Aviator
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Aviator

Regisseur: Martin Scorsese, Schauspieler/in:
Leonardo DiCaprio
,
Jude Law
,
Cate Blanchett
,
Kate Beckinsale
,
John C. Reilly
. Drehbuch: John Logan

Aviator ( für Flieger) ist eine Filmbiografie über den Flugpionier Howard Hughes (1905–1976) aus dem Jahr 2004 unter der Regie Martin Scorsese. Das US-amerikanische Filmdrama wurde mit Schauspielern wie Leonardo DiCaprio und Cate Blanchett in den Hauptrollen an Schauplätzen in den Vereinigten Staaten, Japan und Deutschland gedreht.

Kurzbiografie Howard Hughes

Howard Hughes wurde 1905 in Houston, Texas, geboren. Sein Vater hinterließ ihm nach seinem Tod eine gut laufende Firma für Bohrköpfe, die bei der Ölförderung benötigt werden. Die Firma sicherte ihm fortlaufend Millioneneinnahmen. Durch seine Investitionen im Filmgeschäft und vor allem auch in der Flugzeugindustrie schaffte er es, zum reichsten Mann Amerikas zu werden.

Während sein Reichtum zunahm, traten bei ihm zugleich psychische Probleme immer mehr in den Vordergrund. Hughes hatte zeitlebens eine große Angst vor gesundheitlichen Gefahren. Diese Angst und die zugehörigen Zwangshandlungen steigerten sich immer mehr. Die letzten 18 Jahre seines Lebens verbrachte er als eine Art Einsiedler. Die Menschen in seiner Umgebung hielt er mit absurd anmutenden Verhaltensvorschriften auf Abstand. Sich selbst ließ er verwahrlosen. Als er 1976 starb, war er aus der öffentlichen Wahrnehmung schon seit langer Zeit verschwunden.

Handlung

Scorseses Film zeigt nicht den zurückgezogenen Menschen, der Hughes in den letzten zwanzig Jahren seines Lebens gewesen ist. Es wird vielmehr ein junger, vitaler Geschäftsmann und Abenteurer präsentiert. Der Film setzt ein mit einer Szene, in der die Mutter den jungen Hughes wäscht. Sie spricht dabei dem Jungen gegenüber allerhand Warnungen in Bezug auf gesundheitliche Gefahren aus. Diese Szene wird ganz am Ende des Films noch einmal aufgegriffen.

Gleich in der nächsten Szene ist Hughes zu einem jungen Mann geworden. Er hat eine größere Zahl von Leuten versammelt, um mit ihnen sein erstes Filmprojekt zu realisieren. Es geht dabei um einen Film mit dem Titel Hell’s Angels, einen Fliegerfilm, der im Ersten Weltkrieg spielt. Für die Filmaufnahmen hat er eine große Zahl an Doppeldecker-Flugzeugen beschaffen lassen. Hughes scheut sich nicht, immer wieder große Summen zu investieren, um seinen Film realisieren zu können. Am deutlichsten wird das, als der Film fertiggestellt ist. Ihm fällt auf, dass sich das Publikumsinteresse von den Stummfilmen hin zu den Tonfilmen verschoben hat. Also lässt er den Film gleich noch einmal drehen, diesmal als Tonfilm. Die Premiere des Films fällt sehr glamourös aus. Das Publikum zeigt sich begeistert, der Film wird ein Erfolg.

Er lernt Katharine Hepburn kennen und verliebt sich in den selbstbewussten Filmstar. Die beiden werden ein Paar. Hughes wird den ganzen Film hindurch immer wieder in Begleitung von schönen Hollywood-Frauen gezeigt. Bei allen seinen Affären macht der Umgang mit Katharine Hepburn am meisten den Eindruck einer normalen Beziehung. Hughes wird von nun an als jemand gezeigt, der sich mit Leidenschaft und Hingabe Fliegerei und Ingenieurskunst verschreibt. Bei seinem Engagement in der Luftfahrtindustrie wird er durch seine Sucht nach Erfolgen und Rekorden getrieben. Er lässt neue Flugzeugtypen entwickeln, und zumeist ist er es selbst, der die Testflüge durchführt. Da seine Konstrukteure erfolgreich arbeiten, gelingt es ihm, den Rekord für den schnellsten Flug aufzustellen. 1938 gelingt ihm außerdem auch die schnellste Erdumrundung aller Zeiten. Nach einem dramatischen jedoch relativ glimpflich verlaufenden Flugzeugabsturz wird er noch von Katharine Hepburn gepflegt. Sie preist ihn für den neuen Geschwindigkeitsrekord, den er aufgestellt hat. Auf die Dauer kann sich Katharine Hepburn jedoch nicht mit den Eigenheiten des Fliegers arrangieren; er wiederum wird auch während der gemeinsamen Beziehung immer wieder mit anderen Schönheiten gesehen. Hepburns intellektuelle Familie akzeptiert Hughes nicht und behandelt ihn herablassend. Schließlich verlässt Hepburn ihn und verliebt sich in den Schauspielerkollegen Spencer Tracy.

Der Zuschauer wird allmählich an die Besonderheiten von Hughes herangeführt. Es gibt bei ihm ein zwangneurotisches Verhalten, das sich unter anderem in einem Waschzwang zeigt. Generell hegt Hughes in jeder Umgebung, in der er sich befindet, den Verdacht, dass es Gefahren für seine Gesundheit gibt. Nachdem Katharine Hepburn gegangen ist, sucht er Trost bei anderen Hollywood-Schönheiten. Zu einer langjährigen Begleiterin wird ihm Ava Gardner. Die Beziehung mit ihr wird allerdings niemals so eng sein wie die mit Katharine Hepburn. Auf die Frage, ob sie ihn heiraten wolle, wird sie später antworten, dass das nicht ginge, weil er zu verrückt sei. Seinen nächsten Flugzeugabsturz überlebt Hughes nur knapp. Mit einem Prototyp des Spionageflugzeugs Hughes XF-11 ist er über Beverly Hills unterwegs, als ein Triebwerk versagt. Er rast mit dem Flugzeug in ein Wohngebiet, zerstört dabei mehrere Häuser und zieht sich schwerste Verletzungen zu.

Er hat mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen und es gibt außerdem auch Konkurrenten, die es darauf anlegen, ihm das Leben schwer zu machen. Es ist ihm gelungen, zum Mehrheitsaktionär bei der Fluggesellschaft TWA zu werden. In den darauffolgenden Jahren entwickelt sich TWA gut und steigt bei den Umsatzzahlen auf Platz zwei auf – hinter dem Marktführer Pan Am. Bei Pan Am löst diese Entwicklung Alarm aus. Insbesondere im anlaufenden Geschäft mit Transatlantikflügen möchte man sich von TWA keine Marktanteile abnehmen lassen. Pan-Am-Chef Juan Trippe bringt daher seine guten Beziehungen zur Politik ins Spiel. Er heuert einen Senator an, damit dieser Hughes ein Ultimatum stellt. Hughes soll sein Unternehmen verkaufen. Andernfalls werde er sich vor einem Senatsausschuss dafür rechtfertigen müssen, staatliche Millionengelder für die Entwicklung von Flugzeugen verschwendet zu haben. Hughes weigert sich zu verkaufen und wird tatsächlich aufgefordert, sich vor einem Senatsausschuss zu rechtfertigen. Zu diesem Zeitpunkt ist sein Leben bereits sehr durcheinander geraten. Es zeichnen sich bereits die Grundzüge des Einsiedlerlebens ab, auf das er sich in den nächsten zwanzig Jahren zurückziehen wird. Für die Verhandlung gelingt es ihm aber, sich noch einmal in Form zu bringen. Er vertritt seine Sache gut, und es gelingt ihm, alle Vorwürfe zu entkräften und den Ausschusssaal erhobenen Hauptes zu verlassen. Das Monopol für Atlantikflüge Pan Ams wird gekippt und TWA darf ebenfalls in dieses Geschäft einsteigen.

Außerdem hat es in den letzten Jahren mit der Hughes H-4 „Spruce Goose“ noch ein wichtiges Flugzeugprojekt gegeben. Von diesem glaubte alle Welt, dass dabei ein fluguntaugliches Gerät entwickelt würde. Es gelingt ihm jedoch, das monströse Flugzeug für einige Zeit in die Luft zu bringen. 1947 im Alter von 42 Jahren führt er einen Testflug selbst erfolgreich durch. Der Film endet damit, dass er eine Vision davon hat, dass die Düsenmaschinen die Luftfahrt beherrschen werden. Er wird von seinem zwanghaften Verhalten, Sätze immer wiederholen zu müssen, übermannt und seine Berater bringen ihn in einen Nebenraum, damit ihn die Öffentlichkeit nicht so sieht.

Entstehung

Produzent Charles Evans Jr. und Regisseur Michael Mann begannen 1992 mit der Entwicklung des Projektes und beauftragten erst TV-Autor Dean Ollins, dann John Fincher mit der Drehbucharbeit, basierend auf verschiedenen Biographien. Schließlich übergab man 1999 der Neuentdeckung John Logan das gesamte recherchierte Material und verpflichtete als Erfolgsgarant Leonardo DiCaprio, dessen Produktionsfirma „Appian Way“ das Filmprojekt finanzierte. Nachdem sich die Geschäftspartner Evans und Mann 2001 im Streit getrennt hatten und Mann Anfang 2002 als Regisseur ausgeschieden war, brachte DiCaprio Martin Scorsese an Bord, den er 2000 bei den Dreharbeiten zu Gangs of New York kennengelernt hatte. Beide planten zu dieser Zeit einen biographischen Film über den makedonischen Prinzen Alexander (das Projekt übernahm schließlich Baz Luhrmann), doch die Fachzeitschrift Variety berichtete schon im Juli 2002 von einer Vorproduktion des Howard-Hughes-Films (allein die Kostüme kosteten 2 Millionen US-Dollar). Im Frühjahr 2003 wurden dann Jude Law, Gwen Stefani, John C. Reilly und Alec Baldwin für den Film verpflichtet. Nach elf Jahren Vorarbeit begannen die Dreharbeiten in Toronto am 7. Juli 2003, sie endeten am 17. November 2003 in Los Angeles. Bei Produktionskosten von 110 Millionen Dollar spielte Aviator weltweit etwa 213 Millionen Dollar ein.[3]

Synchronisation

Die deutsche Synchronbearbeitung entstand bei der FFS Film- und Fernseh-Synchron, München und Berlin. Das Dialogbuch verfassten Clemens Frohmann und Klaus Bickert, Synchronregie führte Clemens Frohmann.[4]

Howard Hughes Leonardo DiCaprio Gerrit Schmidt-Foß
Errol Flynn Jude Law Florian Halm
Katharine Hepburn Cate Blanchett Elisabeth Günther
Ava Gardner Kate Beckinsale Marie Bierstedt
Noah Dietrich John C. Reilly Detlef Bierstedt
Juan Trippe Alec Baldwin K. Dieter Klebsch
Senator Ralph Owen Brewster Alan Alda Bodo Wolf
Dr. Hepburn Kenneth Welsh Ernst Meincke
Professor Fitz Ian Holm Mogens von Gadow
Faith Domergue Kelli Garner Maria Koschny
Glenn Odekirk Matt Ross Viktor Neumann
Jack Frye Danny Huston Leon Boden
Johnny Meyer Adam Scott Daniel Fehlow
Louis B. Mayer Stanley DeSantis Roland Hemmo
Ludlow J.C. MacKenzie Peter Flechtner
Mrs. Hepburn Frances Conroy Regine Albrecht
Robert Gross Brent Spiner Uwe Karpa
Roland Sweet Willem Dafoe Reiner Schöne

Musik

Die Musik zur Untermalung einiger Flugszenen mit Howard Hughes ist eine Orchestrierung der ursprünglich für Orgel geschriebene Toccata und Fuge d-Moll (BWV 565) von Johann Sebastian Bach.

Auszeichnungen

  • British Academy Film Award: Bester Film, Beste Nebendarstellerin (Cate Blanchett), Bestes Szenenbild, Bestes Makeup
  • Gilde der Filmeditoren: Bester Schnitt in der Kategorie Drama
  • Gilde der Produzenten: Bester Film
  • Gilde der Schauspieler: Beste Nebendarstellerin (Cate Blanchett)
  • Gilde der Tontechniker: Bester Ton
  • Gilde der Tricktechniker: Beste visuelle Effekte, Beste zusätzliche Effekte, Beste Miniaturen-Modelle („Der XF11-Sturz“)
  • Golden Globe: Bester Film, Bester Hauptdarsteller (Leonardo DiCaprio), Beste Musik
  • Journalistenvereinigung der USA: Beste visuelle Effekte
  • Kritikervereinigung der USA: Beste Regie, Beste Musik
  • Kritikervereinigung von Chicago: Beste Kamera, Beste Musik
  • Kritikervereinigung von Dallas: Beste Regie
  • Kritikervereinigung von Kansas: Beste Regie, Beste Nebendarstellerin (Cate Blanchett)
  • Kritikervereinigung von Las Vegas: Bester Film, Beste Regie, Beste Nebendarstellerin (Cate Blanchett), Bestes Szenenbild, Beste Kamera, Beste Kostüme, Bester Schnitt
  • Kritikervereinigung von London: Beste Regie
  • Kritikervereinigung von Los Angeles: Bestes Szenenbild
  • Kritikervereinigung von Ohio: Beste Nebendarstellerin (Cate Blanchett), Beste Kamera
  • Kritikervereinigung von Phoenix: Bester Film, Beste Regie, Bestes Szenenbild, Beste Kamera, Beste Kostüme
  • Kritikervereinigung von San Diego: Bestes Szenenbild
  • Kritikervereinigung von Seattle: Beste Musik
  • Kritikervereinigung von Washington, D.C.: Beste Nebendarstellerin (Cate Blanchett)
  • Online-Kritikervereinigung der USA: Beste Nebendarstellerin (Cate Blanchett)
  • Online-Kritikervereinigung von New York: Beste Regie
  • Oscars: Beste Nebendarstellerin (Cate Blanchett), Bestes Szenenbild, Beste Kamera, Beste Kostüme, Bester Schnitt

Literatur

  • Stephan Zöller: Das Thema „Selbstentfremdung“ im Spielfilm. In: Thomas Bohrmann, Werner Veith, Stephan Zöller (Hrsg.): Handbuch Theologie und Populärer Film. Band 1. Ferdinand Schöningh, Paderborn 2007, ISBN 978-3-506-72963-7, S. 313–326.

Einzelnachweise

  1. Freigabebescheinigung (PDF; 72 kB) der FSK
  2. Freigabe der Jugendmedienkommission
  3. http://www.boxofficemojo.com/movies/?page=main&id=aviator.htm
  4. Aviator in der Deutschen Synchronkartei; abgerufen am 16. Dezember 2007.

Dieser Artikel (grau hinterlegt) steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported (Kurzfassung). Die Vorliegende Version wurde am 30. März 2013, 08:03 UTC unter den o.g. Lizenzen veröffentlicht. Mit Beiträgen (Autor/en) von: RonaldPlate, Sukuru, Grafite, NiTeChiLLeR, Hollywoodfreak, DynaMoToR, Tellensohn, Sk!d, Lichtspielhaus, Pittimann, Ὁ οἶστρος, Seeyou2, BlueCücü, GMH, Jivee Blau, WiesbAdler, Steak, Spuk968, Bergfalke2, Svenho, Majortom7, Schokohäubchen, Video2005, Noebse, Frankee 67, Kalligraf, Gentile, Kai Effelsberg, Dreadn, Ploenjes, MFM, TMg, FredericII, Canis85, Jawbone, Mue, Filmazoid, J.-H. Janßen, Sepplson, Old Man, Bahar101, ChristianErtl, Gancho, DoktorHeinrichFaust, MARVEL, Sinn, Joho345, PDD, Chrisfrenzel, D, Shikeishu, Breinane, Jan B, Broken Lizard, César, Roland Berger, Herr Th., Johnny T, JCS, Florian Jesse, RX-Guru, Jed, RedBot, Mastad, Zooey, Bernburgerin, FlaBot, G.lover, MisterMad, Karloswinz, Chef, Fschoenm, Hirschi, Kubrick, Rybak, Kerbel. Aus Datenschutzrechtlichen Gründen werden Autoren von denen lediglich eine IP-Adresse hinterlegt wurde hier nicht aufgeführt.

Aviator Handlung

Das Leben des Howard Hughes, der als Filmproduzent, Industrieller und Flugpionier bekannt war und auch wegen seiner Affären mit berühmten Filmstars wie Ava Gardner und Katharine Hepburn in aller Munde war. In den Zwanziger Jahren, als Howard den Klassiker "Hell's Angels" dreht, fängt alles an, und es endet in den Vierziger Jahren. (aga)



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