Avatar – Aufbruch nach Pandora

Avatar – Aufbruch nach Pandora

Regisseur: James Cameron, Schauspieler/in:
Sam Worthington
,
Zoë Saldaña
,
Sigourney Weaver
,
Stephen Lang
,
Michelle Rodríguez
. Drehbuch: James Cameron

Avatar – Aufbruch nach Pandora Handlung

Pandora ist eine einzigartige Welt von unvorstellbarer Schönheit und außergewöhnlicher Farbenpracht. Eine Welt, die von fantastischen Wesen und rätselhaften Geschöpfen bevölkert wird. Und eine Welt, in der ein Mensch niemals überleben kann. Um diesen geheimnisvollen und rohstoffreichen Planeten allerdings trotzdem betreten zu können, haben Wissenschaftler sogenannte Avatare entwickelt, die wie die Bewohner von Pandora aussehen, aber von Menschen gesteuert werden. Und einer dieser Menschen ist Jake Sully... (j.b.)

Avatar – Aufbruch nach Pandora Filmkritik

Avatar – Aufbruch nach Pandora Kritik der neue Film von James Cameron mit Sam Worthington und Zoë Saldaña

Filmkritik von

Man mag ihn lieben oder hassen, ihn als Pionier oder als personifizierten Untergang der Filmkunst stilisieren, aber ein wenig Respekt sollte man James Cameron schon entgegen bringen. Wie nur wenige vor ihm treibt er die Menschenmassen ins Kino. Er drehte unter anderem Terminator und dessen spektakuläre Fortsetzung, Aliens – Die Rückkehr und nannte mit Titanic lange Zeit den finanziell erfolgreichsten Film sein eigen. Mit dem tricktechnischen Meilenstein Avatar – Aufbruch nach Pandora übertraf er diesen finanziellen Rekord nochmal bei weitem (ja, auch wegen des Sonderaufschlags). Dieser Film machte nicht nur das 3D salonfähig, sondern setzte auch höchste Standards in der Ausführung und läutete damit, ob man es nun gutheißt oder nicht, eine neue Kino-Ära ein. Fortschritt ist seit jeher einer der Grundbausteine für die gesellschaftliche Relevanz und den wirtschaftlichen Bestand des Kinos, insofern lassen sich gute Argumente finden, diesen Schritt positiv zu bewerten. So zukunftsweisend die Technik des Films auch ist, so bekannt wirkt seine Geschichte. Vereinfacht gesagt trifft hier Cowboy auf Indianer.

Pandora ist ein erdähnlicher Mond mit riesigen Vorkommen des für Menschen sehr wertvollen Rohstoffes Unobtanium. Die einheimischen Na'vi leben im tiefen Einklang mit der Natur, während die militarisierten, hochentwickelten, menschlichen Eroberer eigennützig und rücksichtslos auf die Bodenschätze der Welt aus sind. Im Jahr 2154 soll der seit einem Einsatz querschnittsgelähmte Marine Jake Sully (Sam Worthington) den Platz seines verstorbenen Zwillingsbruders bei einem Forschungsprojekt einnehmen, das sich mit Avataren beschäftigt. Sie sind extra für bestimmte Menschen nachgezüchtete Na'vi, die per Gedankenübertragung gesteuert werden. Mit ihnen versucht das Forscherteam rund um Dr. Augustine (Sigourney Weaver) friedlich von und mit den Einheimischen zu lernen.

Filmfoto: Avatar – Aufbruch nach Pandora©Twentieth Century Fox of Germany GmbHDer Sicherheitschef der Basis, Colonel Quaritch (Stephen Lang) dagegen sieht in Sully die Chance, die militärstrategischen Schwächen des Feindes herauszufinden. Er verspricht ihm dafür, auf der Erde seine Lähmung heilen zu lassen. Sully willigt ein. Bei seinem ersten Außeneinsatz im Avatar wird er sogleich von der Gruppe getrennt und gerät über Umwege an Neytiri (Zoë Saldaña), die Tochter eines Stammesführers der Na'vi, die ihn mit zum Heimatbaum nimmt. Jake bekommt die einzigartige Chance die Fähigkeiten und Bräuche der Ureinwohner studieren zu dürfen. Er besteht die Prüfungen, verliebt sich in die Häuptlingstochter und baut eine starke Verbundenheit zum außerirdischen Volk auf. Doch die Informationen, die er Quaritch gegeben hat, kommen einem Verrat an den Na'vi gleich, es kommt zur Katastrophe und fortan versucht er, sein Verhalten wieder gut zu machen.

Avatar erzeugt einen gewissen Wohlfühleffekt. Da wäre die simpel ablaufende Story: Eroberer/Soldat geht ein Licht auf und er wechselt die Seite, auch durch Liebe motiviert. Einfaches Gut-Böse – Schema: Unmoralisch geldgierige Eroberer vs. mystisch naturverbundene Ur-Einwohner. Als Zuschauer identifiziert man sich hier ganz klar mit den Unterdrückten, die passenderweise auch sehr menschlich aussehen. In dieser eindeutig auskonstruierten Story-Konstellation bedient der Film das moralische/grüne Gewissen gerade genug, um den Zuschauer dem Gutmenschentum frönen zu lassen. Für Kontroverse ist hier kein Platz. Alles ist sehr einfach gehalten und auf große Massenkompatibilität bedacht. Das ist durchaus legitim, wird aber der Form des Epos, als das Avatar angelegt ist, nicht hundertprozentig gerecht. Da fehlt es an tiefgehender Substanz. Man kann den Film zwar als dystopische Allegorie auf das wirtschaftliche Verhalten hier und heute verstehen, aber diesen Gedanken lässt er nur selten aufblitzen, beispielsweise durch den geläuterten Sully: „So läuft das doch ständig. Wenn irgendwer auf irgendeiner Scheiße sitzt, die du haben willst, mach ihn zum Feind und das rechtfertigt dann, dass du dir es nimmst.“ Zu unbequem und kontrovers fürs Popcorn-Kino wäre ein stärkere Fokussierung auf das Thema, allerdings verschenkt der Streifen hier Potential und schwächt seine mögliche Grundaussage.

Filmfoto: Avatar – Aufbruch nach Pandora©Twentieth Century Fox of Germany GmbHAvatar setzt sich zu nicht geringen Teilen aus Standardsituationen des Science-Fiction-Genres, oder auch aus Fantasy- oder Abenteuerfilm zusammen, aber während diese recht passend in den Film eingearbeitet sind, enttäuscht er bei der Charakterisierung der Bösewichte. Colonel Quaritch wirkt beispielsweise wie eine Collage aus verschiedensten stereotypen Militärrollen. Zu viele Militär- und Wirtschaftsklischees, sowie Standard-Sprüche wirken uninspiriert und entreißen das Bewusstsein immer wieder aus der futuristischen Illusion, die der Film ansonsten auf bombastische Weise kreiert. Ähnliche Story-Schwächen kommen außerhalb der menschlichen Schaltzentralen erstens nicht so gehäuft vor und lösen den Zuschauer eben nicht zwingend aus dem Geschehen, da sich Avatar dort auf seine fantastischen Effekte verlassen kann. Dadurch, dass die bekannten Inhalte in eine so unglaublich detailliert und wunderbar animierte Welt eingearbeitet sind, haben sie einen neuen Reiz. Selbst Szenen des Films, die nur durch ihren eigenen Schauwert motiviert zu sein scheinen und inhaltlich nicht unbedingt etwas beizusteuern haben, funktionieren.

Filmfoto: Avatar – Aufbruch nach Pandora©Twentieth Century Fox of Germany GmbH„Alles ist verkehrt herum. Da draußen ist die wirkliche Welt und das hier drinnen ist der Traum“ sagt auch Sully, als er wieder in seiner menschlichen Hülle erwacht und charakterisiert damit recht gut die Sogwirkung, die Pandora zu entfalten im Stande ist. Was James Cameron schafft, und es mag sich banal anhören, ist sich Zeit zu lassen. Während gerade im heutigen Blockbusterkino die Schnittfrequenz auch in animierten oder teilanimierten Szenen in schwindelerregende Höhen steigt, setzt Cameron mehr auf die Qualität seiner Bilder. In längeren Einstellungen, begleitet von durchaus auch spektakulären, aber fließenden Kamerafahrten kann man die Schönheit und Bildgewalt Pandoras wirklich erfahren und sich in ihr verlieren. In Actionsequenzen weicht er von diesem Schema kaum ab und das kommt der inhaltlichen Nachvollziehbarkeit sehr zu Gute. Mit zur Glaubhaftigkeit des ganzen Geschehens trägt auch die Animation der Na'vi bei. Die Mimik der blauen Aliens ist dank des Performance Capturing – Verfahrens sehr detailliert, und man kann den Schauspielern Saldaña und Worthington, obwohl erstere nicht einmal in menschlicher Form zu sehen ist, zu gelungenen Performances gratulieren. Die Liebesgeschichte, die die beiden durchleben ist zwar eigentlich klischeehaft, kitschig und zeitintensiv, aber wirkt organisch und etwaige Längen werden (mal wieder) vom Schauwert bedeckt.

Avatar ist ein Film mit eindeutigen Stärken und Schwächen, die miteinander kollidieren. Heraus kommt ein Streifen, der hervoragend animiert ist, dem es aber ein wenig an Herz und Originalität fehlt, um unzweifelhaft als großes Gesamtkunstwerk angenommen zu werden. Inwieweit die Stärken in der Lage sind die Schwächen zu überdecken, liegt wohl stark im Auge des Betrachters. Doch allein sein enormer Erfolg und seine revolutionären technischen Aspekte machen ihn bereits zu einem wichtigen Vertreter der Filmkunst, den man gesehen haben sollte.

Kritik: Tim Gieselmann

Filmbilder Avatar – Aufbruch nach Pandora

Filmfoto: Avatar – Aufbruch nach Pandora
Avatar – Aufbruch nach Pandora Trailer, Interviews, Clips und Making ofs


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