Sweet Country

Sweet Country

Regisseur: Warwick Thornton, Schauspieler/in:
Hamilton Morris
,
Sam Neill
,
Ewen Leslie
,
Bryan Brown
,
Thomas M. Wright
. Drehbuch: Steven McGregor, David Tranter

Sweet Country ist ein australisches Abenteuer-Kriminaldrama von Warwick Thornton, das am 6. September 2017 im Rahmen der Filmfestspielen von Venedig seine Premiere feierte.

Handlung

1929 im Outback des Northern Territory in Australien. Sam Kelly, ein Aborigine mittleren Alters, arbeitet für den freundlichen Prediger Fred Smith. Als Harry Marsh von der Westfront zurückkehrt, wird dieser zum neuen Bahnhofsbetreiber ernannt, und Sam soll mit seiner Frau und seiner Tochter einen Vorposten renovieren. Doch Harry entpuppt sich als ein kranker und verbitterter Mann, und seine Beziehung zu Sam eskaliert schnell. Sam muss Harry während einer heftigen Schießerei töten, um sein eigenes Leben zu retten. So wird Sam zum Mörder eines weißen Mannes, und sieht sich gezwungen, mit seiner schwangeren Frau in das lebensfeindliche Outback zu fliehen.

Eine von Sergeant Fletcher geleitete Gruppe versucht Sam hier aufzuspüren, doch dem jungen, klugen und erfahrenen Buschmann gelingt es immer wieder seine Fährte zu verwischen. Als die Gesundheit seiner schwangeren Frau in Gefahr ist, gibt Sam jedoch schließlich auf. In der Stadt kommt es zu einem Prozess, in dessen Verlauf die Wahrheit über Harrys Tod ans Licht kommt, und er wird freigesprochen. Als Sam zurück nach Hause will, wird er beim Verlassen der Stadt von einem Mann, der Selbstjustiz üben will, erschossen.

Produktion

Regie führte Warwick Thornton, das Drehbuch schrieben Steven McGregor und David Tranter. Zur Botschaft seines Films sagte der Regisseur, die Ausbeutung der Ureinwohner als billige Arbeitskräfte wurzle im Kolonialdenken: Gentrifizierung, Rassismus und die über Generationen fortgeführte Unterdrückung und Vernachlässigung. Thornton sieht sich nach eigenen Aussagen als Filmemacher in der Tradition der indigenen Erzählkultur, und in dieser werde die Gegenwart über die Vergangenheit und die Zukunft erzählt.[1]

In South Australia drehte man am Lake Gairdner und im Lake-Gairdner-Nationalpark, in der Umgebung der Eyre-Halbinsel, in der Simpsonwüste[2] und im Outback. Im Northern Territory drehte man in Alice Springs, an einem 40 Kilometer südlich gelegenen Bahnhof der Great Northern Railway in Ooraminna[2][3], in der Gebirgskette MacDonnell Ranges, der dort gelegenen Gemeinde Trephina Gorge und im Trephina Gorge Nature Park.

Der Film feierte am 6. September 2017 bei den 74. Filmfestspielen von Venedig‎ seine Premiere[4] und wurde ab 8. September im Rahmen des Toronto International Film Festivals in der Sektion Platform vorgestellt.[5][6] Im Oktober 2017 wurde der Film beim London Film Festival im offiziellen Wettbewerb gezeigt. Ein Kinostart in den USA erfolgte am 6. April 2018. Im Juli 2018 soll der Film beim Filmfest München in der Sektion Spotlight gezeigt werden.[7] Am 27. September 2018 soll der Film in die deutschen Kinos kommen.[8]

Altersfreigabe und Kritiken

In den USA erhielt der Film von der MPAA ein R-Rating, was einer Freigabe ab 17 Jahren entspricht.[9]

Der Film konnte bislang 95 Prozent der Kritiker bei Rotten Tomatoes überzeugen und erhielt hierbei eine durchschnittliche Bewertung von 8,3 der möglichen 10 Punkte.[10]

Benno Feichter von Österreich 1 sagt, Sweet Country sei ein Film mit feinen Schattierungen, der Themen ohne Moralkeule verhandele. Warwick Thornton breche seinen großen Handlungsbogen dabei immer wieder auf und nehme in einzelnen Bildern das Schicksal der Figuren vorweg, so Feichter.[1]

Irina Blum von Cineman.ch erklärt, der Film handele zwar in den 1920er-Jahren, könne aber auch als zeitloses Dokument gesehen werden von Geschichte, die sich immer wieder wiederholt. Die Ausgangslage böte schon beinahe das Potential eines nervenzerreissenden Thrillers, so Blum weiter, doch Regisseur Warwick Thornton habe mit seinem Western aber etwas Anderes vor. „Der Fokus liegt in Sweet Country dann auch weniger auf dem Dramatischen als den leisen Zwischentönen: Obwohl Sweet Country mehr Western als Thriller ist, kommt die Spannung dank einigen unerwarteten Plot-Twists – auf subtile Art und Weise – aber dennoch nie zu kurz.“ Eine durchs Band überzeugende Besetzung sowie eine sorgfältige Figurenzeichnung sorgten dafür, dass das konsequente aber dennoch schockierende Ende nachhalle, so Blum, und als Stück Zeitgeschichte, das trotz allem Grauen einen bittersüssen Nachgeschmack zu hinterlassen vermag.[11]

Auszeichnungen

Asia Pacific Screen Awards 2017

  • Auszeichnung als Bester Film[12]

Internationale Filmfestspiele von Venedig 2017

  • Nominierung für den Goldenen Löwen (Warwick Thornton)
  • Auszeichnung mit dem Spezialpreis der Jury (Warwick Thornton)[13]

London Film Festival 2017

  • Nominierung als Bester Film im offiziellen Wettbewerb (Warwick Thornton)

Toronto International Film Festival 2017

  • Auszeichnung mit dem Platform Prize (Warwick Thornton)[14]

Einzelnachweise

  1. "Sweet Country" in Venedigoe1.orf.at, abgerufen am: 02.12.2017
  2. http://www.abc.net.au/news/2016-11-27/sweet-country-filmmaker-warwick-thornton-returns-to-the-desert/8061544
  3. https://www.creativespirits.info/resources/movies/sweet-country#axzz4oznQWCPj
  4. „Warwick Thornton - Sweet Country“. La Biennale di Venezia, Zugriff am 15. August 2017. http://www.labiennale.org/en/cinema/2017/program-cinema-2017/warwick-thornton-sweet-country.
  5. Toronto International Film Festival 2017. Official Film Schedule In: tiff.net. Abgerufen am 23. August 2017. (PDF; 852 KB)
  6. Kate Erbland: TIFF Announces Platform Lineup, Including The Death of Stalin', 'Euphoria' and 'Brad’s Status''' In: indiewire.com, 3. August 2017.
  7. Sweet Country. In: filmfest-muenchen.de. Abgerufen am 12. Juni 2018.
  8. Starttermine Deutschland. In: insidekino.com. Abgerufen am 5. Juni 2018.
  9. Sweet Country. In: comingsoon.net. Abgerufen am 16. Juni 2018.
  10. Sweet Country In: Rotten Tomatoes. Abgerufen am 4. Mai 2018.
  11. https://www.cineman.ch/movie/2017/SweetCountry/review.html
  12. http://variety.com/2017/film/asia/sweet-country-newton-asia-pacific-screen-awards-1202622335/
  13. Nancy Tartaglione: Venice Film Festival Winners In: deadline.com, 9. September 2017.
  14. http://variety.com/2017/film/news/toronto-film-festival-audience-award-three-billboards-1202561527/

Dieser Artikel (grau hinterlegt) steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported (Kurzfassung). Die Vorliegende Version wurde am 16. Juni 2018, 17:06 UTC unter den o.g. Lizenzen veröffentlicht. Mit Beiträgen (Autor/en) von: . Aus Datenschutzrechtlichen Gründen werden Autoren von denen lediglich eine IP-Adresse hinterlegt wurde hier nicht aufgeführt.

Sweet Country Handlung

1929 im Outback des Northern Territory in Australien: Sam Kelly, ein Aborigine mittleren Alters, arbeitet für den freundlichen Prediger Fred Smith. Als der herrische Harry Marsh von der Westfront zurückkehrt, wird dieser zum neuen Bahnhofsbetreiber ernannt und Sam soll mit seiner Frau und seiner Tochter einen Vorposten renovieren. Doch Harry entpuppt sich als ein kranker und verbitterter Mann, seine Beziehung zu Sam eskaliert schnell. Während einer heftigen Schießerei schließlich muss Sam Harry töten, um sein eigenes Leben zu retten. So wird Sam zum Mörder eines weißen Mannes. Ihm bleibt nichts anderes übrig, als mit seiner schwangeren Frau in das lebensfeindliche Outback zu fliehen. Eine von Sergeant Fletcher geleitete Gruppe versucht die beiden hier aufzuspüren, doch dem klugen und erfahrenen Buschmann Sam gelingt es immer wieder, seine Fährte zu verwischen. Als die Gesundheit seiner schwangeren Frau in Gefahr ist, gibt Sam jedoch auf. In der Stadt wird ihm der Prozess gemacht, doch im Verlauf des Verfahrens kommt die Wahrheit über Harrys Tod ans Licht...(Quelle: Verleih)

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