Molly's Game: Alles auf eine Karte

Molly's Game: Alles auf eine Karte

Regisseur: Aaron Sorkin, Schauspieler/in:
Jessica Chastain
,
Idris Elba
,
Kevin Costner
,
Michael Cera
,
Jeremy Strong
. Drehbuch: Aaron Sorkin, Molly Bloom

Molly's Game: Alles auf eine Karte Handlung

MOLLY'S GAME erzählt die unglaubliche, wahre Geschichte von Molly Bloom (Jessica Chastain), einer schönen, jungen ehemaligen olympischen Skifahrerin, die über zehn Jahre hinweg den exklusivsten geheimen Poker-Ring der Welt betrieben hat. Als sie eines Nachts von siebzehn schwer bewaffneten FBI-Agenten festgenommen wird, bedeuted es das Ende ihrer kriminellen Karriere. Zu ihren Poker-Gästen gehörten Hollywood-Stars, Sportgrößen, erfolgreiche Geschäftsleute und zuletzt auch - von ihr unbemerkt - die russische Mafia. Nach ihrer Verhaftung wurde ihr Rechtsanwalt Charlie Jaffey (Idris Elba) zu ihrem engsten Verbündeten. Denn Jaffey begreift schnell, dass viel mehr in Molly steckt, als die Sensationsnachrichten, die man über sie in der Boulevardpresse lesen konnte, erzählen...

Molly's Game: Alles auf eine Karte Filmkritik

Molly's Game: Alles auf eine Karte Kritik der neue Film von Aaron Sorkin mit Jessica Chastain und Idris Elba

Filmkritik von

Berauscht von hohen Einsätzen

Es ist noch kein Jahr her, da war Jessica Chastain in „Die Erfindung der Wahrheit“ in der Rolle einer Washingtoner Lobbyistin zu sehen, die die nächsten Schachzüge ihrer Kontrahenten immer schon einkalkuliert hatte. Nun spielt Chastain wieder eine Überfliegerin in einem ähnlich hochtourigen Spielfilm, in dem Leistung, Ehrgeiz, Härte gegen sich selbst zu Erfolg und Ruhm führen. Molly Bloom ist eine reale Person, die 2013 von der amerikanischen Bundespolizei FBI festgenommen wurde. Jahrelang hatte sie in Los Angeles und in New York Pokerspiele veranstaltet, bei denen es um fünf- und sechsstellige Beträge, manchmal auch um Millionen ging. Hollywoodgrößen und berühmte Unternehmer saßen an ihrem Tisch, später aber auch die russische Mafia.

Filmfoto: Molly's Game: Alles auf eine Karte©SNDIm Film setzt das FBI darauf, dass Molly Bloom über ihre Gäste auspackt, um nicht ins Gefängnis zu kommen. Aber Molly will sich, zum Leidwesen ihres Anwalts Charlie Jaffey (Idris Elba), auf einen solchen Deal nicht einlassen. Ihre Pokerrunden waren ja schließlich nicht einmal illegal, zumindest nicht, solange sich ihre eigenen Einnahmen noch allein aus Trinkgeldern speisten. In seinem Regiedebüt erzählt der als Drehbuchautor geschätzte Aaron Sorkin („The Social Network“, „Steve Jobs“) auf der Basis von Molly Blooms gleichnamigen Memoiren diese im Abgang bittere Version eines amerikanischen Traums.

Die nichtlineare Dramaturgie mit ihren häufigen Rückblenden und die manchmal wie im Stakkato abgefeuerten Erzählungen Mollys in Voice-Over erzeugen eine beträchtliche Spannung. Vom Zuschauer wird nämlich eine erhöhte Aufmerksamkeit gefordert, nur um inhaltlich mitzukommen. Der Film will ähnlich pfiffig wie Molly selbst sein und wird dabei auch ziemlich anstrengend.

Filmfoto: Molly's Game: Alles auf eine Karte©SNDHärter, besser, schneller, das ist Mollys Motto schon seit der Kindheit. Angetrieben von ihrem fordernden Vater (Kevin Costner), will sie nicht nur Juristin werden, sondern auch eine olympische Medaille im Skifahren gewinnen. Aber ein schwerer Sturz bereitet ihrer sportlichen Laufbahn ein Ende. Die junge Frau geht nach Los Angeles und jobbt als Assistentin eines verschuldeten Mannes, der Untergrund-Pokerspiele organisiert. Bevor dieser Mensch, der sie schikaniert und herumkommandiert, sie wieder entlässt, hat sie ihm das Spiel schon aus der Hand genommen.

Unzählige Male verweist Mollys Erzählstimme darauf, dass auf dem Spieltisch Hunderttausende von Dollar liegen. Das viele Geld macht den Reiz der ganzen Geschichte aus, die es, wie die Spieler selbst, mit Status, Glamour, Nervenkitzel in Verbindung bringt. Mollys Ehrgeiz, in dieser Welt groß herauszukommen, hat etwas mit ihrem Vater zu tun. Aber wenn der psychologische Aspekt am Ende wieder in den Fokus rückt, schüttelt der Film auch bei diesem Anlass quasi einen Trumpf aus dem Ärmel. Molly soll geglaubt haben, dass ihr Vater ihre Brüder mehr liebte als sie selbst. Allerdings kommen diese Brüder im Film so gut wie gar nicht vor, werden nur selten als ebenfalls erfolgreich erwähnt.

Filmfoto: Molly's Game: Alles auf eine Karte©SNDMan muss diesen Erzählstil oder auch die Faszination des Films für das Emporstreben nicht mögen. Aber es gelingen ihm spannende Einblicke in die Dynamik am Pokertisch und die Charaktere einzelner Spieler. Ein paarmal ruft das Bluffen existenzielle Dramen hervor, die mit grimmigem Witz geschildert werden. So wie sich selbst geübte Spieler verschätzen können, so kommt auch Molly in der Welt des schönen Scheins irgendwann ins Rutschen. Ist die Krise, ob am Spieltisch oder in der gesamten Gesellschaft, erst einmal da, versagen die gewohnten Regeln des Miteinanders schnell ihren Dienst.

Filmbilder Molly's Game: Alles auf eine Karte

Filmfoto: Molly's Game: Alles auf eine Karte
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