Drive

Drive

Regisseur: Nicolas Winding Refn, Schauspieler/in:
Ryan Gosling
,
Carey Mulligan
,
Bryan Cranston
,
Albert Brooks
,
Oscar Isaac
. Drehbuch: Hossein Amini, James Sallis

Drive Handlung

Driver ist ein Mann, der kein Risiko scheut. Am Tag ist er deshalb der beste Stuntman, den man in Hollywood für Geld bekommen kann, doch erst in der Nacht fühlt er sich wirklich lebendig. Als Fahrer für Fluchtfahrzeuge bei bewaffneten Einbrüchen genießt es der Einzelgänger, ans Limit zu gehen und der Polizei jedes Mal im letzten Moment noch ein Schnippchen zu schlagen. Niemand scheint es mit Driver aufnehmen zu können - bis die Liebe ins Spiel kommt? (j.b.)

Drive Filmkritik

Drive Kritik der neue Film von Nicolas Winding Refn mit Ryan Gosling und Carey Mulligan

Filmkritik von

Los Angeles aus einer neuartigen Perspektive. Nicolas Winding Refns „Drive“ zeigt uns die Wiege Hollywoods in einem faszinierenden Neo-Noir-Look Stilsicher inszeniert der Däne in hochwertigen Bildern seinen ersten Hollywoodfilm, der den gleichnamigen Roman von James Sellis verarbeitet. Zuvor führte der er bereits u.a. bei Walhalla Rising mit Mads Mikkelsen und bei Bronson mit Tom Hardy Regie. Für Drive erhielt Winding Refn bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes die Auszeichnung in der Kategorie „Beste Regie“.

Der namenlose Driver (Ryan Gosling) fährt als Fluchtwagenfahrer durch die kalifornische Nacht. Während er seiner illegalen Arbeit mit einem moralischen Kodex nachgeht, jobbt er tagsüber als Stuntman und Automechaniker. Sein Chef und Auftragsvermittler Shannon (hervorragend: Bryan Cranston) ist ein glückloser Mann, der sich geschäftlich mit falschen Freunden (Albert Brooks, Ron Perlman) eingelassen hat.

Filmfoto: Drive©Universum/24 BilderEines Tages lernt Driver seine Nachbarin Irene (Carey Mulligan) und ihren Sohn Benicio kennen und baut mit der Zeit eine emotionale Beziehung zu ihnen auf. Doch dann wird Irenes Ehemann Standard aus dem Gefängnis entlassen und von Schutzgelderpressern unter Druck gesetzt. Um Irenes Sicherheit zu garantieren entschließt sich Driver, Standard bei einem Überfall für dessen Erpresser zu fahren. Doch die Situation gerät außer Kontrolle und die Entwicklungen bringen ihn in eine ausweglose Lage.

Der Film schafft es die Klischees zu umschiffen, die eine solche Story bietet. Er legt den Fokus stark auf die Charaktere, und meistert den Spagat zwischen Spannung, einer Prise Action und Gefühl.

Obwohl der Zuschauer nichts über die Vergangenheit oder die Motive des Drivers erfährt, entwickelt er sich zu einer sympathischen Hauptfigur. Er möchte nur Irenes Bestes und tut dafür, was er für nötig hält. Ryan Gosling spielt seinen wortkargen Charakter mit einer geheimnisvollen inneren Ruhe, die die emotionalen Momente ebenso intensiviert, wie die spannenden Momente und eine durchgehende Faszination mit der Hauptfigur nach sich zieht. Es reichen Andeutungen, um die Beziehung der Protagonisten darzustellen und ihr eine Art Wahrhaftigkeit zu verleihen, denn die Chemie zwischen Gosling und Mulligan stimmt. Interessant hierbei ist, dass Nicolas Winding Refn die meisten seiner Filme – einschließlich Drive – chronologisch dreht. Somit fällt es den Schauspielern leichter, die emotionale Reise ihrer Rollen nachzuvollziehen und auf die Leinwand zu übertragen. Ein Blickwechsel, ein Händedruck sind genug in diesem Film, der die schönen Momente eher atmosphärisch und subtil vermittelt.

Filmfoto: Drive©Universum/24 BilderDie der Handlung und den Charakteren untergeordneten Action- und Gewaltsequenzen wirken dagegen viel direkter und packen den Zuschauer. Die Gewalt erscheint verhältnismäßig spärlich, doch wenn sie vorkommt, ist sie durch eigentlich schöne Bildkompositionen zwar ästhetisiert, doch auch sehr direkt und brutal. Dennoch verkommt sie, wie auch die Action nicht zum Selbstzweck, sondern hat einen Wert für die filmische Erzählung.

Apropos Action: Die Autosequenzen, vornehmlich Verfolgungsjagden, sind ein kleiner Geniestreich des Films. Während artverwandte Filme sich an dieser Stelle einen Wettbewerb um die großspurigsten Stunts liefern, geht Drive in eine ganz andere Richtung. Die Spannung entsteht nicht durch die Anhäufung spektakulärer Dinge auf der Leinwand, sondern durch die Verlagerung des Geschehens in das Auto, zu einem Fluchtwagenfahrer, der mit kalter Logik, ohne Nerven und mit großartigen Fähigkeiten ausgestattet, operiert. Die Anfangssequenz ist dafür exemplarisch. Obwohl nur ein Bruchteil dessen passiert, was andere Filme als Exposition ausstellen, ist die Erfahrung für den Zuschauer viel intensiver, viel beklemmender. Die Spannung - so klischeehaft das auch klingen mag – drückt sie förmlich in den Sessel.

Filmfoto: Drive©Universum/24 BilderDas liegt nicht zuletzt auch an dem großartigen Soundtrack und der hervorragenden Inszenierung des Films. Cliff Martinez (bekannt aus Filmen von Steven Soderbergh) liefert unterschwellig wabernde elektronische Klänge, die dann an den richtigen Stellen aufkommen, die Spannung unterstützen und die Hochglanz-Optik der blauen Stunde der Nacht unterstreichen. Die ausgewählten Lieder, im Stil angelehnt an die Popmusik der 80er, untermalen die entsprechenden Szenen sehr passend und hinterlassen nachhaltig Eindruck. Der Film ist durchweg gut in Szene gesetzt, doch die nächtlichen Sequenzen sind die, die auch nach dem Kinobesuch im Gedächtnis bleiben. Zusammen mit dem Soundtrack und der recht zeitlosen Geschichte, ist das Aufkommen eines gewissen Retro-Flairs unvermeidbar, und doch wirkt Drive gleichzeitig dank seiner besonderen Ästhetik innovativer als seine derzeitige Genre-Verwandtschaft.

Drive ist im Besten Sinne Style-over-Content. Die Schönheit der Bilder, der Klänge und der Reinheit der Beziehung der Protagonisten, involvieren den Zuschauer auf einer emotionalen Ebene, die andere Filme mit solch einem einfachen Plot nicht erreichen können. Und mit dem faszinierenden Charakter des Drivers hat Regisseur Nicolas Winding Refn eine Figur heraufbeschworen, die bereits jetzt schon eine kleine Ikone des Gegenwartsfilms ist.

Kritik: Tim Gieselmann

Filmbilder Drive

Filmfoto: Drive
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