Die dunkelste Stunde

Die dunkelste Stunde

Regisseur: Joe Wright, Schauspieler/in:
Lily James
,
Gary Oldman
,
Ben Mendelsohn
,
Kristin Scott Thomas
,
Stephen Dillane
. Drehbuch: Anthony McCarten

Die dunkelste Stunde Handlung

Mai 1940: Das anfängliche Kriegsglück der Nazis stürzt die britische Regierung in eine existenzielle Krise, Premierminister Chamberlain tritt zurück. Nur dem reichlich unpopulären Winston Churchill traut man zu, die scheinbar ausweglose Lage in den Griff zu bekommen. Er übernimmt das Amt, sieht sich aber bald von Öffentlichkeit und Regierungsmitgliedern bedrängt, mit den scheinbar unaufhaltsamen Nazis über einen Friedensvertrag zu verhandeln. Doch durch seine außerordentliche Weitsicht und Integrität gelingt es Churchill dennoch, an seiner Überzeugung festzuhalten und für die Freiheit seiner Nation zu kämpfen. Als die Luftschlacht um England entbrennt und die deutsche Invasion droht, wenden sich das überrumpelte britische Volk, der skeptische König und sogar seine eigene Partei von Churchill ab. Wie soll es ihm in dieser prekären Situation seiner Karriere gelingen, das Land zu einen und den Lauf der Weltgeschichte zu ändern? (Quelle: Verleih)

Die dunkelste Stunde Filmkritik

Die dunkelste Stunde Kritik der neue Film von Joe Wright mit Lily James und Gary Oldman

Filmkritik von

„Die dunkelste Stunde“: Gary Oldmans größte Stunde

Gary Oldman ist sicherlich nicht der erste Schauspieler, der einem einfällt, wenn es darum geht, den britischen Premierminister Winston Churchill zu porträtieren. Nicht, weil er das schauspielerisch nicht könnte, sondern weil seine Statur einfach eine andere ist. Mit der herausragenden Make-up-Arbeit des aus dem filmischen Ruhestand zurückgekehrten Kazuhiro Tsuji ist das jedoch kein Problem.

Oldman lebt die Rolle. Er tritt hinter sie zurück. In keiner Sekunde hat man das Gefühl, ihn vor sich zu haben. Seine Manierismen, vor allem aber die Art, wie er spricht, sind ganz Churchill. Das ist immens beeindruckend!

Filmfoto: Die dunkelste Stunde©Pictures International Germany GmbHEs ist der Mai des Jahres 1940: Die britische Armee musste im Kampf gegen die Deutschen herbe Verluste hinnehmen. Dies stürzt die Regierung in eine Krise. Die Opposition ist bereit, mit der Regierung zum Wohle der Nation zusammenzuarbeiten, aber nicht unter einem Premierminister Chamberlain. Dieser tritt zurück und macht den Weg frei für Winston Churchill, der aber in seiner eigenen Partei nicht genügend Rückhalt hat und auch vom König nicht präferiert wird. Dennoch muss er sich durchsetzen – zum Wohle der Nation, da Teile seiner Partei auf Friedensgespräche mit dem Dritten Reich setzen.

Der Film konzentriert sich auf die Zeit von wenigen Wochen zu Beginn von Churchills Zeit als Premierminister und gibt Einblick in ein Stück Historie, das gar nicht so bekannt ist, war Churchill doch niemandes erste Wahl und musste er sich doch gegen starke Kräfte in seinem Kabinett durchsetzen, die zu Friedensverhandlungen drängten. Doch was für ein Friede wäre das gewesen? Als Vasallenstaat des Dritten Reichs?

Daraus bezieht DIE DUNKELSTE STUNDE aber auch immense Spannung, da hier Anschauungen aufeinanderprallen, die nicht in Einklang zu bringen sind. Interessant ist dabei auch, wie wenig Churchill anfangs gelitten war, selbst beim König, und wie sehr sich das wandelte. Es gibt eine Reihe großartiger Szenen mit Oldman und Ben Mendelsohn, der King George VI spielt. Hier wird der Grundstein zu dem gelegt, was man vor kurzem in Jonathan Teplitzkys CHURCHILL sehen konnte.

Filmfoto: Die dunkelste Stunde©Pictures International Germany GmbHOhnehin ist dieser Film ein ideales Begleitstück für Joe Wrights Werk. Das eine handelt von der Frühzeit des Krieges, das andere von dem Moment, als die Weichen zu seinem Ende gestellt wurden. Ein interessantes verbindendes Element ist dabei auch Churchills Interaktion mit seiner Sekretärin. Das ist im Grunde der kreativen Freiheit der Autoren geschuldet, in beiden Fällen nutzen sie die junge Frau jedoch, um Churchills Menschlichkeit zu illustrieren.

Er wird dabei nicht als fehlerloser Mensch gezeigt. Er trinkt, er vergisst schon mal seine Manieren und er brüllt, aber er bleibt immer anständig. Darüber hinaus zeigt der Film auch den durchaus vorhandenen Humor des Premierministers, der hier in einigen einfachen, aber sehr amüsanten Szenen leicht in den Vordergrund gerückt wird.

Filmfoto: Die dunkelste Stunde©Pictures International Germany GmbHAutor Anthony McCarten, der sich zuvor in DIE ERFINDUNG DER UNENDLICHKEIT mit Stephen Hawking beschäftigt hat, findet auch bei Churchill den perfekten Zugang. Indem er gar nicht erst ein Biopic versucht, sondern sich auf eine sehr kurze Periode konzentriert, um damit aufzuzeigen, was für ein Mann Churchill gewesen ist. Oldman geht darin richtig auf. Churchill war ein Mann des Wortes, er hat - wie es sein Gegner Halifax so schön erklärt - die englische Sprache zur Waffe gemacht. Das sind Reden, die auch heute noch nichts von ihrer Dramatik und Wirkung verloren haben. Oldman wiederum präsentiert sie mit unglaublicher Intensität, wobei er Churchills Sprachduktus perfekt nachahmt - bis hin zu dem leichten Lispeln.

DIE DUNKELSTE STUNDE ist großes Historienkino, das spannend und mitreißend nicht eine dröge Geschichtsstunde ist, sondern weiß, wie man Zuschauer für das Vergangene begeistert und animiert, mehr darüber herauszufinden. Herausgekommen ist ganz großes Erzählkino, das zusammen mit CHURCHILL so etwas wie das Alpha und das Omega darstellt, da beide Filme sich in ihrer Konzentration auf kurze Zeiträume perfekt ergänzen.

Kritik: Peter Osteried

Filmbilder Die dunkelste Stunde

Filmfoto: Die dunkelste Stunde


Ihre Kritik zu Die dunkelste Stunde
Schreiben Sie jetzt Ihre Kritik zu Die dunkelste Stunde
Sie müssen Angemeldet sein um Ihre Kritik zu
"Die dunkelste Stunde" schreiben zu können.
Anmelden
Registrieren
Profilbild
Demnächst
303

Drama
Regie: Hans Weingartner
303 Stars: Mala Emde, Anton Spieker, Arndt...


Einloggen
Herzlich willkommen! Um die Community nutzern zu können, melden sie sich bitte hier mit ihren Zugangsdaten an:

Facebook Login
Noch einfacher, loggen sie sich einfach mit ihrem Facebook Account ein:


Mit einem Klick auf diese Schaltfläche "Mit Facebook einloggen" akzeptieren sie die Nutzungsbedingungen und die Diskussionsrichtlinien der Ideenkraftwerk GmbH. Sie garantieren das sie diese gelesen und gespeichert oder ausgedruckt haben.


Passwort vergessen
Wenn Sie ihr Passwort vergessen haben können sie hier ein neues anfordern, geben sie dazu ihre E-Mail adresse hier ein:

Neu registrieren
Sie haben noch keinen Account bei Kritiken.de? Dann registrieren sie sich jetzt kostenlos, um die Community zu nutzen!