Star Wars: Episode IV – Eine neue Hoffnung

Star Wars: Episode IV – Eine neue Hoffnung

Regisseur: George Lucas, Schauspieler/in:
Mark Hamill
,
Harrison Ford
,
Carrie Fisher
,
Peter Cushing
,
Alec Guinness
. Drehbuch: George Lucas

Star Wars: Episode IV – Eine neue Hoffnung Handlung

1. Teil der 1996 überarbeiteten Star Wars Trilogie (The Star Wars Trilogy Special Edition)

Star Wars: Episode IV – Eine neue Hoffnung Filmkritik

Star Wars: Episode IV – Eine neue Hoffnung Kritik der neue Film von George Lucas mit Mark Hamill und Harrison Ford

Filmkritik von

Fünf Worte am Ende von Das Imperium schlägt zurück (1980) haben die Verhältnisse in unserer und einer anderen Galaxis für immer verändert: „Nein, ich bin dein Vater.“ Die berühmteste Szene aller Star-Wars-Filme wurde der Dreh- und Angelpunkt der gesamten Saga und ihr Fluch und Segen zugleich. Dass die Episode V genannte erste Fortsetzung heute als bester Film der Serie gilt, liegt neben ihrer eigenen Qualität auch daran, dass danach keine Folge mehr aus sich heraus funktionierte, sondern an die Herleitung, Auflösung und Aufarbeitung dieser Schlüsselszene gefesselt war. Und die hat rückwirkend auch den ersten Film von 1977 für sich vereinnahmt, der drei Jahre lang einfach nur Star Wars hieß – in einem Universum, das von den vertrackten Familienverhältnissen bei Skywalkers noch nichts wusste.

Beim Re-Release 1981 scrollte erstmals der neue Untertitel Episode IV – A New Hope über die Leinwand – und seitdem ist es immer schwerer geworden, den Ur-Film noch einmal so zu sehen wie 1977. Zum einen lässt sich unser popkulturelles Gedächtnis nicht mehr löschen, in dem Darth Vader nun einmal Lukes und Leias Vater ist (und auch die unfassbar kitschige Love-Story der Prequel-Trilogie, die zu diesem Ergebnis führte, können wir leider nicht mehr vergessen). Zum anderen hat George Lucas die gesamte Ur-Trilogie mehrfach digital aufmotzen und inhaltlich nachjustieren lassen. Und dennoch enthält der erste Film auch nach der x-ten Verschlimmbesserung noch Spuren einer innovativen Unbekümmertheit, die ihn von allen Nachfolgern unterscheidet und die an den Zauber allen Anfangs gemahnt. Ein Zauber, der natürlich nichts mit Unschuld zu tun hat – dazu lässt sich ein Film, der von Anfang als Glied in einer großen Vermarktungskette angelegt war und der inhaltlich und ästhetisch mit allerlei Krudem und Fragwürdigem vollgestopft ist, auch nicht nachträglich verklären.

Filmfoto: Star Wars: Episode IV – Eine neue Hoffnung©20th Century FoxDie ersten Drehbuchentwürfe waren ein einziges Chaos aus Handlungswirrwarr und verrückt klingenden Namen, aus dem erst auf der Zielgeraden ein dramaturgisch funktionierendes Ganzes wurde – und das Schöne ist, dass man das dem Film immer noch ein wenig anmerkt. Die Märchenerzählung vom Bauernjungen, der auszieht, eine Prinzessin aus den Händen finsterer Schergen zu befreien, ist zwar stark genug, um die Fülle an Welten, Raumschiffen und Figuren zusammenzuhalten – aber zugleich wird in Star Wars jedem neu eingeführten Schauplatz auch ein Eigenrecht eingeräumt, scheinen viele Sequenzen nur dafür da, noch ein paar Aliens mehr eine Bühne zu bereiten. Man denke nur an die Kantinenszene in Mos Eisley mit kleinem Western-Einmaleins von Barprügelei bis Stand-off oder an die Müllpressen-Episode mit eigenem Müllpressen-Monster auf dem Todesstern.

Filmfoto: Star Wars: Episode IV – Eine neue Hoffnung©20th Century FoxBesonders bezaubernd ist hier das erste Drittel des Films, in dem Star Wars streckenweise fast gemächlich daherkommt. Noch bevor die menschliche Hauptfigur und der Haupthandlungsstrang etabliert sind, sehen wir zehn Minuten lang zwei Roboter durch die Wüste stapfen. Heute sind R2-D2 und C-3PO so gute Bekannte wie Ernie und Bert – aber der Kinogänger anno 1977 wurde hier einfach mit einer mehrminütigen dialogfreien Szene konfrontiert, in der eine piepsende Blechtonne zur Abenddämmerung einen Berg herabrollt, von schnatternden kleinen Vermummten überfallen und über Stock und Stein zu einem absurd großen Monstrum von Transporter geschleppt wird. Und diese Filmwelt scheint sich ihrer selbst ganz gewiss zu sein, kommt daher, als wäre sie schon immer da, ungerührt von der Möglichkeit, jemand könnte sie für abstrusen Blödsinn halten. Gerade der abgenutzte Schmuddellook der gesamten Ausstattung – Kostüme, Bauten, Raumschiffe, Droiden – lässt diese Welt bis heute zeitlos wie am ersten Tag erscheinen. Die Wischblenden-Montage wirkt wie das Blättern in einem Märchenbuch, und die damals revolutionären Spezialeffekte, der Kitt, der diese Welt zusammenhält, sind in Würde gealtert.

Filmfoto: Star Wars: Episode IV – Eine neue Hoffnung©20th Century FoxFür Komik sorgt in Star Wars heute nur das, was schon 1977 komisch war – die Dialoge. Absichtlich, wenn Han Solo mit knackigen Einzeilern dem Jedi-Geraune Paroli bietet, aber doch größtenteils unfreiwillig. Dass das Gequassel von Frontaldeflektoren, Konsularschiffen und der dunklen Seite der Macht hier trotzdem noch nicht von bleiernem mythischem Ernst in die Tiefe gezogen wird, sondern an der Comic-Oberfläche bleibt, liegt einfach daran, dass die Mythologie noch fast unerzählt ist und der Fantasie Luft lässt. Wenn Obi-Wan von den „Klon-Kriegen“ spricht, ist das noch nicht mehr als ein cool klingendes Wort – niemand dies- und jenseits der Leinwand hatte 1977 einen Schimmer, what the hell „Klon-Kriege“ sind. Und wenn die hünenhafte Gestalt Darth Vaders aus den Rauchschwaden des eroberten Rebellenkreuzers die Bühne des Weltkinos betritt – dann erschien in Star Wars noch das lupenreine, pechschwarze Böse auf der Leinwand; vielleicht Maschine, vielleicht Mensch, doch ohne lästige Verwandte. Erst in Star Wars Episode IV: A New Hope sollen wir nicht mehr vergessen dürfen, dass hinter der Maske mit dem charakteristischem Röcheln nichts anderes steckt als eine verkrachte Existenz.

Mit Star Wars verhält es sich wie mit einem Beatles-Song: ziemlich abgenudelt und zigmal remastert, und unvorstellbar, dass er einmal neu war. Doch sind die Spuren eines Aufbruchs und Anfangs nicht ganz aus ihm zu löschen.

Kritik: Maurice Lahde

Filmbilder Star Wars: Episode IV – Eine neue Hoffnung

Filmfoto: Star Wars: Episode IV – Eine neue Hoffnung


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