Komponist/in

Isaak Schwarz

* 13.05.1923 - Romny, Ukraine
† 27.12.2009 Siwerski, Oblast Leningrad, Russland

Über Isaak Schwarz

Isaak Schwarz

Isaak Iossifowitsch Schwarz (, * am 13. Mai 1923 in Romny (Ukraine); † 27. Dezember 2009 in Siwerski, Oblast Leningrad, (Russland)) war ein russischer Komponist. Berühmt wurde Schwarz insbesondere auch durch die Musik, die er für über 100 Filme komponierte, darunter auch für das sowjetisch-japanische Werk Uzala, der Kirgise, das 1976 den Oscar als bester ausländischer Film erhielt.

Biographie

Kindheit

Schwarz wuchs in einer jüdischen Familie in Romny auf. Im Jahr 1930 siedelte die Familie über nach Leningrad (heute Sankt Petersburg), wo der junge Isaak im sogenannten „Haus für künstlerische Erziehung“ in der Klasse von A. S. Samkow mit Klavierunterricht begann. 1935, im Alter von 12 Jahren nahm er an einem Jugendkonzert im Großen Saal der Leningrader Philharmonie teil.

Im Dezember 1936 wurde Isaaks Vater, der Philologe Josif Jewseewitsch Schwarz (1889-1938) im Verlauf des stalinistischen „Großen Terrors“ von Organen des Innenministeriums der UdSSR festgenommen, verurteilt und in ein Straflager überstellt, in dem er im April 1938 erschossen wurde. Im Sommer 1937 mussten die verbliebenen Mitglieder der Familie Schwarz nach Frunze (heute Bischkek) in Kirgisien (heute Kirgisistan) in die Verbannung gehen. Isaaks Mutter, Rachel Solomonowna wurde zur Arbeit in einer Nähfabrik eingewiesen. Der 14-jährige Isaak begann den Kindern des Führungskaders in Frunze Klavierstunden zu geben.

Beginn der beruflichen Laufbahn

1938 nahm Isaak Schwarz seinen ersten Unterricht in Komposition beim Pädagogen W. G. Fere. In den darauf folgenden Jahren arbeitete er als Konzertmeister beim kirgisischen Staatstheater. Während des 2. Weltkriegs leitete er Chor und Orchester des Ensembles der Roten Armee für Gesang und Tanz im Militärgebiet Frunze. Im Jahr 1943 heiratete er.

1945 wurde die Verbannung aufgehoben und Schwarz kehrte nach Leningrad zurück. Unter der Förderung von Dmitri Dmitrijewitsch Schostakowitsch, der auch die Studiengebühren übernahm, trat er im Leningrader Konservatorium in die Klasse von B. A. Arapow ein, um weiter Komposition zu studieren. In den letzten zwei Jahren am Konservatorium studierte Schwarz bei O. A. Ewlakow. 1951 schloss er das Konservatorium mit dem Diplom ab. Im Jahr 1954 schrieb er die „Symphonie in f-moll“, welche dem jungen Komponisten den ersten Erfolg brachte. 1955 wurde Isaak Schwarz in die Gemeinschaft der Komponisten der UdSSR () aufgenommen.

In den folgenden Jahren schrieb er Stücke für Ballett, Bühnenspiele und die Musik für über 100 Filme. Als sehr fruchtbar erwies sich die Zusammenarbeit von Schwarz mit Bulat Schalwowitsch Okudschawa (). Zusammen schufen sie 32 Stücke, darunter bekannte wie „Das Lied der Reitergarde“ (Песенка кавалергарда) aus dem Film „Stern bezaubernder Glückseligkeit“ (), „Ihre wohlgeborene Dame des Glücks“ () aus dem Film „Weiße Sonne der Wüste“, die Romanze „Hochzeitskleid“ (Наряд подвенечный) im Film „Wir wurden nicht in der Kirche vermählt“ () und ebenso das Lied aus dem Kinofilm „Das Strohhütchen“ (). Okudschawa schätzte die seltene Gabe Schwarz' sehr, genau jene Musik feinfühlig aus dem Inneren eines Gedichte zu extrahieren, welche als einzige den Inhalt des Gedichtes ausdrücken kann.

Seit dem Ende der 60er Jahre lebte und arbeitete der Komponist in Siwerski, Gebiet Leningrad, nahe Sankt Petersburg, zusammen mit seiner zweiten Frau Antonina.

Berufliches Wirken und Ehrungen

Der "Oscar" für den besten ausländischen Film wurde 1976 für das sowjetisch-japanische Werk “Uzala, der Kirgise” () verliehen; Regisseur Akira Kurosawa – Musik Isaak Schwarz.

In Deutschland erreichte der 1991 entstandene Film "Die junge Katharina"[1], zu der er die Musik komponierte, einige Bekanntheit.

Das siebensätzige Orchesterkonzert Gelbe Sterne – Purimspiel im Ghetto komponierte Schwarz nach der Lektüre von Aufzeichnungen aus dem Ghetto in Kaunas im Andenken an die Opfer des Holocaust. Es wurde 2000 in St. Petersburg uraufgeführt. Mit dem Philharmonischen Nationalorchester Russlands unter Leitung von Wladimir Spiwakow wurde 2002 im großen Ton-Atelier der Mosfilm eine CD aufgezeichnet. In Verbindung mit einer Film- und Fotocollage der Medienkünstlerin Joan Grossman (2004) wurde das Werk auch auf einer DVD veröffentlicht. Die Deutsche Erstaufführung des Konzertes fand am 23. Oktober 2007 in Friedrichshafen statt.

Zum 85. Geburtstag gratulierte ihm auch der russische Präsident Medwedew[2]. “Sie werden zur Recht einer der hervorragenden zeitgenössischen Komponisten genannt, in Anerkennung Ihrer klassischen vaterländischen musikalischen Kunst.” hieß es im Glückwunschtelegramm. „Einzigartiges Talent und große Schaffenskraft ermöglichten Ihnen, eine ganze Folge von hervorragenden Werken zu schaffen, von denen jedes sich durch Aufrichtigkeit und Harmonie auszeichnet. Es ist kein Zufall, dass Ihre künstlerischen Werke höchste Auszeichnungen professioneller Vereinigungen erhielten, und natürlich die herzliche Zuneigung zahlreicher Musikkritiker.“

Issak Schwarz entschlief am 27. Dezember 2009 im Alter von 86 Jahren in seinem Haus in Siwerski. Dies berichtete u.a. die Künstlerin Elena Kamburowa () über den russischen der Radiosender “Moskauer Echo”. Er wurde am 30. Dezember 2009 auf dem St. Petersburger Wolkowo-Friedhof () im Ehrenabschnitt (Museums-Nekropole) für Literaten und Publizisten () beerdigt. Entsprechend dem Willen des Komponisten verlief die Zeremonie gemäß dem jüdischen Begräbnisritual. Mit dem Gebet „Kaddisch“ am Grab von Issak Schwarz betonte einer der St. Petersburger Rabbiner Schwarz' Zugehörigkeit zur jüdischen Religionsgemeinschaft.

Filmmusik (Auswahl)

  • 1969: Die Brüder Karamasow (Братья Карамазовы)
  • 1975: Uzala, der Kirgise (Дерсу Узала)
  • 1986: Ein Regenschirm für Verliebte (Зонтик для новобрачных)
  • 1991: Die junge Katharina (Young Catherine)
  • 1992: Luna Park (Луна-парк)

Auszeichnungen

  • 1996 - "Volkskünstler Russlands" ()[3]
  • 1997 - Laureat für den staatlichen Preis der russischen Föderation (für die Musik zum Film "Weiße Sonne der Wüste")
  • 2000 - Laureat des Preises von Zarskoje Selo (Stadt Puschkin) für die einzigartige Sammlung von Romanzen nach Gedichten russischer Poeten des 19. und 20. Jahrhunderts
  • 2003 - Verdienstorden für das Vaterland 4. Klasse[4]
  • Nationaler Filmpreis der Russischen Akademie NIKA ()
    • 1992 - beste Komposition, für den Film Luna Park[5]
    • 2000 - beste Filmmusik im Film "Horch, regnet es nicht?" ()[6]
    • 2001 - beste Filmmusik im Film "Die verwilderte Frau" ()[7]

  • 2003 - Ehrenbürgerschaft der Oblast Leningrad

Einzelnachweise

  1. Internet Movie Database Verzeichnis der Filme, zu der Isaak Schwarz die Musik schuf. Abgerufen am 17. Januar 2010.
  2. The Moscow Post, 13. Mai 2008. Abgerufen am 17. Januar 2010. ()
  3. Auszeichnungserlass des russischen Präsidenten Nr. 116 vom 29. Januar 1996, Seite 2 Abgerufen am 17. Januar 2010. ()
  4. Auszeichnungserlass des russischen Präsidenten Nr. 1071 vom 15. September 2003, Seite 1 Abgerufen am 17. Januar 2010. ()
  5. NIKA Auszeichnungen 1992 Abgerufen am 17. Januar 2010. ()
  6. NIKA Auszeichnungen 2000 Abgerufen am 17. Januar 2010. ()
  7. NIKA Auszeichnungen 2001 Abgerufen am 17. Januar 2010. ()

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Filmmusik von Isaak Schwarz

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FSK 16
Regie: Pavel Lungin
Luna Park Userwertung:

Produktionsjahr: 1992
Ein Regenschirm für Verliebte
FSK 0
Regie: Rodion Nachapetow
Ein Regenschirm für Verliebte Userwertung:

Produktionsjahr: 1986
Schauspieler/innen: Alexei Batalow, Nijolė Oželytė, Wera Glagolewa, Nikita Michailowski, Wjatscheslaw Jesepow, Pawel Sanajew, Igor Nefjodow, Alla Meschtscherjakowa, Galina Petrowa, Walentina Beresuzkaja, Wassili Funtikow
Die Brüder Karamasow
FSK 12
Regie: Kirill Lawrow, Michail Uljanow, Iwan Pyrjew
Die Brüder Karamasow Userwertung:

Produktionsjahr: 1969
Schauspieler/innen: Michail Uljanow, Lionella Pyrjewa, Kirill Lawrow, Andrei Mjagkow, Walentin Nikulin, Mark Prudkin, Swetlana Korkoschko, Andrei Abrikossow, Nikolai Ryschow, Anatoli Adoskin, Nikolai Bubnow, Grigore Grigoriu, Alexandra Danilowa, Olga Kobelewa, Nikolai Kutusow, Iwan Lapikow, Tamara Nossowa

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