Schauspieler/in

Vladimir Burlakov

* 30.11.1986 - Moskau

Über Vladimir Burlakov

Vladimir Burlakov

Vladimir Burlakov (, deutsche Transkription Wladimir Burlakow) (* 1987 in Moskau[1]) ist ein deutscher Schauspieler russischer Herkunft.

Biografie

Ausbildung und erste Fernseharbeiten

Der gebürtige Russe[2] übersiedelte 1996 mit seiner Mutter, Zwillingsschwester und jüdischen Großmutter[3] von Moskau nach Deutschland.[4] In München angekommen, sprach die Familie kaum ein Wort Deutsch und lebte zunächst in einem Asylbewerberheim, ehe die Einbürgerung erfolgte.[3]

Eigenen Angaben zufolge wollte Burlakov seit seiner Kindheit Schauspieler werden.[3] Von 2006 bis 2010 studierte er Schauspiel an der Otto-Falckenberg-Schule, wo es ihm endgültig gelang, seinen Akzent abzulegen.[3] Während seiner Ausbildung wirkte er unter anderem als Herzog in Die Rächer (2009, I-camp/Neues Theater München) mit, eine Variation von Thomas Middletons Tragödie der Rächer.[5] Sein Debüt im deutschen Fernsehen gab er 2010 noch als Schauspielstudent mit Dominik Grafs Im Angesicht des Verbrechens. Im von der Kritik hochgelobten Krimi-Mehrteiler schlüpfte Burlakov für mehrere Folgen in die Rolle des verliebten Nikolai, Mitglied einer osteuropäischen Verbrecherbrigade. Der Part brachte ihm gemeinsam mit dem übrigen Schauspielensemble um Marie Bäumer, Mišel Matičević, Max Riemelt und Ronald Zehrfeld den Deutschen Fernsehpreis in der Kategorie Besondere Leistung Fiktion ein, während Im Angesicht des Verbrechens als Bester Mehrteiler ausgezeichnet wurde.

Im selben Jahr war Burlakov, der ursprünglich als Theaterschauspieler arbeiten wollte,[3] in dem WDR-Fernsehspiel Schurkenstück (2010) zu sehen, in dem eine gefragte Jungregisseurin (gespielt von Katharina Schüttler) mit jugendlichen Straftätern eine modernisierte Fassung von Friedrich Dürrenmatts Der Besuch der alten Dame aufzuführen plant. Im jungen Ensemble um Franz Dinda, Michael Keseroglu, Janusz Kocaj, Arnel Taci und Sebastian Urzendowsky war er der schöngeistige Russenmafioso Pjotr, der die weibliche Hauptrolle in der Aufführung übernimmt und davon träumt Schauspieler zu werden. Dies brachte Burlakov erneut Lob seitens der Kritiker ein.[6][7][8]

Erfolg als „Marco W.“ und erste Kinorollen

Im März 2011 übernahm er in der Sat.1-Produktion Marco W. – 247 Tage im türkischen Gefängnis (Arbeitstitel: 247 Tage) neben Veronica Ferres und Herbert Knaup den Part des Marco Weiss, was von 4,87 Mio. Fernsehzuschauern verfolgt wurde. Der 17-jährige Schüler war 2007 wegen des Vorwurfs des sexuellen Missbrauchs einer 13-Jährigen in der Türkei verhaftet worden. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung bewertete Burlakovs Darstellung des Marco als überzeugende, im Vergleich zu den vorangegangenen Fernseharbeiten aber etwas zurückgenomme charismatische Leistung. „ Nicht nur, dass er Marco W. ähnelt, es ist einfach sehenswert, wie einfühlsam der vierundzwanzigjährige Burlakov einen siebzehn Jahre jungen Mann spielt: die Stimme, die Blicke, die zaghaften Bewegungen, die Momente, in denen er sich ermannt.“, so Uwe Ebbinghaus.[9] Weitere Kritiker schlossen sich dieser Beurteilung an und sprachen von einer überzeugenden oder eindrucksvollen Leistung beziehungsweise einem sehr talentierten Schauspieler.[10][11][12] Ebenfalls wirkte Burlakov als Liebhaber und Mordverdächtiger einer mehr als 30 Jahre älteren Armuts-Prostituierten (gespielt von Renate Krößner) in der Folge Am Ende muss Glück sein (2011) der ZDF-Krimiserie Kommissarin Lucas mit.

Obwohl er das Russische laut einem Bericht des Stern im Herbst 2011 möglichst abzustreifen plante und sich von seinen früheren Freunden mit Migrationshintergrund distanzierte, schlüpfte Burlakov weiterhin in die Rolle des Russen.[3] 2012 folgte mit Ausgerechnet Sibirien von Ralf Huettner eine erste Kinorolle. In der Komödie ist er als Übersetzer Artjom zu sehen, der die nüchternen Worte des nach Russland geschickten deutschen Angestellten Matthias (dargestellt von Joachim Król) stets blumig abzumildern versucht. Im selben Jahr soll Burlakov in der Verfilmung von Alina Bronskys Scherbenpark neben Jasna Fritzi Bauer, Ulrich Noethen und Max Hegewald eine weitere Kinorolle bekleiden.[13]

Vladimir Burlakov lebt in Berlin.[14] Er beherrscht unter anderem die brasilianische Kampfkunst Capoeira.

Filmografie

  • 2010: Im Angesicht des Verbrechens (Fernsehserie)
  • 2010: Schurkenstück (Fernsehfilm)
  • 2011: SOKO Stuttgart (Fernsehserie; Folge: Blech)
  • 2011: Marco W. – 247 Tage im türkischen Gefängnis (Fernsehfilm)
  • 2011: Kommissarin Lucas (Fernsehreihe; Folge: Am Ende muss Glück sein)
  • 2011: Der Kriminalist (Fernsehserie; Folge: Der Beschützer)
  • 2012: Ausgerechnet Sibirien
  • 2012: Schneewittchen muss sterben (Fernsehfilm)
  • 2013: Der letzte Bulle (Fernsehserie; Folge: Feuer und Flamme)
  • 2013: Verbrechen nach Ferdinand von Schirach (Fernsehserie; Folge: Grün)

Auszeichnungen

  • 2010: Deutscher Fernsehpreis in der Kategorie Besondere Leistung Fiktion für Im Angesicht des Verbrechens (gemeinsam mit Marie Bäumer, Alina Levshin, Marko Mandić, Mišel Matičević, Katharina Nesytowa, Max Riemelt und Ronald Zehrfeld)
  • 2011: Nominierung für den New Faces Award in der Kategorie Bester Nachwuchsschauspieler für Im Angesicht des Verbrechens, Schurkenstück und Marco W. – 247 Tage im türkischen Gefängnis
  • 2011: Bayerischer Fernsehpreis in der Kategorie Nachwuchsförderpreis für Marco W. – 247 Tage im türkischen Gefängnis[15]
  • 2011: Nominierung für den Günter-Strack-Fernsehpreis für Marco W. – 247 Tage im türkischen Gefängnis[16]
  • 2011: Nominierung für den Deutschen Fernsehpreis in der Kategorie Bester Schauspieler für Marco W. – 247 Tage im türkischen Gefängnis

Einzelnachweise

  1. Knastbrüder – Interview mit Marco Weiss und Vladimir Burlakov bei tvspielfilm.de (aufgerufen am 22. März 2011).
  2. Steckbrief bei sat1.de (aufgerufen am 16. März 2011).
  3. Creutz, Oliver: Solo mit Mantel. In: Stern, 29. September 2011, Nr. 40 (abgerufen via LexisNexis Wirtschaft).
  4. Schmitz, Joachim: Großes Fernsehen bei noz.de, 21. März 2011 (aufgerufen am 27. April 2011).
  5. Kluges Schauerstück : „Die Rächer” im I-camp. In: Süddeutsche Zeitung, 31. Juli 2009, S. 41.
  6. Ebbinghaus, Uwe: Der Besuch der jungen Regisseurin. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18. August 2010, Nr. 190, S. 33.
  7. Gehringer, Thomas: Besuch der jungen Dame. In: Der Tagesspiegel, 18. August 2010, S. 22.
  8. Scheper, Jan: Groteske Knastposse. In: die tageszeitung, 18. August 2010, S. 17.
  9. Ebbinghaus, Uwe: Herzlichst, Dein Christian Wulff. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22. März 2011, Nr. 68, S. 35.
  10. Sichtermann, Barbara: Kafka in Side. In: Der Tagesspiegel, 22. März 2011, S. 27.
  11. Miklis, Katharina: Nicht ganz so grausam wie die Wirklichkeit. In: Hamburger Abendblatt, 22. März 2011, Nr. 68, S. 16.
  12. Keil, Christopher: Spiel mit Ähnlichkeiten. In: Süddeutsche Zeitung, 22. März 2011, S. 19.
  13. Scheinwerferlicht auf Porzer Siedlung. In: Kölnische Rundschau, 10. Dezember 2011, S. 41.
  14. Agentur-Profil bei schlag-agentur.de (aufgerufen am 2. Dezember 2012).
  15. Schauspieler Newsabgerufen am: 02.06.2011
  16. Nachwuchspreis 2011: Nominierungenabgerufen am: 02.06.2011

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Vladimir Burlakov hat mitgespielt in

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Stadtlandliebe
Komödie FSK 6
Regie: Marco Kreuzpaintner
Stadtlandliebe Userwertung:

Produktionsjahr: 2016
Schauspieler/innen: Jessica Schwarz, Tom Beck, Uwe Ochsenknecht, Gisa Flake, Christine Schorn, Horst Sachtleben, Vladimir Burlakov, Hannes Wegener, Anna Thalbach, Laura Schuhrk, Antoine Monot jr., Ludger Pistor, Kasem Hoxha, Sebastian Urzendowsky, Wilfried Pucher, Hedi Kriegeskotte, Thomas Dehler
Die Geschwister
Drama FSK 12
Regie: Jan Krüger
Die Geschwister Userwertung:

Produktionsjahr: 2016
Schauspieler/innen: Vladimir Burlakov, Julius Nitschkoff, Irina Potapenko, Hilmi Sözer, Franziska Wulf, Marie-Lou Sellem, Özgür Karadeniz, Anne Müller, Timocin Ziegler, Piotr Strzelecki, Malina Ebert, Kaja Wise, Pascale Schiller, Alma Frederyke Sauerbrey, Henrike Meyer, Katharina Schlothauer, Marek Golub
Nachthelle
Thriller FSK 12
Regie: Florian Gottschick
Nachthelle Userwertung:

Produktionsjahr: 2015
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Macho Man
Komödie FSK 6
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Macho Man Userwertung:

Produktionsjahr: 2014
Schauspieler/innen: Christian Ulmen, Tom Beck, Axel Stein, Samuel Finzi, Gitta Schweighöfer, Theresa Underberg, Dar Salim, Nora Tschirner, Aylin Tezel, Inez Bjørg David, Victoria Mayer, Nisan Arikan, Vedat Erincin, Vladimir Burlakov, Peter Prager, Lukas Podolski, Lilay Huser
Ausgerechnet Sibirien
Komödie FSK 0
Regie: Ralf Huettner
Ausgerechnet Sibirien Userwertung:

Produktionsjahr: 2012
Schauspieler/innen: Joachim Król, Vladimir Burlakov, Armin Rohde, Katja Riemann, Michael Degen
Scherbenpark
Drama FSK 12
Regie: Bettina Blümner
Scherbenpark Userwertung:

Produktionsjahr: 2012
Schauspieler/innen: Max Hegewald, Vladimir Burlakov, Jasna Fritzi Bauer, Yanina Lisovskaya, Cedric Koch, Lara Melina Siebertz, Maria-Victoria Dragus, Konstantin Frolov, Yung Ngo, Michael Keseroglu, Ulrich Noethen
Marco W. – 247 Tage im türkischen Gefängnis
FSK 12
Regie: Oliver Dommenget
Marco W. – 247 Tage im türkischen Gefängnis Userwertung:

Produktionsjahr: 2011
Schauspieler/innen: Vladimir Burlakov, Veronica Ferres, Herbert Knaup, Luk Pfaff, Bülent Sharif, Sophie Debattista, Ulas Kilic, Erden Alkan, Mark Mifsud, Şiir Eloğlu, Hartmut Fischer, Susanne Maierhöfer, Atilla Öner, David A. Hamade, Radik Golovkov, Orhan Güner, Thomas Dannemann

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