A Beautiful Day

A Beautiful Day

Regisseur: Lynne Ramsay, Schauspieler/in:
Joaquin Phoenix
,
Dante Pereira-Olson
,
Larry Canady
,
Vinicius Damasceno
,
Neo Randall
. Drehbuch: Lynne Ramsay, Jonathan Ames

A Beautiful Day Handlung

Ein junges Mädchen wird vermisst. Joe (Joaquin Phoenix), ein brutaler und vom eigenen Leben sowohl gequälter als auch gezeichneter Auftragskiller, startet eine Rettungsmission. Im Sumpf aus Korruption, Macht und Vergeltung entfesselt er einen Sturm der Gewalt. Vielleicht gibt es nach all dem Blutvergießen am Ende auch für Joe ein Erwachen aus seinem gelebten Albtraum....

A Beautiful Day Filmkritik

A Beautiful Day Kritik der neue Film von Lynne Ramsay mit Joaquin Phoenix und Dante Pereira-Olson

Filmkritik von

Der Schmerzensmann mit dem Hammer

Der Held dieses Thrillers ist müde, aber er kommt nicht zur Ruhe. In seinem Kopf hört Joe (Joaquin Phoenix) ein Kind rückwärts zählen, ein Mann erteilt Befehle. Kurze, grässliche Erinnerungen bedrängen Joe und man begreift, dass er als Junge schwer misshandelt wurde. Die schottische Regisseurin und Drehbuchautorin Lynne Ramsay („We Need to Talk About Kevin“) hat am Schauplatz New York einen bedrückenden Psychothriller inszeniert, der auf der Novelle „You Were Never Really Here“ von Jonathan Ames basiert.

Filmfoto: A Beautiful Day©Constantin FilmJoe ist innerlich und äußerlich verwundet. Die dicken Narben auf seinem Körper können aus der Kindheit stammen oder aus seiner Zeit bei der Armee. Die Stadt, in der der ehemalige Polizist jetzt in privatem Auftrag als Mann fürs Grobe unterwegs ist, fügt ihm neue Wunden zu. Er wird überfallen, oder er kämpft, oft mit einem Hammer bewaffnet, gegen Kinderschänder und Mörder. Auch sein Gemüt wird neu belastet, denn er sieht Not, die hilflos macht. Joe stemmt sich gegen die eigene Schwäche, spürt aber den Drang, sich zu ergeben und zu sterben. Dann meldet sich wieder der Überlebenswille zurück.

Joe bekommt einen neuen Auftrag: Nina (Ekaterina Samsonov), die minderjährige Tochter eines Senators, ist in ein Bordell für junge Mädchen verschleppt worden. Der Vater will sie zurückhaben, ohne die Polizei einzuschalten. Joe befreit Nina, die ihm dankbar um den Hals fällt, doch der Fall verkompliziert sich und sie wird erneut entführt. Joe kann das Mädchen nicht vergessen, es scheint ihm so ähnlich zu sein. In Joes Auto zählte Nina gedankenverloren rückwärts – oder bildete er sich das nur ein, wie so vieles andere auch?

Filmfoto: A Beautiful Day©Constantin FilmLynne Ramsay inszeniert in einem ständigen Wechsel zwischen Gegenwartsebene, Joes Erinnerungen und seinen Visionen oder Fantasien, die einer beinahe schon hellseherischen Empfindsamkeit geschuldet sind. Die Ebenen des Geschehens überlagern sich, weil Joe meistens nur zum Teil im Hier und Jetzt steckt. Wie Joaquin Phoenix diesen Schmerzensmann und Krieger spielt, hat ihm den Darstellerpreis des Filmfestivals von Cannes 2017 eingebracht. Als Verlorener quält er sich durch eine verkommene Welt und den Lärm ihrer Straßen. Die Kakophonie des Großstadtverkehrs inspiriert manchmal die elektronische Filmmusik von Jonny Greenwood, die ordentlich draufloshämmern kann. Wenn hingegen Radiomusik mit lieblichem Frauengesang erklingt, betont sie die Perversion dessen, was sich auf der Bildebene abzeichnet. Joe singt selbst Melodien, die ihm Trost spenden sollen, aber der will sich dabei nicht einstellen. Und auch die Beziehung zur alten Mutter (Judith Roberts), mit der er zusammenwohnt, wirkt gerade in ihrer Sanftheit leicht irritierend – auch ohne die eingebaute witzig-makabre Anspielung auf „Psycho“.

Filmfoto: A Beautiful Day©Constantin FilmIn Cannes bekam der Film auch den Preis für das beste Drehbuch. Er ist insofern verdient, als die Geschichte spannend, unvorhersehbar und bis zum Schluss ein Stück weit rätselhaft bleibt. Das Schreckliche, von dem sie handelt, bleibt oft lediglich angedeutet – was keineswegs heißt, dass es nicht ausgesprochen blutig werden kann. Ramsay inszeniert visuell aufregend, roh, fast schon experimentell, beispielsweise betrachtet die Kamera einen der vielen Kämpfe durch einen zerbrochenen Spiegel an der Decke. Joes Einsamkeit sorgt zwar für Noir-Atmosphäre, seine Not hat jedoch etwas fiebrig Haltloses. So fehlt diesem Charakter, anders als dem Helden in „Léon - der Profi“, eine emotionale Mitte. Das Drehbuch skizziert ihn lediglich, wenngleich mit beeindruckender Wucht, als einen Fels in dämonischer Brandung.

Kritik: Bianka Piringer

Filmbilder A Beautiful Day

Filmfoto: A Beautiful Day
A Beautiful Day Trailer, Interviews, Clips und Making ofs


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