Papillon

Papillon

Regisseur: Michael Noer, Schauspieler/in:
Charlie Hunnam
,
Rami Malek
,
Tommy Flanagan
. Drehbuch:

Papillon Handlung

Henri "Papillon" Charrière (Charlie Hunnam) wird im Frankreich der 30er Jahre zu Unrecht wegen Mordes verurteilt und muss seine lebenslange Haftstrafe in der berüchtigten Strafkolonie St. Laurent in Französisch-Guayana verbüßen. Auf dem Weg dorthin begegnet Papillon dem seltsamen Louis Dega (Rami Malek), einem verurteilten Fälscher. Nachdem er ihn vor einem Angriff anderer Häftlinge verteidigen konnte, treffen sie eine Vereinbarung: Dega steht fortan unter Papillons Schutz, im Gegenzug finanziert Dega Papillons Fluchtversuche. Im Laufe der Zeit entwickelt sich zwischen den beiden Männern eine tiefe Freundschaft, die ihnen hilft, den schweren Arbeitsdienst und die sadistische Behandlung der Wärter zu überleben und die ihnen immer wieder die Kraft gibt, nicht aufzugeben... (Quelle: Verleih)

Papillon Filmkritik

Papillon Kritik der neue Film von Michael Noer mit Charlie Hunnam und Rami Malek

Filmkritik von

„Papillon“: Charlie Hunnam macht auf Steve McQueen

Die Lebensgeschichte von Henri Charriére alias Papillon wurde schon einmal im Jahr 1973 verfilmt – damals mit Steve McQueen in der Titelrolle und mit Dustin Hoffman als seinem Freund. Von diesem Film war auch Produzent Joey McFarland begeistert, las aber auch den Roman, sowie das Sequel „Banco“, das sich mit Papillons Leben vor und nach dem Gefängnis befasst. Letzteres kommt in der neuen Verfilmung gar nicht zum Tragen – und auch das Vorleben wird nur gestreift.

Filmfoto: PapillonDer Dieb Papillon (Charlie Hunnam) wird wegen eines Mordes, den er nicht begangen hat, angeklagt und verurteilt. Man deportiert ihn in ein Gefängnis in Französisch-Guayana, wo er den Fälscher Dega (Rami Malek) kennenlernt. Der hat Geld, aber kaum eine Chance, in diesem Gefängnis zu überleben. Also schlägt Papillon ihm einen Deal vor: Er wird ihn beschützen, aber dafür muss Dega seine Flucht finanzieren.

Es ist immer schwierig, einen ganz großen Klassiker neu zu verfilmen. Sicherlich hilft es, wenn 45 Jahre dazwischen liegen, weil sich auch Sehgewohnheiten des Publikums ändern, aber wenn die Vorlage derart bedeutungsschwer über jeder Neuauflage schwebt, ist das eine Herausforderung, die nur schwer zu meistern ist. Immerhin kann man dem neuen PAPILLON aber attestieren, dass hier eine dichte Erzählung zustande kam, die sich auf die Gefängnisjahre konzentriert und das Leben in dieser Hölle auf Erden greif- und spürbar auferstehen lässt.

Filmfoto: PapillonDabei profitiert der Film von einem hervorragenden Charlie Hunnam, der zwar (noch) nicht das Charisma eines Steve McQueen hat, aber mit Körpereinsatz diese Rolle sich wirklich zu eigen macht. Besonders merkt man dies in der langen Sequenz, in der Papillon über zwei Jahre hinweg in Einzelhaft einsitzt und zum Schweigen verdammt ist. Hunnam ist hager und abgemagert, man sieht ihm an, wie seine Figur sich fühlen muss. Das ist eine körperliche Leistung, aber auch die schauspielerische ist nicht zu unterschätzen. Hunnam spielt stoisch, lässt aber auch die Moral der Figur immer wieder durchscheinen.

So bunt und farbintensiv wie das Original ist das Remake nicht. Hier setzt man auf natürlichere Farben, die auch die flirrende Hitze Französisch-Guayanas gar nicht so sehr in den Vordergrund rückt. Die Sets und Locations sind ausgezeichnet, der Dreck und die primitiven Lebensbedingungen werden authentisch dargestellt. Dies ist ein Gefängnis, neben dem die Zuchthäuser anderer Filme fast schon wie Ferienlager anmuten.

Filmfoto: PapillonPAPILLON wartet mit einem durchweg überzeugenden Ensemble auf. Hunnam führt es an, aber auch Rami Malek als schwächlicher Dega ist überzeugend – das so sehr sogar, dass sich die Leben der beiden Männer im Grunde wirkungsvoll kontrastieren. Wo der eine dem Wahnsinn verfallen sollte, hat man das Gefühl, dass es dem anderen passiert ist. Das Ende ist dabei interpretierbar und derart, dass man lange über die Entscheidung von Papillons Freund nachdenken kann.

Das Remake ist eine gute Neuinterpretation des Stoffs, allerding kann man sich des Gefühls nicht erwehren, dass dieser Film dennoch nicht sein Publikum finden wird. Es ist fast 50 Jahre her, dass Charriéres autobiographischer Roman zum Erfolg geworden ist. Für ein modernes Publikum ist PAPILLON so weit entfernt wie Französisch-Guayana von Frankreich.

Kritik: Peter Osteried

Papillon Filmkritik

Papillon Kritik der neue Film von Michael Noer mit Charlie Hunnam und Rami Malek

Filmkritik von

Unbändiger Freiheitswillen

Einen Filmklassiker neu aufzulegen, ihn dann aber fast eins zu eins zu imitieren, macht das Remake angreifbar und kann seine Aussagekraft komplett untergraben. Exemplarisch ist in diesem Zusammenhang Gus Van Sants Hitchcock-Verbeugung „Psycho“ von 1998, die wegen ihrer eklatanten Nähe zum Original auf breite Ablehnung stieß. Fragen lassen muss sich auch der dänische Regisseur Michael Noer („Nordvest – Der Nordwesten“), ob es seine nun ins Kino kommende Modernisierung der Romanverfilmung „Papillon“ wirklich gebraucht hat. Unter dem Strich fehlt es der Auffrischung des angeblich von realen Geschehnissen geprägten Stoffes an spannenden neuen Perspektiven und Akzentverschiebungen.

Filmfoto: PapillonIm Paris der dreißiger Jahre verdingt sich Henri Charrière (Charlie Hunnam), der aufgrund eines Schmetterling-Tattoos nur „Papillon“ genannt wird, als Tresorknacker, möchte mit seiner Freundin aber so bald wie möglich ein ruhiges Leben auf dem Land beginnen. Eines Tages hängt man dem jungen Mann jedoch einen Mord an, für den man ihn schließlich in die berüchtigte Strafkolonie St. Laurent in Französisch-Guayana verbannt. Auf der Überfahrt nach Südamerika macht er Bekanntschaft mit dem schwächlichen, allerdings wohlhabenden Fälscher Louis Dega (Rami Malek), dessen persönlichen Schutz Papillon fortan übernimmt. Im Gegenzug will er mit Degas Geld in der Umgebung des Gefangenenlagers ein Boot erwerben und dem unmenschlichen Haftsystem entkommen.

Hauptdarsteller Charlie Hunnam kann einem schon ein wenig leidtun. Obwohl er seinen durchtrainierten Körper voll zur Geltung bringen darf und sichtlich bemüht ist, die Qualen des Protagonisten eindringlich zu vermitteln, fehlt ihm das Charisma eines Steve McQueen, der in Franklin J. Schaffners Version den Titelhelden spielte. Wer den Ursprungsfilm gesehen und dessen obercoolen Kinostar vor Augen hat, wird zwangsläufig Vergleiche anstellen und nur zu einem Schluss kommen können: Dem neuen Film fehlt das gewisse Etwas.

Filmfoto: PapillonSchuld daran ist nicht zuletzt das gerade in der zweiten Hälfte unsauber wirkende Drehbuch von „Prisoners“-Autor Aaron Guzikowski, das weder sonderlich tiefschürfend in das Innenleben des gepeinigten Titelhelden blickt noch die Nebenfiguren komplexer ausgestaltet. Während bei Rami Maleks Louis Dega zumindest kleine Ecken und Kanten aufscheinen, wird der von Roland Møller verkörperte Celier allzu offensichtlich und plump als verschlagener Finsterling beschrieben, was sein Verhalten jederzeit ausrechenbar macht. Eine noch undankbarere Rolle fällt dem Mithäftling Maturette (Joel Basman) zu, der über den Status einen blassen Funktionsträgers nicht hinauskommt. Schaut man auf Schaffners epische, das Martyrium noch stärker ins Visier nehmende Erzählung zurück, lässt sich außerdem nicht verhehlen, dass das Ende des Remakes deutlich gehetzter erscheint.

Filmfoto: PapillonAls Charakterdrama überzeugt Noers Neuinterpretation höchstens in Ansätzen. Freunde grimmig-atmosphärischer Abenteuerkost kommen dafür jedoch etwas mehr auf ihre Kosten. Ohne große Längen schildert „Papillon“ den harten, mit brutalen Rückschlägen gespickten Überlebenskampf des unschuldig Verurteilten, scheut dabei nicht vor drastischen Gewaltbildern zurück und bietet einige höchst stimmungsvolle Passagen auf, die eine beklemmende Intensität entfalten. Für gesteigerte Unruhe sorgt etwa die Überfahrt zur Strafkolonie, bei der das Publikum tief in den düsteren Bauch des aus allen Nähten platzenden Gefangenenschiffes eintaucht. Haften bleiben auch einige versiert choreografierte, aus nächster Nähe gefilmte Kampfszenen, in denen sich das Aufeinanderprallen der Körper direkt auf den Zuschauer überträgt. All das ist letzten Endes aber zu wenig, um sich ernsthaft mit der Originalverfilmung messen zu können, die 1973, vier Jahre nach Veröffentlichung des zwischen autobiografischen Elementen, historischen Fakten und Erfindungen pendelnden Charrière-Romans, in die Kinos kam.

Kritik: Christopher Diekhaus

Filmbilder Papillon

Filmfoto: Papillon
Papillon Trailer, Interviews, Clips und Making ofs


Ihre Kritik zu Papillon
Schreiben Sie jetzt Ihre Kritik zu Papillon
Sie müssen Angemeldet sein um Ihre Kritik zu
"Papillon" schreiben zu können.
Anmelden
Registrieren
Profilbild

Einloggen
Herzlich willkommen! Um die Community nutzern zu können, melden sie sich bitte hier mit ihren Zugangsdaten an:

Facebook Login
Noch einfacher, loggen sie sich einfach mit ihrem Facebook Account ein:


Mit einem Klick auf diese Schaltfläche "Mit Facebook einloggen" akzeptieren sie die Nutzungsbedingungen und die Diskussionsrichtlinien der Ideenkraftwerk GmbH. Sie garantieren das sie diese gelesen und gespeichert oder ausgedruckt haben.


Passwort vergessen
Wenn Sie ihr Passwort vergessen haben können sie hier ein neues anfordern, geben sie dazu ihre E-Mail adresse hier ein:

Neu registrieren
Sie haben noch keinen Account bei Kritiken.de? Dann registrieren sie sich jetzt kostenlos, um die Community zu nutzen!