Regisseur/in

Nico Hofmann

* 04.12.1959 - Heidelberg

Über Nico Hofmann

Nico Hofmann

Nico Hofmann (* 4. Dezember 1959 in Heidelberg) ist ein deutscher Regisseur, Filmproduzent und Drehbuchautor.

Leben

Nico Hofmann, Sohn eines Journalistenehepaars, absolvierte nach dem Abitur 1978 am Mannheimer Moll-Gymnasium ein zweijähriges Volontariat bei der Tageszeitung Mannheimer Morgen,[1] bewarb sich aber im Alter von 20 Jahren bei der Hochschule für Fernsehen und Film München und wurde dort aufgenommen. An der HFF München studierte er von 1980 bis 1985, sammelte nebenbei erste praktische Erfahrungen als Regieassistent bei Dieter Dorn und schloss diese Ausbildung mit Auszeichnung ab. Danach arbeitete Nico Hofmann als Autor, Regisseur und Produzent.

Nico Hofmanns erste Arbeiten, entstanden in den achtziger Jahren, und wurden zum Teil mit Preisen ausgezeichnet. Seine Abschlussarbeit an der Filmhochschule, Der Krieg meines Vaters (1984), setzte mit der jüngeren deutschen Vergangenheit auseinander und erhielt dafür einige Förderpreise. 1988 entstand Land der Väter, Land der Söhne. Der Film schildert – inspiriert vom Tatsachenroman Großes Bundesverdienstkreuz von Bernt Engelmann – die Geschichte von Fritz Ries.[2] Diese Produktion war der deutsche Wettbewerbsbeitrag für das Festival San Sebastian und wurde mit dem Bayerischen Filmpreis ausgezeichnet.

Seit 1990 erhielt er Lehraufträge an deutschen Filmhochschulen wie der HFF München, der dffb Berlin oder der Filmakademie Baden-Württemberg.[3]

Zwischen 1990 und 1993 drehte Hofmann für den Tatort, entwickelte für RTL die Krimireihe Balko und arbeitete im Rahmen der Ost-West-Satireserie Schulz & Schulz erstmals mit Götz George zusammen. Für Der letzte Kosmonaut erhielt Nico Hofmann 1995 den Prix Futura; sein Film Der große Abgang wurde mit dem Fernsehfilmpreis der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste prämiert.

1995 wurde Hofmann zum Professor an die Filmakademie Baden-Württemberg für den Fachbereich „szenischer Film“ berufen.

Im gleichen Jahr führte er Regie bei Der Sandmann mit Götz George. Der Sandmann wurde mit dem Adolf-Grimme-Preis in Gold und dem Bayerischen Filmpreis ausgezeichnet, bei der Verleihung des RTL-Fernsehpreises Goldener Löwe gab es Auszeichnungen für die Hauptdarsteller, – in Gold für George, in Silber für Karoline Eichhorn – sowie für den besten Film und den Regisseur.

Hofmann ist seit 1996 Mitglied der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste und seit 1997 bei der Europäischen Filmakademie Berlin; zusätzlich ist er seit 1998 als Juror für den Deutschen Fernsehpreis tätig.

Von Januar 1996 bis Mai 1998 stand Hofmann exklusiv als Regisseur und Projektberater bei Bernd Eichingers Constantin Film unter Vertrag.[4] Hier führte er u.A. Regie bei einer zweiteilige Neuverfilmung des Dürrenmatt-Stoffs Es geschah am hellichten Tag für Sat 1. Im Juli 1998 stieg er vorzeitig aus seinem Vertrag aus und wurde Geschäftsführer der neugegründeten Hofmann/Zander/Reitz-Produktionsgesellschaft für Film und Fernsehen, einer Beteiligungsgesellschaft der UFA. [5] Diese Produktionsgesellschaft firmierte von Anfang an unter teamWorx.[6]

Tätigkeit als Produzent

Mit seinen oftmals als Zweiteiler ausgelegten, sogenannten „Event-Produktionen“ wie Der Tunnel, Die Luftbrücke – Nur der Himmel war frei, Die Sturmflut, Dresden und Die Flucht veränderte Hofmann die deutsche Fernsehlandschaft nachhaltig und machte teamWorx zu einer sehr erfolgreichen Produktionsfirma im Bereich des sogenannten „Event-Fernsehens“. Diese Produktionen werden im Wechsel allen größeren deutschen Fernsehsendern angeboten und dabei oft in Zusammenhang mit einem „Themenabend“ gezeigt. Mit meist historisch-emotionalisierend ausgerichteten[7] Filmproduktionen wie Wolfsburg, Toter Mann, Stauffenberg, Nicht alle waren Mörder oder Das Wunder von Berlin erzielten teamWorx und Hofmann immer wieder Quotenerfolge von über 5 Millionen Zuschauern.[8].

Zu den erfolgreichsten teamWorx-Produktionen zählen das Anti-Kriegsdrama [(Film)|Dresden (12,68 Millionen Zuschauer), das 2006 mit dem Deutschen Fernsehpreis in der Kategorie „Bester Fernsehfilm“ ausgezeichnet wurde und der historische Zweiteiler Die Flucht, mit Maria Furtwängler der bei seiner Ausstrahlung im März 2007 mehr als 11 Millionen Zuschauer erreichte. [9] Die Flucht wurde mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Deutschen Fernsehpreis („Beste Musik“), dem Publikums-[(Auszeichnung)|Bambi] 2007, dem DIVA-Award als „TV-Movie des Jahres“ und als „Bester TV-Film“ beim Shanghai Television Festival 2007.

2008 wurden u.a. [Mogadischu] (Regie: [Suso Richter]) über die Entführung der [Landshut] im Oktober 1977, und der Dreiteiler [Patin] mit [Ferres] in der Hauptrolle ausgestrahlt. [Mogadischu] wurde mit zwei Goldenen Kameras und dem Deutschen Fernsehpreis geehrt.

Zu den wichtigsten Erstausstrahlungen in den darauffolgenden drei Jahren zählen [Vulkan] (2009, Regie: [Janson], u.a. mit [Lauterbach], [Rohde] und [Riemann]), [Mann aus der Pfalz] (2009) von Regisseur [Schadt], über den ehemaligen Bundeskanzler [Kohl], der erste fiktionale Film über Scientology „[nichts mehr bleibt]“ (2010), der mit dem „Bernd Burgemeister-Preis“ ausgezeichnete „Kongo“ (2010) und „Rosannas Tochter“ (2010). Im Jahr 2011 waren sechs teamWorx-Produktionen unter den Top Ten der meist gesehenen TV-Movies: Der ZDF-Zweiteiler „Schicksalsjahre“ mit [Furtwängler] erreichte mit jeweils mehr als acht Millionen Zuschauern ein breites Fernsehpublikum, auch „[(2011)|Hindenburg]“ war sehr erfolgreich und wurde als „Bester Mehrteiler“ mit dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet. Neben weiteren Filmen wie „Der kalte Himmel“ oder „Vorzimmer zur Hölle“ und der deutsch-britischen Ko-Produktion „Laconia“ wurde im Herbst desselben Jahres außerdem der erste Film zum Thema Internet-Mobbing ausgestrahlt - „Homevideo“ wurde u.a. mit dem „Deutschen Fernsehpreis“ in den Kategorien „Bester Fernsehfilm“ und „Förderpreis“ (für Hauptdarsteller Jonas Nay) sowie dem Grimme-Preis 2012 in der Kategorie „Fiktion“ ausgezeichnet.

Zu den erfolgreichsten Produktionen 2012 zählt die Verfilmung von [Tellkamp]s gleichnamigem und preisgekröntem Roman „[Turm (Tellkamp)|Der Turm]“. Der Zweiteiler mit [Josef Liefers], [Michelsen], [Schubert] und [Urzendowsky] in den Hauptrollen erreichte jeweils knapp 7 Millionen Zuschauer. Claudia Michelsen wurde erhielt als „Beste deutsche Schauspielerin“ den [Filmpreis|Hessischen Filmpreis] und die [Kamera], zudem wurde „Der Turm“ mit dem Publikums-Bambi als „TV Movie des Jahres 2012“ ausgezeichnet. Auch „Der Fall Jakob von Metzler“ von Regisseur Stephan Wagner und [Stein]s „[(Fernsehfilm)|Rommel]“ gehören zu den großen teamWorx-Projekten 2012.

Im Frühjahr 2013 wurde mit „[Mütter, unsere Väter]“ Nico Hofmanns bisher aufwendigste und teuerste Produktion ausgestrahlt. In den Hauptrollen waren [Bruch], [Schilling], [Schüttler] und [Stein] zu sehen. Auch die Satire „Der Minister“, angelehnt an die Plagiatsaffäre um Ex-Verteidigungsminister [zu Guttenberg] wird im Frühjahr zu sehen sein.

Nico Hofmann wurde als Produzent und Regisseur mehrfach ausgezeichnet. Für seine besonderen Verdienste im Bereich Fernsehfilm erhielt er 2006 den [Abich Preis|Hans-Abich-Preis] und für Dresden, Die Sturmflut und Die Luftbrücke wurde er als Produzent mit dem Bayerischen Fernsehpreis geehrt. 2007 erhielt er darüber hinaus den [der Stadt Mannheim] sowie den [2007|Romy] als Bester Produzent.

Im Jahr 2000 rief er mit Bernd Eichinger den Nachwuchspreis [Steps (Filmpreis)|First Steps] ins Leben, der alljährlich an Abschlussfilme von Studentinnen und Studenten der Filmhochschulen verliehen wird.[10]

Neben seiner Tätigkeit bei teamWorx ist Hofmann Geschäftsführer der 2008 gegründeten [Cinema] GmbH, sowie bei teamWorx commercial – einer Division der teamWorx Television & Film GmbH, die auf die Produktion von Image- und Werbefilmen spezialisiert ist.

Filmografie

Als Regisseur (Auswahl)

  • 1983: Abschiedsbilder (auch Buch)
  • 1984: Der Krieg meines Vaters (auch Buch)
  • 1986: Der Polenweiher
  • 1988: Chimären – Fiktion und Wirklichkeit
  • 1988: Land der Väter, Land der Söhne (auch Buch)
  • 1989: Quarantäne
  • 1991: [Tod im Häcksler] (auch Buch-Mitarbeit)
  • 1991: Der Tod kam als Freund
  • 1992: [& Schulz#Schulz und Schulz IV – Alte Welten, neue Lasten (1992)|Schulz & Schulz IV: Neue Welten – alte Lasten]
  • 1993: Fünf vor zwölf
  • 1993: Der letzte Kosmonaut
  • 1994–1995: Balko (3 Folgen)
  • 1995: Der Sandmann
  • 1995: Der große Abgang
  • 1996: Tödliche Wende
  • 1997: Es geschah am hellichten Tag
  • 1998: [für Klarinette]

Als Produzent (Auswahl)

  • 1993: Durst
  • 1993: Ende der Saison
  • 2000: Eine Hand voll Glück
  • 2000: Der Schuss
  • 2000: Bobby
  • 2001: Liebe. Macht. Blind.
  • 2001: [bereuen]
  • 2001: Julietta
  • 2001: Toter Mann
  • 2001: Tigermännchen sucht Tigerweibchen
  • 2001: Der Tanz mit dem Teufel – Die Entführung des Richard Oetker (Coproduktion mit [Koch], Christoph Waltz)
  • 2001: Der Tunnel
  • 2002: Berlin – Sinfonie einer Großstadt
  • 2002: Eine Liebe in Afrika
  • 2003: Familienkreise
  • 2005: [so wie ich will]
  • 2005: [Vater meiner Schwester]
  • 2005: Dresden
  • 2005: Die Luftbrücke – Nur der Himmel war frei
  • 2006: Die Sturmflut
  • 2006: [alle waren Mörder (Film)|Nicht alle waren Mörder]
  • 2007: Die Flucht
  • 2008: [Geheimnis der Wale]
  • 2008: Das Wunder von Berlin
  • 2008: [(Film)|Mogadischu]
  • 2008: [Herz in Chile]
  • 2008: [Patin – Kein Weg zurück]
  • 2009: [zuhause]
  • 2009: [in Bangkok]
  • 2009: [(Film)|Dutschke]
  • 2010: [Grenze]
  • 2010: [nichts mehr bleibt]
  • 2011: Schicksalsjahre
  • 2011: [(2011)|Hindenburg]
  • 2011: [Dschungelkind]
  • 2011: [hat es verdient]
  • 2012: [liebt mich]
  • 2012: [mit mir, Liebling]
  • 2012: [(Fernsehfilm)|Rommel]
  • 2013: Verratene Freunde
  • 2013: [Mütter, unsere Väter]

Auszeichnungen (Auswahl)

Nico Hofmanns Arbeiten als Regisseur und Produzent wurden mit etlichen nationalen und internationalen Preisen ausgezeichnet, darunter der Grimme-Preis und der Deutsche Fernsehpreis.

  • 1988: [Kritikerpreis]
  • 2001: [Gong] für Der Tanz mit dem Teufel
  • 2006: [Fernsehpreis] Sonderpreis für Dresden, Die Luftbrücke und Die Sturmflut
  • 2006: [der Stadt Mannheim]
  • 2007: [(Fernsehpreis)|Goldene Romy] als Bester Produzent des Jahres
  • 2009: [des Landes Baden-Württemberg|Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg]
  • 2010: Einheitspreis der Zeitschrift [Superillu]

Einzelnachweise

  1. [Groß]: Neckarau: Vom Bauerndorf zum Stadtteil. Erfurt 2012, ISBN 978-3866808928, S. 126.
  2. Interview mit Nico Hofmann. In: Berliner Morgenpost vom 7. November 2006
  3. Prof. Nico Hofmann In: MediaBiz
  4. Kinoweb - Solo für Klarinette
  5. Nico Hofmann zu 'Solo für Klarinette' In: Blickpunkt:Film vom 30. September 1998
  6. UFA Film & TV Produktion und Nico Hofmann gründen Produktionsfirma In: Blickpunkt:Film vom 2. September 1998
  7. Wilfried Urbe - Im Auftrag der Entmystifizierung In: taz vom 14. Oktober 2012
  8. Deutschland, deine Liebes- Geschichte(n) In: FOCUS Magazin | Nr. 12 (2006)
  9. ARD jubelt über erfolgreiche Flucht In: Spiegel Online vom 5. März 2007
  10. Filmnachwuchs und Ausbildung in Deutschland In: website der Goethe-Institute

[[Kategorie:Filmregisseur]] [[Kategorie:Filmproduzent]] [[Kategorie:Grimme-Preisträger]] [der Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg] [(Mannheim)] [[Kategorie:Deutscher]] [1959] [[Kategorie:Mann]]

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Auflistung von Filmen bei denen Nico Hofmann Regie geführt hat.

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Krimi FSK 16
Regie: Nico Hofmann
Solo für Klarinette Userwertung:

Produktionsjahr: 1998
Schauspieler/innen: Götz George, Corinna Harfouch, Tim Bergmann, Barbara Auer, Barbara Rudnik, Christian Redl, Nikolaus Paryla, Tobias Schenke, Katharina Thalbach, Rita Russek, Saskia Vester, Heinrich Schafmeister, Daniela Ziegler, Miranda Leonhardt
Der Sandmann
Thriller FSK 16
Regie: Nico Hofmann
Der Sandmann Userwertung:

Produktionsjahr: 1995
Schauspieler/innen: Götz George, Karoline Eichhorn, Barbara Rudnik, Martin Armknecht, Jürgen Hentsch, Rudolf Kowalski, Matthias Fuchs, Michael Brandner, Wolfgang Pregler, Claus Clausnitzer

Regie: Nico Hofmann
Quarantäne Userwertung:

Produktionsjahr: 1989
Schauspieler/innen: Günther Maria Halmer, Renan Demirkan, Ulrich Matschoss, Ben Becker, Manfred Andrae, Jürgen Arndt

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