Regisseur/in

Carl Theodor Dreyer

* 03.02.1889 - Kopenhagen, Dänemark
† 20.03.1968 Kopenhagen, Dänemark

Über Carl Theodor Dreyer

Carl Theodor Dreyer

Carl Theodor Dreyer (1965) Carl Theodor Dreyer (* 3. Februar 1889 in Kopenhagen, Dänemark; † 20. März 1968 ebenda) war ein dänischer Filmregisseur und Drehbuchautor.

Leben und Werk

Dreyer war Theaterkritiker, bevor er seine Laufbahn beim Film 1912 als Drehbuchautor begann. Er arbeitete für die dänische Filmproduktionsgesellschaft Nordisk, für die er 1919 seinen Regieerstling Der Präsident drehte. Nach dem Vorbild von D. W. Griffiths Intolerance entwarf Dreyer seinen Episodenfilm Blätter aus dem Buche Satans (1921). Zuvor drehte er in Schweden Die Pfarrerswitwe. Mit Beginn der 1920er Jahre ging Carl Theodor Dreyer nach Berlin, um dort für die UFA zu filmen. Es entstand unter anderem der Kammerspielfilm Michael. Der 1925 in Dänemark gedrehte Du sollst deine Frau ehren (Du skal ære din hustru) war einer der wenigen kommerziellen Erfolge Dreyers, der enorme Erfolg des Films, vor allem in Frankreich, ebnete für Dreyer den Weg zur Realisierung der Verfilmung von Die Passion der Jungfrau von Orleans (La passion de Jeanne dArc'') in Frankreich von 1928, der heute zu den bedeutendsten Filmwerken der gesamten Filmgeschichte gezählt wird. Der Film gilt als einer der bedeutendsten französischen Filme, obgleich Dreyer ansonsten eher in der künstlerischen Tradition des skandinavischen Films stand.

Seinen ersten Tonfilm, Vampyr – Der Traum des Allan Grey, drehte er 1932 wieder in Deutschland. Der Film gilt heute als Klassiker des Horrorfilms, obwohl er keine expliziten Gewaltszenen enthält. Beim zeitgenössischen Publikum war er, wie auch sein Vorgänger, ein Misserfolg. Dreyer ging zurück in sein Heimatland und erst 1943 erschien sein nächster Film Tag der Rache, in dem er Hexenglaube und -verfolgung am Beginn der Neuzeit mit visuell kraftvollen Bildern thematisierte. Nach 1946 drehte Dreyer für die dänische Regierung einige Dokumentarfilme. Mit seinen letzten beiden Werken, Das Wort (1955) und Gertrud nach einem Bühnenstück von Hjalmar Söderberg, schuf Dreyer erneut Filmkunst von bleibendem Wert. Mit der Fixierung auf das Wesentliche in seinem Film „Gertrud“, stieß Dreyer zur Zeit der Premiere 1964 noch auf Unverständnis, die besondere Modernität dieses Meisterwerks begriff man erst nach seinem Tod wirklich.

Carl Theodor Dreyer gilt heute als einer der wichtigsten Visionäre des Kinos und steht als einer der bedeutendsten europäischen Regisseure seiner Zeit neben Fritz Lang und Friedrich Wilhelm Murnau.

Filme (Auswahl)

  • 1919: Der Präsident (Præsidenten)
  • 1920: Die Pfarrerswitwe (Prästänkan)
  • 1921: Blätter aus dem Buche Satans (Blade af Satans bog)
  • 1922: Die Gezeichneten
  • 1922: Es war einmal (Der var engang)
  • 1924: Michael
  • 1925: Du sollst deine Frau ehren (Du skal ære din hustru)
  • 1926: Die Braut von Daalenhof (Glomdalsbruden)
  • 1928: Die Passion der Jungfrau von Orleans (La passion de Jeanne dArc'')
  • 1932: Vampyr – Der Traum des Allan Grey
  • 1936: L’esclave blanc (ungenannt)
  • 1942: Mødrehjælpen
  • 1943: Tag der Rache (Vredens dag)
  • 1945: Två människor
  • 1946: Vandet på landet
  • 1947: Kampen mod kræften
  • 1947: Landsbykirken
  • 1948: De nåede færgen
  • 1949: Thorvaldsen
  • 1950: Storstrømsbroen
  • 1955: Et slot i et slot
  • 1955: Das Wort (Ordet)
  • 1964: Gertrud

Literatur

  • Martin Abraham: "Carl Theodor Dreyer: Film und Literatur, Melodrama und Tragödie, Abstraktion und Realismus, Gut und Böse", (Teil 1: Skandinavistik 2007/2, S. 153-175.), (Teil 2: European Journal of Scandinavian Studies 2010 (38), S.38-60, ISSN (Online) 2191-1738, ISSN (Print) 0342-8427.)
  • David Bordwell: The Films of Carl-Theodor Dreyer, . Univ. of California Pr., 1981, 0-520-03987-4
  • Raymond Carney: Speaking the Language of Desire: The Films of Carl Dreyer, . Cambridge University Press, 1989, 0-521-37807-9
  • Carl Theodor Dreyer: Four Screenplays, London, 1970, ISBN 0-500-50002-9.
  • Jean Drum, Dale D. Drum: My Only Great Passion: The Life and Films of Carl Th. Dreyer: The Life and Films of Carl Th. Dreyer (Scarecrow Filmmakers), . Scarecrow Press, 2000, 0-8108-3679-3
  • Filmwärts, Nr.14, Herbst 1989, (Schwerpunkt Dreyer).
  • Jytte Jensen (Hg.): Carl Th. Dreyer, New York, The Museum of Modern Art, 1988, ISBN 0-87070-305-6.
  • Edvin Kau: Dreyers Filmkunst, Kopenhagen, 1989, ISBN 87-500-2859-6
  • Donald Skoller: Dreyer in Double Reflection: Translation of Carl Th. Dreyer’s Writings About the Film (Om Filmen), . Da Capo Pr., 1991, 0-306-80458-1
  • Paul Schrader: Transcendental style in film: Ozu, Bresson, Dreyer, University of California, 1972, ISBN 0-306-80335-6.
  • Jean Sémolué: Carl Th. Dreyer. Le mystère du vrai, Paris, Cahiers du Cinéma, 2005, ISBN 2-86642-408-5

Weblinks

  • Carl Theodor Dreyerabgerufen am: 03.11.2009

  • Carl Th. Dreyer – The man and his works. englischsprachige Seite des Det Danske Filminstitut über Dreyer.

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Auflistung von Filmen bei denen Carl Theodor Dreyer Regie geführt hat.

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Drama
Regie: Carl Theodor Dreyer
Tag der Rache Userwertung:

Produktionsjahr: 1943
Schauspieler/innen: Thorkild Roose, Lisbeth Movin, Preben Lerdorff Rye, Sigrid Neiiendam, Anna Svierkier, Preben Neergaard, Olaf Ussing, Albert Høeberg

Regie: Carl Theodor Dreyer
Vampyr – Der Traum des Allan Grey Userwertung:

Produktionsjahr: 1932
Schauspieler/innen: Julian West, Maurice Schutz, Rena Mandel, Sybille Schmitz, Albert Bras
FSK 12
Regie: Carl Theodor Dreyer
Die Passion der Jungfrau von Orléans (Die Passion der Jeanne d’Arc) Userwertung:

Produktionsjahr: 1928
Schauspieler/innen: Maria Falconetti, Eugène Silvain, André Berley, Maurice Schutz, Antonin Artaud, Michel Simon, Jean d’Yd, Louis Ravet, Armand Lurville, Jacques Arnna, Alexandre Mihalesco, Léon Larive, Jean Aymé, Gilbert Dacheux, Gilbert Dalleu, Paul Delauzac, Fournez-Gouffard

Regie: Carl Theodor Dreyer
Michael Userwertung:

Produktionsjahr: 1924
Schauspieler/innen: Walter Slezak, Benjamin Christensen, Nora Gregor, Alexander Murski, Grete Mosheim, Didier Aslan, Robert Garrison, Max Auzinger, Karl Freund, Wilhelmine Sandrock

Regie: Carl Theodor Dreyer
Die Gezeichneten Userwertung:

Produktionsjahr: 1922
Schauspieler/innen: Polina Piechowska, Wladimir Gaidarow, Adele Reuter-Eichberg, Johannes Meyer, Thorleif Reiss, Richard Boleslawski, Duwan-Torzow, Sylvia Torf, Hugo Döblin, Iwan Bulatoff, Elisabeth Pinajeff, Emmy Wyda, Tatjana Tarydina, Friedrich Kühne, W. Tschernoff, M. Hoch-Pinnova

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