Komponist/in

Rolf Kühn

* 29.09.1929 - Köln

Über Rolf Kühn

Rolf Kühn

Rolf Kühn (* 29. September 1929 in Köln) ist deutscher Musiker und Jazzklarinettist. Er gehört zu den wenigen Jazzklarinettisten, die einen eigenen Stil entwickelt haben.[1]

Leben und Wirken

Er wächst in Leipzig auf und lernt ab 1937 das Klavierspiel. Bereits in jungen Jahren wird er auch mit Musiktheorie und Kompositionslehre vertraut. 1941 unterrichtet ihn Hans Berninger, der zu diesem Zeitpunkt Solo-Klarinettist des Gewandhausorchesters in Leipzig war. Durch Jutta Hipp lernt er erstmals den Jazz kennen. Im Alter von 17 Jahren wird Kühn 1946 Saxophonist und Klarinettist beim neu gegründeten Sender Leipzig des Mitteldeutschen Rundfunks. Als Solist spielt er unter Kurt Henkels im Rundfunk-Tanzorchester Leipzig, der führenden Bigband der Sowjetzone, gemeinsam mit dem Startrompeter Horst „Hackl“ Fischer und dem Schlagzeuger und späteren Chef eines eigenen Orchesters Fips Fleischer.

Nach einem kurzen Aufenthalt bei Eugen Henkel wird Kühn nach 1950 Erster Saxofonist des RIAS Tanzorchesters in Berlin. 1954 wird Kühn bei einem europäischen Jazz-Wettbewerb erstmals als „Bester Klarinettist“ ausgezeichnet und sollte diesen Preis auch in den folgenden beiden Jahren verteidigen.

1956 übersiedelt Kühn nach Amerika, gastiert in New York mit Caterina Valente. Dort trifft er auch auf John Hammond, der den aufstrebenden Nachwuchskünstler fördert. Er stellt eine eigene Begleitgruppe für ihn zusammen, mit der er u.a. im New Yorker Birdland, im Chicagoer Blue Note und beim Newport Jazz Festival zu hören ist. Von 1958 bis 1962 spielt Kühn im Orchester von Benny Goodman und – als Nachfolger von Buddy DeFranco – anderthalb Jahre als Solo-Klarinettist bei Tommy Dorsey.

1962 kehrt Rolf Kühn nach Deutschland zurück, wo er sogleich Leiter des NDR-Fernsehorchesters in Hamburg wird. Neben seiner Tätigkeit als Orchesterleiter agiert Kühn auch mit Albert Mangelsdorff und anderen als Solist der „German Allstars“, mit denen er auch eine ausgedehnte Südamerika-Tournee unternimmt. Gleichzeitig entstehen ab den 1960er Jahren zahlreiche Schallplattenveröffentlichungen als Leader und Sideman auf renommierten Labeln wie Polydor, Vanguard Records, Brunswick Records, Amiga (Plattenlabel), Intercord, Impulse! Records und natürlich MPS.

Seit 1966 hält sich Rolf Kühns 14 Jahre jüngerer und zuvor in Leipzig lebender Bruder, der Pianist Joachim Kühn, ebenfalls im Westen Deutschlands auf. Die Brüder treten seitdem immer wieder gemeinsam auf (zunächst von Joachim Ernst Berendt produziert).

Das musikalische Spektrum von Rolf Kühn umfasst seit den 60er Jahren neben klassischem Jazz auch Free Jazz und Jazzrock. Kühn wendet sich seitdem auch zunehmend der Kompositions- und Dirigentenarbeit zu und übernimmt die musikalische Leitung verschiedener Theaterhäuser, so auch des Berliner Theater des Westens.

Ab Ende der 1960er Jahre komponiert er verstärkt für Filme wie etwa Das gelbe Haus am Pinnasberg, Perrak, Der Todesrächer von Soho oder Dr. M schlägt zu und legendäre Fernsehserien wie Tatort und Derrick, nimmt aber auch gelegentlich für Library-Labels wie Selected Sound auf. Rolf Kühn war mit der deutschen Schauspielerin Judy Winter verheiratet.

Die Brüder Kühn gehören zu den profiliertesten und erfolgreichsten deutschen Jazz-Musikern. Die Reihe der Auszeichnungen, die sie innerhalb der letzten 40 Jahre (z.B. im Juni 2011 den Jazz-Echo-Preis 2011 für ihr Lebenswerk) erhalten haben, ist genau so beeindruckend wie die Vielzahl der Veröffentlichungen, auf denen sie einzeln oder gemeinsam zu hören sind.

Literatur

  • Maxi Sickert: Clarinet Bird: Rolf Kühn – Jazzgespräche. Creative People Books / Broecking Verlag, 2009, ISBN 978-3-938-76310-0.

Einzelbelege

  1. „Genau wie Perry Robinson, der schon erwähnte Buddy DeFranco, Eddie Daniels oder Theo Jörgensmann, dem unabhängig von Kühn in den 80er Jahren eine Klarinetten-Renaissance im Jazz zu verdanken ist, gehört Rolf Kühn zu den letzten des Standes, die »den Stock mit den Löchern« (vgl. Bing Crosby/Louis Armstrong: »Thats Jazz«) unverwechselbar persönlich zu spielen vermögen“''. Neues Deutschland, 18. Oktober 2009.

Dieser Artikel (grau hinterlegt) steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported (Kurzfassung). Die Vorliegende Version wurde am 01. April 2013, 07:04 UTC unter den o.g. Lizenzen veröffentlicht. Mit Beiträgen (Autor/en) von: Janericloebe, Wissling, Lómelinde, Chaddy, Sebbot, ChrisHardy, Aktiver Arbeiter, Freimut Bahlo, Justus Nussbaum, APPER, Mischa Auer, Liberatus, Hotcha2, UW, Merkanus, Engelbaet, BNutzer, Dinah, Woffie, Konrad Lackerbeck, Asdert, Joystick, ElRaki, Bierdimpfl, Katharina, Rybak, Zwobot, Schmelzle, Ulrich.fuchs, Ablaubaer, Bedwyrr, Stefan Kühn. Aus Datenschutzrechtlichen Gründen werden Autoren von denen lediglich eine IP-Adresse hinterlegt wurde hier nicht aufgeführt.

Filmmusik von Rolf Kühn

Alle Angaben ohne Gewähr. Fehler melden!
FSK 16
Regie: Jess Franco
Dr. M schlägt zu Userwertung:

Produktionsjahr: 1972
Schauspieler/innen: Fred Williams, Jack Taylor, Ewa Strömberg, Roberto Camardiel, Siegfried Lowitz, Friedrich Joloff, Moisés Augusto Rocha, Gustavo Re, Eva Garden, Ángel Menéndez, Beni Cardoso, Jess Franco, Andrés Monales, Linda Hastreiter, Manuel Merino
Horrorfilm FSK 16
Regie: Jess Franco
Der Todesrächer von Soho Userwertung:

Produktionsjahr: 1972
Schauspieler/innen: Horst Tappert, Fred Williams, Barbara Rütting, Wolfgang Kieling, Rainer Basedow, Dan van Husen, Elisa Montés, Luis Morris, Siegfried Schürenberg, Ángel Menéndez, Moisés Augusto Rocha, Eva Garden, Andrés Monales, Mara Laso
Komödie FSK 18
Regie: Alfred Vohrer
Das gelbe Haus am Pinnasberg Userwertung:

Produktionsjahr: 1970
Schauspieler/innen: Eddi Arent, Siegfried Schürenberg, Gernot Endemann, Tilly Lauenstein, Mascha Gonska, Ann Smyrner, Judy Winter, Willi Harlander, Bengta Bischoff, Jan Groth
FSK 16
Regie: Alfred Vohrer
Perrak Userwertung:

Produktionsjahr: 1970
Schauspieler/innen: Horst Tappert, Werner Peters, Hubert Suschka, Walter Richter, Erika Pluhar, Judy Winter, Wolf Roth, Berno von Cramm, Karl Lange, Hans Daniel, Arthur Brauss, Hans Schellbach, Jochen Busse, Georg Michael Fischer, André Ehoulan, Ramonita Vargas, Mikel Sugar

Einloggen
Herzlich willkommen! Um die Community nutzern zu können, melden sie sich bitte hier mit ihren Zugangsdaten an:

Facebook Login
Noch einfacher, loggen sie sich einfach mit ihrem Facebook Account ein:


Mit einem Klick auf diese Schaltfläche "Mit Facebook einloggen" akzeptieren sie die Nutzungsbedingungen und die Diskussionsrichtlinien der Ideenkraftwerk GmbH. Sie garantieren das sie diese gelesen und gespeichert oder ausgedruckt haben.


Passwort vergessen
Wenn Sie ihr Passwort vergessen haben können sie hier ein neues anfordern, geben sie dazu ihre E-Mail adresse hier ein:

Neu registrieren
Sie haben noch keinen Account bei Kritiken.de? Dann registrieren sie sich jetzt kostenlos, um die Community zu nutzen!