Wer hat eigentlich die Liebe erfunden?

Wer hat eigentlich die Liebe erfunden?

Regisseur: Kerstin Polte, Schauspieler/in:
Meret Becker
,
Bruno Cathomas
,
Corinna Harfouch
,
Karl Kranzkowski
,
Jonas Müller-Liljeström
. Drehbuch: Kerstin Polte

Wer hat eigentlich die Liebe erfunden? Handlung

Nach 38 Jahren besteht die Ehe zwischen Charlotte (Corinna Harfouch) und Paul (Karl Kranzkowski) nur noch aus Routine und Missverständnissen. Doch Charlotte will das Leben noch einmal in vollen Zügen genießen. Und so lässt sie eines Tages Paul einfach an der Autobahnraststätte zurück und nimmt mit ihrer Enkelin Jo Reißaus. Mithilfe der Truckerin Marion (Sabine Timoteo) reisen Paul und Jos chaotische Mutter Alex (Meret Becker) den beiden hinterher. Auf einer einsamen Ostsee-Insel angekommen, treffen sie sich in der äußerst ungewöhnlichen 'Pension Hörster'. Allmählich findet die Familie dort wieder zueinander und auch Charlotte und Paul versuchen ihre Liebe neu zu erfinden.

Wer hat eigentlich die Liebe erfunden? Filmkritik

Wer hat eigentlich die Liebe erfunden? Kritik der neue Film von Kerstin Polte mit Meret Becker und Bruno Cathomas

Filmkritik von

„Wer hat eigentlich die Liebe erfunden?“: Dieser Film nicht

Am Interessantesten an WER HAT EIGENTLICH DIE LIEBE ERFUNDEN? ist vermutlich der Umstand zu sehen, wie die Marketing-Abteilung sich verbiegt, um aus einem Film etwas zu machen, das er nicht ist. Man verweist auf LITTLE MISS SUNSHINE und DIE FABELHAFTE WELT DER AMELIE, um diesen Film zu beschreiben, aber abseits gewisser Grundmuster – der Road Trip auf der einen, ein paar inszenatorische Kniffe auf der anderen Seite – gibt es hier keine Ähnlichkeiten. Stattdessen gestaltet sich das Ganze sehr sperrig.

Filmfoto: Wer hat eigentlich die Liebe erfunden?©Alamode FilmCharlotte (Corinna Harfouch) ist seit fast 40 Jahren mit Paul (Karl Kranzkowski) verheiratet, aber das Leben besteht nur noch aus Routine. Beide reden nicht mehr miteinander, obwohl sie viel zu sagen hätte. Doch Charlotte möchte nun den Rest ihres Lebens genießen. Kurzentschlossen lässt sie so ihren Mann auf einer Raststätte zurück und fährt mit ihrer Enkelin Jo ans Meer. Paul und Charlottes Mutter machen sich auf den Weg, die beiden zu suchen. Auf einer ruhigen Insel kommt die Familie wieder zusammen …

Diese Tragikomödie möchte vor allem eines sein: bedeutungsschwanger. Oder vielleicht auch bedeutend, aber die sperrige Erzählung gibt das nicht her. Die Figuren sind ungreifbar und losgelöst. Sie teilen sich mit Dialogen mit, die kein echter Mensch jemals sagen würde. Das zerstört den realistischen Ansatz des Films, der so gerne etwas Wichtiges über das Menschsein und über die Bedeutung von Liebe und Familie aussagen würde, aber im Großen und Ganzen leer und fade bleibt. Tatsächlich ist es das größte Verbrechen eines Films, frei von jeder Emotion zu sein, wenn man doch eigentlich von der stärksten aller Emotionen erzählen will.

Filmfoto: Wer hat eigentlich die Liebe erfunden?©Alamode FilmDer Film verrät dabei mehr als einmal seine Figuren, indem er sie handeln lässt, ohne dieses Handeln zu erklären. So begeben sich die beiden Hauptfiguren in One-Night-Stands, die ziellos dastehen, die weder für das Vorangegangene noch das Kommende Bedeutung haben und in einem Limbo des Nichtexistenten vor sich hin wabern. Hier hätte die Möglichkeit zur Ernsthaftigkeit bestanden, auch zum Konflikt und zum Drama, aber daraus macht dieser Film einfach nichts. Stattdessen gestaltet er sich als ein fast schon Frankensteinartiges Monster, das aus vielen Teilen zusammengesetzt ist, aber eben nur entfernt an einen Menschen erinnert. So geht es auch diesem Film, der so gerne bedeutsam wäre, aber in Irrelevanz versinkt.

Filmfoto: Wer hat eigentlich die Liebe erfunden?©Alamode FilmDem passen sich auch die an sich guten Schauspieler an, die an ihren Figuren, aber auch den Dialogen scheitern, weil die Leblosigkeit, die beiden inne ist, auch von einer Corinna Harfouch oder einem Karl Kranzkowski nicht aufgebrochen werden kann. Was bleibt, ist sperriges, deutsches Kino, das um sich selbst kreist und darum eigentlich auch kein Publikum benötigt.

Kritik: Peter Osteried

Filmbilder Wer hat eigentlich die Liebe erfunden?

Filmfoto: Wer hat eigentlich die Liebe erfunden?
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