Genesis 2.0

Regisseur: Christian Frei, Maxim Arbugaev, Schauspieler/in:
. Drehbuch: Christian Frei

Genesis 2.0 ist ein Dokumentarfilm des Oscar-nominierten[1] Schweizer Regisseurs Christian Frei und des russischen Filmemachers Maxim Arbugaev, der am 20. Januar 2018 im Rahmen des Sundance Film Festivals seine Premiere feierte. Der Film dokumentiert den gefährlichen Alltag der Sammler von Mammutstoßzähnen auf einer abgelegenen Inselgruppe in Sibirien. Gleichzeitig versuchen Klonforscher aus dem schockgefrorenen genetischen Material das längst ausgestorbene Wollhaarmammut wieder zum Leben zu erwecken.

Handlung / Inhalt

Der Film dokumentiert den gefährlichen Alltag der Sammler von Mammutstoßzähnen, die sich alljährlich auf der abgelegenen Inselgruppe Neusibirische Inseln treffen und sich bei ihrer Suche durch den schmelzenden Permafrost graben müssen. Gleichzeitig porträtiert er Pioniere und Klonforscher, die sich an der neuen Grenze des Möglichen bewegen und aus dem schockgefrorenen genetischen Material das längst ausgestorbene Wollhaarmammut wieder zum Leben erwecken möchten.[2] Die filmische Reise führt von der archaischen Landschaft der Inseln in ein Mammut-Museum in Jakutsk, zu Treffen von jungen Wissenschaftlern in Boston, zu einer kommerziellen Klon-Firma in Südkorea und zu einer Gen-Datenbank in China.

Der russische Co-Regisseur Maxim Abugaev begleitete für den Film die sibirischen Sammler während einer Saison. Die Jäger seien die Ureinwohner des Nordens, die Schamanismus praktizieren und an Naturgeister glauben, so Abugaev. Das mache sie sehr vorsichtig und abergläubisch bei ihren Reisen auf die unbewohnten Inseln: «Wir sehen die Arktis als ein eigenes Lebewesen mit gewaltigen und unfassbaren Kräften.»[3] Auch für den Regisseur und Produzenten Christian Frei sind Legenden, Mythen und Tabus ein zentrales Thema. Der Film konfrontiere uns mit unserer eigenen Angst vor einer unbekannten Zukunft.[4] Demgegenüber steht die Haltung der Zukunftsforscher wie George Church von der Harvard University: «Die synthetische Biologie wird mit hoher Wahrscheinlichkeit die nächste grosse Revolution (...) Menschen sind sehr kühn, und sie haben Visionen. Sie werden diese verfolgen, manchmal bis zu ihrem Tod.»[5]

Produktion

Stab und Protagonisten

Regie führte der Präsident der Schweizer Filmakademie Christian Frei gemeinsam mit dem jungen russischen Filmemacher Maxim Arbugaev.[6][7]

Den professionellen Mammutjäger Peter Grigoriev und den arbeitslosen Spira Sleptsov verbindet der Wunsch, endlich einen bedeutenden Fund eines Elfenbeinstoßzahns zu machen. Das «weiße Gold» kann in China zu hohen Preisen verkauft werden[8] – dafür riskieren sie viel. Sie sind aber hin- und hergerissen zwischen den Verheissungen eines Fundes und dem spirituellen Glauben, dass man die Überreste der Mammute nicht stören darf.[9]

Peter Grigorievs Bruder, Semyon Grigoriev, ist Paläontologe und Leiter des Mammut-Museums in Jakutsk. Sein Ziel ist es, eines Tages ein Klon eines Wollhaarmammuts herstellen zu können. Dazu reist er mit seiner Frau Lena Grigorieva nach Südkorea zur Biotech-Firma von Hwang Woo-suk, der 2005 durch Fälschung von Forschungsresultaten bekannt wurde und heute erfolgreich eine Firma führt, die kommerziell Hunde klont.

Nicht nur Klonforscher sind am Wollhaarmammut interessiert, sondern auch Molekularbiologen und Genetiker wie der Harvard-Professor George Church.[10] Er nutzt für seine Forschung die neusten technologischen Möglichkeiten der synthetischen Biologie und arbeitet daran, einen mammutähnlichen Elefanten zu editieren,[11] einen Mammophanten.[12]

Dreharbeiten und Veröffentlichung

Die Aufnahmen entstanden in Russland, den USA, Südkorea und China. Anfang Januar 2018 wurde ein Trailer zum Film veröffentlicht,[13] bevor er am 20. Januar 2018 im Rahmen des Sundance Film Festivals seine Premiere feierte.[14] Beim Sundance Film Festival wurde die Kameraarbeit des Schweizer Kameramanns Peter Indergand und des Filmemachers und Ko-Regisseurs Maxim Arbugaev mit dem World Cinema Documentary Special Jury Award for Cinematography ausgezeichnet.[15][16] Im Juni 2018 wurde der Film beim Sydney Film Festival[17] und im August 2018 beim Locarno Festival in der Sektion Panorama Suisse gezeigt.[18] Im September 2018 ist eine Vorstellung auf der Filmkunstmesse Leipzig geplant.[19] Am 1. November 2018 soll der Film in die deutschen Kinos kommen.[20]

Auszeichnungen (Auswahl)

Sundance Film Festival 2018

  • Nominierung für den Grand Jury Prize im World Cinema Documentary Competition (Christian Frei und Maxim Arbugaev)
  • Auszeichnung mit dem World Cinema Special Jury Award for Cinematography (Maxim Arbugaev und Peter Indergand)

Einzelnachweise

  1. Christian Frei mit neuem Dokfilm ans Sundance-Filmfest eingeladen Auf: Swissinfo.ch, 30. November 2017.
  2. Schweizer mit Dokumentarfilm beim Sundance Festival im Rennen In: Neue Zürcher Zeitung, 19. Januar 2018.
  3. Im Original auf Englisch: “Hunters are the native people of the North, who practice shamanism and believe in spirits of nature. They are very careful and superstitious in their approach to these uninhabited islands... We see the Arctic as a living creature of its own with mighty incomprehensible powers.” Auf: Deadline.com, 9. Januar 2018.
  4. Im Original auf Englisch: “Genesis 2.0 deals with legends, myths and taboos and confronts us with our own fear of an unknown future”. Auf: Deadline.com, 9. Januar 2018.
  5. Im Film auf Englisch, bei Min. 26: „Synthetic biology is very likely to be the next big revolution. (...) Humans are very bold and they have vision. And they will follow that sometimes to their death.“
  6. https://www.blick.ch/people-tv/kino/filmfestival-christian-frei-mit-neuem-dokfilm-ans-sundance-filmfest-eingeladen-id7668081.html
  7. https://www.blick.ch/people-tv/kino/filmfestival-redford-eroeffnet-sundance-festival-schweizer-mit-dokfilm-im-rennen-id7864425.html
  8. Jäger des weißen Goldes In: National Geographic, Heft 4/2013, S. 110–129.
  9. Filmkritik In: Hollywood Reporter, 21. Januar 2018.
  10. Wie das Mammut auferstehen könnte In: Tagesspiegel, 23. Februar 2017.
  11. Ein Mammut-Projekt Auf: Deutschland Funk, 15. Januar 2010.
  12. Woolly mammoth on verge of resurrection, scientists reveal In: The Guardian, 16. Februar 2017.
  13. Mia Galuppo: 'Genesis 2.0 Trailer: Sundance Doc Focuses on Efforts to Resurrect the Wooly Mammoth'' In: The Hollywood Reporter, 2. Januar 2018.
  14. Programm des Sundance Film Festivals 2018 In: sundance.org. Abgerufen am 13. Januar 2018. (PDF; 258 KB)
  15. Kate Erbland: 2018 Sundance Film Festival Awards Winners: The Miseducation of Cameron Post' and 'Kailash' Win Grand Jury Prizes'' In: indiewire.com, 27. Januar 2018.
  16. Ausführliche Liste der Sundance-Gewinner 2018 auf IMDb.
  17. https://www.sff.org.au/wp-content/uploads/2018/04/180404-teaser-announce-sff-2018-final.pdf
  18. Genesis 2.0. In: locarnofestival.ch. Abgerufen am 14. Juli 2018.
  19. Genesis 2.0. In: filmkunstmesse.de. Abgerufen am 28. August 2018.
  20. Starttermine Deutschland In: insidekino.com. Abgerufen am 31. März 2018.
  21. Filmkritik auf Screendaily.com, 21. Januar 2018.
  22. Filmkritik in The Hollywood Reporter, 21. Januar 2018.

Dieser Artikel (grau hinterlegt) steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported (Kurzfassung). Die Vorliegende Version wurde am 28. August 2018, 12:08 UTC unter den o.g. Lizenzen veröffentlicht. Mit Beiträgen (Autor/en) von: . Aus Datenschutzrechtlichen Gründen werden Autoren von denen lediglich eine IP-Adresse hinterlegt wurde hier nicht aufgeführt.

Genesis 2.0 Handlung

Der Film beobachtet den harschen und gefährlichen Alltag von sogenannten Mammutjägern auf einer extrem abgelegenen Inselgruppe im hohen Norden Sibiriens. Die archaische Landschaft, in der diese Menschen nach Stosszähnen längst ausgestorbener Mammuts suchen, erinnert an die Urzeit der Erde. Es herrscht eine Art Goldrauschstimmung, denn die Preise für das weisse Gold sind so hoch wie noch nie. Doch der auftauende Permafrost gibt nicht nur wertvolles Elfenbein frei. Manchmal finden die Jäger auch ein fast vollständig erhaltenes Mammutkadaver mit Fell und Muskelgewebe, an dem Polarfüchse nagen. Solche Funde rufen hochtechnisierte amerikanische und südkoreanische Klonforscher auf der Suche nach Mammutzellen mit möglichst intakter DNA auf den Plan. Ihre Mission könnte Teil eines Science-Fiction Plots sein. Sie wollen das ausgestorbene Wollhaarmammut nach Jurassic-Park-Manier wieder zum Leben erwecken und auferstehen lassen. Und das ist nur der Anfang. Weltweit sind Biologen daran, das Leben neu zu erfinden. Sie wollen die Sprache der Natur lernen und Leben erschaffen nach dem Lego-Prinzip. Das Ziel der synthetischen Biologie ist es, komplette künstliche biologische Systeme zu erzeugen. Der Mensch wird zum Schöpfer. Die Auferstehung des Mammuts ist eine erste Manifestation dieser nächsten großen technologischen Revolution. Eine Übung. Ein millionenschweres Spiel. Die neue Technologie wird die Welt, wie wir sie kennen, komplett auf den Kopf stellen... und all dies nimmt seinen Anfang im unaufhaltsam auftauenden Permafrost am äussersten Rand von Sibirien. (Quelle: Verleih)



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