Florida Project

Florida Project

Regisseur: Sean Baker, Schauspieler/in:
Brooklynn Prince
,
Christopher Rivera
,
Aiden Malik
,
Josie Olivo
,
Valeria Cotto
. Drehbuch: Sean Baker, Chris Bergoch

Florida Project Handlung

Orlando, Florida: Moonee ist erst 6 Jahre alt und hat bereits ein höllisches Temperament. Nur wenige Meilen entfernt vom Eingang zu Disneyworld wächst sie in "The Magic Castle Motel" an einem vielbefahrenen Highway auf. Jeden Tag versucht Halley, das Leben mit ihrer Tochter auf unkonventionelle Art und Weise zu meistern. Moonee und ihre gleichaltrigen Freunde erklären derweil unter den wachsamen Augen des Motelmanagers Bobby die Welt um sich herum zu einem großen Abenteuerspielplatz... (Quelle: Verleih)

Florida Project Filmkritik

Florida Project Kritik der neue Film von Sean Baker mit Brooklynn Prince und Christopher Rivera

Filmkritik von

Der Geschmack kindlicher Freiheit

Diese Geschichte erzählt von einem Sommer in Florida, ganz in der Nähe von Disney World. Die sechsjährige Moonee (Brooklynn Kimberly Prince) und ihre Freunde sehen die Vergnügungsparks nicht von innen, sie leben in einem der Motels entlang des Highways. Auch diese Häuser unterwerfen sich mit ihren quietschbunten Farben der allgemeinen Spaß-Maxime. Aber viele ihrer Gäste sind keine Touristen, sondern Gestrauchelte, die kein eigenes Dach mehr über dem Kopf haben und die Zimmermiete täglich entrichten müssen. Das quirlige Energiebündel Moonee ist immer auf der Suche nach etwas Lustigem oder Aufregendem. Und der Film geht einem noch lange nach dem Verlassen des Kinos nicht aus dem Sinn.

Filmfoto: Florida Project©Prokino (Fox)Moonee teilt sich mit ihrer jungen Mutter Halley (Bria Vinaite) ein Doppelbett im Motelzimmer. Wenn sich das Mädchen und seine Freunde Scooty ((Christopher Rivera) und Jancey (Valeria Cotto), in der Motelanlage herumtreiben, heftet sich die Kamera ganz nahe an sie und zieht die Zuschauer mitten hinein ins Geschehen. Moonees Hunger nach Vergnügen kippt manchmal ins Zerstörerische. Der Hotelmanager Bobby (Willem Dafoe) droht Halley schon mit Rauswurf, falls ihre Tochter noch etwas anstellt. Gerade musste er sich um einen Stromausfall kümmern, den die Kinder verursacht hatten.

Aber Bobby hat die Kinder in anderen Momenten auch wie ein Beschützer im Auge und ist sofort zur Stelle, wenn Gefahr droht. Auch auf die 22-jährige, arbeitslose Halley passt Bobby ein wenig auf. Trotz dieser fürsorglichen Ader wirkt er eher wie der geplagte Aufseher einer Anstalt, der die Insassen zur Räson rufen muss.

Filmfoto: Florida Project©Prokino (Fox)Der Regisseur und Drehbuchautor Sean Baker („Tangerine L.A.“) hat keine ernste Sozialstudie im Sinn gehabt mit diesem fast schon dokumentarisch anmutenden Drama. Es wird nicht groß erklärt, was die Motelbewohner hierher verschlagen hat und wie sie sich ihre Zukunft vorstellen. Der Staat scheint ihnen jedenfalls kaum zu helfen. Halley ist oft bekifft, sie verdient sich ihr Zimmergeld auf prekäre Weise, und wenn sie dann mal Banknoten in der Tasche hat, gibt sie sie wie im Rausch aus. Mooneys Glück scheint perfekt, wenn sie mit der Mutter ausgelassen durch ein Kaufhaus zieht und beide nach allem greifen, was bunt ist und Spaß verspricht.

Moonee hat die rebellische Protesthaltung der Mutter verinnerlicht. Sie kann Erwachsene wüst beschimpfen, sie lässt sich von niemandem bändigen. Moonee ist zum Teil eine kleine Pippi Langstrumpf. Baker widersetzt sich den Erwartungen des Zuschauers, dieses Kind als bedrückt zu zeigen und seine Mutter als schlecht und abweisend. Moonee und Halley, die durchaus Sinn für schöne Momente hat, sind oft ein Herz und eine Seele. Mit diesen Figuren hält der Film auch der infantilisierten Konsumhaltung der Gesellschaft, die sie ausgrenzt, einen Spiegel vor. Moonee und Halley beurteilen vieles gerne als wertlos, als Widerstandsgeste und aus einer Wegwerfmentalität heraus. Die gesichtslose Straßenlandschaft vor ihrem Motel ist voller Läden, die wie bunte, billige Jahrmarktsbuden aussehen.

Filmfoto: Florida Project©Prokino (Fox)Die Dialoge der Kinder untereinander wirken herrlich spontan. Die langen Einstellungen der Kamera, die sommerliche Geräuschkulisse mit den Heuschrecken, die auch in der Stadt zu hören sind, die Impulsivität der Kinder, die mal hierhin, mal dorthin laufen, vermitteln den Eindruck ungeschliffener Authentizität. Die großartige Brooklynn Prince verleiht Moonee die Kraft einer Naturgewalt. Das alles macht diesen Film so besonders, auch wenn man seine Interpretation der sozialen Realität nicht immer erhellend finden mag.

Kritik: Bianka Piringer

Filmbilder Florida Project

Filmfoto: Florida Project
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