Schauspieler/in / Regisseur/in

Sergei Bondartschuk

* 25.09.1920 - Bilosirka, Ukraine
† 20.10.1994 Moskau, Russland

Über Sergei Bondartschuk

Sergei Bondartschuk

Sergei Fjodorowitsch Bondartschuk ( / ', wiss. Transliteration ', ukrainisch , wiss. Transliteration '''', Serhij Fedorowytsch Bondartschuk;; * 25. September 1920 in Belosjorka, Gouvernement Cherson, heute Biloserka, Oblast Cherson; † 20. Oktober 1994 in Moskau) war ein sowjetischer und russischer Filmregisseur, Drehbuchautor und Schauspieler.

Leben

Sergei Bondartschuk schloss 1948 sein Schauspielstudium ab; er studierte an der Schauspielschule in Rostow am Don und der Moskauer Filmhochschule bei Sergei Gerassimow und Tamara Makarowa. Im selben Jahr hatte er in Gerassimows Die junge Garde sein Filmdebüt. 1952 erhielt er den Preis für den besten Darsteller auf dem Filmfestival in Karlovy Vary für seine Hauptrolle in Igor Sawtschenkos Gesprengte Fesseln (), über das Leben des ukrainischen Lyriker Taras Schewtschenko. Seine Darstellung des Othello in Sergei Jutkewitschs Verfilmung aus dem Jahr 1956 ist eine romantisch veranlagte Titelfigur, die sich von Sanftheit in Raserei hineinsteigert. Zu seinen ersten Arbeiten im Ausland zählt die Rolle des Rotarmisten Fjodor in Roberto Rossellinis Es war Nacht in Rom (1960).

Sein Regiedebüt hatte Bondartschuk 1959 mit dem heutigen Klassiker der russischen Filmgeschichte Ein Menschenschicksal nach der gleichnamigen Erzählung des späteren Literatur-Nobelpreisträgers Michail Scholochow. Auf dem Filmfestival in Moskau erhielt er hierfür den Großen Preis.

Seine zweite herausragende Regiearbeit ist die üppige Verfilmung Krieg und Frieden nach dem Roman von Lew Tolstoi, die ihm 1967 in Moskau erneut die Auszeichnung mit dem Großen Preis des Internationalen Filmfestivals einbrachte und 1969 mit dem Oscar für den Besten ausländischen Film geehrt wurde. Sowohl in Ein Menschenschicksal als auch in Krieg und Frieden ist Bondartschuk auch als Darsteller zu sehen.

In Italien drehte er 1970 die international besetzte, italienisch-sowjetische Gemeinschaftsproduktion Waterloo. In der DDR-Fernsehproduktion Ernst Schneller trat er 1977 als General Sotow auf und wurde mit dem Ernst-Schneller-Preis der DDR ausgezeichnet. Sein zweiteiliges Epos Rote Glocken (1981–1983) über die Revolutionen in Mexiko (1. Teil: Mexiko in Flammen) und Russland (2. Teil: Ich sah die Geburt einer neuen Welt) nach den biografisch gefärbten Schriften von John Reed ist von dynamischen Massenszenen geprägt. Mexiko in Flammen erhielt 1982 den Großen Preis des Internationalen Filmfestivals Karlovy Vary.

Bondartschuk gehörte zu den bedeutendsten sowjetischen Filmschaffenden. Im Alter von 32 Jahren wurde er, als jüngster Schauspieler überhaupt, als Volkskünstler der UdSSR ausgezeichnet. Ab 1971 lehrte er selbst an der Moskauer Filmhochschule und war später Sekretär des Verbandes der Filmschaffenden der UdSSR. 1981 veröffentlichte er ein Buch mit dem Titel Erwünschte Wunder. Seine Töchter Natalja und Jelena sind ebenfalls Schauspieler, sein Sohn Fjodor Bondartschuk ist Filmregisseur.

Filmografie (Auswahl)

Regisseur

  • 1959: Ein Menschenschicksal ()
  • 1968: Krieg und Frieden ()
  • 1970: Waterloo ()
  • 1975: Sie kämpfen für die Heimat ()
  • 1982: 10 Tage, die die Welt erschütterten I (Mexiko in Flammen)
  • 1983: 10 Tage, die die Welt erschütterten II (Ich sah die Geburt einer neuen Welt)
  • 1986: Boris Godunow ()

Schauspieler

  • 1948: Die junge Garde ()
  • 1948: Der wahre Mensch
  • 1948: Die Welt soll blühen
  • 1952: Gesprengte Fesseln
  • 1953: Schiffe stürmen Bastionen ()
  • 1955: Die Grille
  • 1955: Othello – Der Mohr von Venedig ()
  • 1960: Es war Nacht in Rom ()
  • 1968: Krieg und Frieden ()
  • 1969: Die Schlacht an der Neretva ()
  • 1970: Onkel Wanja ()
  • 1974: Wahl des Ziels ()
  • 1975: Sie kämpfen für die Heimat ()
  • 1977: Ernst Schneller

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Sergei Bondartschuk hat mitgespielt in

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Regie: Rudi Kurz
Ernst Schneller Userwertung:

Produktionsjahr: 1977
Schauspieler/innen: Horst Schulze, Renate Blume, Sergei Bondartschuk, Gerd Blahuschek, Martin Trettau, Lutz Riemann, Hans-Jürgen Müller-Hohensee
Onkel Wanja
Drama FSK 12
Regie: Andrej Kontschalowski
Onkel Wanja Userwertung:

Produktionsjahr: 1970
Schauspieler/innen: Innokenti Smoktunowski, Sergei Bondartschuk, Irina Kuptschenko, Irina Miroschnitschenko, Wladimir Seldin, Irina Anisimowa-Wulf
Kriegsfilm FSK 16
Regie: Veljko Bulajić
Die Schlacht an der Neretva Userwertung:

Produktionsjahr: 1968
Schauspieler/innen: Sergei Bondartschuk, Yul Brynner, Boris Dvornik, Lojze Rozman, Velimir Bata Živojinović, Ljubiša Samardžić, Oleg Widow, Anthony Dawson, Milena Dravić, Curd Jürgens, Sylva Koscina, Eberhard Krüger, Franco Nero, Renato Rossini, Orson Welles, Faruk Begolli, Charles Millot

Regie: Sergei Bondartschuk
Krieg und Frieden Userwertung:

Produktionsjahr: 1967
Schauspieler/innen: Sergei Bondartschuk, Ljudmila Saweljewa, Wjatscheslaw Tichonow, Boris Sachawa, Anatoli Ktorow, Anastassija Wertinskaja, Antonina Schuranowa, Oleg Tabakow, Wiktor Stanizyn, Irina Skobzewa, Boris Smirnow, Wassili Lanowoi, Kira Golowko, Irina Gubanowa, Alexander Borissow, Oleg Jefremow, Giuli Tschochonelidse
Ein Menschenschicksal
Kriegsfilm
Regie: Sergei Bondartschuk
Ein Menschenschicksal Userwertung:

Produktionsjahr: 1959
Schauspieler/innen: Sergei Bondartschuk, Pawel Wolkow, Sinaida Kirijenko, Pawlik Boriskin, Juri Awerin, Konstantin Alexejew

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