Sin City

Sin City

Regisseur: Robert Rodriguez, Frank Miller, Schauspieler/in:
Bruce Willis
,
Clive Owen
,
Elijah Wood
,
Mickey Rourke
,
Benicio Del Toro
. Drehbuch: Frank Miller

Sin City Handlung

Sin City ist die Abschaum-Metropole des Universums. Marv sucht einen Mörder und geht dabei über Leichen. Der Privatdetektiv Dwight bekommt es mit einem wahren Bad Lieutenant zu tun. Der einzige gute Cop in Sin City setzt seine Pension aufs Spiel, als er versucht einem Senatorensohn das Handwerk zu legen. (aga)

Sin City Filmkritik

Sin City Kritik der neue Film von Robert Rodriguez, Frank Miller mit Bruce Willis und Clive Owen

Filmkritik von

Aus Kult-Comic und Kultregisseur wird Kultfilm. Klingt erstmal nachvollziehbar. Doch ein Film, der Comic-Optik in seine Ästhetik mit einwebt? Das birgt Risiken. Fragen Sie mal Marvel und Ang Lee. Frank Miller's Sin City und Robert Rodriguez stellen die Zeichen jedoch eindeutig auf Kult.

Eingerahmt von zwei sehr kurzen Sequenzen, um einen smarten Auftragsmörder (Josh Hartnett), erzählt Sin City in drei Episoden die Geschichte von drei Männern, die in der von Korruption und Sünde überquellenden Stadt Basin City leben. Einer von ihnen ist Marv (Mickey Rourke), ein äußerlich verunstalteter Mann, der eines Nachts von der schönen Goldie verführt wird. Am nächsten Morgen liegt sie tot neben ihm und Polizisten klopfen an seine Tür. Irgendjemand hat ihn in die Falle gelockt. Marv schwört sich, den Tod seiner Traumfrau aufzuklären und zu rächen.Von da an prügelt und tötet er sich zur Wahrheit durch.

Ähnlich wie Marv ist Dwight (Clive Owen) ein Mann mit krimineller Vergangenheit. Als Mörder mit neuem Gesicht ist er immer einen Fingerabdruck davon entfernt, gefasst zu werden. Dwight verfolgt den gewaltbereiten Jackie-Boy (Benicio Del Toro) nach Old Town, den Stadtteil, der von Prostitiuierten regiert wird. Sie töten Jackie-Boy gemäß ihren Regeln. Doch als sich herausstellt, dass es sich bei ihm um einen Polizisten handelt, droht der lang anhaltende Waffenstillstand zwischen Polizei, Mafia und Prostituierten zu brechen.

John Hartigan (Bruce Willis) war sein Leben lang ein solcher Polizist, allerdings ein ehrlicher. Vor 8 Jahren, an seinem letzten Diensttag, rettete er die damals 11-Jährige Nancy Callahan vor einem Kinderschänder. Doch dieser ist Sohn des einflussreichen, korrupten Senators Rourke und somit wurden Hartigan die Verbrechen angelastet, auch wenn er nie gestand. Nun ist Nancy (Jessica Alba), mittlerweile 19 und Stripperin, erneut in Gefahr und Hartigan tut alles dafür, sie zu retten.

Sin City ist die Verfilmung der Kult–Graphic Novels von Frank Miller und hält sich sowohl inhaltlich, als auch ästhetisch recht genau an seine Vorlage. Ganz bewusst wurde der Film „Frank Miller's Sin City“ genannt, denn Regisseur Robert Rodriguez wollte laut eigener Aussage Millers Version der Geschichte und nicht etwa eine eigene verfilmen und holte Miller daher gleich als Co-Regisseur mit ins Boot. Auch als Autor wird nur er genannt, da die Comics selbst und kein Drehbuch als Vorlage des Filmes dienen sollten.

Aus diesem Umstand lässt sich vielleicht schon schlussfolgern, dass Sin City nicht unbedingt mit film-narrativer Finesse zu beeindrucken weiß. Die simplen Geschichten sind minimal durch das Striplokal miteinander verknüpft, das alle Personen an einem Punkt ihrer Geschichten gleichzeitig aufsuchen. Ansonsten verfolgen sie kompromisslos den eigenen Handlungsstrang, als seien es drei Kurzfilme im selben Setting. Dieser episodische Stil ist klar der erzählerischen Form der Vorlage geschuldet und erscheint in diesem Fall nicht nachteilig. Denn der Film wirkt dennoch wie aus einem Guss und man möchte glauben, dass jede Erweiterung der Handlung, um zum Beispiel eine verbindende, oder vielleicht eine moralisch weniger fragwürdige Komponente, überflüssig gewesen wäre. Das liegt daran, dass auch die gemeinsame Ästhetik der Comics in den Film übernommen wurde, die die verschiedenen Geschichten zu einem großen Ganzen eint.

Die Schwarz-Weiß – Optik mit extremen Kontrasten und nur sporadischem Farbeinsatz ist ein absolutes Alleinstellungsmerkmal im modernen Kino. Zur Realisierung dieses Effekts wurde zunächst in Farbe mit digitalen Kameras und zum ganz großen Teil vorm Green-Screen gedreht und in der Post-Produktion dann die meiste Arbeit verrichtet. Heraus kommen Bilder, die bei den Filmfestspielen von Cannes den Technical Grand Prize für die visuelle Umsetzung erhielten und die man wohl einfach nur als cool bezeichnen kann.

Diese Coolness gibt für die restlichen Aspekte des Films dann auch die Richtung vor, zum Beispiel in puncto Gewalt. Eigentlich müsste das Maß an expliziter Brutalität und perfiden Inhalten unerträglich sein. Doch durch die besprochene Ästhetik zum einen und die Mystifizierung des Gesehenen zum anderen, wirkt sie nicht unbedingt erträglicher, aber (je nach eigenem Standpunkt) atmosphärisch stimmig. Natürlich sind einige Szenen in ihrer Direktheit schlicht schockierend, jedoch passt genau das nach Sin City, diesen gesetzlosen Sündenpfuhl, frei von jeglichen moralischen Standards.

Der Voice-Over – Kommentar, entweder dem Film Noir oder aber den Gedankenblasen und Kommentaren der Graphic Novel-Vorlage entlehnt, trägt dann ganz dick auf. Aus Sicht der Hauptcharaktere und somit natürlich extrem subjektiv, werden die Ereignisse geschildert. Hier findet die bereits erwähnte Mystifizierung des Geschehens ihren Höhepunkt, indem die toughen Alpha-Helden ihre eigenen Taten mit coolen Sprüchen und Weisheiten unterlegen. Emotionen, Empfindungen werden zu himmelhohen Passionen aufgebauscht, als seien die Handelnden griechische Götter. Dabei hilft, dass in Sin City in Sachen Physik und Logik ebenfalls die Comic-Konventionen vorherrschen und die Protagonisten ihren selbst verfassten Legendenstatus durch Taten untermalen können. Unerklärliche Fähigkeiten, absurde Automanöver, sprechende Tote, solche Dinge sind mehr Regel als Ausnahme.

Wenn man sich auf all diese Besonderheiten einlassen kann, wird Sin City zu einem großartigen Erlebnis für den Zuschauer. Das Star-Ensemble um Bruce Willis, Michey Rourke, Clive Owen, Jessica Alba, Elijah Wood und etliche andere wird in eine extrem unmoralische Welt geschickt, die nur aus Gangstern, Cops und Rotlicht zu bestehen scheint. Entsprechend düster fällt die Atmosphäre aus. Die Stadt der Sünde kreiert ein eigenes Kinoflair. Die visuelle Umsetzung der Graphic-Novel ist einzigartig und ist das was, gepaart mit schonungslosen Inhalten, diesen Film zum Kultfilm macht.

Kritik: Tim Gieselmann



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