Schauspieler/in

Egon Brecher

* 18.02.1880 - Olmütz
† 12.08.1946 Los Angeles

Über Egon Brecher

Egon Brecher

Egon Brecher (* 18. Februar 1880 in Olmütz, Mähren, Österreich-Ungarn Tschechien; † 12. August[1] 1946 in Los Angeles) war ein deutschsprachiger Schauspieler. Er debütierte an deutschen und österreichischen Bühnen, engagierte sich an jüdischen Bühnen und übersiedelte 1921 in die Vereinigten Staaten, wo er zunächst an jiddischen Theatern in New York und schließlich in zahlreichen Hollywood-Filmen spielte.

Leben und Wirken

Egon Brecher wurde in Olmütz als Sohn eines Professors geboren. Er besuchte die Oberrealschule und begann 1899 ein Studium der Philosophie in Heidelberg, das er jedoch nicht abschloss. Stattdessen schlug er eine Karriere als Schauspieler ein. Er gastierte mit verschiedenen deutschsprachigen Ensembles in der deutschen und österreichischen Provinz und lebte zwischenzeitlich in Berlin und Wien. Sein Schauspiel-Debüt beging er laut Zalmen Zylbercwaig[2] im Jahr 1900 in Wien, als er mit einem halbprofessionellen Ensemble Das neue Ghetto von Theodor Herzl aufführte. Laut Nachruf der New York Times[3] trat er erstmals 1903 auf in einer Wiener Aufführung von Franz Grillparzers Sappho. 1907 gründete er gemeinsam mit Siegfried Schmitz und Mitgliedern des „Studentenclubs ‚Theodor Herzl‘“ (Hugo Zuckermann, Leo Goldhammer, Oskar Rosenfeld, Max Gold) eine Theaterinitiative (die in dieser Form ein bis zwei Jahre aktiv war), um moderne jiddische Dramen in deutscher Sprache aufzuführen. Auf halbprofessionelle Weise führten sie Stücke von Schalom Asch, Avrom Koralnik und David Pinski („Ewige Juden“) auf. Als Auftrittsort diente ihnen das „Intime Theater“ in der Praterstraße 34.

Von 1910 bis 1921 war Brecher an den von Josef Jarno geleiteten Bühnen (Josefstädter Theater, Fürst-Theater) engagiert. Gleichzeitig unterstützte Brecher weiterhin das jüdische Theaterschaffen in Wien. 1919 war er an der Gründung der Freien Jüdischen Volksbühne beteiligt. Dort trat er als Schauspieler, Regisseur und Direktor in Erscheinung, gespielt wurde auf Jiddisch. 1921 organisierte er Auftritte der Volksbühne an den Jarno-Bühnen.

1921 lockte ihn ein Angebot nach New York, wo Brecher fortan an jiddischen und englischsprachigen Bühnen am Broadway auftrat. Er wurde Lehrer und Direktor der Theaterschule in Cleveland und übersiedelte 1933 nach Los Angeles, wo er bis zu seinem Tod in über 50 Hollywood-Filmen, vor allem Horror-, Kriminal- und Spionage-Filme, spielte. Darunter: Die schwarze Katze (1934), Der Werwolf von London (1935), The Black Room (1935), Das Zeichen des Vampirs (1935), The Devil-Doll (1936) und Geheimbund Schwarze Legion (1937).

1927 wurde Brecher US-Staatsbürger.[4]. Er starb am 12. August 1946 in Hollywood, Los Angeles, an einem Herzinfarkt.[4]

Literatur

  • Brigitte Dalinger: Verloschene Sterne. Geschichte des jüdischen Theaters in Wien. Picus Verlag, Wien 1998, ISBN 3-85452-420-X, S. 65, 198.

Einzelnachweise

  1. www.findagrave.com (abgerufen am 25. September 2010)
  2. Zalmen Zylbercwaig: Leksikon fun Yidishn Teater. Band 1, S. 248; zitiert nach: Dalinger, 1998, S. 198.
  3. Nachruf in New York Times. 14. August 1946; zitiert nach: Dalinger, 1998, S. 198.
  4. www.imdb.com – Biographie von Egon Brecher

Dieser Artikel (grau hinterlegt) steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported (Kurzfassung). Die Vorliegende Version wurde am 04. April 2013, 15:04 UTC unter den o.g. Lizenzen veröffentlicht. Mit Beiträgen (Autor/en) von: Olam hazeh, WerstenerJung, -jkb-, RonMeier, Invisigoth67, Sf67, Otto Normalverbraucher. Aus Datenschutzrechtlichen Gründen werden Autoren von denen lediglich eine IP-Adresse hinterlegt wurde hier nicht aufgeführt.

Egon Brecher hat mitgespielt in

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Regie: Raoul Walsh
Herzen in Flammen Userwertung:

Produktionsjahr: 1941
Schauspieler/innen: Edward G. Robinson, Marlene Dietrich, George Raft, Alan Hale, Frank McHugh, Eve Arden, Barton MacLane, Ward Bond, Walter Catlett, Joyce Compton, Lucia Carroll, Egon Brecher
Polit-Thriller
Regie: Fritz Lang
Menschenjagd Userwertung:

Produktionsjahr: 1941
Schauspieler/innen: Walter Pidgeon, Joan Bennett, George Sanders, John Carradine, Roddy McDowall, Ludwig Stössel, Heather Thatcher, Frederick Worlock, Roger Imhof, Egon Brecher, Lester Matthews, Holmes Herbert, Eily Malyon, Arno Frey, Frederick Vogeding, Cyril Delevanti, Adolf Edgar Licho

Regie: Archie Mayo
Geheimbund Schwarze Legion Userwertung:

Produktionsjahr: 1937
Schauspieler/innen: Humphrey Bogart, Dick Foran, Erin O’Brien-Moore, Ann Sheridan, Helen Flint, Joe Sawyer, Clifford Soubier, Henry Brandon, Egon Brecher, Samuel S. Hinds, Addison Richards
FSK 6
Regie: Allan Dwan
Heidi Userwertung:

Produktionsjahr: 1937
Schauspieler/innen: Shirley Temple, Jean Hersholt, Arthur Treacher, Helen Westley, Thomas Beck, Mary Nash, Sidney Blackmer, Mady Christians, Marcia Mae Jones, Delmar Watson, Pauline Moore, Egon Brecher, Christian Rub, George Humbert, Sig Ruman

Regie: Wilhelm Dieterle
The White Angel Userwertung:

Produktionsjahr: 1936
Schauspieler/innen: Kay Francis, Ian Hunter, Donald Crisp, Donald Woods, Nigel Bruce, Henry O’Neill, Charles Croker King, Georgia Caine, Halliwell Hobbes, George Curzon, Phoebe Foster, Egon Brecher, Billy Mauch, Fay Holden
Horrorfilm FSK 12
Regie: Edgar G. Ulmer
Die schwarze Katze Userwertung:

Produktionsjahr: 1934
Schauspieler/innen: Bela Lugosi, Boris Karloff, David Manners, Julie Bishop, Egon Brecher, Harry Cording, Lucille Lund, Albert Conti, Henry Armetta

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