Regisseur/in / Schauspieler/in

Kim Ki-duk

* 20.12.1960 - Bonghwa, Südkorea

Über Kim Ki-duk

Kim Ki-duk

Kim Ki-duk (* 20. Dezember 1960 in Bonghwa, Südkorea) ist ein südkoreanischer Filmregisseur, Drehbuchautor und Filmproduzent. Seit Mitte der 1990er-Jahre hat er mehr als ein Dutzend Spielfilme inszeniert, überwiegend Dramen. Für seinen Spielfilm Pieta (2012) erhielt er als erster koreanischer Filmemacher den Goldenen Löwen der Filmfestspiele von Venedig.

Leben

Kim hatte eine schwere Jugend, da er von seinem Vater misshandelt wurde. Mit neun Jahren zog seine Familie nach Seoul. Er musste früh die Schule abbrechen. Nach Gelegenheitsjobs ab einem Alter von 17 Jahren und einem fünfjährigen Wehrdienst bei der Marine ab 20 arbeitete er an einem Priesterseminar mit Sehbehinderten. In dieser Zeit nahm er ein Kindheitshobby, das Malen, wieder auf, beschloss 1990, Maler zu werden, und studierte Kunst in Paris. Er begann 1992 zu schreiben und gewann ein Drehbuchstipendium.

Seit 1996 hat er als Regisseur 14 Filme gedreht, in weitgehend pessimistisch-lakonischem Ton gehalten, voller archaischer Gewaltausbrüche seiner oft kommunikativ gestörten Protagonisten. In Südkorea haftet ihm vor allem seit Bad Guy ein frauenfeindliches Image an, er hält dies für ein Missverständnis.

Mehrere seiner Werke liefen bei den Internationalen Filmfestspielen von Venedig, so Seom – Die Insel, das beim Sundance Film Festival einen Preis gewann und als sein Durchbruch gilt, und Address Unknown. Im Februar 2004 wurde Kim Ki-duks Film Samaria auf der Berlinale mit einem Silbernen Bären ausgezeichnet, im gleichen Jahr wurde auch Bin-jip auf den Filmfestspielen von Venedig und auf der Semana Internacional de Cine de Valladolid ausgezeichnet. 2007 war er mit seinem Film Breath im Wettbewerb der 60. Filmfestspiele von Cannes vertreten. Sein Film Dream feierte im November 2008 seine Deutschlandpremiere auf dem Asia Filmfest. 2011 folgte mit Arirang ein in völliger Einsamkeit aufgenommener Dokumentarfilm, mit dem Kim Ki-duk eine schwere Depression künstlerisch verarbeitete.[1] Der Film erhielt bei den 64. Filmfestspielen von Cannes den Hauptpreis der Nebensektion Un Certain Regard.[2] Der Film, der seine Deutschland-Premiere am 2. Juli auf dem Filmfest München feierte, sollte ursprünglich gar nicht veröffentlicht werden.[3]

2012 erhielt Kim für seinen Film Pieta seine vierte Einladung in den Wettbewerb der 69. Filmfestspiele von Venedig und mit dem Goldenen Löwen den Hauptpreis des Festivals. Der Film stellt einen jungen und brutalen Geldeintreiber aus Seoul (dargestellt von Lee Jung-jin) in den Mittelpunkt, der auf eine ältere Frau (Cho Min-soo) trifft, die behauptet, seine Mutter zu sein.[4] Pieta, nach der gleichnamigen Darstellung Marias mit dem Leichnam Jesu Christi benannt, wurde im heruntergekommenen Stadtteil Cheonggyecheon gedreht, der früher ein Wahrzeichen des industriellen Aufschwungs Südkoreas war.[5]

Das Museum of Modern Art widmete ihm eine Retrospektive vom 23. April 2008 bis zum 8. Mai 2008. [6]

Filmografie

  • 1996: Crocodile (Ageo)
  • 1996: Wild Animals (Yasaeng dongmul bohoguyeog)
  • 1998: The Birdcage Inn (Paran daemun)
  • 2000: Real Fiction (Shilje sanghwang)
  • 2000: Seom – Die Insel (Seom)
  • 2001: Address Unknown (Suchwiin bulmyeong)
  • 2001: Bad Guy (Nappeun namja)
  • 2002: The Coast Guard (Hae anseon)
  • 2003: Frühling, Sommer, Herbst, Winter... und Frühling (Bom, Yeorum, Gaeul, Gyeowool… Geurigo Bom)
  • 2004: Samaria
  • 2004: Bin-jip (Bin-jip)
  • 2005: Der Bogen (Hwal)
  • 2006: Time (Sigan)
  • 2007: Breath (Sum)
  • 2008: Dream (Bi-mong)
  • 2011: Arirang – Bekenntnisse eines Filmemachers (Arirang)
  • 2011: Amen
  • 2012: Pieta

Drehbücher

  • 2008: Beautiful (Arumdabda)
  • 2008: Rough Cut

Auszeichnungen (Auswahl)

  • 2000: Netpac Award – Lobende Erwähnung der Filmfestspiele von Venedig für Seom – Die Insel
  • 2001: Spezialpreis der Jury des Filmfestivals Fantasporto für Seom – Die Insel
  • 2001: Goldener Rabe des Brussels International Festival of Fantasy Film für Seom – Die Insel
  • 2002: Großer Preis des Fukuoka Asian Film Festival für Bad Guy
  • 2002: Orient Express Award des Sitges Festival Internacional de Cinema Fantàstic de Catalunya für Bad Guy
  • 2003: FIPRESCI-Preis und Netpac Award des Filmfestivals Karlovy Vary für The Coast Guard
  • 2003: C.I.C.A.E.-Preis, Don-Quixote-Preis, Netpac Award und Preis der Jugendjury des Filmfestivals von Locarno für Frühling, Sommer, Herbst, Winter... und Frühling
  • 2003: Publikumspreis des Festival Internacional de Cine de Donostia-San Sebastián für Frühling, Sommer, Herbst, Winter... und Frühling
  • 2004: Silberner Bär der Filmfestspiele von Berlin für Samaria (Beste Regie)
  • 2004: FIPRESCI-Preis, Little Golden Lion, SIGNIS Award – Lobende Erwähnung und Special Director’s Award der Filmfestspiele von Venedig, Leoncino d’Oro Agiscuola, Premio P. Nazareno Taddei und Mouse d’Oro für Pieta
  • 2004: Netpac Award des Busan International Film Festival für Bin-jip
  • 2004: Goldene Ähre des Semana Internacional de Cine de Valladolid für Bin-jip
  • 2005: Silberner Condor der Asociación de Críticos Cinematográficos de Argentina für Frühling, Sommer, Herbst, Winter... und Frühling (Bester ausländischer Film in nicht-spanischer Sprache)
  • 2005: Grand Prix de la FIPRESCI für Bin-jip
  • 2006: Orient Express Section Special Jury Award des Filmfestivals Fantasporto für Der Bogen
  • 2008: Orient Express Section Special Jury Award des Filmfestivals Fantasporto für Breath
  • 2011: Prix Un Certain Regard der Filmfestspiele von Cannes für Arirang – Bekenntnisse eines Filmemachers
  • 2012: Goldener Löwe der Filmfestspiele von Venedig, Leoncino d’Oro Agiscuola, Premio P. Nazareno Taddei und Mouse d’Oro für Pieta
  • 2012: Douglas-Sirk-Preis des Filmfests Hamburg

Literatur

  • Kim Ki-duk: Kim Ki-Duk. Dis Voir, Paris 2006, ISBN 2-914563-21-3.
  • Andreas Platthaus: Askese im Bilderrausch. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, Nr. 173, 28. Juli 2006, S. 37.
  • Marcus Stiglegger: Kim Ki-duk. In: Koebner, Thomas (Hg.): Filmregisseure, Stuttgart 1999/2008 (3. Aufl.), S. 387-390, ISBN 978-3150104552
  • Hye-seung Chung: Kim Ki-duk. Contemporary Directors, Illinois 2012, ISBN 978-0252078415

Einzelnachweise

  1. Filmfestival Cannes: Die Erhabenheitsmaschineabgerufen am: 21.05.2011
  2. Les Prix Un Certain Regard 2011abgerufen am: 21.05.2011
  3. Seelen-Striptease eines Meisterregisseursabgerufen am: 28.02.2012
  4. Filmprofil bei labiennale.org (englisch; abgerufen am 8. September 2012).
  5. Zander, Peter: Einer muss der Favorit sein. In: Berliner Zeitung, 6. September 2012, Nr. 244, S. 21.
  6. Kim Ki-Dukabgerufen am: 29.04.2008

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Auflistung von Filmen bei denen Kim Ki-duk Regie geführt hat.

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Pieta
Drama FSK 16
Regie: Kim Ki-duk
Pieta Userwertung:

Produktionsjahr: 2012
Schauspieler/innen: Lee Jung-jin, Cho Min-soo, Jo Jae-ryong

Regie: Kim Ki-duk
Amen Userwertung:

Produktionsjahr: 2011
Schauspieler/innen: Kim Ye-na, Kim Ki-duk

Regie: Kim Ki-duk
Breath Userwertung:

Produktionsjahr: 2007
Schauspieler/innen: Chen Chang, Ha Jeong-woo

Regie: Kim Ki-duk
Time Userwertung:

Produktionsjahr: 2006
Schauspieler/innen: Ha Jung-woo, Park Ji-Yeon, Seong Hyeon-a
Der Bogen
Liebesfilm
Regie: Kim Ki-duk
Der Bogen Userwertung:

Produktionsjahr: 2005
FSK 12
Regie: Kim Ki-duk
Bin-Jip - Leere Häuser Userwertung:

Produktionsjahr: 2004
Schauspieler/innen: Lee Seung-yeon, Kwon Hyuk-ho, Ju Jin-mo, Choi Jeong-ho
Samaria
Drama FSK 16
Regie: Kim Ki-duk
Samaria Userwertung:

Produktionsjahr: 2004
Schauspieler/innen: Han Yeo-reum
FSK 12
Regie: Kim Ki-duk
Frühling, Sommer, Herbst, Winter… und Frühling Userwertung:

Produktionsjahr: 2003
The Coast Guard
FSK 16
Regie: Kim Ki-duk
The Coast Guard Userwertung:

Produktionsjahr: 2002
Schauspieler/innen: Jang Dong-gun, Park Ji-ah, Kim Jeong-hak, Yu Hye-jin
Drama
Regie: Kim Ki-duk
Address Unknown Userwertung:

Produktionsjahr: 2001
Schauspieler/innen: Yang Dong-kun, Ban Min-jung, Kim Young-min, Bang Eun-jin, Myeong Gye-nam, Lee In-ok, Jo Jae-hyun
Bad Guy
FSK 18
Regie: Kim Ki-duk
Bad Guy Userwertung:

Produktionsjahr: 2001
Schauspieler/innen: Jo Jae-hyun, Seo Won

Regie: Kim Ki-duk
Real Fiction Userwertung:

Produktionsjahr: 2000
Schauspieler/innen: Ju Jin-mo
Seom – Die Insel
FSK 16
Regie: Kim Ki-duk
Seom – Die Insel Userwertung:

Produktionsjahr: 2000
Schauspieler/innen: Suh Jung, Kim Yoo-suk, Park Sung-hee, Jo Jae-hyun
Drama FSK 16
Regie: Kim Ki-duk
The Birdcage Inn Userwertung:

Produktionsjahr: 1998
Schauspieler/innen: Lee Ji-eun, Lee Hae-eun, Ahn Jae-mo, Jeong Hyeong-gi, Son Min-seok

Regie: Kim Ki-duk
{{lang|ko|악어}} Userwertung:

Produktionsjahr: 1996
Schauspieler/innen: Jo Jae-hyun, Ahn Jae-hong, Jeon Mu-song, Woo Yun-kyeong

Regie: Kim Ki-duk
Wild Animals Userwertung:

Produktionsjahr: 1996
Schauspieler/innen: Jo Jae-hyun, Jang Dong-jik, Jang Ryun, Richard Bohringer, Laurent Buro, Denis Lavant, Sasha Rucavina

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