Raus

Raus

Regisseur: Philipp Hirsch, Schauspieler/in:
Matti Schmidt-Schaller
,
Milena Tscharntke
,
Tom Gronau
,
Matilda Merkel
,
Enno Trebs
. Drehbuch: Philipp Hirsch, Thomas Böltken

RAUS ist ein deutscher Spielfilm aus dem Jahr 2018 von Philipp Hirsch. Die Weltpremiere erfolgte im Rahmen der Hofer Filmtage am 26. Oktober 2018.[1] Der Film ist Hirschs Kinodebüt.

Handlung und Filmkritik

Viel verraten die Wanderer aber nicht von ihrer Vergangenheit, denn die Regeln verlangen, dass sie nur nach vorne schauen sollen. Der pedantische, bestens vorbereitete und ausgestattete Elias (Tom Gronau) droht zum Außenseiter der Gruppe zu werden. Er will den anderen Vorschriften machen und das Tempo bestimmen, aber die Nächte am Lagerfeuer, das Laufen durch den Wald, das Baden in einsamen Seen setzt bei den meisten Glücksgefühle frei und den Wunsch, sich Zeit zu lassen. Glocke gelingt es nach einigem Üben, einen Fisch mit einem Speer zu fangen, und Steffi hat von ihrer Großmutter viel über Wildkräuter, Pilze, essbare Wurzeln und Knollen gelernt.

Als Survival-Abenteuer junger Charaktere erinnert die Geschichte zeitweise an den französischen Erfolgsfilm Liebe auf den ersten Schlag. Zwar fehlt der Humor, aber die Kamera gibt sich umso intensiver Mühe, mit Nahaufnahmen von Gesichtern, mit schrägen und schwankenden Bildebenen die Atmosphäre impressionistisch auszukosten. Diese visuelle Gestaltung prägt die Wahrnehmung des Raums und der Handlung ungewöhnlich stark und ähnelt im Stil subjektiven Schnappschüssen für soziale Medien. Popgesang und Instrumentalmusik zelebrieren das Lebensgefühl, die sinnliche Freiheit des Moments, der auch Aufnahmen der Nacktbadenden huldigen.

Doch Hirsch bezieht seine Inspiration auch noch aus ganz anderen Richtungen. Die Fünf werden, so sie es nicht schon vorher waren, unterwegs zu Outlaws. Ein aggressiver, frauenfeindlicher Biker, ein dummer Gastwirt lassen ihnen kaum eine andere Wahl. So soll wohl der Eindruck entstehen, dass es für die Wanderer kein Zurück gibt. Außerdem setzt die Wildnis in den Leuten allmählich Kräfte frei, vor denen schon William Goldings Roman Herr der Fliegen warnte. Mit dem in ihrer Erwartung zur Messiasfigur überhöhten Friedrich gibt es ein Problem und die vom Wohlstand verwöhnten, kindlichen Charaktere können auf einmal sehr zornig werden.

Und hier bekommt der Film selbst ein ordentliches Problem, denn die Gewalt entlädt sich mit faschistoider Wucht und soll der Gemeinschaft dann doch nichts anhaben können. Die nur dürftig skizzierten Charaktere werden unglaubwürdig und das Drama offenbart sich zunehmend als unbekümmert mäanderndes Gedankenspiel ohne ausreichende innere Verankerung. In Anbetracht der spannenden Ausgangsidee und der reizvollen Intensität, die der Trip punktuell entwickelt, ist es schade, dass der Film die Sympathie des Publikums leichtfertig aufs Spiel setzt.[2]

Produktion

Der Film wurde im Spätsommer 2016 an verschiedenen Drehorten im Harz und in Leipzig realisiert.

Auszeichnungen

  • 2018: Gewinner des Publikums-Biber, Publikumspreis (Philipp Hirsch) auf dem Filmfest Biberach[3]

Einzelnachweise

  1. RAUS
  2. Raus (2018)
  3. : Das sind die Gewinner der 40. Biberacher Filmfestspiele, . , ,

Dieser Artikel (grau hinterlegt) steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported (Kurzfassung). Die Vorliegende Version wurde am 05. Januar 2019, 09:01 UTC unter den o.g. Lizenzen veröffentlicht. Mit Beiträgen (Autor/en) von: . Aus Datenschutzrechtlichen Gründen werden Autoren von denen lediglich eine IP-Adresse hinterlegt wurde hier nicht aufgeführt.

Raus Handlung

"Unsere Welt ist am Arsch, weil die Falschen am Drücker sind!" Das ist Glockes (Matti Schmidt-Schaller) Sicht auf die Dinge. Zumindest im Moment. Und vielleicht auch ein wenig, weil er selbst ganz und gar nicht am Drücker ist. Er versucht sich als Aktivist - gegen Kapitalismus, gegen Ungerechtigkeit in der Welt, für Naturschutz und gegen Tierversuche. Doch eigentlich geht es ihm darum, ein Mädchen zu beeindrucken. So auch, als er einen protzigen Luxuswagen anzündet ... Leider wird Glocke dabei erwischt und gefilmt. Er kann fliehen, aber sein Bild geht schon durch die Medien. Spontan schließt er sich einer Gruppe Fremder an, die sich im Netz verabredet haben. Sie folgen dem Ruf eines Unbekannten, der in den Bergen lebt und in der Rückbesinnung zur Natur den Weg in die Zukunft sieht. Sie alle wollen die Welt zu einem besseren Ort machen und tragen doch ein Geheimnis mit sich, möchten ihre Vergangenheit hinter sich lassen und aus dem System ausbrechen. Das ist ihr Ziel. Zunächst erleben die jungen Rebellen Glocke, Judith (Milena Tscharntke), Steffi (Matilda Merkel), Elias (Tom Gronau) und Paule (Enno Trebs) Tage der Freiheit und des Glücks. Doch dann wendet sich das Blatt... (Quelle: Verleih)

Filmbilder Raus

Filmfoto: Raus


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