Euphoria

Euphoria

Regisseur: Lisa Langseth, Schauspieler/in:
Alicia Vikander
,
Eva Green
,
Charlotte Rampling
,
Charles Dance
,
Adrian Lester
. Drehbuch: Lisa Langseth

Euphoria Handlung

Zu lange schon haben sich die beiden Schwestern Ines (Alicia Vikander) und Emilie (Eva Green) nicht mehr gesehen. Aber jetzt treffen sie sich auf Wunsch von Emilie wieder und gemeinsam wollen sie nicht nur eine schöne Zeit miteinander verbringen, sondern sich auch wieder näher kommen. Doch was als netter Urlaub beginnt, bekommt kurz darauf eine schockierende Wendung: Emilie ist unheilbar an Krebs erkrankt und hat nicht mehr lange zu leben. Da ihr Tod kurz bevorsteht, hat sie beschlossen, auf ihre eigene Weise aus dem Leben zu scheiden. So entpuppt sich auch das vermeintliche Luxus-Ferienresort als klinische Einrichtung, in der Sterbehilfe geleistet wird. Ines wird von dem Vorhaben ihrer Schwester vollkommen überrumpelt…  am Donnerstag 22. März 2018 10:34 Uhr

Euphoria Filmkritik

Euphoria Kritik der neue Film von Lisa Langseth mit Alicia Vikander und Eva Green

Filmkritik von

Spüren, was am Ende zählt

Emilie (Eva Green) hat ihre jüngere Schwester Ines (Alicia Vikander) seit Jahren nicht mehr gesehen. Doch nun ist Ines, die in New York als Künstlerin lebt und arbeitet, ihrer Einladung nach Europa gefolgt. Emilie lädt Ines in ein teures Hotel, ein teures Restaurant und dann auf eine Autoreise ein, die mitten im Wald endet. Dort befindet sich ein Schloss in einem großen Park, die Bewohner lassen darauf schließen, dass es sich um ein Sanatorium handelt. Aber erst bei der Aufnahme erfährt Ines bestürzt die ganze Wahrheit über Emilie und ihren Plan.

Filmfoto: Euphoria©Wild Bunch/Central FilmAuf diesem idyllischen, abgeschiedenen Grundstück können todkranke Menschen ihre letzten Tage so verbringen, wie sie das wünschen – und sie bekommen Sterbehilfe. Die krebskranke Emilie will in sechs Tagen aus dem Leben scheiden und Ines an ihrer Seite haben. Die schwedische Regisseurin und Drehbuchautorin Lisa Langseth („Die innere Schönheit des Universums“) erzählt in diesem atmosphärisch dichten Drama von der konflikthaften Wiederannäherung zweier Schwestern mit unglücklicher Vergangenheit.

Schrittweise offenbart sich der tiefe Riss zwischen Emilie und Ines. Nachdem der Vater die Familie einst verließ, wurde die Mutter depressiv. Ines wandte sich innerlich ab von ihr und kam nach ihrem Selbstmord Jahre später auch nicht zur Beerdigung. Emilie hingegen hatte sich bis zuletzt um die Mutter gekümmert und sich danach vergeblich um Kontakt mit Ines bemüht. Ines sträubt sich massiv dagegen, mit dem Leid in ihrer Familie konfrontiert zu werden. Emilie aber ist verbittert, sie hadert damit, das Leben verpasst zu haben und geht wütend auf die Schwester los. Vor allem aber will sie endlich selbst wahrgenommen werden und Zuwendung erhalten.

Filmfoto: Euphoria©Wild Bunch/Central FilmDiese Geschichte einer Versöhnung vor dem Tod verwendet ein konventionelles Strickmuster. Beide Schwestern müssen sich dem Schmerz stellen, der sie auseinandergebracht hat. Aber es wird deutlich, wie wichtig es am Lebensende ist, an familiäre Bande anzuknüpfen und sich an schöne Erlebnisse zu erinnern. Eva Green spielt Emilie überzeugend, während Alicia Vikander ihrer Rolle wenig Leben einhauchen kann. Aber beiden Filmcharakteren verleiht die Dramaturgie auch nur wenig Tiefe, als wäre das Hauptaugenmerk der Regisseurin auf etwas anderes gerichtet.

Die wahre emotionale Kraft des Films geht vom Hospiz selbst aus. Es gelingt hervorragend, die Wichtigkeit eines solchen Rückzugsorts zu zeigen, der Todkranken hilft, ihre letzten Wünsche zu erfüllen. Vom Lärm der Städte ist in dieser grünen Natur nichts zu hören, das Personal steht bereit, um den Bewohnern Kaffee im Garten zu servieren, bei Gesprächen zu assistieren, die Blaubeerpfannkuchen aus der Kindheit zu backen. Charlotte Rampling ist die perfekte Besetzung für Marina, die Seele des Hauses und Emilies achtsame Begleiterin, die sich auch um die überforderte Ines kümmert.

Filmfoto: Euphoria©Wild Bunch/Central FilmEine Frau sitzt nackt auf einer Parkbank, ein alter Mann lässt eine Rockband zu seiner Abschiedsparty einfliegen und bleibt doch unglücklich. Nicht jedes Ende verläuft versöhnlich. Auch die wunderbare Filmmusik wechselt von Streichermelodien zu leichten Dissonanzen, die Töne aus der Natur weiterspinnen und die Sinne für die wilde, auch verstörende Intensität des Lebens öffnen. Der Ort wurde bewusst im Ungewissen belassen, gedreht wurde aber auf Schloss Dennenlohe in Bayern. Es ist unmöglich, sich dem friedlichen, Trost spendenden Zauber dieses Wohlfühlmilieus zu entziehen. Des Reizthemas aktive Sterbehilfe hätte es im Grunde gar nicht mehr bedurft, geht es doch gerade darum, sich noch einmal vom Leben berühren zu lassen.

Kritik: Bianka Piringer

Filmbilder Euphoria

Filmfoto: Euphoria


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