Matrix

Matrix

Regisseur: Wachowski-Geschwister, Schauspieler/in:
Keanu Reeves
,
Laurence Fishburne
,
Carrie-Anne Moss
,
Hugo Weaving
,
Gloria Foster
. Drehbuch: Wachowski-Geschwister

Matrix Handlung

Wir befinden uns im 22. Jahrhundert: Die Erde wird von Maschinen beherrscht, die den Menschen menschliche Realität vorgaukeln. Aber die Welt ist nicht Welt, sondern eine Simulation durch ein Computerprogramm, "die Matrix". Gut, daß es dagegen den Widerstandskämpfer Morpheus gibt. Er und seine Mannen kämpfen gegen die Matrix. Und noch besser, daß Morpheus den Computerexperten Thomas Anderson entdeckt hat. Anderson, sein Hacker-Name ist Neo, könnte die Welt von den Maschinen-Unterdrückern befreien und damit zum Erlöser werden. (P.M.)

Matrix Filmkritik

Matrix Kritik der neue Film von Wachowski-Geschwister mit Keanu Reeves und Laurence Fishburne

Filmkritik von

Matrix ist mehr als nur ein Film. 'Leider', mag sich manch einer denken, handelt es sich um drei Filme. Ein hervorragender erster Teil, dessen zweiter Teil „Matrix Reloaded“ das Niveau nicht halten kann und ein dritter Teil „Matrix Revolutions“, der die Geschichte zu einem recht unbefriedigenden Abschluss bringt. Es ist das Los der Reihe, in dieser alle Filme umfassenden Form erinnert zu werden. Schön ist allerdings, dass der erste Film als alleinstehendes Werk vollständig funktionsfähig ist und thematisch, sowie stilistisch zu den einflussreichsten Filmen der 90er gehört.

Thomas A. Anderson, besser bekannt als der Hacker Neo (Keanu Reeves), hat bereits sein Leben lang das Gefühl, dass etwas mit der Welt nicht stimmt. Eine Frage beschäftigt ihn: Was ist die Matrix? „Kontrolle.“, ist die Antwort des vermeintlichen Terroristen Morpheus (Lawrence Fishburn) auf diese Frage. „Die Matrix ist eine computergenerierte Welt, die geschaffen wurde, um uns unter Kontrolle zu halten.“ Er zeigt Neo indes die echte Welt, indem er ihn aus der Matrix befreit. Das Jahr 1999 liegt in Wahrheit bereits ca. 200 Jahre in der Vergangenheit. Maschinen regieren die Ruinen der modernen Welt, angetrieben von der Energie menschlicher Körper, deren Geist in der Matrix gefangen ist.

Morpheus und sein Team um Trinity (Carrie-Ann Moss) können sich in die Matrix einschleusen. Die dort geltenden Regeln und physikalischen Gesetze sind für sie dehnbar, doch gegen die Schutzprogramme, personifiziert in Agent Smith (Hugo Weaving) und seinen Kollegen, können sie im Kampf nicht bestehen. Morpheus ist auf der Suche nach dem Auserwählten, der in der Matrix ungeahnte Kräfte entfalten und dadurch die Herrschaft der Maschinen auch in der echten Welt beenden soll. In Neo glaubt er sein Zielobjekt gefunden zu haben. Alles wird nun daran gesetzt ihn zu trainieren und auf seine vermeintliche Bestimmung vorzubereiten. Doch unvorhergesehene Ereignisse stellen die Freiheitskämpfer innerhalb der Matrix vor schier unlösbare Aufgaben und das Schicksal der freien Überlebenden der realen Welt hängt von Neo ab.

Man sollte allerdings Matrix bei weitem nicht auf die in etlichen Filmen erzählte Weltenretter-Geschichte reduzieren, denn der Streifen ist vielschichtiger. Die Wachowski-Geschwister Andy und Lana haben zum einen ein hochwertiges Sci-Fi-Action – Spektakel mit wunderbar polierter Oberfläche geschaffen. Gelungene Effekte enttarnen einerseits auf sehenswerte Weise die vermeintliche Realität der Matrix und stellen andererseits den dystopischen Charakter der wahren Welt effektiv dar. Die Regisseure vertrauen der Macht dieser Bilder und verwenden eine vergleichsweise dezente Montage, die den Zuschauer nicht mit Reizen überflutet. Ähnlich verhält sich dies in Action- und Kampfsequenzen. Besonders die Faustkämpfe, die inhaltlich ohnehin Martial-Arts-Filmen näher sind, als Hollywood-Verwandten, setzen stark auf ihre Choreographie. Effekthascherei durch hektische Schnitte sucht man vergebens. Vielmehr wird das Gezeigte durch die wiederkehrenden filmischen Mittel, z.B. Farbfilter, Top-Shots und Zeitlupen, sowie einzelne spektakuläre 360°-Einstellungen und tolle Bild- und Tonübergänge ästhetisiert. Beispiel gefällig? Neos Limbo-Einlage beim Ausweichen von Pistolenkugeln ist die wohl bekannteste Szene der Reihe und hat sich in das kulturelle Gedächtnis einer Generation von Kinogängern gebrannt. Sie steht stellvertretend für die besondere Beziehung der Matrix-Reihe zur herkömmlichen Physik, eine Beziehung, die bis heute Filme beeinflusst. Handwerklich liegt hier ein beachtliches Werk vor, das in diesem Zusammenhang auch vier Oscars sein Eigen nennt.

Das ist also die eine Seite, die besondere Oberflächenbeschaffenheit des Films. Doch auch in Sachen Tiefgang kann sich Matrix sehen lassen. Die Geschichte und ihre Themen sind weit komplexer als es für einen Sci-Fi-Blockbuster üblich ist. Philosophisches wird angeschnitten, religiöse Anleihen finden Eingang in die Geschichte und das Konzept von Realität wird immer wieder in Frage gestellt. Gleichzeitig trifft der Film den Zeitgeist seines Entstehungsjahres. 1999, Computer und das Internet werden auch für den Durchschnittsbürger wichtiger, Handys sind im Kommen, Hacker werden der Öffentlichkeit ein Begriff. Matrix gibt eben diesen gesellschaftlich-technischen Neuerungen eine Schlüsselbedeutung für die Handlung. Das alles sind sicherlich Gründe dafür, dass sich so viele Menschen trotz der offensichtlichen Künstlichkeit der Filmhandlung auf einer persönlichen Ebene mit dem Werk verbunden fühlen.

Auf der erzählerischen Ebene bleiben im Mittelteil bei normalem Erzähltempo leider einige Längen nicht aus, die der Komplexität der Geschichte geschuldet sind. Die obligatorische Love-Story zwischen Neo und Trinity ist so sehr minimiert, dass sie weder positiv noch negativ sonderlich auffällt. Im hervorragenden ersten Drittel, einem Hybrid aus Action- und Paranoia-Thriller und im spektakulären letzten Drittel, das dann die sprichwörtlichen großen Geschütze auffährt, ist der Unterhaltungsfaktor allerdings konstant extrem hoch, das Erzähltempo dabei schnell und doch passend. Aus dem Schauspielensemble sticht besonders Hugo Weaving als böser Agent Smith heraus, dessen Stimme allein schon alles transportiert, was an Bosheit zu vermitteln ist. Keanu Reeves gibt einen guten Neo ab. Schade für ihn, dass er auf Jahre im Klischee dieser Rolle gefangen ist. Man kann Matrix, kurz vor dem Millennium erschienen, eine Art Vorreiterrolle für zumindest das kommende Jahrzehnt einräumen. Mit Blick auf die rasante technische Entwicklung der letzten Zeit und darauf, wie vernetzt die gesamte Welt mittlerweile geworden ist, gewinnen Schlüsselaspekte des Films noch an Bedeutung. Optisch ist der Streifen ohnehin, damals wir heute, hervorragend. Also Nachfolger hin oder her – Matrix ist sehr, sehr sehenswert.

Kritik: Tim Gieselmann

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