aus Monty Pythons Die Ritter der Kokosnuss geflohen. Kurios ist hier im Übrigen die Besetzung: Stanley Tucci spielt den falschen Magier. Da er im vierten Teil der Reihe auch dabei war, stellt sich nun die Frage, ob seine dortige Figur vielleicht ein Nachfahre ist? Der Zuschauer denkt das zumindest, der Film stellt sie nicht. Hier wird stattdessen einfach postuliert, dass eine andere Figur, die einzige und alleinige Nachfahrin des Zauberers ist.

Aber wen scheren schon solche Kleinigkeiten, wenn stattdessen ein ganz neuer Status Quo etabliert werden kann. Denn nach dem vierten Teil hat die Welt die Transformers geächtet und eine Spezialeinheit ins Leben gerufen, die sie zur Strecke bringen soll. Aber da Held Mark Wahlberg den Durchblick hat und weiß, dass die Autobots gute Roboter sind, hilft er ihnen natürlich. Dabei erweist er sich als hartgesottener Actionheld, der nur noch peripher etwas mit seinem Alter Ego aus dem vierten Teil zu tun hat. Bay wiederum nutzt die Gelegenheit der Badlands – einer Art Niemandsland, in dem Transformers umgehen –, um im Stil von 13 Hours: The Secret Soldiers of Benghazi wacklige Handkamera einzusetzen und einen unmittelbaren Realismus heraufzubeschwören. Damit aber nicht genug, als Wahlberg und Co. durch das teils mit Wasser gefüllte Raumschiff schleichen, hat man Aliens-Reminiszenzen.

Die Geschichte bleibt indes austauschbar. Eine Bedrohung für die Sicherheit der Erde ist so gut wie die andere, die Kämpfe ähneln sich auch – am Ende dürfen wieder mal Optimus Prime und Megatron ran – und selbst das Voice-Over des Anführers der Autobots am Ende wirkt, als hätte man es schon ein paarmal gehört.

Als der Abspann einsetzt, gibt es dann noch eine kryptische Sequenz, die vermutlich das Sequel vorbereiten soll. Das wird dann aber wohl ohne Michael Bay und Mark Wahlberg auskommen müssen, die beide gesagt haben, dass dies ihr letzter Transformers-Film ist. Aber wie heißt es doch so schön: Sag niemals nie.

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