Regisseur/in

Irving Lerner

* 07.03.1909 - New York City
† 25.12.1976 Los Angeles

Über Irving Lerner

Irving Lerner

Irving Lerner (* 7. März 1909 in New York City; † 25. Dezember 1976 in Los Angeles) war ein US-amerikanischer Regisseur.

Leben

Irving Lerner, Sohn einer russischen Familie, studierte Anthropologie an der Columbia University, für die er auch seine ersten Filme realisierte. Er war dort Lektor für die Encyclopedia of Social Sciences. Dort lernte er auch Margaret Mead kennen, die einen großen Einfluss auf seine politisch eher sozialistische Einstellung hatte. Als Mitglied der Workers Film and Photo League von 1932 bis 1934 kam er über die Standfotografie zum Filmen. Erste Erfahrungen sammelte er durch das Fotografieren politischer Aktivitäten, wie dem May Day. Zudem drehte er mehrere Kurzdokumentarfilme auf 35-mm-Film[1] In dieser Zeit begann er auch unter dem Pseudonym Peter Ellis Filmkritiken für kommunistische Zeitungen zu verfassen, die auf den sozialen Aspekt der Filme eingingen. Von 1933 bis 1934 war er Lehrer der Harry Alan Potamkin Film School. Anschließend drehte er Filme für die Rockefeller-Stiftung und andere gemeinnützige Institutionen. Während des Zweiten Weltkriegs drehte er mit eigenem Filmteam Filme für das United States Office of War Information.[2][3]

1944 geriet er unter Spionageverdacht, als er vermutlich im Auftrag von Arthur Adams Aufnahmen des Zyklotrons an der University of California, Berkeley anzufertigen versuchte. Das Zyklotron war eines der Bestandteile des Manhattan Projects. Er wurde dabei entdeckt und festgenommen. Die Beweise reichten jedoch für eine Verurteilung nicht aus. Lerner trat allerdings von seiner Stellung zurück.[4]

Nach dem Krieg wurde er Leiter des Filminstituts an der New York University. Anschließend löste er sich etwas vom Dokumentarfilm und begann experimentelle Filme zu drehen. Zudem versuchte er sich an einer Reihe von B-Filmen, insbesondere im Bereich Kriminalfilm.[5][6]

Zu seinen bekanntesten Filmen gehört Der Tod kommt auf leisen Sohlen (1958), ein Film noir mit Vince Edwards, der vor allem durch die häufige Erwähnung durch Martin Scorsese und durch die Blogosphäre bekannt wurde.[5] Zwei Filme, bei denen Lerner Regie führte, erhielten Oscar-Nominierungen: 1942 der Dokumentarfilm A Place to Live und 1944 Swedes in America, den er mit Ingrid Bergman in der Hauptrolle realisierte. Die Nominierungen erhielten dem Oscar-Reglement gemäß jedoch die Filmproduzenten. Lerners letzter Film wurde 1971 Kein Requiem für San Bastardo, den er zusammen mit Robert Parrish drehte. In den Credits wird er jedoch nicht erwähnt.[6]

Filmografie (Auswahl)

  • 1941: A Place to Live
  • 1943: Swedes in America
  • 1947: To Hear Your Banjo Play
  • 1948: Muscle Beach
  • 1958: Der Tod kommt auf leisen Sohlen (Murder by Contract)
  • 1959: Stadt in Gefahr (City of Fear)
  • 1960: Kein Stern geht verloren (Studs Lonigan)
  • 1961–1965: Ben Casey (Fernsehserie)
  • 1963: Kugeltanz um Mitternacht (Cry of Battle)
  • 1964: Der Untergang des Sonnenreiches (The Royal Hunt of the Sun)
  • 1971: Kein Requiem für San Bastardo (A Town Called Hell)

Einzelnachweise

  1. New Frontiers in American Documentary FilmNicole Huffman, abgerufen am: 11.01.2013
  2. Thomas J. Brandon: Irving Lerner: A Filmography and Bibliography, . University of Texas Press, Herbst 1978,
  3. Irving Lerner (I): Linke FilmgeschichteEkkehard Knörer, abgerufen am: 11.01.2013
  4. John Earl Haynes, Harvey Klehr: Venona: Decoding Soviet Espionage in America, . Yale University Press, Yale 1999, 9780300077711
  5. The Underexposed Cinema of Irving Lerner – Part Onemorlockjeff, abgerufen am: 11.01.2013
  6. The Underexposed Cinema of Irving Lerner – Part Onemorlockjeff, abgerufen am: 11.01.2013

Dieser Artikel (grau hinterlegt) steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported (Kurzfassung). Die Vorliegende Version wurde am 03. April 2013, 19:04 UTC unter den o.g. Lizenzen veröffentlicht. Mit Beiträgen (Autor/en) von: Timk70, APPER, BlueCücü, Paulae, Gripweed. Aus Datenschutzrechtlichen Gründen werden Autoren von denen lediglich eine IP-Adresse hinterlegt wurde hier nicht aufgeführt.

Auflistung von Filmen bei denen Irving Lerner Regie geführt hat.

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FSK 12
Regie: Irving Lerner
Der Untergang des Sonnenreiches Userwertung:

Produktionsjahr: 1969
Schauspieler/innen: Robert Shaw, Christopher Plummer, Nigel Davenport, Michael Craig, Andrew Keir, Leonard Whiting, James Donald

Regie: Irving Lerner
Swedes in America Userwertung:

Produktionsjahr: 1943

Regie: Irving Lerner
A Place to Live Userwertung:

Produktionsjahr: 1941
Schauspieler/innen: Frieda N. Blank, William Kesselring, Bill Watts

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