Schauspieler/in

Suzanne von Borsody

* 23.09.1957 - München

Über Suzanne von Borsody

Suzanne von Borsody

Suzanne von Borsody (* 23. September 1957 in München) ist eine deutsche Schauspielerin.

Schauspiel-Karriere

Suzanne von Borsody besuchte nur kurz eine Schauspielschule, da sie sofort ein Engagement am Schauspielhaus Frankfurt erhielt. Sie hat sich nicht nur als Kino- und Fernsehfilmdarstellerin, sondern auch in großen Schauspielensembles in Berlin, Bremen, Düsseldorf sowie Zürich und bei den Salzburger Festspielen bewährt. Von 1987 bis 1993 hatte sie ein Engagement am Schillertheater in Berlin. Nachdem das Theater hatte schließen müssen, wechselte von Borsody zum Film.

Ihren ersten Fernsehauftritt hatte von Borsody 1964 in der Folge Der Fahrplan der Fernsehserie Das Kriminalmuseum an der Seite ihrer Mutter Rosemarie Fendel. Ihre erste tragende Fernsehrolle war 1978 in Hartmut Griesmayrs Fernsehfilm Adoptionen. 1980/81 wurde sie Teil des Mitbestimmungsmodells am Schauspiel Frankfurt. Das Nachrichtenmagazin Der Spiegel nannte sie ein „künstlerisches Kraftpaket“.[1] 1979 erhielt sie für die Rolle der Beate S. in der gleichnamigen Fernsehserie die Goldene Kamera und den Adolf-Grimme-Preis. 1980 wurde sie für ihre Rolle in Axel Cortis Das eine Glück und das andere mit dem Adolf-Grimme-Preis und mit dem Deutschen Darstellerpreis ausgezeichnet. Regisseurin Margarethe von Trotta engagierte von Borsody 1999 für den vierteiligen Fernsehfilm Jahrestage des gleichnamigen Romans von Uwe Johnson, in der sie die Hauptrolle der Gesine Cresspahl spielte.

In internationalen Produktionen sah man Suzanne von Borsody neben Richard Chamberlain in Die verlorene Tochter und neben Michel Piccoli in Tödliches Geld. Herausragend blieben ihre Darstellungen in Margarethe von Trottas Dunkle Tage (1999) in der Rolle der alkoholkranken Angela, als Marga Nielsen in Die Mörderin (1999) und in Die Geisel (2003) als mutige Gefängnisdirektorin Ella Jansen, die sich gegen eine Geisel austauschen lässt. Unter Alexander Kluge spielte sie in Die Macht der Gefühle (1983), unter Hans W. Geissendörfer in dessen Dürrenmatt-Verfilmung Justiz, und in Doris Dörries Bin ich schön? die Rolle der Lucy. Tom Tykwer besetzte sie für die Rolle der Frau Jäger in seinem Welterfolg Lola rennt (1998). 2005 erhielt das TV-Liebesdrama Der zweite Blick, in dem von Borsody an der Seite von Michael Mendl die verheiratete Linda spielte, die sich in einen anderen Mann verliebt, eine Nominierung für den Bayerischen Fernsehpreis.

2007 legte die Schauspielerin mit der Episode Die Lehrerin zu der deutschen Grundgesetzverfilmung GG 19 – Eine Reise durch Deutschland in 19 Artikeln ihre erste Regiearbeit vor. Nach der Milleniumswende konzentrierte sich ihre Arbeit neben Fernsehrollen vermehrt auf das Medium Hörbuch. Mit dem Vortrag von Briefen der Malerin Frida Kahlo: Jetzt, wo Du mich verlässt, liebe ich Dich mehr denn je! gibt sie seit 2006 deutschlandweit Lesereisen.[2] Ende 2007 sah man von Borsody nach längerer Theaterpause wieder auf der Bühne in der Rolle der Lady Driver in dem Luststück Verdammt lang her.[3]

Im Herbst 2008 entstand unter der Regie von Johannes Grieser für das ZDF der Psychothriller Sommerspiel mit Suzanne von Borsody in der Rolle der Fotografin Esther Kaufmann.[4] Im selben Jahr übernahm sie in Matti Geschonnecks Fernsehthriller Entführt neben Friedrich von Thun, Hanns Zischler, Matthias Brandt und Heino Ferch die Rolle der Kidnapperin Marietta Lahn. Im Januar 2009 spielte sie im Hamburger Ernst-Deutsch-Theater in Francis C. Winters Spurensuche. Das Drama thematisiert Missbrauch und Mord eines Kindes durch einen Jugendlichen. Von Borsody und Ulrike Folkerts verkörperten die Mütter von Täter und Opfer.

Im Sommer 2009 übernahm von Borsody in dem Kinder- und Familienfilm Hanni und Nanni nach der Romanserie von Enid Blyton erneut eine Rolle neben Heino Ferch. In jüngster Zeit beschäftigt sie sich in verstärktem Maße auch mit literarisch-musikalischen Projekten, unter anderem eine Mascha Kaléko-Lesung zusammen mit Rosemarie Fendel und den Musikern Willy Freivogel und Sigi Schwab sowie Lesungen mit Bildprojektionen und musikalischen Akzenten, zum Beispiel: Leben und Werk von Frida Kahlo oder Paul Gauguin.

Familie

Suzanne von Borsody ist die Tochter von Hans von Borsody und Rosemarie Fendel; ihre Halbschwester Cosima von Borsody ist ebenfalls Schauspielerin, ihr Großvater Eduard von Borsody war Filmregisseur. Ihr Großonkel Julius von Borsody war Filmarchitekt und Szenenbildner in Wien, Babelsberg und bei der Bavaria. Einer ihrer langjährigen Lebenspartner war der Schauspieler Heino Ferch, mit dem sie in mehreren Filmprojekten gemeinsam auftrat. Seit 2000 ist Suzanne von Borsody mit dem Juwelier Jens Schniedenharn liiert. Das Paar lebt in München und Berlin.

Soziales Engagement

Von Borsody ist UNICEF-Botschafterin,[5] Botschafterin der Vereine N.I.N.A.[6] und Hand in Hand for Children[7] sowie seit 2005 Mentorin für das Projekt LILALU.[8] Ihr soziales Engagement wurde 2006 mit dem ARD-Medienpreis Brisant Brillant ausgezeichnet.[9] Suzanne von Borsody ist Vorsitzende der deutschen Fernsehjury des CIVIS-Preises, des Europäischen Medienpreises für Integration und kulturelle Vielfalt.[10]

Filmografie (Auswahl)

  • 1964: Das Kriminalmuseum – Der Fahrplan (TV-Serie)
  • 1978: Beate S. (TV-Miniserie) – Regie: Michael Lähn
  • 1983: Die Macht der Gefühle – Regie: Alexander Kluge
  • 1988: Fifty Fifty – Regie: Peter Timm
  • 1991: Ostkreuz (TV-Film) – Regie: Michael Klier
  • 1992: König & Consorten (TV-Film) – Regie: Pete Ariel
  • 1993: Justiz – Regie: Hans W. Geißendörfer
  • 1993: Brandnacht – Regie: Markus Fischer
  • 1993: Tatort: Verbranntes Spiel - Regie: Bodo Fürneisen
  • 1993: Polizeiruf 110 – Blue Dream – Tod im Regen – Regie: Bodo Fürneisen
  • 1994: Ein unvergeßliches Wochenende ... in Südfrankreich (TV-Reihe)
  • 1995: Der Flug des Albatros – Regie: Werner Meyer
  • 1995–1998: Vater wider Willen (TV-Serie, 16 Folgen)
  • 1996: Zerrissene Herzen (TV-Film) – Regie: Urs Odermatt
  • 1998: Lola rennt – Regie: Tom Tykwer
  • 1998: Bin ich schön? – Regie: Doris Dörrie
  • 1998: Ich liebe meine Familie, ehrlich (TV-Film) – Regie: Stefan Lukschy
  • 1998: Schimanski – Muttertag (TV-Reihe) – Regie: Mark Schlichter
  • 1998: Schimanski – Rattennest (TV-Reihe) – Regie: Hajo Gies
  • 1998: Schimanski – Geschwister (TV-Reihe) – Regie: Mark Schlichter
  • 1999: Dunkle Tage (TV-Film) – Regie: Margarethe von Trotta
  • 1999: Schimanski – Sehnsucht (TV-Reihe) – Regie: Hajo Gies
  • 1999: Stahlnetz – Die Zeugin (TV-Serie)
  • 2000: Die Geiseln von Costa Rica (TV-Film) – Regie: Uwe Janson
  • 2000: Marlene – Regie: Joseph Vilsmaier
  • 2000: Jahrestage (TV-Miniserie) – Regie: Margarethe von Trotta
  • 2000: Schimanski – Schimanski muss leiden (TV-Reihe) – Regie: Matthias Glasner
  • 2001: Zwei unter einem Dach (TV-Film) – Regie: Peter Weck
  • 2001: Leo und Claire – Regie: Joseph Vilsmaier
  • 2001: Wie buchstabiert man Liebe? (TV-Film) – Regie: Christine Hartmann
  • 2002: Lilly unter den Linden (TV-Film) – Regie: Erwin Keusch
  • 2003: Planet B – Mask under Masks (Mask Under Mask) – Regie: Markus Goller
  • 2003: Der Puppengräber – Regie: Peter Henning, Claudia Prietzel
  • 2003: Mensch Mutter – Regie: Florian Gärtner
  • 2003: Die Geisel (TV-Film) – Regie: Christian Görlitz
  • 2003: Baltic Storm – Regie: Reuben Leder
  • 2004: Ein einsames Haus am See (TV-Film) – Regie: Sigi Rothemund
  • 2005: Liebe hat Vorfahrt (TV-Film) – Regie: Dietmar Klein
  • 2005: Tatort – Die schlafende Schöne (TV-Reihe) – Regie: Dieter Berner
  • 2005: Polizeiruf 110 – Vorwärts wie rückwärts (TV-Reihe) – Regie: Hannu Salonen
  • 2005: Der zweite Blick (TV-Film) – Regie: Ariane Zeller
  • 2005: Margarete Steiff (TV-Film) – Regie: Xaver Schwarzenberger
  • 2006: Eine Liebe in Königsberg (TV-Film) – Regie: Peter Kahane
  • 2007: Beim nächsten Kind wird alles anders (TV-Film) – Regie: Uwe Janson
  • 2007: Das zweite Leben (TV-Film) – Regie: Florian Gärtner
  • 2007: Der Sonnenhof (TV-Film) – Regie: Matthias Tiefenbacher
  • 2007: Späte Aussicht (TV-Film) – Regie: Sylvia Hoffmann
  • 2007: GG 19 – Deutschland in 19 Artikeln – Regie: Suzanne von Borsody
  • 2008: Daniel Käfer – Die Schattenuhr (TV-Film) – Regie: Julian Pölsler
  • 2009: Schicksalstage in Bangkok (TV-Film) – Regie: Hartmut Griesmayr
  • 2009: Tatort – Schwarzer Peter (TV-Reihe) – Regie: Christine Hartmann
  • 2009: Entführt (TV-Film) – Regie: Matti Geschonneck
  • 2009: Ein geheimnisvoller Sommer (TV-Film) – Regie: Johannes Grieser
  • 2009: Rapunzel (TV-Film) – Regie: Bodo Fürneisen
  • 2010: Bis nichts mehr bleibt (TV-Film) – Regie: Niki Stein
  • 2010: Hanni & Nanni – Regie: Christine Hartmann
  • 2010: Schlaflos in Oldenburg – Regie: Johannes Fabrick
  • 2011: Der Chinese (TV-Film) – Regie: Peter Keglevic
  • 2012: Der Meineidbauer (TV-Film) – Regie: Joseph Vilsmaier
  • 2012: Rat mal, wer zur Hochzeit kommt (TV-Film) – Regie: Michael Rowitz
  • 2012: Hanni & Nanni 2 – Regie: Julia von Heinz
  • 2013: Stolberg – Die Frankenberg-Protokolle

Hörbücher

  • Joke van Leeuwen: Viegelchen will fliegen. Uccello Hörbücher, ISBN 978-3-937337-3-40.[11]
  • Hanna Johansen: Wenn ich ein Vöglein wär. Uccello Hörbücher, ISBN 978-3-937337-46-3.[12]
  • Frida Kahlo: Jetzt, wo Du mich verläßt, liebe ich Dich mehr denn je. Der Audio Verlag, Berlin 2005, ISBN 978-3-89813-449-1.
  • Ingeborg Bachmann: Römische Reportagen. Der Audio Verlag, Berlin 2006, ISBN 978-3-89813-501-6.
  • Fred Vargas: Fliehe weit und schnell. Der Audio Verlag, Berlin 2007, ISBN 978-3-89813-675-4.
  • Fred Vargas: Die schwarzen Wasser der Seine. Der Audio Verlag, Berlin 2007, ISBN 978-3-89813-705-8.
  • Fred Vargas: Bei Einbruch der Nacht. Der Audio Verlag, Berlin 2009, ISBN 978-3-89813-851-2.
  • Fred Vargas: Das Orakel von Port-Nicolas. Der Audio Verlag, Berlin 2010, ISBN 978-3-89813-953-3.

Auszeichnungen

  • 1978: Goldene Kamera für Beate S.
  • 1982: Deutscher Darstellerpreis als Beste Nachwuchsschauspielerin
  • 1999: Bayerischer Fernsehpreis für Die Mörderin und Dunkle Tage
  • 1999: Deutscher Fernsehpreis Beste Schauspielerin Hauptrolle für Die Mörderin und Dunkle Tage
  • 2001: Goldene Kamera für Jahrestage
  • 2005: DIVA-Award Spezialpreis der Jury gemeinsam mit Rosemarie Fendel für Mensch Mutter
  • 2006: Brisant Brillant für Soziales Engagement
  • 2007: Berliner Theaterpreis Goldener Vorhang für ihre Rolle in Verdammt lange her am Renaissance-Theater
  • 2007: Deutscher Preis für Synchron für ihre herausragende weibliche Synchronarbeit als Stimme von Joan Allen in Yes
  • 2009: Ehrenpreis des Hessischen Ministerpräsidenten für besondere Leistungen im Film- und TV-Bereich
  • 2010: Bayerischer Verdienstorden
  • 2012: Berliner Theaterpreis Goldener Vorhang für ihre Rolle in Der letzte Vorhang am Renaissance-Theater

Einzelnachweise

  1. Deutscher Fernsehpreis (PDF-Datei; 506 kB) Nominierungen, Programmheft 1999
  2. Lesung Frida Kahlo
  3. "Auf die Bühne zu gehen, ist so ähnlich wie reisen" in: Berliner Morgenpost vom 10. Juni 2008
  4. Erste Klappe für "Sommerspiel" Meldung auf ZDF-Presseportal
  5. Suzanne von Borsody, Schauspielerin Podcast
  6. BotschafterInnen von N.I.N.A. Offizielle Webseite von N.I.N.A.
  7. Offizielle Webseite
  8. Mentoren Offizielle Webseite von LILALU
  9. ARD-Medienpreis "BRISANT BRILLANT 2006" für Suzanne von Borsody Pressemitteilung bei openpr.de
  10. "Die andere Sicht der Dinge hat mich interessiert" Interview mit Suzanne von Borsody über den CIVIS-Preis
  11. Joke van Leeuwen: Viegelchen will fliegen bei uccello – gut zu hören.de. Abgerufen am 22. April 2013.
  12. Hanna Johansen: Wenn ich ein Vöglein wär bei uccello - gut zu hören.de. Abgerufen am 22. April 2013.

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