Regisseur/in

Peter Sehr

* 30.11.1950 - Bad König, Hessen

Über Peter Sehr

Peter Sehr

Peter Sehr (* 1951 in Bad König, Hessen) ist ein deutscher Filmregisseur und wichtiger Vertreter des deutschen Autorenfilms.

Leben

Peter Sehr studierte von 1970 bis 1974 Physik und Chemie an der ETH Zürich. In seiner Diplomarbeit beschäftigte er sich unter der Leitung von Kurt Wüthrich (Nobelpreis für Chemie 2002) mit dem Einsatz der Kernspinresonanzspektroskopie in biologischen Systemen. Nach Erhalt seines Diploms bereiste er für ein Jahr Südamerika.

Von 1975 bis 1979 promovierte er in Biophysik am Merton College der University of Oxford. Das Thema seiner Doktorarbeit in der Gruppe von George Radda war der Einsatz der heute bei der Kernspintomographie verwendeten Magnetresonanz. Während seiner Zeit in Oxford leitete er die University Film Society und drehte seine ersten Kurzfilme He May Have Cut His Throat, To Shoot a Bicycle und A Group of People.

1980 ging Sehr nach Paris und beschäftigte sich als Research Fellow am Institut Curie weitere zwei Jahre mit der Biophysik. Parallel zur Forschungstätigkeit begann er als Regieassistent zu arbeiten.

1988 gründete Sehr mit seiner zweiten Frau Marie Noëlle in München die P’Artisan Filmproduktion GmbH. Sein erster Spielfilm Und nicht ein Tohuwabohu, eine fiktive Dokumentation, entstand im gleichen Jahr. 1991 folgte der Film Das serbische Mädchen, der für den Bundesfilmpreis als „Bester Film“ nominiert wurde und mehrere Preise bei ausländischen Festivals erhielt.

Sehrs Spielfilm Kaspar Hauser – Verbrechen am Seelenleben eines Menschen (1993) wurde beim Bundesfilmpreis mit drei Filmbändern in Gold ausgezeichnet (Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller) und gewann mehrere internationale Filmpreise. Sein nächster Film Obsession (1997), eine deutsch-französische Koproduktion, wurde in Berlin, Frankreich und an den Niagarafällen gedreht. Auch dieser Film wurde für den Bundesfilmpreis als „Bester Film“ nominiert und zum Sundance Festival eingeladen. Love The Hard Way (2001) wurde in New York gedreht und von Sehr auch koproduziert. Der Film erhielt in Locarno 2001 den Silbernen Leoparden; Sehr bekam den Bayerischen Filmpreis für „Beste Regie“ (2002).

2002 produzierte Sehr in Auschwitz und Paris den Film Birkenau und Rosenfeld von Marceline Loridan-Ivens, die dafür beim Filmfest München den Bernhard-Wicki-Filmpreis erhielt. 2008 erhielten Sehr und Marie Noëlle dieselbe Auszeichnung für die ihre gemeinsame Regie bei der deutsch-spanisch-französischen Koproduktion Die Frau des Anarchisten, die den Weg einer jungen Frau (gespielt von María Valverde) während des Spanischen Bürgerkriegs, des Zweiten Weltkriegs und der Diktatur Francos nachzeichnet.[1]

1989 begann Sehr an der Hochschule für Fernsehen und Film München zu unterrichten und 1998 an der Filmakademie Baden-Württemberg in Ludwigsburg. Seit Herbst 2001 leitet Sehr zusammen mit Jan Schütte den deutschen Zweig der gemeinsamen Masterclass junger europäischer Produzenten von Filmakademie Baden-Württemberg und La fémis. Außerdem leitet er seit 2001 gemeinsam mit seiner Frau, dem Filmverleiher Christoph Ott und der Regisseurin Dagmar Hirtz das Arri-Kino in München, das Mitglied bei Europa Cinemas ist.

Seit Jahren schreibt Sehr gemeinsam mit Hans Magnus Enzensberger an einem Film über Georg Christoph Lichtenberg. Außerdem bereitet er einen Spielfilm über Ludwig II. von Bayern vor, der am 27. Dezember 2012 in die deutschen Kinos kommen soll.

2002 rief Sehr mit Daniel Toscan du Plantier, Brigitte Sauzay und Margaret Ménégoz den Verein Das Deutsch-Französische Filmtreffen ins Leben, dessen Ziel es ist, die Zusammenarbeit beider Filmindustrien und den Austausch von Filmen zwischen beiden Ländern zu verstärken. Margaret Menegoz ist jetzt die Präsidentin, Kirsten Niehuus und Peter Sehr sind die Vizepräsidenten.

Sehr ist Chevalier de l’ordre des Arts et des Lettres und Mitglied der Deutschen Filmakademie, der Deutsch-Französischen und der Europäischen Filmakademie. Er lebt in München-Schwabing und Paris.

Filmographie

  • 1991: Das serbische Mädchen
  • 1993: Kaspar Hauser
  • 1997: Obsession
  • 2001: Love the Hard Way
  • 2008: Die Frau des Anarchisten (gemeinsam mit Marie Noëlle)
  • 2012: Ludwig II. (gemeinsam mit Marie Noëlle)[2]

Einzelnachweise

  1. vgl. dpa: Bernhard-Wicki-Filmpreis verliehen bei fr-online.de (aufgerufen am 28. Juni 2008)
  2. Chancenlos zum bitteren Ende in FAZ vom 28. Dezember 2012, Seite 29

Weblinks

  • Partisan Film – die Produktionsfirma von Peter Sehr
  • Peter Sehr beim Bundesverband Regie

Dieser Artikel (grau hinterlegt) steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported (Kurzfassung). Die Vorliegende Version wurde am 31. Dezember 2012, 20:12 UTC unter den o.g. Lizenzen veröffentlicht. Mit Beiträgen (Autor/en) von: Letdemsay, Reclus, IP-Wesen, Bosta, Afforever, Aka, WWSS1, Andim, Komischn, Dancer, Dealerofsalvation, DerGraueWolf, Nimro, Daniel Markovics, FredericII, KaJin, Bernardoni, AN, Guini, Prekario, Ephraim33, Kaese90, Volunteer, Blenco, ChristophDemmer, Florian.Keßler, Celia11, Kulturserver, Firefox13, Sarah-Michelle-Gellar-Fan, César, Philtime, Peter200, STBR, ElRaki, Gledhill, Robot Monk, Heinte, Partisan, Phrood, Salmi, Unscheinbar, AHZ, Rybak. Aus Datenschutzrechtlichen Gründen werden Autoren von denen lediglich eine IP-Adresse hinterlegt wurde hier nicht aufgeführt.

Auflistung von Filmen bei denen Peter Sehr Regie geführt hat.

Alle Angaben ohne Gewähr. Fehler melden!
Ludwig II.
Drama FSK 6
Regie: Marie Noelle, Peter Sehr
Ludwig II. Userwertung:

Produktionsjahr: 2012
Schauspieler/innen: Sabin Tambrea, Sebastian Schipper, Hannah Herzsprung, Edgar Selge, Friedrich Mücke, Justus von Dohnányi, Paula Beer, Samuel Finzi, Tom Schilling, Uwe Ochsenknecht, Peter Simonischek, Gedeon Burkhard, Katharina Thalbach, August Schmölzer, Michael Fitz, Franz Dinda, Christophe Malavoy
Die Frau des Anarchisten
Drama FSK 12
Regie: Peter Sehr, Marie Noelle
Die Frau des Anarchisten Userwertung:

Produktionsjahr: 2008
Schauspieler/innen: Juan Diego Botto, María Valverde, Nina Hoss, Alba Barragán, Ainoa Ruiz, Ivana Baquero, Irene Visedo, Edgar Sehr, Adrià Collado, Biel Duran, Jean-Marc Barr, Pere Arquillué, Nathalie Grauwin, Laura Morante, Toni Sevilla, Sílvia Sabaté, Luis Calleja
Atemlos in New York
Drama FSK 16
Regie: Peter Sehr
Atemlos in New York Userwertung:

Produktionsjahr: 2001
Schauspieler/innen: Adrien Brody, Charlotte Ayanna, Jon Seda, August Diehl, Pam Grier, Liza Jessie Peterson, Elizabeth Regen, Katherine Moennig, Joey Kern, Jonathan Hadary, Michaela Conlin, James Saito
Obsession
FSK 12
Regie: Peter Sehr
Obsession Userwertung:

Produktionsjahr: 1997
Schauspieler/innen: Heike Makatsch, Charles Berling, Daniel Craig, Seymour Cassel, Allen Garfield, Marie-Christine Barrault, Daniel Gélin, Inga Busch
FSK 12
Regie: Peter Sehr
Kaspar Hauser – Verbrechen am Seelenleben eines Menschen Userwertung:

Produktionsjahr: 1993
Schauspieler/innen: André Eisermann, Udo Samel, Jeremy Clyde, Katharina Thalbach, Cécile Paoli, Hansa Czypionka, Hermann Beyer, Dieter Mann, Johannes Silberschneider, Peter Lohmeyer, Tilo Nest, Dieter Laser, Uwe Ochsenknecht

Einloggen
Herzlich willkommen! Um die Community nutzern zu können, melden sie sich bitte hier mit ihren Zugangsdaten an:

Facebook Login
Noch einfacher, loggen sie sich einfach mit ihrem Facebook Account ein:


Mit einem Klick auf diese Schaltfläche "Mit Facebook einloggen" akzeptieren sie die Nutzungsbedingungen und die Diskussionsrichtlinien der Ideenkraftwerk GmbH. Sie garantieren das sie diese gelesen und gespeichert oder ausgedruckt haben.


Passwort vergessen
Wenn Sie ihr Passwort vergessen haben können sie hier ein neues anfordern, geben sie dazu ihre E-Mail adresse hier ein:

Neu registrieren
Sie haben noch keinen Account bei Kritiken.de? Dann registrieren sie sich jetzt kostenlos, um die Community zu nutzen!