Feinde – Hostiles

Feinde – Hostiles

Regisseur: Scott Cooper, Schauspieler/in:
Christian Bale
,
Rosamund Pike
,
Scott Shepherd
,
Wes Studi
,
Adam Beach
. Drehbuch: Donald Stewart, Scott Cooper

Feinde – Hostiles Handlung

New Mexico, 1892: Der verdiente Offizier Joseph Blocker (Christian Bale) erhält den Auftrag, den kranken Cheyenne-Häuptling Yellow Hawk (Wes Studi), der die vergangenen sieben Jahre im Gefängnis verbrachte, in dessen Stammesland nach Montana zu begleiten. Der letzte Wunsch des als unerbittlich bekannten Indianers ist es, zu Hause zu sterben. Blocker und Yellow Hawk haben eine gemeinsame Vergangenheit, weswegen Blocker den Auftrag nur äußerst widerwillig annimmt. Gemeinsam mit einigen Soldaten und der Familie des Häuptlings bricht die Truppe auf. Unterwegs stoßen sie auf die junge Witwe Rosalie Quaid (Rosamund Pike), deren gesamte Familie kaltblütig von Komantschen umgebracht wurde. Die traumatisierte Frau schließt sich ihnen an und die Gruppe setzt ihren gefährlichen Weg quer durch das unwegsame Land und eine extrem feindselige Umgebung fort. Schon bald wird klar, dass sie nur als Gemeinschaft im Kampf ums Überleben eine Chance haben. (Quelle: Verleih)

Feinde – Hostiles Filmkritik

Feinde – Hostiles Kritik der neue Film von Scott Cooper mit Christian Bale und Rosamund Pike

Filmkritik von

Der Soldat, der dem Häuptling vergibt

Die Indianerkriege sind im Jahr 1892 vorbei, der Cheyenne-Häuptling Yellow Hawk (Wes Studi) sitzt seit sieben Jahren in Gefangenschaft in Fort Berringer in New Mexico. Der Army-Captain Joseph Blocker (Christian Bale) aber hasst seinen Feind aus früheren Schlachten weiterhin inbrünstig, wie die „Wilden“ überhaupt. Nun hat Yellow Hawk, der an Krebs erkrankt ist und sterben wird, um seine Freilassung gebeten. Er will zurück nach Montana in heiliges Cheyenne-Land, um seine letzte Ruhe zu finden. Der US-Präsident begnadigt ihn und so wird ausgerechnet Joseph Blocker dazu abkommandiert, den Häuptling und seine mitinhaftierte Familie mit ein paar Soldaten nach Montana zu eskortieren.

Filmfoto: Feinde – Hostiles© Universum/CentralDer Western, den Regisseur Scott Cooper inszeniert hat, ist eigentlich ein filmisches Klagelied über das große Sterben. Joseph vollzieht auf dem langen Ritt nach Montana eine innere Kehrtwendung. Das jahrzehntelange Töten hat ihn und seine Kameraden moralisch zermürbt. Joseph spielt dem heutigen US-Kinopublikum exemplarisch eine Vergangenheitsbewältigung vor, die zur pathetischen Geste gerinnt und die historische Schuld den Ureinwohnern gegenüber nicht wirklich auf den Punkt bringt.

Die berittene Gruppe gabelt unterwegs die Farmersfrau Rosalie (Rosamund Pike) auf. In der ersten Filmsequenz sah man, wie eine Bande Komantschen ihre Farm angriff, Mann und Kinder töteten, die Pferde stahlen, das Haus abbrannten. Die Feindschaft zwischen Siedlern und Indianern hat ihre Gründe auf beiden Seiten, will der Film wohl sagen. Mit Rosalie setzt der Film den unschuldigen Pioniersfrauen ein Denkmal. Die Witwe ist nicht nur taff, sondern auch gütig und gottesfürchtig. Freundlich geht sie bald auf die Familie von Yellow Hawk zu und schlägt so auch ihrem Beschützer Joseph eine Brücke.

Filmfoto: Feinde – Hostiles© Universum/CentralUnterwegs wird weiter getötet, getrauert an Gräbern mitten in der wunderschönen Natur. Die Reisenden blicken stumm mit tragischer Hamlet-Miene in die Landschaft oder ins Lagerfeuer, an dem manchmal zaghaft melancholische Lieder erklingen. Mit seiner fatalistischen Haltung und bedrückten Stimmung erinnert der Film an Sydney Pollacks „Jeremiah Johnson“ von 1972. Darin spielte Robert Redford einen Weißen, der die blutige Rache der Indianer an seiner Familie mit der Waffe erwidert und zur Legende wird – bis er dann endlich merkt, dass es keinen Grund mehr zum Schießen gibt. Coopers Held Joseph hatte nach eigener Auffassung – und der des Films – ebenfalls keine Alternative für seine Taten. Er habe nur seine Pflicht als Soldat erfüllt, sagt er einmal. Und er zählt dem Häuptling die Namen der Freunde vor, die dieser offenbar im Kampf tötete. Der Chief wendet den Kopf kurz bedauernd zur Seite.

Joseph, von Christian Bale mit stolzem Ernst gespielt, bereut also nicht nur, er bietet auch selbst Vergebung an. Diese aber steht ihm als Soldat der Erobererseite nicht zu. Was soll der Häuptling eines niedergemetzelten Stammes, dessen Familie der kulturelle Tod im Reservat erwartet, mit einer dermaßen simplen Aufrechnerei Schmerz gegen Schmerz anfangen?

Filmfoto: Feinde – Hostiles© Universum/CentralCooper packt in diesen auf theaterhafte Überhöhung setzenden Western zeitlose Botschaften. Ein weißer Grundbesitzer demonstriert mit der Knarre in der Hand abschreckend das archaische Denken, das hinter dem heute immer noch populären Recht auf Waffenbesitz steckt. Auch im Handschlag zwischen Häuptling und Soldat steckt sicherlich eine gut gemeinte philosophische Absicht des Films. Konkret aber wird diese Geste zum Ärgernis. Joseph soll, so will es der Film ja, sogar beim Massaker in Wounded Knee 1890 gewütet haben.

Kritik: Bianka Piringer

Filmbilder Feinde – Hostiles

Filmfoto: Feinde – Hostiles
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