Regisseur/in

Susanne Bier

* 15.04.1960 - Kopenhagen

Über Susanne Bier

Susanne Bier

Susanne Bier (* 15. April 1960 in Kopenhagen) ist eine preisgekrönte dänische Regisseurin. Unter anderem erhielt ihr Film In einer besseren Welt 2011 den Oscar für den besten fremdsprachigen Film.

Leben und Werk

Susanne Biers jüdischer Vater Rudolf Salomon Bier floh im Kindalter vor den deutschen Nationalsozialisten nach Dänemark. Ihre Mutter ist die Dänin Henni Jonas.[1] Nach dem Abitur studierte sie Kunst an der Hebräischen Universität Jerusalem und Architektur an der Architectural Association School of Architecture in London. Sie graduierte 1987 an der National Film School of Denmark in Kopenhagen im Fach Filmregie. Ihr Abschlussfilm De saliges ø wurde im selben Jahr auf dem Internationalen Festival der Filmhochschulen in München ausgezeichnet.

Nach der Regie an Musikvideos, Werbespots und ersten Spielfilmen folgte der Durchbruch in ihrem Heimatland mit Der einzig Richtige (1999). Die Komödie um zwei miteinander befreundete Kopenhagener Paare, die beschließen, sich ihren jeweiligen Kinderwunsch zu erfüllen, gewann den dänischen Filmpreis Bodil. Darüber hinaus hat Bier zwei Dogma-Filme realisiert: Open Hearts, für den sie erste internationale Anerkennung erhielt, sowie Brothers – Zwischen Brüdern, dessen Drehbuch sie mit Anders Thomas Jensen verfasste.

2006 sollte Bier gleich zwei Filme Hollywood-Produktionen inszenieren.[2] Chasing Montana um das Verhältnis eines Vaters zu seiner Tochter, beide Ärzte, mit Michelle Pfeiffer in der Hauptrolle, wurde jedoch nicht realisiert. Mit der britisch-amerikanischen Drama Things we Lost in the Fire (dt. Titel Eine neue Chance) um das schwierige Verhältnis einer jungen Mutter zum drogensüchtigen Freund ihres erschossenen Mannes entstand dennoch der erste englischsprachige Film Biers, in den Hauptrollen Halle Berry und Benicio del Toro.

2008 wurde Bier in die Wettbewerbsjury der 58. Filmfestspiele von Berlin berufen. Den Posten als Jurymitglied konnte sie aber wegen der Vorbereitungen zu ihrem neuesten Film in den USA nicht antreten.[3]

2010 nahm sich Bier mit In einer besseren Welt erneut eines Familiendramas an. Die Geschichte von zwei Jungen (gespielt von Markus Rygaard und William Jøhnk Nielsen), die von ihren Eltern nicht verstanden werden und einen Sprengsatz herstellen, gewann 2011 den Golden Globe Award als Bester fremdsprachiger Film. Die Produktion mit Mikael Persbrandt, Trine Dyrholm und Ulrich Thomsen wurde im selben Jahr mit dem Oscar in der gleichen Kategorie ausgezeichnet. Ebenfalls gewann Bier als erste Frau den Europäischen Filmpreis für die beste Regie. Das Drehbuch zu In einer besseren Welt schrieb abermals Anders Thomas Jensen, der bereits zu Nach der Hochzeit das Drehbuch verfasste.

2013 wurde sie in die Wettbewerbsjury der 63. Internationalen Filmfestspiele von Berlin berufen.

Bier arbeitet häufig mit dem Kameramann Morten Søborg und der Cutterin Pernille Bech Christensen zusammen, die sie seit der gemeinsamen Zeit an der Filmhochschule kennt und schätzt.

Susanne Bier ist Mutter eines Sohnes (* 1989) und einer Tochter (* 1995). Sie lebt in Kopenhagen.[1]

Filmografie (Auswahl)

  • 1986: De saliges ø (Abschlussfilm)
  • 1989: Songlines
  • 1991: Freud Leaving Home (Freud flyttar hemifrån)
  • 1992: Brev til Jonas
  • 1993: Luischen (TV)
  • 1993: Family Matters (Det blir i familien'')
  • 1995: Abra kadabra (Musikvideo)
  • 1995: Like It Never Was Before (Pensionat Oskar)
  • 1997: Gnadenlose Verführung (Sekten)
  • 1999: Der einzig Richtige (Den eneste ene)
  • 2000: Once in a Lifetime (Livet är en schlager)
  • 2002: Für immer und ewig (Elsker dig for evigt)
  • 2004: Brothers – Zwischen Brüdern (Brødre)
  • 2006: Nach der Hochzeit (Efter brylluppet)
  • 2007: Eine neue Chance (Things We Lost in the Fire)
  • 2010: In einer besseren Welt (Hævnen)
  • 2012: Love Is All You Need (Den skaldede frisør)

Auszeichnungen

  • 1993: Robert für den besten kurzen/dokumentarischen Film mit Brev til Jonas
  • 1999: Bodil für den besten dänischen Film mit Der einzig Richtige
  • 2000: Robert, für den besten dänischen Spielfilm mit Der einzig Richtige
  • 2003: Robert, Publikumspreis mit Open Hearts
  • 2003: Bodil für den besten dänischen Film mit Open Hearts
  • 2011: Bernhard-Wicki-Filmpreis für In einer besseren Welt
  • 2011: Europäischer Filmpreis für die Beste Regie von In einer besseren Welt

Darüber hinaus gewann In einer besseren Welt den Oscar und den Golden Globe Award jeweils in der Kategorie Bester fremdsprachiger Film

Einzelnachweise

  1. Bier dreht mit Michelle Pfeiffercinefacts.de, Sebastian Schmidt, abgerufen am: 16.04.2012
  2. Susanne Bier. In: Internationales Biographisches Archiv 23/2011 vom 7. Juni 2011 (abgerufen via Munzinger Online).
  3. Peinliches Stolpern zum Startdie tageszeitung, Dietmar Kammerer, abgerufen am: 16.04.2012

[5] [6] [7]

Dieser Artikel (grau hinterlegt) steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported (Kurzfassung). Die Vorliegende Version wurde am 02. April 2013, 19:04 UTC unter den o.g. Lizenzen veröffentlicht. Mit Beiträgen (Autor/en) von: Valentino12, WinfriedSchneider, Jogo.obb, Renhir, Mabo143, Hambe, Quoth, Freseniust, Critican.kane, Louis Wu, Venni, Hoerestimmen, SJPaine, BecXa013, Eaaumi, Florian Adler, Kam Solusar, Grizzlypapa, F2hg.amsterdam, 9k.lai, Spuk968, Old Man, Euku, Polartysken, Volunteer, Hofres, Onkelkoeln, AN, Rybak, Shikeishu, César, Q'Alex, Graf, Florian Huber, WiseWoman. Aus Datenschutzrechtlichen Gründen werden Autoren von denen lediglich eine IP-Adresse hinterlegt wurde hier nicht aufgeführt.

Auflistung von Filmen bei denen Susanne Bier Regie geführt hat.

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Zweite Chance
Drama FSK 12
Regie: Susanne Bier
Zweite Chance Userwertung:

Produktionsjahr: 2014
Schauspieler/innen: Nikolaj Coster-Waldau, Nikolaj Lie Kaas, Ulrich Thomsen, Maria Bonnevie, Thomas Bo Larsen, May Andersen, Molly Blixt Egelind, Peter Haber, Bodil Jørgensen, Ewa Fröling, Mille Lehfeldt, Sarah Juel Werner, Roland Møller, Frederik Meldal Nørgaard, Charlotte Fich, Ole Dupont, Ida Dwinger
Serena
Drama FSK 12
Regie: Susanne Bier
Serena Userwertung:

Produktionsjahr: 2013
Schauspieler/innen: Jennifer Lawrence, Bradley Cooper, Rhys Ifans, Toby Jones, Sean Harris, Blake Ritson, Sam Reid, Ana Ularu, Kim Bodnia, David Dencik, Ned Dennehy, Mark O'Neal
Love is all you need
Komödie
Regie: Susanne Bier
Love is all you need Userwertung:

Produktionsjahr: 2012
Schauspieler/innen: Micky Skeel Hansen, Christiane Schaumburg-Müller, Molly Blixt Egelind, Sebastian Jessen, Paprika Steen, Trine Dyrholm, Kim Bodnia, Pierce Brosnan
In einer besseren Welt
Drama FSK 12
Regie: Susanne Bier
In einer besseren Welt Userwertung:

Produktionsjahr: 2010
Schauspieler/innen: Mikael Persbrandt, Trine Dyrholm, Ulrich Thomsen, Markus Rygaard, William Jøhnk Nielsen, Kim Bodnia
Eine neue Chance
Drama FSK 12
Regie: Susanne Bier
Eine neue Chance Userwertung:

Produktionsjahr: 2007
Schauspieler/innen: Halle Berry, Benicio Del Toro, David Duchovny, Alexis Llewellyn, Micah Berry, John Carroll Lynch, Alison Lohman, Robin Weigert, Omar Benson Miller, Paula Newsome, Sarah Dubrovsky, Maureen Thomas, Patricia Harras, Caroline Field
Nach der Hochzeit
Drama FSK 12
Regie: Susanne Bier
Nach der Hochzeit Userwertung:

Produktionsjahr: 2006
Schauspieler/innen: Mads Mikkelsen, Sidse Babett Knudsen, Rolf Lassgård, Stine Fischer Christensen, Ida Dwinger
Brothers – Zwischen Brüdern
Drama FSK 16
Regie: Susanne Bier
Brothers – Zwischen Brüdern Userwertung:

Produktionsjahr: 2004
Schauspieler/innen: Connie Nielsen, Ulrich Thomsen, Nikolaj Lie Kaas, Sarah Juel Werner, Rebecca Løgstrup, Bent Mejding, Solbjørg Højfeldt
Für immer und ewig
Drama FSK 12
Regie: Susanne Bier
Für immer und ewig Userwertung:

Produktionsjahr: 2002
Schauspieler/innen: Sonja Richter, Mads Mikkelsen, Paprika Steen, Nikolaj Lie Kaas, Stine Bjerregaard, Birthe Neumann, Niels Olsen, Ulf Pilgaard, Anders Nyborg, Ida Dwinger, Michel Castenholt, Susanne Juhasz, Birgitte Prins, Tina Gylling Mortensen, Hanne Windfeld, Pelle Bang Sørensen, Jens Basse Dam

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