Dinky Sinky

Dinky Sinky

Regisseur: Mareille Klein, Schauspieler/in:
Katrin Röver
,
Ulrike Willenbacher
,
Michael Wittenborn
,
Till Firit
,
Marc Benjamin
. Drehbuch: Mareille Klein

Dinky Sinky Handlung

Frida (36) wünscht sich ein Kind. Seit zwei Jahren unterliegt die Beziehung zu ihrem Freund Tobias einem strikten Zeugungsprogramm. Doch was sie auch versucht, ihr Kinderwunsch erfüllt sich nicht. Gerade als sie eine künstliche Befruchtung in Erwägung zieht, beendet Tobias die Beziehung. Fridas ganzer Lebensentwurf gerät aus den Fugen. Sie sehnt sich nach Heim und Familie, und nun soll sie mit Mitte dreißig von vorne beginnen? Während ihre Freunde in die nächste Lebensphase übertreten, verläuft ihr eigenes Leben vermeintlich rückwärts. (Quelle: Verleih)

Dinky Sinky Filmkritik

Dinky Sinky Kritik der neue Film von Mareille Klein mit Katrin Röver und Ulrike Willenbacher

Filmkritik von

Status: Dringender Kinderwunsch

Die Sportlehrerin Frida (Katrin Röver) macht gerade eine Erfahrung, die den meisten Frauen ihrer Altersgruppe vertraut sein dürfte. Wenn sich die 36-Jährige in ihrem Umfeld umschaut, sieht sie nur noch Freundinnen mit Kindern oder zumindest einer ersten Schwangerschaft. Frida selbst will schon seit zwei Jahren ihren Dinky-Status – Double Income No Kids Yet – in eine Elternschaft überführen, aber es klappt nicht. Ihrem Lebensgefährten Tobias (Till Firit) geht der Stress gegen den Strich, und als Frida auf einer Untersuchung beim Spezialisten besteht, macht er sich aus dem Staub. Plötzlich in den Status Sinky – Single Income No Kids Yet – abgerutscht, bleibt Frida wild entschlossen, sich ihren Babywunsch zu erfüllen. Denn ihre biologische Uhr tickt lauter denn je, seit ihr der Arzt eröffnet hat, dass ihre Eierstöcke nicht mehr lange produktiv sein werden.

Filmfoto: Dinky Sinky©Zorro / 24 BilderDie Regisseurin und Drehbuchautorin Mareille Klein behandelt in ihrem studentischen Abschlussfilm ein Thema, das wie die Berufswahl zu jeder Biografie gehört. Gleichgültig, ob sich eine Frau für oder gegen das Kinderkriegen entscheidet, sie muss sich dabei mit ihrem zum Teil unbewussten Rollenverständnis auseinandersetzen. Ihr mit viel Energie und Planungseifer betriebenes Projekt Familiengründung setzt Frida gehörig unter Druck und lässt sie streckenweise sogar ziemlich kopflos werden.

Wie die Protagonistin in eine handfeste Lebenskrise schlittert, erzählt Klein mit dezentem Humor und guter Beobachtungsgabe. Frida legt eigentlich Wert darauf, einen vernünftigen, besonnenen Eindruck zu machen. Aber beim Arzt laufen ihr plötzlich die Tränen übers Gesicht. Gedankenverloren malt sie in ihren Kalender, in dem sie die Periode von Schülerinnen notiert, die beim Sport auf der Bank sitzen wollen, Eier und Blümchen. Solche Gewohnheiten werden sie noch in Schwierigkeiten bringen.

Filmfoto: Dinky Sinky©Zorro / 24 BilderDie Single-Frau wider Willen begibt sich nahezu panisch auf Partnersuche. Es kommt zu mehr oder weniger peinlichen Begegnungen, bei denen die Enttäuschung oder Demütigung schon eingebaut ist. Katrin Röver spielt Frida ganz wunderbar als Vertreterin einer modernen Generation, in der Gefühle nicht an die große Glocke gehängt werden. Sie drückt ihre Unsicherheit, ihre Irritation und das Staunen darüber, wie sich die Dinge unvorteilhaft entwickeln, ohne mimische Anstrengung aus, allein durch Körperhaltung und eine Miene, die auf eine gewisse Verletzlichkeit schließen lässt. Da gibt es dann beispielsweise diese starke Szene, in der Frida ein Baby auf dem Arm hält und nichts weiter tut, aber ihre Gefühle sprechen Bände.

Eine amüsante Nebenrolle hat Fridas Mutter Brigitte (Ulrike Willenbacher), die der Tochter gerade weniger Aufmerksamkeit schenkt als dem Rentner Hartmut (Michael Wittenborn), den sie auf einer Dating-Plattform kennengelernt hat. Die Meinungsverschiedenheiten von Mutter und Tochter, aber auch Hartmuts Talent, Frida auf die Nerven zu gehen, sorgen für eine konstante Zufuhr von Schmunzelhumor.

Filmfoto: Dinky Sinky©Zorro / 24 BilderAuch visuell ist das eher Unspektakuläre Programm in diesem Film, der in München spielt. Er nimmt oft keine touristischen Motive ins Visier, sondern beliebige Straßen, in denen Frida joggt. Ein Park, ein naher See spiegeln aber mit ihrem Freizeitwert, dass sich Frida in einer Umgebung wähnt, in der die private Selbstverwirklichung gelingen muss. Mareille Klein ist eine Dramödie gelungen, die ihr Thema weder durch den Kakao zieht, noch mit existenzieller Schwere überfrachtet. Fridas Krise macht auf unterhaltsame Weise deutlich, dass die tickende biologische Uhr eine seelische Dynamik in Gang setzen kann, gegen die es kein Patentrezept gibt.

Kritik: Bianka Piringer

Filmbilder Dinky Sinky

Filmfoto: Dinky Sinky
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