BlacKkKlansman

BlacKkKlansman

Regisseur: Spike Lee, Schauspieler/in:
John David Washington
,
Adam Driver
,
Laura Harrier
,
Topher Grace
,
Jasper Pääkkönen
. Drehbuch: Spike Lee, David Rabinowitz, Charlie Wachtel, Kevin Willmott

BlacKkKlansman Handlung

Die Story klingt zu verrückt, um wahr zu sein! Doch der Shit ist echt passiert... Die frühen 1970er-Jahre, eine Zeit großer gesellschaftlicher Umbrüche: Der junge Polizist Ron Stallworth (John David Washington) tritt als erster Afroamerikaner seinen Posten als Kriminalbeamter im Colorado Springs Police Department an. Entschlossen, sich einen Namen zu machen, startet der unerschrockene Cop eine aberwitzige und gefährliche Mission: den Ku-Klux-Klan zu infiltrieren und bloßzustellen. Stallworth gibt vor, ein eingefleischter Extremist zu sein, und nimmt telefonisch Kontakt zur lokalen Gruppe der Rassistenvereinigung auf. Es gelingt ihm tatsächlich, schnell in den inneren Kreis vorzudringen. Er imitiert die Sprache der hasserfüllten Rassisten so überzeugend, dass er sogar das Vertrauen des Klanführers David Duke (Topher Grace) gewinnt. Als die Undercover-Mission zunehmend komplexer wird, übernimmt Stallworths Kollege Flip Zimmerman (Adam Driver) Rons Rolle in den persönlichen Treffen. Dort erlangt er Insiderwissen über einen tödlichen Plan. Gemeinsam machen sich Stallworth und Zimmerman daran, die Organisation zu Fall zu bringen.

BlacKkKlansman Filmkritik

BlacKkKlansman Kritik der neue Film von Spike Lee mit John David Washington und Adam Driver

Filmkritik von

Den Rassisten eine lange Nase drehen

Mit unschöner Regelmäßigkeit zeigt sich in Nachrichten aus den USA, dass die Gesellschaft ihr Rassismusproblem noch nicht überwunden hat. Immer wieder werden Afroamerikaner bei Polizeikontrollen zusammengeschlagen oder gar erschossen. Im vorigen Sommer marschierten in Charlottesville Neonazis und Ku-Klux-Klan-Anhänger auf der Straße und lieferten sich Schlachten mit Gegendemonstranten. Ein Auto fuhr in deren Reihen, eine junge Frau verlor ihr Leben. Der afroamerikanische Regisseur Spike Lee („Inside Man“) legt mit satirischer Schärfe die ideologischen Wurzeln heutigen Rassismus‘ frei, bis hin zum Stummfilm „The Birth of a Nation“ aus dem Jahr 1915, der den Ku-Klux-Klan wieder populär machte. Sein argumentativer Bogen spannt sich wie ein Dach über die eigentliche, in den 1970er Jahren angesiedelte Handlung des Films, die auf der wahren Geschichte des afroamerikanischen Polizisten Ron Stallworth (John David Washington) basiert.

Filmfoto: BlacKkKlansmanMan kann gar nicht oft genug betonen, dass Rons Idee, den Ku-Klux-Klan als Undercover-Agent zu infiltrieren, keine Drehbucherfindung ist. Denn was der erste schwarze Polizist in Colorado Springs tat, klingt nicht nur aberwitzig, sondern wird von Lee auch als tollkühne Posse inszeniert. Dem Film haftet eine bühnenhafte Künstlichkeit an, wenn er auf die Ära der 1970er Jahre zurückschaut. Denzel Washingtons Sohn John David Washington und die anderen Darsteller geben ihren Charakteren eine beinahe museale Aura. Es geht Lee nicht um eine möglichst lebendige Atmosphäre, sondern um exemplarische Verdichtung.

Der Film macht sich Rons subversiven Akt zunutze, um die Dummheit der Klan-Mitglieder und ihrer Ideologie genüsslich der Lächerlichkeit preiszugeben. Der Klan-Chef David Duke (Topher Grace) erzählt Ron am Telefon, dass er anhand der Sprechweise und Wortwahl sofort einen Schwarzen am anderen Ende der Leitung erkennen würde. Duke, der politische Ambitionen hegt, ist jedoch auch ein smarter Wolf im Schafspelz, verglichen mit den Dumpfbacken des Ortsvereins, die es kaum erwarten können, einen Mordanschlag zu begehen.

Filmfoto: BlacKkKlansmanNatürlich lässt sich Ron, der mit dem Klan telefoniert, nicht selbst dort blicken, sondern schickt unter seinem Namen den weißen Kollegen Flip Zimmerman (Adam Driver) hin. Der Klan darf keineswegs erfahren, dass Flip Jude ist, denn diesen Anhängern einer Nazi-Ideologie sind nicht nur Schwarze verhasst. Doch das Klan-Mitglied Felix – von Jasper Pääkkönen mit furchteinflößendem Ingrimm gespielt – hegt einen entsprechenden Verdacht. Die Lage spitzt sich irgendwann extrem zu. Aber der weiße und der schwarze Ron, die über Mikrofon in Verbindung stehen, eilen sich gegenseitig zu Hilfe, wenn es brenzlig wird, und sorgen für komödiantisches Vergnügen. Währenddessen ist jedoch längst Ron Stallworths Freundin, die schwarze Aktivistin Patrice (Laura Harrier), ins Visier des Klans geraten…

Filmfoto: BlacKkKlansmanRon und Patrice verkörpern im Film die beiden gegensätzlichen Auffassungen in der afroamerikanischen Bevölkerung jener Zeit. Ron verschweigt ihr lange, dass er Polizist ist, weil sie glaubt, dass Schwarze das Establishment nicht von innen heraus und nach seinen eigenen Regeln verändern können. Lee gibt hingegen eher Ron recht, gerade weil er mit dem Film auch so stark auf die Situation in der heutigen Gesellschaft verweist. Wenn Klan-Mitglieder „America first!“ rufen, sitzt der Seitenhieb auf die Gedankenwelt des gegenwärtigen Präsidenten Trump. Solcher Nationalismus ist eben historisch verwandt mit der Idee der weißen Vorherrschaft. Um Rassismus zu bekämpfen, plädiert Lee für ein Miteinander von Weißen und Schwarzen. Das gibt seinem wuchtigen Werk eine erstaunlich versöhnliche Note.

Kritik: Bianka Piringer

Filmbilder BlacKkKlansman

Filmfoto: BlacKkKlansman
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