Schauspieler/in / Regisseur/in

Angelina Jolie

* 04.06.1975 - Los Angeles, Kalifornien

Über Angelina Jolie

Angelina Jolie

Angelina Jolie (* 4. Juni 1975 als Angelina Jolie Voight in Los Angeles) ist eine US-amerikanische Schauspielerin, Regisseurin, Drehbuchautorin und Filmproduzentin. Sie ist zudem Sondergesandte des UN-Flüchtlingshochkommissars António Guterres[1] und ehemalige Sonderbotschafterin für das UNO-Hochkommissariat für Flüchtlinge (UNHCR).

Internationale Bekanntheit erlangte sie vor allem mit ihrer Darstellung der Videospielheldin Lara Croft in Lara Croft: Tomb Raider (2001). Ihren größten kommerziellen Erfolg hatte sie mit der Actionkomödie Mr. & Mrs. Smith (2005).

Mit ihren schauspielerischen Leistungen gewann Jolie drei Golden Globe Awards, zwei Screen Actors Guild Awards und für ihre Rolle einer psychisch Kranken in dem Film Durchgeknallt (1999) einen Oscar als Beste Nebendarstellerin.

Jolie unterstützt humanitäre Projekte weltweit und ist besonders für ihre Arbeit mit Flüchtlingen für das UNHCR bekannt.

Leben

Frühe Jahre

Angelina Jolie ist die Tochter des Schauspielerehepaares Jon Voight und Marcheline Bertrand, die jüngere Schwester des Schauspielers James Haven Voight (* 1973) und die Nichte des Songwriters Chip Taylor. Ihre Taufpaten sind die Schauspieler Jacqueline Bisset und Maximilian Schell.[2][3] Jolie hat deutsche und tschechoslowakische Vorfahren väterlicherseits sowie kanadische und angeblich irokesische Vorfahren mütterlicherseits.[4] Letzteres wurde von Jon Voight in einem Interview allerdings bestritten. Die irokesische Abstammung Bertrands sei erfunden worden, um ihr aus Karrieregründen ein exotisches Image zu verleihen.[5] Ein Urgroßelternpaar Jolies stammt aus Büren in Westfalen.[6]

Jolies Eltern, die am 12. Dezember 1971 geheiratet hatten, trennten sich 1976. Bertrand reichte 1978 die Scheidung ein, die am 14. April 1980 rechtskräftig wurde.[7][8] Nach der Trennung ihrer Eltern wuchs Jolie zusammen mit ihrem Bruder bei ihrer Mutter auf, die ihre eigenen Schauspielambitionen aufgab und mit den Kindern und ihrem neuen Lebensgefährten Bill Day nach Palisades in den US-Bundesstaat New York zog,[9][10] wo Jolie im Nachbarort Tappan die William O. Schaefer Elementary School besuchte.[11] Zeit mit ihrem Vater verbrachte Jolie daraufhin meist nur während der Schulferien oder wenn er sie und ihren Bruder zu Dreharbeiten mitnahm.[10] Jolie erklärte später, dass aber nicht ihr berühmter Vater, der 1979 für seine Rolle in dem Film Coming Home – Sie kehren heim (1978) den Oscar als bester Hauptdarsteller gewonnen hatte, ihr Interesse an der Schauspielerei geweckt habe, sondern die regelmäßigen Kino- und Theaterbesuche mit ihrer Mutter und ihrem Bruder während ihrer Kindheit.[12][13]

Als Jolie elf Jahre alt war, zog die Familie zurück nach Los Angeles,[9] wo sie bis 1989 die El Rodeo Elementary School im Stadtteil Beverly Hills besuchte.[14] In ihrer Zeit an der Beverly Hills High School fühlte sie sich oftmals isoliert unter ihren Mitschülern, die größtenteils aus wohlhabenden Familien stammten, während ihre Mutter mit einem bescheidenen Einkommen auskommen musste. Jolie trug Kleidung aus Secondhand-Läden und wurde von anderen Schülern auf Grund ihrer ausgeprägten Gesichtszüge und äußerst schlanken Erscheinung geneckt. Mit wachsender Unzufriedenheit durchlebte sie in ihrer Jugend eine Phase autoaggressiven Verhaltens; sie beschrieb dies später mit den Worten: „Ich sammelte Messer und hatte immer bestimmte Dinge um mich. Aus irgendeinem Grund war das Ritual, mich selbst zu schneiden und die Schmerzen zu spüren, vielleicht sich lebendig zu fühlen und ein Gefühl der Befreiung zu verspüren, irgendwie therapeutisch für mich.“[15] Heute blickt Jolie auf diese Phase ihres Lebens mit der Bemerkung zurück: „Im Herzen bin ich noch immer nur ein Punk-Kid mit Tattoos.“[16]

Neben der Schule nahm Jolie Schauspielunterricht am Lee Strasberg Theatre and Film Institute, an dem sie zwei Jahre lang das Method Acting erlernte und in mehreren Bühnenproduktionen auftrat. Mit 14 Jahren erhielt sie einen Vertrag als Fotomodell bei der Agentur Finesse Model Management; ihre Versuche, in diesem Geschäft Fuß zu fassen, blieben jedoch ohne nennenswerten Erfolg.

Mit 16 Jahren machte Jolie im Rahmen eines eigenverantwortlichen Lernprogramms vorzeitig ihren Schulabschluss und mietete sich ein eigenes Apartment in der Nähe der Wohnung ihrer Mutter. Sie dachte einige Zeit ernsthaft darüber nach, Bestattungsunternehmerin zu werden, entschied sich dann jedoch für die Schauspielerei.

Karrierebeginn (1982; 1991–1997)

In Zwei in der Tinte (1982) stand Jolie gemeinsam mit ihren Eltern zum ersten Mal für einen Film vor der Kamera:[17] Während ihr Vater in der Komödie an der Seite von Ann-Margret die männliche Hauptrolle spielte, waren Jolie und Bertrand in kleineren Nebenrollen zu sehen. Voight beschrieb das Verhalten seiner damals fünfjährigen Tochter während der Dreharbeiten im Jahr 1980 als „gelangweilt“. „Sie war nicht gerade begeistert, mitzuwirken. Aber sie hat uns die Schau gestohlen, weil sie so ehrlich und echt war.“[18]

Ihre ersten professionellen Engagements als Schauspielerin erhielt Jolie in den Musikvideos zu Lenny Kravitz’ Stand by My Woman, Antonello Vendittis Alta Marea (beide 1991), The Lemonheads’ It’s About Time und Meat Loafs Rock and Roll Dreams Come Through (beide 1993).

Außerdem stand sie für fünf Studentenfilme ihres Bruders vor der Kamera, als dieser die USC School of Cinematic Arts in Los Angeles besuchte. Sie spielte auch in den Kurzfilmen Angela & Viril sowie Alice & Viril (beide 1993) von Regisseur Steven Shainberg mit.

In dem darauf folgenden Low-Budget-Film Cyborg 2 (1993) verkörperte sie einen menschenähnlichen Roboter, der darauf programmiert ist, sich mit Verführungskünsten den Weg ins Hauptquartier des Feindes zu bahnen und dort zu explodieren. Jolie über den Film: „Nachdem ich ihn gesehen hatte, ging ich nach Hause und musste mich übergeben.“ Die New York Times schrieb jedoch über ihre Darstellung: „Auch wenn sich ihr Schauspiel in Cyborg 2 noch in seiner Versuch und Irrtum-Phase befand, enthielt es bereits die Saat ihrer heutigen Darstellungsweise. Bereits als Teenager … wusste Jolie, die Leinwand mit ihrer Präsenz auszufüllen.[18]

Nach einer Rolle in dem Thriller Without Evidence (1995) spielte Jolie an der Seite von Jonny Lee Miller und Matthew Lillard die Hackerin Kate „Acid Burn“ Libby in dem Spielfilm Hackers – Im Netz des FBI (1995). Die New York Times schrieb: „Kate (Angelina Jolie) fällt auf. Sie zieht ein noch mürrischeres Gesicht als die übrigen Darsteller und sie ist diese seltene weibliche Hackerin, die bewusst in einem durchsichtigen Top an ihrer Tastatur sitzt. Trotz ihres verdrießlichen Auftretens, und das ist alles, was die Rolle erfordert, hat Frau Jolie das süße engelhafte Aussehen ihres Vaters Jon Voight geerbt.“ Der Film spielte keinen Gewinn an den Kinokassen ein, entwickelte sich aber zu einem Kulthit, nachdem er auf Video erschien.

In der Komödie Liebe und andere … (1996), einer modernen Adaption von Romeo und Julia unter zwei rivalisierenden italienischen Restauranteigentümern in der New Yorker Bronx, trat sie in der Rolle der Gina Malacici vor die Kamera. Im Roadmovie Nichts als Trouble mit den Frauen (1996) spielte sie den Teenager Eleanor Rigby, der sich in Danny Aiello’s Filmcharakter verliebt, während dieser versucht, ihre Mutter (Anne Archer) zu erobern. Im Jahr 1996 erschien sie außerdem in dem Film Foxfire als Margret „Legs“ Sadovsky, eines von fünf Mädchen, die einen ungewöhnlichen Bund eingehen, nachdem sie einen Lehrer zusammengeschlagen haben, der sie sexuell belästigt hatte. Die Los Angeles Times schrieb über Jolies Leistung: „Es bedurfte einer Menge, diese Figur zu entwickeln, aber Jolie, Jon Voights umwerfende Tochter, hat die Präsenz, das Stereotyp zu überwinden. Obwohl die Geschichte von Maddy erzählt wird, ist Legs das Thema und der Katalysator.“[19]

1997 spielte Jolie zusammen mit David Duchovny in dem Thriller Playing God. Der Film erzählt die Geschichte eines Chirurgen, der seine Approbation verliert und tief in die kriminelle Unterwelt hineingezogen wird, wo er Jolies Figur Claire trifft. Der Film fand bei den Kritikern wenig Beifall, sodass Roger Ebert zu erklären versuchte: „Angelina Jolie findet eine gewisse Wärme in einer Rolle, die normalerweise hart und aggressiv ist; sie erscheint zu nett, um die Freundin eines Verbrechers zu sein, und vielleicht ist sie es auch.“[20] Danach wirkte sie in dem Fernsehfilm True Women (1997) mit, einem historisch-romantischen Drama im Wilden Westen, basierend auf dem gleichnamigen Roman von Janice Woods Windle.

Im selben Jahr spielte sie außerdem eine Stripperin im Musikvideo Anybody Seen My Baby?, einem Lied der Rolling Stones.

Schauspielerischer Durchbruch (1998–2000)

Jolies Karriere erhielt Auftrieb, als sie im Jahr 1998 für ihre Rolle in der Filmbiografie Wallace (1997) mit dem Golden Globe als Beste Nebendarstellerin in einem Fernsehfilm ausgezeichnet wurde und eine Nominierung für den Emmy erhielt. Unter der Regie von John Frankenheimer sowie an der Seite von Gary Sinise und Mare Winningham verkörperte Jolie in dem Film Cornelia Wallace, die zweite Ehefrau von George Wallace, seinerzeit Gouverneur von Alabama und Anhänger der Rassentrennung, der angeschossen und querschnittsgelähmt wurde, als er für die US-amerikanische Präsidentschaft kandidierte.

1998 erschien Jolie im HBO-Projekt Gia – Preis der Schönheit, einem Fernsehfilm über das Leben des lesbischen Supermodels Gia Carangi. Der Film beschreibt eine Welt von Sex und Drogen sowie Carangis emotionalen Niedergang und ihren Tod durch AIDS. Vanessa Vance von Reel.com schrieb: „Angelina Jolie erntete große Anerkennung für ihre Rolle als Gia, und es ist leicht zu verstehen warum. Jolie ist ergreifend in ihrer Darstellung, die den Film mit Nerv, Charme und Verzweiflung füllt, und ihre Rolle ist möglicherweise das schönste Wrack, das jemals gefilmt wurde.“[21] Jolie gewann ihren zweiten Golden Globe und erhielt erneut eine Nominierung für den Emmy, außerdem ihren ersten Screen Actors Guild Award. Jolie zog es in ihren Anfangsjahren häufig vor, entsprechend Lee Strasbergs Method Acting, auch in Drehpausen vollkommen in ihrer Rolle zu verbleiben. Während der Dreharbeiten zu Gia erklärte sie ihrem damaligen Ehemann Jonny Lee Miller, sie sei nicht in der Lage, ihn anzurufen. „Ich sagte ihm: ‚Ich bin allein; ich sterbe; ich bin lesbisch; ich werde dich in den nächsten Wochen nicht sehen.‘“[22]

Nach Gia zog Jolie kurzzeitig nach New York, da sie das Gefühl hatte, sie habe „nichts mehr zu geben.“ Sie schrieb sich an der New York University ein, um Film zu studieren, und besuchte Klassen für Drehbuchautoren. Später beschrieb sie diese Zeit als „einfach gut, um mich selbst zu finden.“[23]

Jolie kehrte als Gloria McNeary in dem Gangsterfilm Hell’s Kitchen – Vorhof zur Hölle (1998) auf die Leinwand zurück und trat im selben Jahr auch als junge Partygängerin Joan in dem Episodenfilm Leben und lieben in L.A. auf. Das Ensemble umfasste unter anderem Sean Connery, Gillian Anderson, Ryan Phillippe und Jon Stewart. Der Film erhielt überwiegend positive Rezensionen und Jolie erntete besonderes Lob. Der San Francisco Chronicle schrieb: „Jolie, die sich durch ein überzogenes Skript kämpft, ist eine Sensation als die verzweifelte Klubgängerin, die lernen muss, was sie bereit ist, aufs Spiel zu setzen.“[24] Das US-amerikanische National Board of Review zeichnete sie als beste Nachwuchsdarstellerin aus.

1999 erschien sie neben John Cusack, Billy Bob Thornton und Cate Blanchett in Mike Newells Komödiendrama Turbulenzen – und andere Katastrophen, ein Film über die Rivalität zweier Fluglotsen. Sie spielte Thorntons verführerische Ehefrau Mary Bell und im darauffolgenden Jahr heiratete sie Thornton auch im echten Leben. Der Film hinterließ gemischte Reaktionen, Jolies Figur wurde besonders kritisiert. Die Washington Post schrieb: „Mary (Angelina Jolie) ist eine völlig lächerliche Autorenkreation; eine Frau, die über sterbende Hibiskuspflanzen weint, eine Menge türkiser Ringe trägt und furchtbar einsam wird, wenn ihr Mann nachts nicht nach Hause kommt.“[25] Dann arbeitete sie mit Denzel Washington zusammen in Der Knochenjäger (1999), einer Adaption des gleichnamigen Romans von Jeffery Deaver. Sie spielte Amelia Donaghy, eine Polizeibeamtin, die vom Selbstmord ihres Vaters gequält wird und nur widerwillig zustimmt, dem ehemaligen Detective Rhyme zu helfen, einen Serienmörder zu jagen. Der Film spielte weltweit 151 Mio. US-Dollar ein,[25] wurde jedoch überwiegend negativ besprochen. Die Detroit Free Press schrieb: „Jolie, auch wenn sie immer köstlich anzusehen ist, ist schlicht und einfach fehlbesetzt.“[26]

Danach nahm Jolie die Nebenrolle Lisa Rowe in Durchgeknallt (1999) an. Der Film erzählt die Geschichte der Psychiatriepatientin Susanna Kaysen und basiert auf Kaysens Memoiren Girl, Interrupted. Das Psychodrama war ursprünglich als Comeback für die Hauptdarstellerin Winona Ryder konzipiert, wurde stattdessen aber zu Jolies endgültiger Etablierung in Hollywood. Sie gewann ihren dritten Golden Globe, ihren zweiten Screen Actors Guild Award und den Oscar als beste Nebendarstellerin. Variety schrieb, „Jolie ist ausgezeichnet als das extravagante, unverantwortliche Mädchen, das sich letztendlich als viel entscheidender für Susannas Rehabilitation erweist als die Ärzte“[27] und Roger Ebert urteilte über ihre Leistung: „Jolie entwickelt sich zu einem der großen Freigeister gegenwärtiger Filme, eine lose Kanone, die dennoch tödlich ins Ziel trifft.“[28]

Im Sommer 2000 erschien Jolie in ihrem ersten Blockbuster, Nur noch 60 Sekunden, als Sarah „Sway“ Wayland, Ex-Freundin des Autodiebs Nicolas Cage. Die Rolle war verhältnismäßig klein und die Washington Post kritisierte: „Alles was sie in diesem Film tut, ist herumstehen, sich abkühlen und ihre fleischigen, pulsierenden Muskelröhren zur Schau stellen, die so provozierend um ihre Zähne herum nisten.“[29] Sie erklärte später, der Film sei für sie nach der anstrengenden Rolle in Durchgeknallt eine willkommene Abwechslung gewesen - und es wurde ihr zunächst kommerziell erfolgreichster Film mit einem internationalen Einspielergebnis von 237 Mio. US-Dollar.[25]

Internationaler Erfolg (seit 2001)

Obwohl sie nach dem Oscargewinn für ihre schauspielerischen Fähigkeiten bekannt war, hatten ihre Filme bis dahin selten ein breites Publikum erreicht, doch Lara Croft: Tomb Raider (2001) machte sie zu einem internationalen Superstar. Die Titelrolle des bekannten Videospiels verlangte von Jolie einen britischen Akzent und ein umfassendes Martial-Arts-Training. Sie erhielt große Anerkennung für ihre Darbietung, der Film wurde jedoch allgemein negativ aufgenommen. Slant Magazine schrieb: „Angelina Jolie wurde geboren, um Lara Croft zu spielen, aber Regisseur Simon West erlaubt ihr nur einen Ausflug in ein billiges Computerspiel.“[30] Der Film wurde nichtsdestoweniger zu einem großen internationalen Erfolg, er spielte weltweit 275 Millionen US-Dollar ein[31] und begründete Jolies Reputation als weiblicher Action-Star.

Anschließend erschien Jolie als Katalogbraut Julia Russell neben Antonio Banderas in Original Sin (2001), einem auf Cornell Woolrichs Roman Waltz into Darkness basierenden Thriller. Der Film fiel bei der Kritik weitgehend durch und die New York Times bemerkte: „Die Geschichte sinkt steiler in sich zusammen als Frau Jolies gewagtes Dekolleté.“[32] 2002 spielte sie Lanie Kerrigan in Leben oder so ähnlich, einem Film über eine ehrgeizige Fernsehreporterin, der prophezeit wird, binnen einer Woche zu sterben. Der Film erhielt negative Rezensionen, auch wenn Jolies Spiel häufig positiv hervorgehoben wurde. Paul Clinton von CNN urteilte: „Jolie ist ausgezeichnet in ihrer Rolle. Trotz eines teilweise lächerlichen Plots in der Mitte des Films ist die Oscar-gekrönte Schauspielerin äußerst glaubhaft in ihrer Selbstfindung um die wahre Bedeutung vom erfüllten Leben.“[33]

Jolie kehrte 2003 in ihrer Rolle als Lara Croft in Lara Croft: Tomb Raider – Die Wiege des Lebens zurück. Die Fortsetzung erwies sich als weniger attraktiv als das Original, spielte aber dennoch 157 Mio. US-Dollar an den internationalen Kinokassen ein.[25] Im selben Jahr trat sie außerdem in Jenseits aller Grenzen auf, einem Film über humanitäre Hilfe in Afrika. Der Film fiel bei Kritikern und Publikum durch und Jolie wurde für die Goldene Himbeere als schlechteste Schauspielerin nominiert. Die Los Angeles Times schrieb: „Jolie kann Lebhaftigkeit und Glaubwürdigkeit in Figuren bringen, die eine für sie nachvollziehbare Realität haben, wie sie es in ihrer Oscar-Rolle in ‚Durchgeknallt‘ bewies. Sie kann auch bekannte Cartoons spielen, was sie in den Lara-Croft-Filmen zeigte. Aber der Limbo eines gespaltenen Charakters, einer schlecht geschriebenen Figur in einer von Fliegen befallenen und mit Blut und Eingeweiden übersäten Welt, besiegt sie völlig.“[34] Weiterhin war sie im Musikvideo zu Did My Time der Band Korn zu sehen.

2004 war Jolie zusammen mit Ethan Hawke und Kiefer Sutherland in dem Thriller Taking Lives auf der Leinwand zu sehen. Sie spielte Illeana Scott, eine FBI-Profilerin, die die Polizei in Montreal dabei unterstützen soll einen Serienmörder zu überführen. Der Film stieß auf gemischte Reaktionen und brachte ihr eine zweite Himbeeren-Nominierung ein. Der Hollywood Reporter schrieb: „Angelina Jolie spielt eine Rolle, die sich wie etwas anfühlt, das sie schon einmal getan hat, aber sie fügt einen unverkennbaren Schuss von Aufregung und Glamour hinzu.“[35] Jolie lieferte die Stimme für Lola, einem Fisch im DreamWorks SKG Animationsfilm Große Haie – Kleine Fische (2004); weitere Rollen wurden von Will Smith, Martin Scorsese, Renée Zellweger, Jack Black und Robert De Niro gesprochen. Jolie übernahm 2004 auch einen kurzen Gastauftritt als Franky in Sky Captain and the World of Tomorrow neben Jude Law, einem Science-Fiction-Film, der komplett vor einem Bluescreen gedreht wurde und bei dem fast alle Sets und Requisiten in der Nachbearbeitung computergeneriert eingefügt wurden. Jolie spielte außerdem Olympias in (2004), s Filmbiographie über das Leben von . Der Film fiel in den Vereinigten Staaten durch, was Stone mit der Darstellung von Alexander als homosexuell in Verbindung brachte,[36] außerhalb Nordamerikas spielte er jedoch 133 Mio. US-Dollar ein.[25] Newsday schrieb über Jolies Leistung: „Jolie ist die Einzige im gesamten Film, die Spaß mit ihrer Rolle zu haben scheint, und man vermisst sie jedes Mal, wenn sie nicht auf der Leinwand zu sehen ist.“[37]

Jolies einziger Film 2005, s Actionkomödie Mr. & Mrs. Smith, ist ihr bis heute größter kommerzieller Erfolg. Der Film erzählt eine Geschichte von gelangweilten Eheleuten, die herausfinden, dass sie beide ein Doppelleben als Profikiller führen. Jolie spielte die Agentin Jane Smith neben . Der Film wurde überwiegend positiv aufgenommen und besonders die gute Chemie zwischen den beiden Hauptdarstellern wurde hervorgehoben. Die Star Tribune erklärte: „Während die Geschichte willkürlich erscheint, lebt der Film von seinem geselligen Charme, der galoppierenden Energie und der thermonuklearen Chemie zwischen den beiden Stars.“[38] Der Film spielte weltweit über 478 Mio. US-Dollar ein und wurde zu einem der größten Erfolge des Kinojahres.[25]

In dem folgenden Jahr übernahm Jolie neben eine Nebenrolle in Robert De Niros , einem Film über die frühe Geschichte der CIA, erzählt aus der Sicht von Edward Wilson. Jolie trat als Margaret Russell auf, Wilsons vernachlässigte Ehefrau, die zunehmend unter den Auswirkungen der Arbeit ihres Ehemanns leidet. Die kommentierte: „Jolie altert überzeugend im Laufe des Films und ist erfreulich unbesorgt, wie ihre spröde Figur beim Publikum ankommen könnte.“[39]

Mit dem Dokumentarfilm A Place in Time hatte Jolie 2007 ihr Regiedebüt. Es beschreibt das Geschehen an 27 verschiedenen Orten der Welt innerhalb einer Woche. An dem Projekt wirkten unter anderen ihre Schauspielkollegen Jude Law, , und Jonny Lee Miller mit und es soll vor allem an amerikanischen High Schools gezeigt werden. Jolie spielte außerdem Mariane Pearl in s Dokumentardrama über die Entführung und Ermordung des -Reporters in . Der Film basiert auf Mariane Pearls Memoiren Ein mutiges Herz: Leben und Tod des Journalisten Daniel Pearl und hatte seine Uraufführung bei den . Der Hollywood Reporter beschrieb Jolies Darstellung als „akkurat und bewegend, respektvoll gespielt und den schwierigen Akzent dabei fest im Griff.“ Sie erhielt für die Rolle ihre vierte - und die dritte -Nominierung. Daneben trat sie als Grendels Mutter in einer Nebenrolle in ’ animiertem Epos (2007) auf, der mit Hilfe der verfilmt wurde.

Jolie war im Sommer 2008 in dem Actionfilm , einer Adaption der von , zu sehen sowie in dem (DreamWorks SKG) als Stimme der Tigerin zu hören. Wanted, der in Deutschland keine Jugendfreigabe erhielt, löste eine kontroverse Diskussion um die Darstellung von Gewalt im Kino aus, war jedoch mit einem Einspielergebnis von 343 Mio. US-Dollar[40] weltweit erfolgreich.

wählte sie als Hauptdarstellerin für seinen Thriller . Dieser Film erhielt sehr gute Kritiken und wurde 2008 bei den gezeigt. Jolie wurde für ihre Darstellung der um ihren Sohn kämpfenden Christine Collins erstmals für den Oscar als nominiert. 2009 begann sie mit den Dreharbeiten zu dem Action-Thriller , in dem sie die Agentin Evelyn Salt spielt, die der Spionage bezichtigt wird und daraufhin eine neue Identität annehmen muss. Salt kam im Sommer 2010 in die deutschen Kinos.

Im Februar 2010 begannen die Dreharbeiten zu dem Film , in dem Regie führte und die männliche Hauptrolle spielte.[41] Der Film feierte seine Weltpremiere am 7. Dezember 2010 in .[42] Sowohl Johnny Depp als auch Jolie wurden für ihre schauspielerischen Leistungen in dem Thriller jeweils für den nominiert. Die Verleihung wurde am 16. Januar 2011 vorgenommen.

Im Herbst 2010 fanden die Dreharbeiten zu in statt. Das Kriegsdrama, bei dem Jolie Regie führte und für welches sie das Drehbuch schrieb, erzählt eine Liebesgeschichte während des es von 1992 bis 1995. Jolie besetzte die Rollen ausschließlich mit bosnischen, serbischen und kroatischen Schauspielern wie Zana Marjanovic, Nikola Djuricko und , die den Krieg selbst miterlebt haben. „Sie waren außergewöhnlich. Ich fühlte mich privilegiert und geehrt, mit ihnen arbeiten zu dürfen und freue mich sehr darauf, dass alle bald deren unglaubliches Talent sehen können“, sagte Jolie der Branchenzeitschrift The Hollywood Reporter.[43] Nachdem Gerüchte über die Filmhandlung in Umlauf gebracht worden waren, wonach der Film die Liebe einer bosnischen Frau zu ihrem serbischen Vergewaltiger thematisieren würde, rief dies scharfe Kritik und Proteste der bosnischen Vereinigung Women Victims of War hervor. Bosniens Kulturminister Gavrilo Grahovac entzog Jolie daraufhin die Drehgenehmigung für die Hauptstadt . Die Gerüchte sollten sich jedoch später als falsch erweisen.[44] Der Film lief am 23. Dezember 2011 in den US-amerikanischen Kinos an.[45] Wann und unter welchem Titel der Film im deutschsprachigen Raum erscheinen wird, ist noch nicht bekannt.

Humanitäres Engagement

Bei den Dreharbeiten zu Lara Croft: Tomb Raider im zu großen Teilen kam Jolie zum ersten Mal persönlich mit konkreten humanitären Problemen in Kontakt. Sie wandte sich an das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR, um weitere Informationen über internationale Krisenherde zu erhalten und stimmte in den darauf folgenden Monaten zu, verschiedene zu besuchen. Im Februar 2001 brach sie zu ihrer ersten Reise auf, einer achtzehntägigen Mission durch und ; sie berichtete später, wie schockiert sie von den Bedingungen war, die sie dort vorfand. Sie kehrte für zwei Wochen nach Kambodscha zurück und besuchte danach Flüchtlinge in , für die sie im Rahmen eines internationalen UNHCR-Dringlichkeitsappells eine Million US-Dollar spendete.[46] Sie bestand darauf, alle im Zusammenhang ihrer Reisen entstandenen Kosten selbst zu übernehmen, und teilte bei ihren Besuchen die spärlichen Arbeitsbedingungen und Unterbringungen mit den Helfern vor Ort.[47]

UNHCR zeigte sich von Jolies Interesse für Flüchtlinge beeindruckt und ernannte sie am 27. August 2001 im er Hauptquartier zur UNHCR-Sonderbotschafterin.[48] In einer Pressekonferenz erklärte sie ihre Beweggründe, der Flüchtlingsorganisation beizutreten: „Wir können uns nicht vor Informationen verschließen und die Tatsache ignorieren, dass es Millionen von Menschen auf der Welt gibt, die leiden. Ich möchte helfen. Ich glaube nicht, dass ich mich dabei von anderen Menschen unterscheide. Ich denke, wir wünschen uns alle Gerechtigkeit und Gleichheit, eine Chance für ein Leben mit Bedeutung. Wir alle würden gerne daran glauben, dass uns jemand beistünde, sollten wir einmal in eine schlechte Situation geraten.“[47]

Während ihrer ersten drei Jahre als Sonderbotschafterin konzentrierte Jolie ihre Bemühungen auf Reisen und besuchte Flüchtlinge in verschiedenen Teilen der Welt. Auf die Frage, was sie zu erreichen erhoffe, antwortete sie: „Mehr Bewusstsein über die Lage dieser Menschen zu schaffen. Ich denke, sie sollten dafür gelobt werden, was sie überlebt haben und nicht auf sie herab gesehen werden.“[49] 2002 besuchte Jolie das Tham Hin-Flüchtlingslager in und Flüchtlinge in . Sie reiste außerdem zu UNHCR-Einrichtungen im und stattete dem -Flüchtlingslager in Kenia, das Vertriebene aus dem aufnahm, einen Besuch ab. Während der Dreharbeiten zu Jenseits aller Grenzen besuchte sie außerdem nische Flüchtlinge in .

2003 unternahm Jolie eine sechstägige Mission nach Tansania, wo sie Lager für Flüchtlinge in der westlichen Grenzregion besuchte, und sie reiste für eine Woche nach . Sie begab sich außerdem auf eine viertägige Mission in den in und veröffentlichte zum Kinostart von Jenseits aller Grenzen im Oktober 2003 das Buch Tagebuch einer Reise – Begegnungen mit Flüchtlingen in Afrika, Kambodscha, Pakistan und Ecuador, eine Zusammenstellung von Notizen ihrer frühen Reisen (2001–2002). Bei einem privaten Aufenthalt in im Dezember 2003 besuchte sie ische Flüchtlinge in der jordanischen Wüste und esische Flüchtlinge in .

Auf ihrer ersten UNO-Reise innerhalb der begab sich Jolie im Jahr 2004 nach , wo sie in drei Einrichtungen besuchte, und sie besichtigte in Unterbringungen für Kinder und Jugendliche ohne Begleitung oder rechtlichen Beistand. Als Reaktion auf die sich durch den verschlechternde humanitäre Situation im Westen s flog sie im Juni 2004 nach und inspizierte Flüchtlingslager im Grenzgebiet zu . Vier Monate später kehrte sie in die Region zurück und begab sich direkt nach . Jolie besuchte 2004 auch afghanische Flüchtlinge in und stattete während eines privaten Aufenthalts im zur Weihnachtszeit dem regionalen UNHCR-Büro in einen Besuch ab und traf sich dort mit jungen Flüchtlingen und Krebspatienten.

Jolie besuchte im Mai 2005 afghanische Flüchtlinge in Pakistan und traf sich mit Pakistans Präsidenten und Premierminister . Sie kehrte im November zusammen mit Brad Pitt nach Pakistan zurück, um die Folgen des zu sehen. 2006 besuchten Jolie und Pitt eine vom -Musiker und seiner Wohltätigkeitsorganisation Yéle Haïti unterstützte Schule in und statteten im November während der Dreharbeiten zu in afghanischen und Flüchtlingen in einen Besuch ab. Jolie verbrachte den ersten Weihnachtstag 2006 mit kolumbianischen Flüchtlingen in , , wo sie Geschenke verteilte und sich mit Regierungsbeamten traf. Im Februar 2007 kehrte Jolie für eine zweitägige Mission nach Tschad zurück, um sich ein Bild von der sich verschlechternden Sicherheitslage für Flüchtlinge aus Darfur zu machen; Jolie und Pitt spendeten daraufhin eine Million US-Dollar an drei Hilfsorganisationen in Tschad und Darfur. Im August 2007 unternahm Jolie ihre erste Reise nach Syrien und in den Irak, wo sie neben irakischen Flüchtlingen auch US-Truppen traf. Sechs Monate später kehrte sie in den Irak zurück. Dabei reiste sie in die nach und traf sich unter anderem mit dem irakischen Ministerpräsidenten und dem US-Oberbefehlshaber in der Region, General .

Mit zunehmender Erfahrung begann Jolie humanitäre Probleme auch auf einer politischen Ebene zu thematisieren. Sie nimmt regelmäßig an den Feierlichkeiten zum Weltflüchtlingstag in teil und war 2005 und 2006 Gastrednerin auf dem in . Daneben versucht sie, Einfluss auf die Gesetzgebung in Washington zu nehmen. Sie traf sich seit 2003 mindestens zwanzig Mal mit Kongressabgeordneten und . Sie erklärte: „Auch wenn ich es vorziehen würde, nie nach Washington kommen zu müssen, ist das der Ort, um etwas zu bewegen.“[50]

Jolie unterstützte unter anderem ein Gesetz zum Schutz von minderjährigen n und sie war im März 2005 an der Gründung einer nationalen Organisation beteiligt, die minderjährige Asylbewerber, die ohne Eltern oder Verwandte in die USA einreisen, kostenlos vor Gericht vertritt; Jolie finanzierte die Einrichtung mit einer Spende von 500.000 US-Dollar für die ersten zwei Jahre.[51] Daneben unterstützte sie verschiedene Gesetzesvorhaben des , die Entwicklungshilfe für Kinder in der Dritten Welt zu verbessern.[50]

Neben ihren politischen Aktivitäten begann Jolie, das öffentliche Interesse an ihrer Person darauf zu verwenden, humanitäre Probleme in den zu platzieren. Im Mai 2005 filmte sie die -Sendung, The Diary Of Angelina Jolie & Dr. Jeffrey Sachs in Africa, eine Dokumentation, die sie und den bekannten Wirtschaftswissenschaftler auf einer Reise nach Sauri, einer entlegenen Gruppe von Dörfern im westlichen , begleitete. Dort arbeitet Sachs’ Team des mit Einheimischen zusammen, um Armut, Hunger und Krankheiten zu beenden. Im September 2006 verkündigte Jolie die Schaffung der Jolie/Pitt Foundation; die Stiftung tätigte zur Gründung zwei Spenden von jeweils einer Million US-Dollar an Global Action for Children und .[52]

Jolie erntete breite Anerkennung für ihre humanitäre Arbeit. 2003 war sie die erste Preisträgerin des neu geschaffenen Citizen of the World Award des Verbandes der UNO-Korrespondenten und 2005 erhielt Jolie den Global Humanitarian Award von der UNA-USA, einer amerikanischen Einrichtung zur Unterstützung der UNO.[53] Kambodschas König verlieh Jolie am 12. August 2005 die kambodschanische als Dank für ihre Arbeit zur Erhaltung der Umwelt in seinem Land; sie sicherte fünf Millionen US-Dollar zu, um die Tierwelt innerhalb eines Nationalparks in der nordwestlichen Provinz Battambang zu erhalten, in der sie ein Haus besitzt. 2007 wurde Jolie Mitglied des und mit dem Freedom Award des ausgezeichnet.

Im Jahr 2010 unterstützte die Schauspielerin die Initiative .

Im April 2012 wurde Jolie zur in Sarajevos ernannt.[54] In der Begründung hieß es, sie habe mit ihrem Regiedebüt dazu beigetragen, ein Stück Geschichte zu wahren und „die Prinzipien der Menschlichkeit, Demokratie, ebenso wie die Toleranz und die Solidarität von Menschen unterschiedlicher ethnischer Herkunft, Religion und kulturellem Hintergrund“ zu schützen.“[55]

Privatleben

Am 28. März 1996 heiratete Jolie den Schauspieler Jonny Lee Miller, den sie während den Dreharbeiten zu Hackers – Im Netz des FBI kennengelernt hatte. Jolie und Miller trennten sich nur ein Jahr später und wurden schließlich am 3. Februar 1999 formell geschieden. Die beiden blieben jedoch befreundet, und Jolie erklärte später: „Es kommt auf das richtige Timing an. Ich denke, er ist der beste Ehemann, den sich ein Mädchen wünschen kann. Ich werde ihn immer lieben – wir waren einfach zu jung.“[56]

Während der Dreharbeiten zu Foxfire (1996) ging Jolie eine sexuelle Beziehung mit ihrer Filmpartnerin ein.[57] Als sie in einem Interview mit im Jahr 2003 gefragt wurde, ob sie bisexuell sei, antwortete Jolie: „Natürlich. Wenn ich mich morgen in eine Frau verlieben würde, fände ich es in Ordnung, sie küssen und berühren zu wollen. Wenn ich mich in sie verliebte? Absolut, ja!“[58]

Am 5. Mai 2000 heiratete Jolie den 20 Jahre älteren Schauspieler Billy Bob Thornton, ihr Filmpartner aus Turbulenzen – und andere Katastrophen. Am 10. März 2002 adoptierte Jolie einen kambodschanischen Jungen (* 5. August 2001) aus einem Waisenhaus in und gab ihm den Namen Maddox Chivan. Nach der Scheidung von Thornton am 27. Mai 2003 erhielt Jolie das alleinige Sorgerecht. Über das plötzliche Ende ihrer Ehe befragt, antwortete sie: „Es hat mich selbst überrascht, fast über Nacht änderten wir uns völlig. Ich denke, irgendwann hatten wir einfach nichts mehr gemeinsam. Es ist unheimlich, aber … ich denke, dass es geschehen kann, wenn man sich aufeinander einlässt und sich selbst noch nicht kennt.“[59]

Im Juli 2002 reichte Jolie einen Antrag auf Namensänderung ein, um Voight als Nachnamen zu streichen und ihren gesetzlichen Namen in Angelina Jolie zu ändern; die Änderung wurde am 12. September 2002 offiziell bestätigt.[60] Im August desselben Jahres behauptete Voight im US-amerikanischen Fernsehen, seine Tochter habe „ernste emotionale Schwierigkeiten“. Jolie erklärte 2004, sie sei nicht länger an einer Beziehung zu ihrem Vater interessiert, und sagte: „Mein Vater und ich sprechen nicht miteinander. Ich ärgere mich nicht über ihn. Ich glaube nicht daran, dass man als Familie blutsverwandt sein muss, denn mein Sohn ist adoptiert, und eine Familie muss man sich verdienen.“ Sie gab an, dass sie die genauen Gründe für die Entfremdung von ihrem Vater nicht öffentlich machen wolle, aber sie glaube, es sei schädlich für sie, sich weiterhin mit ihrem Vater einzulassen, da sie gerade ihren Sohn adoptiert habe.[61]

Im Frühjahr 2005 geriet Jolie ins Visier der Boulevardpresse. Sie wurde beschuldigt, der Trennungsgrund des Schauspielerehepaares und gewesen zu sein. Die Boulevardmedien spekulierten, ob sie und Pitt während der Dreharbeiten von Mr. & Mrs. Smith eine Affäre begonnen hätten. Jolie bestritt dies in verschiedenen Interviews. 2005 erklärte sie: „Mit einem verheirateten Mann intim zu sein, obwohl mein eigener Vater meine Mutter betrogen hat, könnte ich nicht verzeihen. Ich könnte danach morgens nicht mehr in den Spiegel sehen. Ich fände keinen Mann attraktiv, der seine Frau betrügt.“[58]

Am 6. Juli 2005 adoptierte Jolie einen Säugling aus einem Waisenhaus in und gab dem äthiopischen Mädchen (* 8. Januar 2005) den Namen Zahara Marley. Nach einem Jahr intensiver Berichterstattung der Boulevardmedien, in dem sich beide – auch nach der Scheidung Pitts von Aniston im Oktober 2005 – nie zum Wesen ihrer Beziehung geäußert hatten, offenbarte Jolie am 11. Januar 2006 gegenüber , dass sie von Pitt ein Kind erwarte, und bestätigte damit zum ersten Mal in der Öffentlichkeit indirekt ihre Beziehung. Kurz darauf wurde die von Pitt beantragte Adoption von Jolies Adoptivkindern rechtsgültig.

Die erste leibliche Tochter des Paares wurde am 27. Mai 2006 in geboren. Für die Erlaubnis zur Veröffentlichung der ersten Fotos von Shiloh Nouvel Jolie-Pitt zahlte das People Magazine dem Paar 4,1 Mio. US-Dollar – den bis dahin höchsten Preis für sogenannte „Celebrity-Fotos“.[62]

Am 15. März 2007 adoptierte Jolie – wegen des vietnamesischen Adoptionsrechts zunächst alleine – einen Jungen (* 29. November 2003) aus einem Waisenhaus in . Ein Jahr später wurde auch Pitts Adoption von Pax Thien rechtskräftig.

Beim Filmfestival Cannes im Mai 2008 bestätigte Jolie ihre Schwangerschaft mit Zwillingen. Knox Léon und Vivienne Marcheline Jolie-Pitt wurden am 12. Juli 2008 in geboren. Die Rechte an den ersten öffentlichen Fotos der Zwillinge gingen für 14 Mio. US-Dollar erneut an das People Magazine, womit sie ihren eigenen Rekord der teuersten „Celebrity-Fotos“ von 2006 haushoch überboten.

Im April 2012 gab die Managerin von Brad Pitt die Verlobung des Paares bekannt.[63]

Medienpräsenz

Jolie ist heute eine der bekanntesten Persönlichkeiten weltweit. Laut Q-Score-Index von Marketing Evaluations Inc. kannten Jolie nach ihrem Oscargewinn 31 % der Befragten in den Vereinigten Staaten im Jahr 2000, 2006 war sie bereits für 81 % aller Amerikaner ein Begriff.[64] In einer globalen Studie auf 42 internationalen Märkten von aus dem Jahr 2006 wurde Jolie zusammen mit Brad Pitt zur weltweit bevorzugten Werbeträgerin für Marken und Produkte ermittelt.[65] Daneben wurde Jolie 2006 und 2008 von in deren jährliche Liste der 100 einflussreichsten Personen der Welt aufgenommen.[66] Vom US-amerikanischen Wirtschaftsmagazin wurde Jolie auf der sogenannten „Celebrity 100“, einer Rangliste der einflussreichsten Prominenten, 2006 auf Position 35 und 2007 auf Rang 14 geführt.

Im Februar 2007 wurde sie im Rahmen der britischen Fernsehshow The 100 Greatest Sex Symbols vor und zum größten aller Zeiten gewählt.[67] 2008 wählten die Leser der deutschen Jolie auf einer Liste der 100 schönsten Frauen auf Platz 12.

Das Ausmaß der Berichterstattung über Angelina Jolie wird auch daran deutlich, dass die Schauspielerin zwischen Mai 2011 und Mai 2012 auf den Titelblättern von mindestens 78 Zeitschriften zu sehen war.[68]

Trivia

2008 zählte Jolie laut zu den am besten verdienenden Schauspielerinnen in Hollywood. Zwischen Juni 2007 und Juni 2008 erhielt sie Gagen in Höhe von 14 Mio. US-Dollar.[69] 2011 hatte sie in einem neuerlichen Forbes-Ranking die Spitzenposition durch ihr Mitwirken in Salt und The Tourist (30 Mio. US-Dollar) gemeinsam mit inne.[70]

Angelina Jolie hat mehrere Tätowierungen auf ihrem Körper, darunter seit Frühjahr 2003 auch ein , das Unglück und Unfälle abwenden soll.[71]

Filmografie (Auswahl)

als Schauspielerin

  • 1982: Zwei in der Tinte (Lookin’ to Get Out)
  • 1993: Angela & Viril (Kurzfilm)
  • 1993: Cyborg 2
  • 1995: Without Evidence
  • 1995: Hackers – Im Netz des FBI (Hackers)
  • 1996: Liebe und andere … (Love Is All There Is)
  • 1996: Foxfire (Foxfire)
  • 1996: Nichts als Trouble mit den Frauen (Mojave Moon) (Desert Affairs)
  • 1997: Playing God
  • 1997: Western Ladies – Ihr Leben ist die Hölle (True Women)
  • 1997: Wallace (George Wallace)
  • 1998: Gia – Preis der Schönheit (Gia)
  • 1998: Hell’s Kitchen – Vorhof zur Hölle (Hell’s Kitchen)
  • 1998: Leben und lieben in L.A. (Playing by Heart)
  • 1999: Turbulenzen – und andere Katastrophen (Pushing Tin)
  • 1999: Der Knochenjäger (The Bone Collector)
  • 1999: Durchgeknallt (Girl, Interrupted)
  • 2000: Nur noch 60 Sekunden (Gone in Sixty Seconds)
  • 2001: Lara Croft: Tomb Raider
  • 2001: Original Sin
  • 2002: Leben oder so ähnlich (Life or Something Like It)
  • 2003: Jenseits aller Grenzen (Beyond Borders)
  • 2003: Lara Croft: Tomb Raider – Die Wiege des Lebens (Lara Croft Tomb Raider: The Cradle of Life)
  • 2004: (Taking Lives)
  • 2004: Sky Captain and the World of Tomorrow
  • 2004:
  • 2005: Mr. & Mrs. Smith
  • 2006: (The Good Shepherd)
  • 2007: (A Mighty Heart)
  • 2007: (Beowulf)
  • 2008:
  • 2008: (Changeling)
  • 2010:
  • 2010:

Die deutsche von Jolie ist seit dem Jahr 2000 bis auf wenige Ausnahmen .

als Regisseurin

  • 2007: A Place in Time (Dokumentation)
  • 2011:

als Drehbuchautorin

  • 2011:

als Produzentin

  • 2005: Lovesick
  • 2005: A Moment in The World
  • 2011:

als Synchronsprecherin

  • 2004: Große Haie – Kleine Fische
  • 2008:
  • 2011:

Musikvideos

  • 1991: Stand By My Woman von Lenny Kravitz
  • 1991: Alta Marea (Don’t Dream It’s Over) von Antonello Venditti
  • 1993: Rock and Roll Dreams Come Through von Meat Loaf
  • 1997: Anybody Seen My Baby? von
  • 2003: Did My Time von Korn

Auszeichnungen (Auswahl)

Auszeichnungen für ihre Leistungen als Schauspielerin

  • 2000: Auszeichnung als Beste Nebendarstellerin für Durchgeknallt
  • 2009: Nominierung als für

  • : Nominierung als beste Hauptdarstellerin für Der fremde Sohn

  • 1998: Nominierung als beste Hauptdarstellerin in einer Miniserie oder einem Fernsehfilm für Gia – Preis der Schönheit
  • 1998: Nominierung als beste Hauptdarstellerin in einer Miniserie oder einem Fernsehfilm für Wallace

Golden Globe Award

  • 1998: Auszeichnung als beste Hauptdarstellerin in einem Fernsehfilm für Wallace
  • 1999: Auszeichnung als beste Hauptdarstellerin in einem Fernsehfilm für Gia – Preis der Schönheit
  • 2000: Auszeichnung als für Durchgeknallt
  • 2008: Nominierung als für
  • 2009: Nominierung als beste Hauptdarstellerin in einem Drama für Der fremde Sohn
  • 2011: Nominierung als für

  • 1998: Auszeichnung als beste Nachwuchsdarstellerin für Leben und lieben in L.A.

Screen Actors Guild Award

  • 1999: Auszeichnung als beste Hauptdarstellerin in einem Fernsehfilm für Gia – Preis der Schönheit
  • 2000: Auszeichnung als beste Nebendarstellerin für Durchgeknallt
  • 2008: Nominierung als beste Hauptdarstellerin für Ein mutiger Weg
  • 2009: Nominierung als beste Hauptdarstellerin für Der fremde Sohn

  • 2002: Nominierung für die Goldene Himbeere als schlechteste Schauspielerin für Lara Croft: Tomb Raider
  • 2002: Nominierung für die Goldene Himbeere als schlechteste Schauspielerin für Original Sin
  • 2003: Nominierung für die Goldene Himbeere als schlechteste Schauspielerin für Leben oder so ähnlich
  • 2004: Nominierung für die Goldene Himbeere als schlechteste Schauspielerin für Jenseits aller Grenzen
  • 2004: Nominierung für die Goldene Himbeere als schlechteste Schauspielerin für Lara Croft: Tomb Raider – Die Wiege des Lebens
  • 2005: Nominierung für die Goldene Himbeere als schlechteste Schauspielerin für
  • 2005: Nominierung für die Goldene Himbeere als schlechteste Schauspielerin für
  • 2005: Nominierung als größte Verliererin in den ersten 25 Jahren der Verleihung der Goldenen Himbeere

Auszeichnungen für ihr humanitäres Engagement

  • 2003: (Sergio Vieira de Mello) Citizen of the World Aw

Dieser Artikel (grau hinterlegt) steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported (Kurzfassung). Die Vorliegende Version wurde am 16. April 2013, 13:04 UTC unter den o.g. Lizenzen veröffentlicht. Mit Beiträgen (Autor/en) von: Markobr, Blaber74, Hephaion, Horst Gräbner, Frankenberger45, Hollywoodfreak, Nightflyer, Agash C, Sprachpfleger, Sly37, Afforever, Theophilus77, An-d, Theo Retiker, Rosaluna, Sci-Fi-Fan, DasFliewatüüt, Lukas²³, RonMeier, KalkGruesstDenRestDerWelt, Jogo.obb, WeiterWeg, McPizza15, Dudy001, Randolph33, Jonesey, Codc, Viennea, Wikwik, Strombomboli, Derschueler, Shisha-Tom, Alnilam, Ralf Roletschek, Medienmann, Eynre, Iste Praetor, Stupid-serienjunkie, Lofor, Flavia67, Schraubenbürschchen, Vince2004, Si! 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Auflistung von Filmen bei denen Angelina Jolie Regie geführt hat.

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By The Sea
Liebesfilm FSK 12
Regie: Angelina Jolie
By The Sea Userwertung:

Produktionsjahr: 2015
Schauspieler/innen: Brad Pitt, Angelina Jolie, Mélanie Laurent, Melvil Poupaud, Niels Arestrup, Sarah Naudi, Richard Bohringer, Anna Cachia, Frédéric Dessains
Unbroken
Kriegsfilm FSK 12
Regie: Angelina Jolie
Unbroken Userwertung:

Produktionsjahr: 2014
Schauspieler/innen: Jack O'Connell, Jai Courtney, Domhnall Gleeson, Garrett Hedlund, Alex Russell, Spencer Lofranco, Luke Treadaway, Finn Wittrock, John D'Leo, John Magaro, Vincenzo Amato, Maddalena Ischiale, Morgan Griffin, Jordan Patrick Smith, Ryan Ahern, Takamasa Ishihara, Ross Anderson
Liebe in Zeiten des Krieges
Drama FSK 16
Regie: Angelina Jolie
Liebe in Zeiten des Krieges Userwertung:

Produktionsjahr: 2011
Schauspieler/innen: Goran Kostic, Zana Marjanović, Rade Šerbedžija, Vanessa Glodjo, Nikola Đuričko, Branko Đurić, Feđa Štukan, Alma Terzic, Jelena Jovanova, Ermin Bravo

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