Regisseur/in

Alejandro González Iñárritu

* 15.08.1963 - Mexiko-Stadt

Über Alejandro González Iñárritu

Alejandro González Iñárritu

Alejandro González Iñárritu (* 15. August 1963 in Mexiko-Stadt) ist ein mexikanischer Filmregisseur, Drehbuchautor und Filmproduzent.

Leben

Iñárritu ist der erste mexikanische Regisseur, der für die Kategorie bester Regisseur bei den Academy Awards sowie für die des besten Regisseurs von der Directors Guild of America nominiert wurde. Er ist außerdem der erste und einzige mexikanische Regisseur, der jemals den Regiepreis bei den Filmfestspielen in Cannes gewann (2006). Seine vier Spielfilme Amores Perros (2000), 21 Gramm (2003), Babel (2006) und Biutiful (2010) haben ihm weltweit Anerkennung eingebracht, darunter 12 Oscarnominierungen.

Jugend und Karriere

Er wurde in Mexiko-Stadt geboren als Kind von Hector González Gama und Luz María Iñárritu. Er wuchs in La Colonia Narvarte auf, einem mittelständischen Viertel nahe der Innenstadt in Mexiko-Stadt. Sein Vater war zunächst ein wohlhabender Banker, als Alejandro jedoch um die sechs Jahre alt war, ging der Vater bankrott und verlor sein Vermögen. Alejandro behauptet, sein Vater sei ein Vorbild für ihn, weil er sich „mit der Tugend eines Kriegers“ um die Familie gekümmert habe. Der Vater wurde wieder geschäftlich tätig, indem er auf dem Markt Central de Abastos Obst und Gemüse einkaufte, um dieses noch am selben Tag an Restaurants weiterzuverkaufen. Obwohl er als Kind einige Entbehrungen hinzunehmen hatte, war Alejandro ein glückliches Kind. Als Jugendlicher, im Alter von 17 und 19, überquerte er auf einem Frachtschiff den Ozean nach Europa, auf dem er die Böden reinigte und die Maschinen einfettete. Beim zweiten Mal blieb er dann in Europa und Afrika und lebte währenddessen von nur 1000 Dollar. Diese körperlichen und intellektuellen Erfahrungen zählt er zu wesentlichen Einflüsse in seinem Werk. Zudem gibt er an, dass das Lesen existentialistischer Autoren in dieser Phase seiner Jugend sich wesentlich auf sein späteres filmisches Werk ausgewirkt habe.

Er studierte Kommunikationswissenschaften an der Universidad Iberoamericana, während er 1984 zugleich eine Karriere als Radiomoderator am mexikanischen Rundfunksender WFM begann. 1986 wurde er Intendant dieses Senders, der Rockmusik und Vermischtes spielte und fünf Jahre lang der wichtigste Sender unter jüngeren Hörerschaften in Mexiko-Stadt sein sollte. Von 1987 bis 1989 komponierte er Partituren für sechs mexikanische Spielfilme. Er studierte zudem Theaterwissenschaften beim bekannten polnischen Regisseur Ludwik Margules. Später studierte er auch Regie in Maine und Los Angeles unter Judith Weston. In den 1990ern gründete er Z Films mit Raul Olvera, um Spielfilme, Kurzfilme, Hörwerbungen und Fernsehprogramme zu schreiben, zu produzieren und bei ihnen Regie zu führen. 1995 war Z Films eine der größten und stärksten Filmproduktionsfirmen, zu der sieben junge Regisseure gehörten, die später alle bei Spielfilmen Regie führten.

Der Weg zum Ruhm

1995 wurde ein Fernsehspielfilm halber Länge namens Detrás del Dinero ausgestrahlt, den Alejandro geschrieben und produziert und bei dem er auch Regie geführt hatte und in dem der spanische Schauspieler und Sänger Miguel Bosé zu sehen war.

Drei Jahre, nachdem er die Bekanntschaft Guillermo Arriagas gemacht hatte und nach 36 Entwürfen mit dem Drehbuchautor hatte er schließlich drei Geschichten, die zu einem Film ganzer Länge wurden, Amores Perros (2000), in dem auch Gael García Bernal in seiner ersten Kinofilmrolle zu sehen war. Dieser düstere Blick auf die Schattenseite des mexikanischen Lebens holte sowohl Nominierungen beim Academy Award in der Kategorie bester ausländischsprachiger Film ein als auch bei den British Academy Film Awards in der Kategorie bester nicht-englischsprachiger Film. Bei den Filmfestspielen in Cannes wurde er mit dem Week Grand Prize und dem Young Critic Award ausgezeichnet. Mit über 60 Auszeichnungen war Amores Perros weltweit der meistgekürte Film in diesem Jahr.

González Iñárritu machte den fünften Kurzfilm (The Powder Keg) in der BMW-Reihe The Hire zusammen mit Ang Lee, Wong Kar Wai, Guy Ritchie und John Frankenheimer. Ein wenig später führte er Regie bei dem Independentspielfilm 11'09"01 September 11 (2002), einem Film über die weltweiten Auswirkungen des elften September zusammen mit Claude Lelouch, Shōhei Imamura, Ken Loach, Mira Nair, Amos Gitai und Sean Penn.

Umzug nach Hollywood

Nach Amores Perros entschied sich González Iñárritu dazu, Regie bei einem zweiten Film zu führen, der unter dem Titel 21 Grams herauskam. Das Drehbuch geschrieben hatte wieder Guillermo Arriaga. Es basierte jedoch auf Ideen von beiden. Hauptrollen spielten darin Benicio del Toro, Naomi Watts und Sean Penn. Der Film wurde in Venedig vorgeführt und gewann dort den Volpi Cup für den Schauspieler Sean Penn. 2004 erhielten Del Toro und Watts bei den Academy Awards Nominierungen für ihre Darstellung. Sein Projekt Babel bestand aus vier Geschichten, die in vier verschiedenen Zeitrahmen in Marokko, Mexiko, den Vereinigten Staaten und Japan spielten. In den Hauptrollen waren Brad Pitt und Cate Blanchett als Teil einer Besetzung zu sehen, in der viele überhaupt keine oder neue Schauspieler waren, so wie Adriana Barraza und Rinko Kikuchi. Der Film wurde 2006 in Cannes vorgeführt, wo er den Regiepreis gewann. Im November 2006 lief der Film offiziell in den Kinos an und erhielt sieben Nominierungen bei den 79. Annual Academy Awards, darunter für die Kategorien bestes Bild und bester Regisseur. Gustavo Santaolalla gewann in diesem Jahr die Auszeichnung für die beste Partitur. Babel gewann außerdem 2007 die Auszeichnung Best Motion Picture in der Drama-Kategorie bei den Golden Globe Awards.

2006 zerstritten sich Arriaga und González Iñárritu, als Arriaga eine eigene Kampagne startete, in der es hieß, dass Drehbuchautoren nicht nur als solche Verdienste erhalten sollten, sondern auch als Urheber des Films gleichrangig mit dem Regisseur. Nachdem ein strittiges Interview mit Arriaga im mexikanischen Magazin Chilango veröffentlicht worden war, meldete sich González Iñárritu mit einer kurzen Mitteilung, die an Arriaga gerichtet war und in der er sagte, Arriaga tue ihm leid, weil er der medialen Aufmerksamkeit so sehr bedürfe und dass er bei seinem eigenen Film Regie führen solle, um die entsprechende Urheberschaft für sich in Anspruch nehmen zu können. Diese Mitteilung war an Arriaga wegen des Interviews gerichtet gewesen, wurde jedoch in den mexikanischen Presseorganen größtenteils außerhalb des Zusammenhangs zitiert. González Iñárritu erwiderte dies damit, dass jemand, der niemals einen Fuß auf ein Set gesetzt oder bei einem Film Regie geführt habe, dementsprechend auch keine Urheberschaft des Filmes beanspruchen könne. Letztendlich führte Arriagas Verhalten zu seiner Ausladung bei den Filmfestspielen in Cannes von der Premiere von Babel.

Des Weiteren drehte er den Kurzfilm ANNA, eine Episode des Projektes Chacun Son Cinéma, das 2007 bei den Filmfestspielen in Cannes vorgeführt wurde. Die Vorführung war Teil des Festspiels zum 60. Jahrestag des Filmes. Chacun Son Cinéma ist eine Reihe von Kurzfilmen von dreiunddreißig weltbekannten Filmregisseuren wie Roman Polański, Abbas Kierostami, den Cohen-Brüdern, Theo Angelopoulos, David Cronenberg, den Dardenne-Brüdern, Manoel de Oliveria, Hou Hsiao Hsien, Aki Kaurismaki, Takeshi Kitano, David Lynch, Nanni Moretti, Gus Van Sant, Lars Von Trier, Wim Wenders, Zhang Yimou. 2008 produzierte er den Spielfilm Rudo y Cursi, ein Komödiendrama, bei dem Carlos Cuarón Regie führte und in welchem Gael García Bernal und Diego Luna zwei Brüder darstellen, die beide professionelle Fußballer sind. 2010 führte Iñárritu Regie bei Write the Future, einem sich um das Thema Fußball drehenden Werbefilm für Nike, der auf die Fußballweltmeisterschaft 2010 vorbereitete und in dem Fußballer zu sehen waren wie Didier Drogba, Wayne Rooney, Theo Walcott, Franck Ribéry, Ronaldinho, Cristiano Ronaldo, Fabio Cannavaro, Andrés Iniesta, Gerard Piqué, Cesc Fàbregas, Landon Donovan, Tim Howard, auch Tennisspieler Roger Federer, Basketballspieler Kobe Bryant, die berühmte Zeichentrickfigur Homer Simpson und der langjährige Mitarbeiter Iñárritus Gael García Bernal und noch einige andere. Sein letzter Film Biutiful, in welchem Javier Bardem die Hauptrolle spielte, hatte seine Erstaufführung in Cannes am 17. Mai 2010. Bardem wurde als bester Schauspieler ausgezeichnet. Diesen Titel teilte er sich mit Elio Germano für La Nostra Vita. Es war sein erster spanischsprachiger Film seit Amores Perros. Der Film wurde 2010 bei den Golden Globes in der Kategorie „Bester ausländischer Film“ nominiert und bei den British Academy Film Awards in der Kategorie „Bester Nicht-Englischsprachiger“ Film. Er repräsentierte außerdem Mexiko in der Kategorie „Bester Ausländischer Film“ bei den 83. Academy Awards. Javier Bardem wurde für seine Rolle ebenfalls für einen Academy Award als Bester Schauspieler nominiert. Der Film erntete wohlwollende Kritiken, von denen einige behaupten, er sei Iñárritus bisher bester Film.

Privatleben

Er lebt zurzeit in Los Angeles mit seiner Frau María Eladia Hagerman de González und ihren beiden Kindern María Eladia und Eliseo.

Filmografie

  • 1996: El Timbre
  • 2000: Amores Perros
  • 2001: Powder Keg from The Hire
  • 2002: 11'09"01 – September 11 (Segment Mexiko)
  • 2003: 21 Gramm (21 Grams)
  • 2006: Babel
  • 2007: Chacun son cinéma ou Ce petit coup au cœur quand la lumière s'éteint et que le film commence (Segment Anna)
  • 2010: Biutiful

Weblinks

  • Alexander Ernst: „Fünf Minuten Schwarzfilm“ oder „11’09’’01“ – Die cineastische Verwirklichung einer Provokation?

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Auflistung von Filmen bei denen Alejandro González Iñárritu Regie geführt hat.

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The Revenant - Der Rückkehrer
Drama FSK 16
Regie: Alejandro González Iñárritu
The Revenant - Der Rückkehrer Userwertung:

Produktionsjahr: 2015
Schauspieler/innen: Tom Hardy, Leonardo DiCaprio, Domhnall Gleeson, Will Poulter, Paul Anderson, Lukas Haas, Javier Botet, Brendan Fletcher, Brad Carter, Kristoffer Joner, Kory Grim, Dave Burchill, Robert Moloney, Joshua Burge, Forrest Goodluck, Christopher Rosamond, Vincent Leclerc
Birdman oder die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit
Komödie FSK 12
Regie: Alejandro González Iñárritu
Birdman oder die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit Userwertung:

Produktionsjahr: 2014
Schauspieler/innen: Emma Stone, Edward Norton, Naomi Watts, Michael Keaton, Andrea Riseborough, Zach Galifianakis, Amy Ryan, Merritt Wever, Joel Garland, Natalie Gold, Bill Camp, Teena Byrd, Anna Hardwick, Stefano Villabona, Stefanie Bari, Dusan Dukic, Benjamin Kanes
Biutiful
Drama FSK 16
Regie: Alejandro González Iñárritu
Biutiful Userwertung:

Produktionsjahr: 2010
Schauspieler/innen: Javier Bardem, Maricel Álvarez, Hanaa Bouchaib, Guillermo Estrella, Eduard Fernández, Cheikh Ndiaye, Ana Wagener
Babel
Drama FSK 16
Regie: Alejandro González Iñárritu
Babel Userwertung:

Produktionsjahr: 2006
Schauspieler/innen: Brad Pitt, Cate Blanchett, Gael García Bernal, Kōji Yakusho, Rinko Kikuchi, Elle Fanning, Adriana Barraza, Boubker Ait El Caid, Said Tarchani, Abdelkader Bara
21 Gramm
Drama FSK 12
Regie: Alejandro González Iñárritu
21 Gramm Userwertung:

Produktionsjahr: 2003
Schauspieler/innen: Sean Penn, Naomi Watts, Benicio Del Toro, Charlotte Gainsbourg, Danny Huston, Clea DuVall, John Rubinstein, Eddie Marsan, Melissa Leo, Catherine Dent

Regie: Alejandro González Iñárritu
Powder Keg Userwertung:

Produktionsjahr: 2001
Amores Perros
Thriller FSK 16
Regie: Alejandro González Iñárritu
Amores Perros Userwertung:

Produktionsjahr: 2000
Schauspieler/innen: Emilio Echevarría, Gael García Bernal, Goya Toledo, Álvaro Guerrero, Vanessa Bauche, Jorge Salinas, Adriana Barraza

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