Maria Magdalena

Maria Magdalena

Regisseur: Garth Davis, Schauspieler/in:
Rooney Mara
,
Joaquin Phoenix
,
Chiwetel Ejiofor
,
Tahar Rahim
,
Ariane Labed
. Drehbuch: Helen Edmundson, Philippa Goslett

Maria Magdalena Handlung

MARIA MAGDALENA die berührende Geschichte der wohl umstrittensten Figur an der Seite von Jesus Christus - für die einen Leitfigur, für die anderen Sünderin.

Maria Magdalena Filmkritik

Maria Magdalena Kritik der neue Film von Garth Davis mit Rooney Mara und Joaquin Phoenix

Filmkritik von

Die Frau mit dem stummen Blick

Mit der Figur der Maria Magdalena hat sich das Christentum schon immer schwergetan. Sie gehörte nicht zu den 12 Aposteln Jesu, aber zu seinem Gefolge. Sie war an den entscheidenden Stationen der Passion zugegen, der Kreuzigung und Grablegung Jesu, aber auch als erste Person, der der Auferstandene begegnete. Der Kirche galt sie jedoch auch lange als Sünderin, gar Prostituierte. 2016 erhob sie der Vatikan dann in den Rang einer Apostelin. Die Spekulationen über eine Liebesbeziehung von Maria Magdalena und Jesus schafften es hingegen nie aus dem Ruch des Unseriösen hinaus. Auf jeden Fall bietet sich dem Film von Regisseur Garth Davis („Lion – Der lange Weg nach Hause“) ein interessanter Spielraum für die Interpretation dieser biblischen Frauenfigur.

Filmfoto: Maria MagdalenaAber leider lässt dieses Drama, das sich eher als spirituelles, denn als Historienepos begreift, die Chance ungenutzt, der Tochter eines Fischers aus Magdala eine glaubwürdige oder sogar sympathische Persönlichkeit zu verleihen. Maria (Rooney Mara) schaut den ganzen Film über mit großen Augen unter ihrem Kopfschal hervor, ernst, verstehend, keusch. Eine engelhafte Empfindsamkeit wird signalisiert, eine Güte und Reinheit, die beinahe schon mit der von Jesus konkurriert. Rooney Mara ist eine Fehlbesetzung, denn sie gerät in dieser Rolle zur Statue, anstatt sie mit Weichheit, emotionaler Bewegtheit, menschlichem Eigensinn zum Leben zu erwecken.

Die Geschichte beginnt in Marias Dorf, wo sie sich trotz des heftigen Widerstands von Vater und Bruder Jesus (Joaquin Phoenix) anschließt. Der Messias stellt sie seinen männlichen Jüngern gleich, was diese, insbesondere Petrus (Chiwetel Ejiofor), weniger gut finden. Frauen haben in der Gesellschaft nichts zu melden, andererseits zieht die Gruppe gerade nach Jerusalem, um beim Pessachfest den Anbruch einer neuen Zeit zu verkünden. Maria Magdalena versteht Jesus und seine Botschaft vom anbrechenden Königreich Gottes anders als die männlichen Jünger, die auf himmlische Heerscharen warten und auf den großen Tusch. Sie hält sich mehr an das Gebot von Nächstenliebe und Vergebung und sagt schließlich, dass sich die Welt nur ändern werde, „wenn wir uns ändern“. Diese Deutung ist so ziemlich das einzig Moderne an diesem Film – von der unpassenden Sprache mit Ausdrücken wie “der perfekte Zeitpunkt“, „dem Schüren von Konflikten“ einmal abgesehen.

Filmfoto: Maria MagdalenaDie Reise nach Jerusalem verläuft in banger Ungewissheit, ist erfüllt von Todesahnung. Joaquin Phoenix spielt Jesus eigenwillig, als Mann mit stechendem Blick und einer sanften, hippiesken Überspanntheit, aus der auch ein Gefühl des Verlorenseins spricht. So markant diese Darstellung auch ist, das Wirken Jesu auf Erden hat man sich schon wesentlich freudvoller vorgestellt! Die soziale Umgebung bleibt in diesem Film arg im Hintergrund und kommt nur im Rahmen kurzer Interaktionen zum Vorschein. Jesus und seine Schar wirken immer wieder isoliert auf ihrem Weg durch wüstenähnliche Landschaften, von deren Brauntönen sich die grauweißen Gewänder der Figuren kaum abheben. Der einzig fröhliche Mensch ist Judas (Tahar Rahim) – aber das hat vermutlich nichts weiter zu bedeuten. Kargheit und Introversion geben den Ton an, woran auch der üppige Musikteppich nichts ändert.

Ach, wie spannend wäre ein Film gewesen, der Maria Magdalena nicht als ätherisches Wesen interpretiert, sondern ein Wagnis eingeht und zum Beispiel vorschlägt, dass körperliche Liebe auch im Evangelium einen Platz haben darf. Oder der sie als Menschen, der mit seinen Wünschen und seinem begrenzten Geist ringt, porträtiert. Aber diese Geschichte erstarrt lieber in braver Karfreitagsstimmung.

Kritik: Bianka Piringer

Filmbilder Maria Magdalena

Filmfoto: Maria Magdalena
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