Komponist/in

Irving Berlin

* 11.05.1888 - Russisches Kaiserreich
† 22.09.1989 New York City, New York, Vereinigte Staaten

Über Irving Berlin

Irving Berlin

Irving Berlin, eigentlich Israel Isidore Beilin oder Baline (* im Russischen Kaiserreich; † 22. September 1989 in New York City) war ein US-amerikanischer Komponist, der als Sohn eines Kantors geboren wurde.

Leben

Der Geburtsort Berlins ist unbekannt, obschon seine jüdische Familie bis zu ihrer Auswanderung in Talatschyn (Gouvernement Mogiljow), einer Stadt im heutigen Weißrussland, lebte.[1] Berlin selbst gab als seinen Geburtsort eine kleine sibirische Stadt namens Temun an, die manchmal als die Stadt Tjumen identifiziert wurde.[2] Infolge der antisemitischen Pogrome in den 1880er Jahren im Russischen Reich wanderten Berlins Eltern mit ihren sieben Kindern 1891 in die Vereinigten Staaten aus. (Siehe auch Die polnischen Juden im russischen Reich (1795–1918) sowie Ansiedlungsrayon.)

Nach dem frühen Tod des Vaters mussten die Kinder den Lebensunterhalt selbst verdienen. Irving wurde aus der Schule genommen und verdiente als Zeitungs- und Botenjunge sein erstes Geld. Mit 14 riss er von zu Hause aus und arbeitete als „Singing Waiter“ in einem New Yorker Café. Dabei brachte sich Berlin selbst das Klavierspielen bei. Da er nach Gehör spielte, nahm er der Einfachheit halber nur die schwarzen Tasten, und so komponierte er in Fis-Dur.

Mit dem Song „Alexander’s Ragtime Band“ gelangte er zu Weltruhm. Der ehemalige Straßenjunge war auf dem besten Wege, ein bekannter Komponist zu werden, und dies, obwohl er weder Noten lesen noch richtig Klavier spielen konnte. Er komponierte seine Melodien, andere schrieben die Noten für ihn auf. Die Orchestrierung erledigten dann ausgebildete Arrangeure. Weil er sich mehr auf die im Quintenzirkel C-Dur gegenüberliegenden Tonarten mit relativ vielen schwarzen Tasten auf dem Klavier beschränkte, aber auch in allen anderen Tonarten komponieren wollte, ließ er sich sein Klavier so umbauen, dass er mittels eines Hebels in andere Tonarten transponieren konnte.[3][4]

Am 12. Mai 1910 wurde er in der Munn Lodge No. 190 in New York City als Freimaurer initiiert, am 26. Mai zum Gesellen befördert und am 3. Juni zum Meister erhoben. Am 12. Dezember 1935 wurde er dort lebenslanges Mitglied. Den 32. Grad des A.A.S.R. (New Jersey) bekam er am 23. Dezember 1910. Im Mecca Shrine Temple wurde er am 30. Januar 1911 initiiert und wurde dort im Dezember 1936 lebenslanges Mitglied. Etwa um 1912 schrieb er in Zusammenarbeit mit E. Ray Goetz einen Song mit freimaurerischem Bezug: Hiram’s Band.

1920 eröffnete er mit der Music Box ein eigenes Theater und widmete sich schließlich auch der Arbeit für den Tonfilm. Mit dem in vielen Millionen Schallplatten verbreiteten Schlager White Christmas aus dem Bing-Crosby-Film Holiday Inn gelang ihm dabei ein besonderer Wurf. Noch vor dem Zweiten Weltkrieg wurde sein Lied God Bless America (dargeboten von Kate Smith) zur inoffiziellen Hymne der USA. Seinen größten Erfolg errang Berlin 1946 mit dem Musical Annie Get Your Gun über die US-amerikanische Kunstschützin Annie Oakley. Irving Berlin ist Autor zahlreicher Melodien, die bis heute als Jazzstandards gelten.

Irving Berlin starb am 22. September 1989 im Alter von 101 Jahren an den Folgen eines Herzinfarkts.

Werke (Auswahl)

Songs

Irving Berlin war in erster Linie Songwriter; er schrieb mehr als 1000 Songs.

  • God Bless America
  • White Christmas
  • There’s No Business Like Show Business
  • Cheek to Cheek
  • Puttin’ on the Ritz
  • They Say It’s Wonderful
  • Let’s Face the Music and Dance
  • Change Partners
  • Russian Lullaby
  • I´ve Got My Love to Keep Me Warm
  • Blue Skies
  • Alexander’s Ragtime Band
  • Always durch Phil Collins gecovert

Broadway Shows – Musicals und Musical Revues

Es folgen Shows, deren Musik ausschließlich von Berlin geschrieben wurde.

  • 1910: Ziegfeld Follies
  • 1914: Watch Your Step
  • 1915: Stop! Look! Listen!
  • 1918: Yip Yap Yaphank
  • 1921, 1922, 1923 und 1924: Music Box Revue
  • 1925: The Cocoanuts – Verfilmung 1929
  • 1927: Ziegfeld Follies
  • 1932: Face The Music
  • 1933: As Thousands Cheer
  • 1940: Louisiana Purchase – Verfilmung 1941
  • 1942: This Is The Army – Verfilmung 1943
  • 1946: Annie Get Your Gun – Verfilmung 1950
  • 1949: Miss Liberty
  • 1950: Call Me Madam – Verfilmung 1953
  • 1962: Mr. President

Filmarbeiten

In den meisten Fällen bildet ein Portfolio von Berlin-Songs die Grundlage für folgende Filmmusicals, Musik- oder Tanzfilme, die nur in der Ausnahme als Ganzes als Filmmusik geschrieben wurden.

  • 1930: Puttin’ On The Ritz
  • 1934: Ich tanz’ mich in dein Herz hinein (Top Hat)
  • 1936: Marine gegen Liebeskummer (Follow the Fleet)
  • 1937: Geh’n wir bummeln (On the Avenue)
  • 1938: Alexander’s Ragtime Band
  • 1938: Sorgenfrei durch Dr. Flagg – Carefree (Carefree)
  • 1939: Premiere in Hollywood (Second Fiddle)
  • 1942: Musik, Musik (Holiday Inn)
  • 1946: Blau ist der Himmel (Blue Skies)
  • 1947: Osterspaziergang (Easter Parade)
  • 1953: Weiße Weihnachten (White Christmas)
  • 1954: Rhythmus im Blut (There’s No Business Like Show Business)

Auszeichnungen

  • 1943 – den Oscar für den Song White Christmas aus dem Film Musik, Musik
  • 1945 – Medal for Merit, damals die höchste zivile Auszeichnung der USA
  • 1951 – Tony Award für das Musical Call Me Madam für die beste Musik (Score/Partitur)
  • 1954 – Goldene Ehrenmedaille des Kongresses
  • 1968 – Grammy Award für sein Lebenswerk

Literatur

  • Jeffrey Magee: Irving Berlin’s American musical theater, New York, NY a. : Oxford Univ. Press, 2012, ISBN 978-0-19-539826-7

Einzelnachweise

  1. Irving Berlin Music Company: Irving Berlin Biography
  2. Philip Furia (Hrsg.): American song lyricists, 1920–1960. Gale, Detroit 2002, ISBN 0-7876-6009-4, S. 23.
  3. Ein transponierendes Klavier wie es Irving verwandte.
  4. Cecil Adams: If Irving Berlin could not read or write music, how did he compose?

Dieser Artikel (grau hinterlegt) steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported (Kurzfassung). Die Vorliegende Version wurde am 03. April 2013, 06:04 UTC unter den o.g. Lizenzen veröffentlicht. Mit Beiträgen (Autor/en) von: Rahn schießt!, Harry Canyon, Gripweed, Hüning, Datu Dong, Wissling, Jobu0101, MAY, DerSaenger, Sebbot, Umherirrender, Gödeke, ViennaUK, Pflastertreter, Maclemo, Otberg, Dreizehntonmusik, SeptemberWoman, Michael Kühntopf, Riverobserver, Hydro, Echtner, Howwi, Tröte, Massimo Macconi, Feyth, AlMa77, Prof. balthazar, Ennimate, The Man in Question, APPERbot, Dr. Shaggeman, FordPrefect42, Engelbaet, Schlesinger, Zenit, Origamiemensch, Mmg, Pelz, Histo, Daondo, WerstenerJung, Tobias1983, Rewen, JFKCom, Arno Matthias, 08-15-Bot, Media lib, Hybscher, PunktKommaStrich, Kuebel, Johnny Yen, Mädewitz, Hubertl, Blaufisch, Jodeffes, Davepape, Raymond, Susu the Puschel, Prolineserver, WhiteCrow, Andyx, Schumir, Mezzofortist, Precision, Liberal Freemason, Robodoc, Heidwolf, Arbol01, BLueFiSH.as, MisterMad, Bettenburg, UlrSchimke, Peter200, Tobe man, Zwobot, Wittkowsky, Rybak, Stern, Mathias Schindler, MAK, Kdwnv, WRomey, Katharina, CdaMVvWgS, Fristu, Christian List, Gbust, Stefan Kühn, Odin, Leonardo. Aus Datenschutzrechtlichen Gründen werden Autoren von denen lediglich eine IP-Adresse hinterlegt wurde hier nicht aufgeführt.

Filmmusik von Irving Berlin

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Verbrechen und andere Kleinigkeiten
Drama FSK 12
Regie: Woody Allen
Verbrechen und andere Kleinigkeiten Userwertung:

Produktionsjahr: 1989
Schauspieler/innen: Martin Landau, Anjelica Huston, Claire Bloom, Jerry Orbach, Sam Waterston, Woody Allen, Mia Farrow, Alan Alda, Joanna Gleason, Martin S. Bergmann
Weiße Weihnachten
Musikfilm FSK 12
Regie: Michael Curtiz
Weiße Weihnachten Userwertung:

Produktionsjahr: 1954
Schauspieler/innen: Bing Crosby, Danny Kaye, Rosemary Clooney, Vera-Ellen, Dean Jagger, Mary Wickes, John Brascia, Anne Whitfield

Regie: George Sidney
Duell in der Manege Userwertung:

Produktionsjahr: 1950
Schauspieler/innen: Betty Hutton, Howard Keel, Louis Calhern, J. Carrol Naish, Keenan Wynn, Edward Arnold, Benay Venuta, Clinton Sundberg
Osterspaziergang
Liebesfilm FSK 0
Regie: Charles Walters
Osterspaziergang Userwertung:

Produktionsjahr: 1948
Schauspieler/innen: Judy Garland, Fred Astaire, Peter Lawford, Ann Miller, Jules Munshin

Regie: Mark Sandrich
Musik, Musik Userwertung:

Produktionsjahr: 1942
Schauspieler/innen: Bing Crosby, Fred Astaire, Virginia Dale, Marjorie Reynolds, Walter Abel

Regie: Henry King
Alexander’s Ragtime Band Userwertung:

Produktionsjahr: 1938
Schauspieler/innen: Tyrone Power, Alice Faye, Don Ameche, Ethel Merman, Jack Haley, Jean Hersholt, Helen Westley
FSK 6
Regie: Mark Sandrich
Sorgenfrei durch Dr. Flagg – Carefree Userwertung:

Produktionsjahr: 1938
Schauspieler/innen: Fred Astaire, Ginger Rogers, Ralph Bellamy, Luella Gear, Jack Carson, Clarence Kolb, Franklin Pangborn, Walter Kingsford, Kay Sutton, Vinton Hayworth, Hattie McDaniel
Musikfilm
Regie: Mark Sandrich
Marine gegen Liebeskummer Userwertung:

Produktionsjahr: 1936
Schauspieler/innen: Fred Astaire, Ginger Rogers, Randolph Scott, Harriet Hilliard, Astrid Allwyn, Betty Grable, Harry Beresford, Russell Hicks, Brooks Benedict, Ray Mayer, Lucille Ball, Doris Lloyd
Liebesfilm FSK 12
Regie: Mark Sandrich
Ich tanz’ mich in dein Herz hinein Userwertung:

Produktionsjahr: 1935
Schauspieler/innen: Fred Astaire, Ginger Rogers, Edward Everett Horton, Erik Rhodes, Helen Broderick, Eric Blore

Regie: Joseph Santley, Robert Florey
The Cocoanuts Userwertung:

Produktionsjahr: 1929
Schauspieler/innen: Groucho Marx, Harpo Marx, Chico Marx, Zeppo Marx, Oscar Shaw, Mary Eaton, Cyril Ring, Kay Francis, Margaret Dumont, Basil Ruysdael

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