Love, Simon

Love, Simon

Regisseur: Greg Berlanti, Schauspieler/in:
Nick Robinson
,
Katherine Langford
,
Alexandra Shipp
,
Jorge David Lendeborg Jr
,
Jennifer Garner
. Drehbuch: Elizabeth Berger, Isaac Aptaker

Love, Simon Handlung

Jeder verdient eine große Liebesgeschichte. Aber für den 17-jährigen Simon Spier ist es etwas komplizierter: Er muss Familie und Freunden noch erzählen, dass er schwul ist, und kennt nicht einmal die Identität des Klassenkameraden, in den er sich online verliebt hat. Beide Probleme zu lösen, erweist sich als gleichzeitig unglaublich witzig, angsteinflößend und lebensverändernd. (Quelle: Verleih)

Love, Simon Filmkritik

Love, Simon Kritik der neue Film von Greg Berlanti mit Nick Robinson und Katherine Langford

Filmkritik von

Coming-out an der Schule, ja oder nein?

Warum gibt es eigentlich kein heterosexuelles Coming-out, fragt sich der 16-jährige Simon (Nick Robinson). Und schon erwachen seine Fantasien auf der Kinoleinwand zum Leben, in denen seine Highschoolfreunde ihre Eltern mit der gebeichteten Hinwendung zum anderen Geschlecht vor den Kopf stoßen. Simons Sinn für Humor bestimmt den manchmal sehr erfrischenden Tonfall dieser amerikanischen Komödie und hilft ihm auch selbst, sein Drama durchzustehen. Denn Simon ist schwul, hat es aber noch niemandem gesagt.

Filmfoto: Love, SimonAls Voice-Over-Erzähler betont Simon, dass er sich nicht von anderen Teenagern unterscheide, nur habe er eben ein Geheimnis. Und das bedrückt ihn. Auf einer Online-Plattform der Schule liest er einen anonymen Eintrag eines schwulen Schülers, der sich Blue nennt und dasselbe Geheimnis hat. Simon beginnt eine Mailkorrespondenz mit Blue, verliebt sich in den Unbekannten, aber der Mitschüler Martin (Logan Miller) entdeckt die Mails und beginnt, Simon zu erpressen.

Wann ist für Jugendliche der richtige Zeitpunkt, ihre sexuelle Identität zu offenbaren? In einem Alter, in dem die Gruppe der Gleichaltrigen so wichtig ist, fällt es vielen sicherlich schwer, der stillen, aber vorherrschenden Erwartung nicht zu entsprechen. Simon fragt sich, ob ihn sein Umfeld als Mensch anders wahrnehmen würde, wenn es wüsste, dass er den Gärtner sexy findet. Seine langjährige Freundin Leah (Katherine Langford) ist schon irritiert, weil ihre Beziehung nicht körperlich wird. Anders als in Coming-out-Dramen früherer Zeiten droht hier nicht die soziale Ächtung, auch Simons Eltern (Jennifer Garner, Josh Duhamel) wirken dafür zu liberal und liebevoll. Aber auch wenn die Gesellschaft toleranter geworden ist, ist das Coming-out für viele Teenager weiterhin ein komplexes Problem.

Filmfoto: Love, SimonAls Vorlage diente diesem Film von Regisseur Greg Berlanti („So spielt das Leben“) der Jugendroman „Nur drei Worte“ der Psychologin Becky Albertalli. Ihre Kenntnis jugendlicher Gedanken- und Gefühlswelten lässt auch den Film sehr lebensnah erscheinen. Aus dem Alltag der Schüler ist das Internet mit seinen sozialen Medien nicht wegzudenken. Wie es Simon helfen oder neue Probleme schaffen kann, malt der Film ausführlich und witzig aus. Warum den Gärtner ansprechen, wenn eine Kontaktanbahnung mit einem jungen Mann namens Blue anonym möglich ist? Blöd nur, wenn Simon dann vergisst, sich auszuloggen…

Inhaltlich fällt auf, dass es zwar unsympathische Mitschüler wie den Erpresser Martin, oder schräge Witzemacher wie den Schuldirektor gibt. Zugleich aber liegt eine Atmosphäre der Freundschaft und Harmonie über allem, die mächtig genug erscheint, Konflikte über kurz oder lang regelrecht zu verschlucken. Von der aus anderen Spielfilmen bekannten Highschool als Hort einer gnadenlosen sozialen Hackordnung ist diese Lehranstalt meilenweit entfernt. Damit fehlt es der Komödie aber auch an Biss. Simon und Leah wirken für ihr Alter ungewöhnlich tolerant und verständnisvoll.

Filmfoto: Love, SimonGestalterisch kommt der Ideenreichtum der Komödie stärker zur Geltung. Vor allem die Szenen, die Simons Fantasien folgen, wirken pfiffig. Wie könnte seine Zukunft als geouteter schwuler Mann bestenfalls aussehen? Selbstironisch sieht er sich mit einer Gruppe jungdynamischer Menschen wie in einem Musical tanzen, zu Whitney Houstons „I Wanna Dance with Somebody“. Popmusik von gestern und heute betont den unbeschwerten Schwung des Films. Etwas weniger Versöhnlichkeit wäre jedoch besser gewesen, denn manchmal läuft der stets so gutmütig-friedliche Simon Gefahr, zum Botschafter einer pädagogischen Haltung zu mutieren, die Heranwachsenden mehr Gelassenheit ans Herz legt.

Kritik: Bianka Piringer

Filmbilder Love, Simon

Filmfoto: Love, Simon
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