Komponist/in

Murray Gold

* 28.02.1969 - Portsmouth, England

Über Murray Gold

Murray Gold

Murray Gold (* 28. Februar[1] 1969 in Portsmouth) ist ein britischer Filmmusik-Komponist, Bühnen- und Hörspielautor. [2] Gold lebt derzeit in New York.[3]

Biografie

Gold begann im Alter von sechs Jahren mit Klavier- und später auch mit Klarinettenunterricht. Bereits in der Schule verschob sich sein Fokus aber mit acht Jahren[3] in Richtung Improvisation und Komposition. Seine ersten Kompositionen in der Schule u.a. für Brass Bands[4] dienten nach eigener Aussage „dem Sieg bei Schulwettbewerben und um den Mädchen zu gefallen“. Mit dem Schreiben von Bühnenmusik habe er nur „um mit seinem Mehrspurrekorder zu experimentieren“ begonnen. Er wurde in der Folge musikalischer Direktor der Comedy-Gruppe The Footlights.[5] Während seines Geschichtsstudiums in Cambridge begann er Theaterstücke zu schreiben, komponierte die Scores dazu selbst und spielte mit Colin Greenwood von Radiohead in einer Band. Nach dem Studium begann er u.a. für das Theater The Gate zu komponieren. Nach dem Erfolg mit der Show Glue Wedding[3] auf dem Edinburgh-Festival 1991[6] komponierte er die Musik zu Fernsehdokumentationen, arbeitete für die Radioshow The Knowledge auf Radio 1[7] und arbeitete als Autor für Channel 5. Als Mark Mundon, einer der Dokumentarregisseure, den Auftrag für Vanity Fair erhielt, fragte er Gold, ob er den Score schreiben wolle. Hier wurde Russell T Davies, der für Queer as Folk (britisches Original) kurzfristig ohne Komponisten da stand, auf ihn aufmerksam.[4]

Karriere

Fernsehen

Gold arbeitet seit 1999 häufig mit dem Drehbuchautor und Fernseh-Produzenten Russell T Davies zusammen. So komponierte er für die britischen Serien Queer as Folk, The Second Coming (mit Christopher Eccleston), Mine all Mine und Casanova (mit David Tennant), bevor er im Jahre 2005 musikalischer Direktor für die Fernsehserie Doctor Who wurde. Des Weiteren schrieb er das Thema der Channel 4 Serie Shameless und den Score für The Devils Whore[4] und Single Father'' (2010) mit David Tennant.

Doctor Who und spin-offs

Während seiner Tätigkeit für die Doctor Who Produktion bearbeitete er das Serien-Thema (im Original von Ron Grainer) neu, was bereits in der Vergangenheit bei einer neuen Inkarnation des Doktors üblich war[8] und auch beim Wechsel vom zehnten zum elften Doktor erfolgte.[9] Auch die übrigen Kompositionen der einzelnen Folgen stammen von Gold. Die Musik der beiden auch in Deutschland ausgestrahlten Staffeln erschien am 11. Dezember 2006 unter dem Titel Doctor Who: Original Television Soundtrack. Der Soundtrack der dritten (5. November 2007) und der Soundtrack der vierten Staffel (November 2008) wurden auf jeweils separaten Alben veröffentlicht. Im Weihnachtsspecial 2007 Voyage of the Damned hatte Gold einen Cameo-Auftritt in der dort spielenden Band.[10]

Basierte die Musik zu Beginn der neuen Doctor Who-Serien noch auf gesampleter Musik, wurden seine Arrangements später orchestraler.[4] In der Regel spielt das BBC National Orchestra of Wales[11], unterstützt durch Gesang von Melanie Pappenheim und anderen.[12] In der ursprünglichen Doctor Who-Serie (1963-1989) tendierte die innovative, aber limitierte Instrumentierung eher ins elektronische Genre.[13]

Gold schrieb ebenfalls die Themen zu den Doctor Who spin-offs The Sarah Jane Adventures und Torchwood und komponierte die Soundtracks der Serien gemeinsam mit Ben Foster.[14] Im Gegensatz zum Doctor Who-Sound komponiert Gold für Torchwood gezielt dunkler und hauptsächlich elektronisch.[5] Eine Auswahl der Kompositionen erschien unter dem Titel Torchwood: Original Television Soundtrack im August 2008. Gold arrangierte ebenfalls die Themen zu Totally Doctor Who und Doctor Who Confidential, beides Variationen des Doctor Who Themas.

Gold arrangierte und dirigierte zwei Live-Konzerte zur Musik von Doctor Who. Das erste Konzert, Doctor Who: A Celebration, fand im Wales Millennium Centre in Cardiff im Jahre 2006 statt, das zweite, the Doctor Who Prom, war Teil der BBC Proms am 27. Juli 2008 in der Royal Albert Hall in London.[15]

Film, Theater und Radio

Gold komponierte für einige britische und amerikanische Filme, u.a. für Sterben für Anfänger von Frank Oz sowie Mischief Night, Alien Autopsy und Veronika Decides to Die, die Filmmusik.

Sein Hörspiel Electricity erhielt den Michael Imison Award als bestes neues Hörspiel nach der Ausstrahlung auf Radio 3 in 2001. Es wurde teilweise als Bühnenstück übertragen und 2004 im West Yorkshire Playhouse mit Christopher Eccleston in der Hauptrolle uraufgeführt. Weitere Stücke sind 50 Revolutions, aufgeführt von der Oxford Stage Company im Whitehall Theatre in London im Jahre 2000 und Resolution im Battersea Arts Centre 1994.

Auszeichnungen

Gold wurde viermal für den BAFTA in der Kategorie beste originale Filmmusik, für Vanity Fair (1999), Queer as Folk (2000), Casanova (2006) und Doctor Who (2008) nominiert. Seine Musik für den BAFTA-Preisträger Kiss of Life erhielt den Mozart Prize of the 7th Art auf dem Aubagne International Film Festival 2003. Seine Show Glue Wedding wurde auf dem Edinburgh Festival für den Guardian Drama Award und den Independent Drama Award nominiert.[3]

Werke (Auswahl)

Filmografie

  • 1997: Mojo[16]
  • 1998: Vanity Fair (BBC Fernsehserie)
  • 1999: Queer as Folk (britisches Original)
  • 2000: Beautiful Creatures
  • 2000: Randall & Hopkirk (Deceased)
  • 2000: Clocking Off
  • 2000: Wild About Harry
  • 2003: Kiss of Life
  • 2004: Shameless
  • 2004: Mine all Mine[5]
  • 2005: Casanova (BBC Fernsehserie)
  • 2005: Doctor Who
  • 2006: Torchwood
  • 2006: The Sarah Jane Adventures (Thema)
  • 2006: Alien Autopsy – Das All zu Gast bei Freunden (Alien Autopsy)
  • 2006: Perfect Parents
  • 2006: Mischief Night
  • 2007: Sterben für Anfänger
  • 2008: The Devils Whore''
  • 2009: Veronika Decides to Die [17]
  • 2010: Single Father (Fernsehserie)
  • 2011: "Das Rotkäppchen-Ultimatum" [18]

Bühnenstücke

  • 1991: Glue Wedding
  • 1994: Resolution
  • 2000: 50 Revolutions
  • 2004: Electricity

Hörspiele

  • 2001: Electricity

Einzelnachweise

  1. Murray GoldTwitter, abgerufen am: 01.01.1970

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Filmmusik von Murray Gold

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Veronika beschließt zu sterben
Drama
Regie: Emily Young
Veronika beschließt zu sterben Userwertung:

Produktionsjahr: 2009
I Want Candy
FSK 12
Regie: Stephen Surjik
I Want Candy Userwertung:

Produktionsjahr: 2007
Schauspieler/innen: Tom Riley, Tom Burke, Carmen Electra, Eddie Marsan, Michelle Ryan, Mackenzie Crook, Felicity Montagu, Philip Jackson, Jimmy Carr, John Standing, Carl Prekopp, Rasmus Hardiker, Colin Michael Carmichael, Stephanie Blacker, Giles Alderson
Sterben für Anfänger
Komödie FSK 6
Regie: Frank Oz
Sterben für Anfänger Userwertung:

Produktionsjahr: 2007
Schauspieler/innen: Matthew Macfadyen, Andy Nyman, Ewen Bremner, Daisy Donovan, Alan Tudyk, Rupert Graves, Peter Vaughan, Peter Dinklage, Jane Asher, Keeley Hawes, Kris Marshall, Thomas Wheatley, Peter Egan
Alien Autopsy – Das All zu Gast bei Freunden
Science-Fiction FSK 12
Regie: Jonny Campbell
Alien Autopsy – Das All zu Gast bei Freunden Userwertung:

Produktionsjahr: 2006
Schauspieler/innen: Declan Donnelly, Anthony McPartlin, Bill Pullman, Götz Otto, Harry Dean Stanton, Omid Djalili

Regie: Marc Munden
Miranda Userwertung:

Produktionsjahr: 2002
Schauspieler/innen: Christina Ricci, John Simm, Kyle MacLachlan, John Hurt, Julian Rhind-Tutt, Cavan Clerkin, Matthew Marsh
Wild About Harry
FSK 6
Regie: Declan Lowney
Wild About Harry Userwertung:

Produktionsjahr: 2000
Schauspieler/innen: Brendan Gleeson, Amanda Donohoe, James Nesbitt, Adrian Dunbar, Bronagh Gallagher, Ruth McCabe, Doon Mackichan, Paul Barber, George Wendt, John Peel
Thriller FSK 18
Regie: Bill Eagles
Beautiful Creatures Userwertung:

Produktionsjahr: 2000
Schauspieler/innen: Susan Lynch, Rachel Weisz, Iain Glen, Jake D'Arcy, Tom Mannion, Maurice Roëves, Pauline Lynch, Alex Norton

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