Komponist/in

Ulrich Sommerlatte

* 21.10.1914 - Berlin, Deutschland
† 11.11.2002 Tegernsee

Über Ulrich Sommerlatte

Ulrich Sommerlatte

Ulrich Sommerlatte (* 21. Oktober 1914 in Berlin; † 11. November 2002 in Tegernsee) war ein deutscher Komponist, Arrangeur und Dirigent.

Biografie

Ulrich Sommerlatte wuchs im Berliner Stadtteil Wilmersdorf auf. Nach seinem Abitur 1933 begann er auf Wunsch seines Vaters mit dem Medizinstudium. Doch bereits nach zwei Semestern brach er wieder ab. Er immatrikuliert sich an der Hochschule für Musik in Berlin und begann Dirigieren, Komposition und Klarinette zu studieren. Musikalisch vorgeprägt war er bereits seit seiner Jugend, als er Violine und Klavier mit seinen Eltern spielte. Bereits im Alter von 22 Jahren wurde Sommerlatte im Jahr 1936 Kapellmeister des niedersächsischen Landesorchesters und Leiter der Madrigalvereinigung Hannover. Nach einem Jahr und über 250 Einsätzen als Dirigent in Bad Pyrmont wurde er 1937 auf Grund der Kriegsvorbereitungen nach Hameln zur Wehrmacht eingezogen. Er spielte Klarinette beim Musikkorps Nr. 74, wobei er es bis zum Korpsführer brachte, und wurde 1939 zur Ostfront versetzt. Während einer halbjährigen Freistellung konnte er 1942 sein Examen in der Meisterklasse Wilhelm Furtwänglers nachholen. Das Kriegsende erlebte er anschließend in englischer Gefangenschaft.

Während er im Lager einsaß, gründete er ein Lagerorchester, wodurch er nicht nur Zugang zu Notenblättern amerikanischer Bigbands erhielt, sondern sich auch einen Ruf bei den Amerikanern erarbeiten konnte, der dazu führte, dass er nach der Gefangenschaft weiterhin Beschäftigung als Musiker fand. So arrangierte er bald für das Tanzorchester Friedrich Hohmann vom SWF und das Orchester Harry Hermann vom NWDR. Neben Instrumentierungen für Filmkomponisten wie Werner Bochmann, Franz Grothe, Peter Igelhoff, Gerhard Winkler und Ralph Maria Siegel begann er ab Mitte der 1950er Jahre selbst mit dem Komponieren von Filmmusik. Bis Anfang der 1960er Jahre komponierte und arrangierte Sommerlatte regelmäßig. Erst ein Herzinfarkt zwang ihn 1963 mit dem Arrangieren aufzuhören.

Stattdessen widmete er sich verstärkt dem Komponieren und gründete dazu seinen eigenen Musikverlag in seiner bayrischen Wahlheimat Schliersee, wo er seit 1949 lebte. Außerdem setzte er sich für die weitere Emanzipation der U-Musik ein und begann ab Ende der 1970er Jahre mit dem Experimentieren von elektronischer Musik und progressivem Rock. Ab 1991 zog er sich verstärkt von der Musik zurück. So beendete er seine seit 1972 andauernde Tätigkeit im Rundfunkrat Bayern und verkaufte seinen Verlag. Außerdem war er über 50 Jahre bei der GEMA engagiert, darunter auch als Aufsichtsrat.

Am 11. November 2002 verstarb Sommerlatte im Alter von 88 Jahren im Kreise seiner Familie. Bereits seit 1981 lebte er in Tegernsee bei seiner Tochter.

Filmografie (Auswahl)

  • 1954: Schule für Eheglück
  • 1957: Rot ist die Liebe
  • 1957: Rübezahl – Herr der Berge
  • 1957: Vater, unser bestes Stück
  • 1958: Die Sklavenkarawane
  • 1959: Der Löwe von Babylon
  • 1959: Lass mich am Sonntag nicht allein
  • 1960: Der Traum des Mr. Borton

Weblinks

  • Offizielle Internetpräsenz

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Filmmusik von Ulrich Sommerlatte

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Der Löwe von Babylon
Abenteuer FSK 6
Regie: Ramón Torrado, Johannes Kai
Der Löwe von Babylon Userwertung:

Produktionsjahr: 1959
Schauspieler/innen: Helmuth Schneider, Georg Thomalla, Theo Lingen, Fernando Sancho, Rafael Luis Calvo, Mara Cruz, Pilar Cansino, Pedro Giménez, Barta Barry, José Manuel Martín, Xan Das Bolas, Francisco Montalvo, Antonio Casas
Abenteuer FSK 12
Regie: Ramón Torrado, Georg Marischka
Die Sklavenkarawane Userwertung:

Produktionsjahr: 1958
Schauspieler/innen: Viktor Staal, Georg Thomalla, Theo Lingen, Fernando Sancho, Mara Cruz, José Guardiola, Rafael Luis Calvo, Julio Núñez, Antonio Casas, Ángel Álvarez
Heimatfilm FSK 12
Regie: Karl Hartl
Rot ist die Liebe Userwertung:

Produktionsjahr: 1957
Schauspieler/innen: Cornell Borchers, Dieter Borsche, Barbara Rütting, Susanne Cramer, Renate Mannhardt, Günther Lüders, Thomas Reiner, Wolfgang Forester, Thea Thiele, Rosemarie Seehofer, Anton Reimer, Margarethe Andersen, Hermann Pfeiffer
Rübezahl – Herr der Berge

Regie: Erich Kobler
Rübezahl – Herr der Berge Userwertung:

Produktionsjahr: 1957
Schauspieler/innen: Franz Essel, Otto Mächtlinger, Monika Greving, Bobby Todd, Helmut Lieber, Helmo Kindermann, Paul Bös, Dietrich Thoms, Rolf von Nauckhoff, Georg Lehn, Franz Keck, Elke Arendt, Toni Mang, Nils Clausnitzer, Zita Hitz, Claudia Bartfeld

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