E.T. – Der Außerirdische

E.T. – Der Außerirdische

Regisseur: Steven Spielberg, Schauspieler/in:
Tamara De Treaux
,
Henry Thomas
,
Drew Barrymore
,
Dee Wallace
,
Robert MacNaughton
. Drehbuch: Melissa Mathison

E.T. – Der Außerirdische Handlung

Der Familienfilm von Steven Spielberg aus dem Jahr 1982 ist ohne Frage ein Evergreen und gilt noch heute als einer der erfolgreichsten Filme aller Zeiten.

Während einer Expedition auf der Erde nehmen Außerirdische Pflanzenproben und lassen dabei einen ihrer Kameraden zurück als Regierungsbeamte der NASA sie zu entdecken drohen. Der auf der Erde zurückgelassen E.T. findet Unterschlupf im Zimmer des kleinen Elliott (Henry Thomas), mit dem er bald eine innige Freundschaft schließt. Abgeschirmt von der Welt der Erwachsenen, entspinnt sich ein wunderbares Märchen über Fremdheit und Freundschaft, bei der E.T. und der kleine Junge eine telepathische und symbiotische Verbindung entwickeln. E.T. ist hierbei der erste Film, der Außerirdische nicht wie üblich als unheimliche Bedrohung darstellt, sondern als neugierige und warmherzige Kreaturen. Bedrohlich erscheint im Gegenteil die Welt der Erwachsenen, die repräsentiert wird durch Beamte der NASA und des FBI, die die märchenhafte Welt und Freundschaft zwischen dem Fremden und Elliott zunehmend zu gefährden drohen. Unvergessen bleibt die Szene, in der E.T sein Heimweh darüber artikuliert, nach Hause telefonieren zu wollen. Und natürlich die Flucht mit dem Fahrrad über den Wald vor dem erleuchteten Mond. Em Ende dürfen nur die Taschentücher nicht feheln.

Linn-Berit Nagel am Freitag 23. August 2013 12:44 Uhr

E.T. – Der Außerirdische Filmkritik

E.T. – Der Außerirdische Kritik der neue Film von Steven Spielberg mit Tamara De Treaux und Henry Thomas

Filmkritik von

Das Familienfoto zeigt keine Familie, sondern einen Hund. Der schläft nicht wie andere Vierbeiner in einem Körbchen, sondern teilt sich mit dem zehnjährigen Elliott (Henry Thomas) ein Etagenbett und hört auf den Namen des imaginären Hasens „Harvey“, der sich schließlich als gar nicht eingebildet entpuppt (Mein Freund Harvey, Harvey, 1950). Als Inspiration für E.T. – Der Außerirdische (E.T. the Extra-Terrestrial) diente Steven Spielberg sein eigener imaginärer Freund, den er sich als Kind nach der Scheidung seiner Eltern erschuf. Auch Elliotts Eltern leben getrennt, der Vater treibt sich mit der neuen Freundin in Mexiko herum. Da kommt der Außerirdische mit dem leuchtenden Herzen eines Nachts gerade recht aus dem familiären Geräteschuppen getrottet, in dem er sich auf der Flucht vor Regierungsagenten verschanzt hatte. So wie Elliott hat E.T. ebenfalls sein Zuhause verloren, als ihn das Raumschiff mit seinen Gefährten aus Versehen auf der Erde zurückließ. Und wie Jesus wandelt oder vielmehr watschelt er auf dieser nur zeitweilig und besitzt heilende Fähigkeiten. Passend zu dem schildkrötengesichtigen Messias aus dem All wird Elliotts Mutter statt „Mom“ meistens „Mary“ gerufen.

Hunde, Kinder und Weltraumwesen sind bei Spielberg menschlicher als die meisten Erwachsenen, die vor allem in der ersten Handlungshälfte fast ausschließlich gesichtslos und auf Hüfthöhe gefilmt auftreten. Ein Großteil des Geschehens wird aus der Sicht von Elliott oder E.T. erzählt, sodass die „Großen“ meist befremdlich oder bedrohlich und wie die eigentlichen Aliens erscheinen. Die Regierungsagenten, die für Forschungszwecke Jagd auf den gutmütigen Außerirdischen machen, inszeniert der Regisseur als anonyme Silhouetten oder unheimliche Schatten, und wenn sie das Haus von Elliotts Familie stürmen, ähnelt ihr schlafwandelnder Gang mit den ausgestreckten Armen gar Zombies in Astronautenkleidung. Dass sie dabei auch durch die Fenster torkeln, obwohl die Haustür sperrangelweit offen steht, wirkt dann allerdings weniger wie eine furchterregende denn wie eine unfreiwillig komische Reverenz ans Horrorgenre.

In einer früheren Sequenz, die an Halloween spielt, blickt man mit dem ständig schnaufenden, gurgelnden oder glucksenden E.T. durch die Augenschlitze seines Geisterkostüms auf das Treiben auf der Straße, und während Yoda aus Das Imperium schlägt zurück (Star Wars: Episode V – The Empire Strikes Back; 1980) vorbeizieht, fühlt man sich durch die Szenerie und die Ich-Perspektive wohl nicht zufällig an einen anderen populären Schnaufer aus der Filmgeschichte erinnert – an Michael Myers. Spielbergs Science-Fiction-Märchen ist reich an cineastischen und literarischen Verweisen, die den Abschied von der Kindheit, den Verlust des Zuhauses oder die Suche nach Zugehörigkeit thematisieren: Mutter Mary liest der jüngsten Tochter Gertie (Drew Barrymore) aus Peter Pan vor; im Kinderzimmer liegt eine Puppe von Dorothy aus Der Zauberer von Oz (The Wizard of Oz, 1939); und um E.T. zu sich nach Hause zu locken, legt Elliott in einem Wald eine Spur aus Süßigkeiten, angelehnt an Hänsel und Gretel.

Zum 20-jährigen Geburtstag von E.T. veröffentlichte Spielberg 2002 im Kino und auf DVD eine digital überarbeitete Version des Klassikers mit zusätzlichen Szenen und modernisierten Spezialeffekten. Darin tragen die Regierungsbeamte Funkgeräte statt Waffen, und Marys Kommentar zum Halloween-Kostüm ihres ältesten Sohnes „Du gehst nicht als Terrorist!“ wurde nach den Anschlägen des 11. Septembers umgeschrieben. Da viele Fans die Änderungen ablehnten und der Regisseur sie im Nachhinein bereute, erschien 2012 die Blu-ray wieder in der ursprünglichen Kinofassung. Diese wirkt gut 30 Jahre nach ihrer Erstaufführung rein analytisch betrachtet kitschig, lächerlich und übertrieben und lässt den E.T.-Hype der 1980er Jahre nur schwer nachvollziehen. Fast jede Szene ist von (melo-)dramatischer Musik untermalt, und Spielbergs Hang zur Mystik äußert sich in einem derart exzessiven Einsatz von Dunst, dass dieser spätestens, wenn das Abwaschwasser eine geheimnisvolle Atmosphäre kreieren soll, dringend nach einer Abzugshaube verlangt. Auf der Gefühlsebene kann man sich dem naiven Charme der Sci-Fi-Schnulze aber kaum entziehen. Weckt die heimwehkranke, im Grunde grottenhässliche Weltraum-Schildkröte mit ihrem ständigen „Nach Hause telefonieren“-Bedürfnis Beschützerinstinkte? Liegt es an dem anrührenden Spiel von Henry Thomas, dem man jederzeit abkauft, mit einem wahrhaftigen Alien statt mit einem kleinwüchsigen Schauspieler in Verkleidung zu agieren? Würden wir auch gerne auf einem BMX-Rad am Mond vorbeifliegen?

Natürlich appelliert E.T. an das Kind und den Außerirdischen/Außenseiter in uns. Und er präsentiert ohne Angst vor Peinlichkeit ein Ideal von Verbundenheit, wie man es in dieser unverfrorenen Form im Kino nur noch selten findet: von einem überirdisch gutherzigen Wesen, das gerade dann auftaucht, wenn man es benötigt; das genau das fühlt, was man selbst fühlt; und das allein dank der Worte „Ich liebe dich“ wieder von den Toten aufersteht. Wenn sich der älteste Sohn in einer Szene vor der Grausamkeit der Wirklichkeit zu den Kuscheltieren ins Kinderzimmer verschanzt, dann bringt dieses Bild die Essenz des Films auf den Punkt: Realitätsflucht.

Spielbergs Eskapismusfantasie ist das herausragendste Beispiel für den Ruf des Regisseurs als talentierter Gefühlsmanipulator. Es spricht für die heute noch große Wirkung seines frühen Werkes und die erstaunlich zeitlose Magie von E.T., dass wir zwar durchschauen, mit welchen Mitteln auf unsere Tränendrüse gedrückt wird, aber dennoch heulen.

Kritik: Birte Lüdeking

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