Regisseur/in

Kiyoshi Kurosawa

* 19.07.1955 - Kōbe, Präfektur Hyōgo, Japan

Über Kiyoshi Kurosawa

Kiyoshi Kurosawa

Kiyoshi Kurosawa (jap. , Kurosawa Kiyoshi; * 19. Juli 1955 in Kōbe) ist ein japanischer Regisseur und Drehbuchautor, der vor allem für seine Horrorfilme internationale Bekanntheit erlangte.

Kurosawa drehte bereits als Jugendlicher erste Super 8-Filme, startete seine künstlerische Laufbahn als Regieassistent u. a. von Shinji Sōmai, bevor er in den 1980er-Jahren mit Inszenierungen von Low-Budget-Yakuzafilmen für die Direct-to-Video-Produktion als Regisseur debütierte, für die er teilweise auch das Drehbuch schrieb und gelegentlich auch als Schauspieler vor die Kamera trat. 1992 wurde ihm ein Stipendium am Sundance Institute angeboten, das es ihm ermöglichte ein Regie-Studium in den Vereinigten Staaten aufzunehmen, obwohl er bereits zu dieser Zeit auf eine fast zehnjährige Laufbahn als verantwortlicher Regisseur zurückblicken konnte.

Internationale Aufmerksamkeit erreichte er erstmals 1997 mit seiner Studie über einen Serienkiller in dem Film Cure (), für dessen Drehbuch er ebenfalls verantwortlich war und der mehrere nationale Auszeichnungen gewinnen konnte. Pulse () gab dem J-Horror 2001 entscheidende Impulse.

Im Frühling 2005 nahm er eine Stelle als Professor an der Graduate School of Film and New Media der Tokyo National University of Fine Arts and Music an.[1]

Tōkyō Sonata wurde bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes 2008 mit dem Preis der Sektion „Un Certain Regard“ prämiert. Auch in dieser Reihe bekam dort schon Pulse 2001 anteilig einen FIPRESCI-Preis der Filmkritik. 2012 drehte Kurosawa die fünfteilige Miniserie "Penance" fürs japanische Fernsehen.[2]

Seine außergewöhnlich innovativen Filme zeichnen sich im Gegensatz zu seinen namhaften japanischen Kollegen nicht durch übertriebene Blutdarstellungen aus, sondern vielmehr durch eine langsame, elegische Erzählung und beängstigend statische Atmosphäre. Inszeniert bis hin zur Anmutung von Stillleben, die das Auge des Zuschauers nicht lenken, und dem Einsatz von kühlen Plansequenzen in der vorherrschenden Totalen erzählt der Stilist Kurosawa oft von Apokalypse[2], Irrsinn, Geistern, Landschaften[2], Wissenschaftlern oder Cops bei kahler Mise-en-scène und weitgehender Freiheit von Dialog oder zumindest sinnvollem Dialog der desillusionierten, isolierten[2] Figuren (Hauptrolle meist Kōji Yakusho). Visueller Erfindungsreichtum und eine eindrucksvolle Tonspur (von vielfältiger dramaturgischer Funktion) gehen bei seinen sehr symbolischen Horrorfilmen Hand in Hand. Slant nannte ihn 2005 einen „Meister des Verweilens auf Momenten der Unschlüssigkeit und der passiven Frustration bis zu einem Punkt der komischen Absurdität.“[3] Rationalen Erklärungen entgeht er konsequent.[4] Im späteren Werk tritt das Amüsante, Surreale und das (filmisch) Seltsame zunehmend in den Vordergrund.[5][6] In seinen bisherigen Werken hat er eine Welt entworfen, in der man nicht gerne leben würde. Abe Kashô im Jahr 2000 über den Filmemacher, der aktuellen westlichen Mainstream-Konventionen denkbar fern steht: „Film ist nicht dasselbe wie Erzählung. Die Substanz von Film ist vielmehr die Differenz dazwischen.“[7]

Filmografie (Auswahl)

  • 1989: Sweet Home ()
  • 1997: Cure ()
  • 1998: Serpent’s Path ()
  • 1998: Eyes of the Spider ()
  • 1999: Als Mensch zugelassen ()
  • 1999: Barren Illusions ()
  • 2000: Charisma ()
  • 2001: Pulse ()
  • 2001: Seance – Das Grauen ()
  • 2003: Bright Future ()
  • 2003: Doppelgänger ()
  • 2005: Loft ()
  • 2006: Retribution ()
  • 2008: Tōkyō Sonata
  • 2012: Penance

Einzelnachweise

  1. Suchenski, Yale CEAS, S. 1. Siehe Weblinks.
  2. Penance, Rezension von Michael Kienzl auf critic.de
  3. PulseSlant, Jeremiah Kipp, abgerufen am: 22.09.2008
  4. Rapfogel. Siehe Weblinks: „Kurosawas films are always highly enigmatic“''.
  5. Kiyoshi Kurosawa – Exklusivinterview mit einem Starregisseur des GenrekinosARTE Tracks, abgerufen am: 22.09.2008
  6. Claudia Siefen sprach mit ihm 2008 für die Webseite Das Manifest zu dem „immer noch belustigenden kontinuierlich gepflegten Missverständnis, er mache Gruselfilme“. Siehe Weblinks.
  7. Kashô, Yale CEAS, S. 5. Siehe Weblinks.

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Auflistung von Filmen bei denen Kiyoshi Kurosawa Regie geführt hat.

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FSK 12
Regie: Kiyoshi Kurosawa
Loft Userwertung:

Produktionsjahr: 2005
Schauspieler/innen: Miki Nakatani, Etsushi Toyokawa, Hidetoshi Nishijima, Yumi Adachi, Sawa Suzuki
Pulse
Horrorfilm FSK 16
Regie: Kiyoshi Kurosawa
Pulse Userwertung:

Produktionsjahr: 2001
Schauspieler/innen: Masatoshi Matsuo, Koyuki, Kumiko Aso, Haruhiko Kato, Kurume Arisaka, Kōji Yakusho
Seance – Das Grauen
FSK 16
Regie: Kiyoshi Kurosawa
Seance – Das Grauen Userwertung:

Produktionsjahr: 2001
Schauspieler/innen: Kōji Yakusho, Jun Fubuki, Tsuyoshi Kusanagi
FSK 16
Regie: Kiyoshi Kurosawa
Cure Userwertung:

Produktionsjahr: 1997
Schauspieler/innen: Kōji Yakusho, Masato Hagiwara, Tsuyoshi Ujiki, Yoriko Dougichi, Ren Osugi
FSK 12
Regie: Kiyoshi Kurosawa
Sweet Home Userwertung:

Produktionsjahr: 1989
Schauspieler/innen: Shingo Yamashiro, Nokko, Nobuko Miyamoto, Ichiro Hurutate, Fukumi Koroda, Jūzō Itami

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