Regisseur/in / Schauspieler/in

Marco Ferreri

* 11.05.1928 - Mailand, Italien
† 09.05.1997 Paris, Frankreich

Über Marco Ferreri

Marco Ferreri

Marco Ferreri (* 11. Mai 1928 in Mailand; † 9. Mai 1997 in Paris) war ein italienischer Filmregisseur und Drehbuchautor. Einem breiteren Publikum bekannt wurde Ferreri im Jahr 1973 vor allem durch die Satire Das große Fressen. Mit vielen seiner Filme wie z. B. mit La carne, in dem ein Mann seine Geliebte verspeist, provozierte Ferreri bewusst sein Publikum.

Leben

Nachdem er zunächst sein Geld als Spirituosenvertreter verdient hatte, sammelte Ferreri 1949/1950 erste Erfahrungen im Filmgeschäft durch das mit Sergio Spina unternommene Drehen von Werbefilmen. Nach seinem Umzug nach Rom widmete er sich der Produktion von Documento mensile, einer Wochenschau und arbeitete erstmals für den Spielfilm als Produktionsinspektor bei Alberto Lattuadas Der Mantel. Weitere Aufgaben für Projekte von Cesare Zavattini folgten.

Mitte der 1950er Jahre ging Ferreri nach Spanien, wo er den Humoristen Rafael Azcona kennenlernte, mit dem er eine jahrelange Zusammenarbeit begann; erste Frucht dieser Arbeit war sein Spielfilmdebüt El pisito, der 1958 erschien. Zwei weitere in Spanien produzierte und realisierte Filme, auch sie sarkastisch und ironisch, folgten, bevor Ferreri in sein Heimatland zurückkehrte. Dort drehte er antikonformistische, oft kontrovers diskutierte und rezipierte Filme wie Die Bienenkönigin, La donna scimmia und Marcia nuziale. Durchgängige Themen seiner Werke waren pessimistische Sichten auf die Konfrontation von Einzelschicksalen mit gesellschaftlichen Normen, die er auch in weiteren Filmen, in teilweise krasser Form, analysierte.

Das große Fressen war 1973 ein durchschlagender Erfolg; ihn zu wiederholen gelang ihm nicht. Viele seiner späteren Filme wurden als bemühte Übungen in Grotesken und polemischer Provokation aufgenommen.[1] Ferreri wird als unklassifizierbarer und genialer Filmemacher bezeichnet.[2]

Filmografie (Auswahl)

  • 1959: Die kleine Wohnung (El pisito)
  • 1959: Los chicos
  • 1960: Der Rollstuhl (El cochecito)
  • 1961: Die Italienerin und die Liebe (Le Italiane e l’amore) (eine Episode)
  • 1963: Die Bienenkönigin (Una storia moderna – l’ape regina)
  • 1965: Break-Up (L’uomo dei cinque palloni)
  • 1967: L’harem
  • 1968: Dillinger ist tot (Dillinger è morto)
  • 1969: Il seme dell’uomo
  • 1971: Die Audienz (L’udienza)
  • 1972: Allein mit Giorgio (Liza)
  • 1973: Das große Fressen (La grande bouffe)
  • 1974: Berühre nicht die weiße Frau (Touche pas à la femme blanche)
  • 1976: Die letzte Frau (L’ultima donna)
  • 1978: Affentraum (Ciao maschio)
  • 1979: Mein Asyl (Chiedo asilo)
  • 1981: Ganz normal verrückt (Storie di ordinaria follia)
  • 1982: Die Geschichte der Piera (Storia di Piera)
  • 1984: Die Zukunft heißt Frau (Il fututo è donna)
  • 1986: I Love You (I love you)
  • 1988: Haus der Freuden (La casa del sorriso)
  • 1991: Carne – Fleisch (La carne)
  • 1993: Diario di un vizio
  • 1996: Nitrate Base (Nitrato d’argento)

Auszeichnungen

  • 1960: FIPRESCI-Preis für Der Rollstuhl auf dem Filmfestival Venedig
  • 1972: FIPRESCI-Preis für Die Audienz auf der Berlinale 1972
  • 1973: FIPRESCI-Preis für Das große Fressen auf dem Filmfestival Cannes 1973
  • 1978: Großer Preis der Jury für Affentraum auf dem Filmfestival Cannes 1978
  • 1981: FIPRESCI-Preis für Ganz normal verrückt auf dem Filmfestival San Sebastian
  • 1982: David di Donatello für Ganz normal verrückt in den Kategorien Beste Regie und Bestes Drehbuch
  • 1991: Goldener Bär für Haus der Freuden auf der Berlinale 1991

Einzelnachweise

  1. Roberto Poppi: Dizionario del cinema italiano. I registi, Gremese 2002, S. 174.
  2. Kurzbiografie bei raiuno

Dieser Artikel (grau hinterlegt) steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported (Kurzfassung). Die Vorliegende Version wurde am 26. März 2013, 05:03 UTC unter den o.g. Lizenzen veröffentlicht. Mit Beiträgen (Autor/en) von: Wissling, Lómelinde, Filoump, APPER, Renart, Channy8, Si! SWamP, SeptemberWoman, Ak120, Brodkey65, Chpfeiffer, Christof Schoech, Simplicius, Rybak, Sycho, Carlo Cravallo, Rs newhouse, Thomas S., Srbauer, Heinte. Aus Datenschutzrechtlichen Gründen werden Autoren von denen lediglich eine IP-Adresse hinterlegt wurde hier nicht aufgeführt.

Auflistung von Filmen bei denen Marco Ferreri Regie geführt hat.

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Drama FSK 16
Regie: Marco Ferreri
Ganz normal verrückt Userwertung:

Produktionsjahr: 1981
Schauspieler/innen: Ben Gazzara, Ornella Muti, Susan Tyrrell, Tanya Lopert, Roy Brocksmith, Katya Berger, Hope Cameron, Judith Drake, Patrick Hughes, Wendy Welles
Affentraum

Regie: Marco Ferreri
Affentraum Userwertung:

Produktionsjahr: 1978
Schauspieler/innen: Gérard Depardieu, Marcello Mastroianni, Abigail Clayton, James Coco, Geraldine Fitzgerald
Drama
Regie: Marco Ferreri
Die letzte Frau Userwertung:

Produktionsjahr: 1975
Schauspieler/innen: Gérard Depardieu, Ornella Muti, Michel Piccoli, Giuliana Calandra, Zouzou, Renato Salvatori
Berühre nicht die weiße Frau

Regie: Marco Ferreri
Berühre nicht die weiße Frau Userwertung:

Produktionsjahr: 1974
Schauspieler/innen: Marcello Mastroianni, Michel Piccoli, Ugo Tognazzi, Philippe Noiret, Catherine Deneuve, Alain Cuny, Serge Reggiani, Darry Cowl, Monique Chaumette, Paolo Villaggio, Franco Fabrizi, Franca Bettoja
Das große Fressen
FSK 16
Regie: Marco Ferreri
Das große Fressen Userwertung:

Produktionsjahr: 1973
Schauspieler/innen: Marcello Mastroianni, Ugo Tognazzi, Michel Piccoli, Philippe Noiret, Andréa Ferréol
FSK 16
Regie: Marco Ferreri
Allein mit Giorgio Userwertung:

Produktionsjahr: 1972
Schauspieler/innen: Catherine Deneuve, Marcello Mastroianni, Corinne Marchand, Michel Piccoli, Pascal Laperrousaz, Dominique Marcas, Valérie Stroh
Dillinger ist tot
Drama
Regie: Marco Ferreri
Dillinger ist tot Userwertung:

Produktionsjahr: 1968
Schauspieler/innen: Michel Piccoli, Anita Pallenberg, Annie Girardot

Regie: Marco Ferreri
Die Bienenkönigin Userwertung:

Produktionsjahr: 1963
Schauspieler/innen: Ugo Tognazzi, Marina Vlady, Walter Giller, Riccardo Fellini, Linda Sini, Achille Majeroni, Gianluigi Polidoro

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