Komponist/in

Heinz Sandauer

* 09.01.1911 - Wien
† 05.08.1979 Wien

Über Heinz Sandauer

Heinz Sandauer

Heinz Sandauer (* 9. Januar 1911 in Wien; † 5. August 1979 in Wien) war ein österreichischer Dirigent, Komponist und Schriftsteller.

Leben

Heinz Sandauer studierte an der Wiener Akademie für Musik und darstellende Kunst. Sein Kompositionslehrer war der österreichische Komponist und Musikpädagoge Professor Joseph Marx, von dem er später mehrere Musikstücke arrangierte, so den Neujahrshymnus für gemischten Chor, Orgel und Orchester von 1914.[1] Bereits in den 20er-Jahren war Sandauer als Arrangeur für so berühmte Komponisten wie Franz Léhar, Emmerich Kálmán und Robert Stolz tätig. Mit einem eigenen Ensemble spielte er bald zahlreiche Musikstücke auf Schellackplatten ein (manchmal auch unter einem Phantasienamen, wie etwa Harry’s Tanzorchester). Die Schlagersänger der Zeit, wie etwa Austin Egen, Max Hansen, Gloria Astor und Kinderstar Evi Bodo, waren seine Begleiter.

Als Komponist war Heinz Sandauer vor allem im Filmgeschäft tätig. Zwischen 1936 und 1958 schuf er die Filmmusik zu rund 30 deutschen Filmen. Aber auch konzertante Musik wie ein Konzert in C-Dur für Trommel und Orchester, Klaviersoli und Ballettmusik gehören zu seinem Œuvre – genauso wie zahlreiche Wienerlieder und Schlager.[2]

In den 20er-Jahren begann auch Heinz Sandauers Beziehung zum österreichischen Rundfunk. Zunächst war er für die Radio Verkehrs AG (RAVAG), den ersten österreichischen Rundfunksender, tätig. 1937 avancierte er dann zum Leiter des Wiener Rundfunkorchesters. Die Rundfunkkarriere ging auch nach dem Zweiten Weltkrieg weiter. So arbeitete er zunächst für den Sender Rot-Weiß-Rot der amerikanischen Besatzungsmacht, später dann auch für den Österreichischen Rundfunk (ORF). Großen Erfolg erntete er in den 70er Jahren mit dem Kleinen Wiener Rundfunkorchester und der wöchentlichen Live-Sendung "Im Konzertkaffee" aus dem AEZ in Wien. Sandauer hatte auch den berühmten Wiener Conferencier Heinz Conrads entdeckt.[3]

Im Jahre 1963 wurde Heinz Sandauer zum Professor an der Universität für Musik und darstellende Kunst (wie die ehemalige Wiener Akademie inzwischen hieß) ernannt. Er unterrichtete Unterhaltungsmusik und Jazz. Als Musikpädagoge trat er auch in Buchform ans Publikum: Er schrieb das Werk Der Jazz-Pianist. Der Weg zum modernen Klavierspiel (1950) und das Handbuch des praktischen Instrumentierens für großes Orchester, Blasmusik und Jazzorchester (1965).

Heinz Sandauer hatte ein weiteres Interessengebiet, nämlich die Astrologie. Neben einem Ratgeber Astrologie für jedermann, schrieb er (zusammen mit Nathalie Sandauer) in den 70er-Jahren zwölf astrologische Tierkreisratgeber (für jedes Sternzeichen eines). 1978 folgte das Buch Geschichte, gelenkt von den Sternen. In dieser Astrologischen Analyse des Abendlandes (Untertitel), beschäftigte er sich unter anderem auf mehreren Seiten mit Adolf Hitlers Aufstieg und Fall. Mit Hitlers Sternenkonstellation begründet Sandauer nicht nur dessen Charakter, sondern auch seine Wirkung und sein Handeln. Beispiel: „Pluto und Neptun zeigen diesen Mann als Verführer mit magischen Kräften an, einer gewaltsamen Mischung von Schwärmerei und Täuschung, der nicht nur die Umwelt, sondern er selbst zuletzt erlag.“[4]

Im Schubertpark (18. Bezirk) steht in Wien eine Büste in Erinnerung an Prof. Heinz Sandauer.

Kompositionen (Auswahl)

  • In Salmannsdorf drauß steht ein Häuserl am Bach, Wienerlied (Text: H. Sobotka), 1942
  • Moderne Zigeuner, langsames Walzerlied (Text Erich Meder), 1944
  • Es geht ein Ruf durch die Nacht, Song (Text Erich Meder), 1944
  • Der Franz von Assisi, mein Schutzpatron, Wienerlied und Slowfox (Text: Josaef Petrak), 1946
  • Auf dem weißen Markt am Limpopo, Eine dunkle Geschichte, Fox (Text: Erich Meder), 1946
  • Mahatma, Mahatma, ma hat ma neulich, Das indische Wienerlied (Text Erich Meder), 1947
  • I brauch Geld!, Wiener Marschlied (Text Erich Meder), 1947
  • Heute schreib ich meiner Mutter einen Liebesbrief, Lied und langsamer Fox (Text:Otto Hanns Dangel), 1948
  • Am blauen See liegt ein Haus, Lied und Slowfox (Text: Rudolf Berdach), 1949
  • Heimkehr ruft mein Herz, Slow-Intermezzo nach einer alten Melodie (Text: Rudolf Berdach und Hans Werner), 1951
  • Ich steig so gern auf die Berge, Lied und Jodelfox, 1951
  • Unterm Haustor zwei verliebte Leute, Lied und Slowfox (Text: Josef Petrak), 1952
  • Ich möchte‘ Dir einen Wecker schenken (Das Weckerelied), Fox (Text: Ernest Ermad), 1952
  • Am Wiesenrand steht eine Kuh (Text Karl Farkas), Lied und Fox, 1952
  • Nur eine Frau, die schon die Liebe kennt, Slowfox (Text: Karl Farkas), 1954
  • Holleschau-Polka, Polka (Text: Karl Farkas), 1954
  • Oh, diese Beine, Foxtrott, 1957
  • Liebling sei nicht so lieb zu mir!, Lied und Slowfox, 1957
  • Die Sterne tanzen vor Glück, Lied und langsamer Walzer, 1958
  • Warum soll’s denn mit 50 schon vorbei sein?, Wiener-Lied 1966
  • ''Apres Valse, konzertante Komposition für Orchester
  • Whisky Soda, Foxtrot, (Sandauers Lieblingssong), Gesamttitel: Erinnerungen an Seinerzeit, Titel: Zwischen 5 (fünf) und 6 (sechs) bei Heinz Sandauer, Interpret: Heinz Sandauer, Klavier, 1953; 1981[5]

Diskographie

  • 5x3 = 15 Bunte Minuten. Heinz Sandauer (Klavier) und seine Rhythmiker. EP, Columbia o.J. VP 805
  • Beliebte Melodien. Komponist: Robert Stolz. Heinz Sandauer: Klavier. CD, Preiser/Naxos, Wien 1997[6]
  • Heinz Sandauer spielt Melodien von Franz Lehar und der Strauß-Dynastie. CD, Preiser/Naxos, Wien 1999
  • Gebundene Hände (Exklusive Rundfunkaufnahmen 1955-1970), u.a. mit Zarah Leander und dem Kleinen Wiener Rundfunkorchester, Leitung Heinz Sandauer, CD, Koch International 1999
  • Ralph Benatzky: Axel an der Himmelstür. (Leitung Heinz Sandauer), CD, Walhall-Eternity/Gebhardt Musikvertrieb, Dusslingen 2011

Filmographie (Auswahl)

  • 1936: Die Julika (Regie: Géza von Bolváry)
  • 1937: Der Mann, von dem man spricht (Regie: E. W. Emo)
  • 1937: Millionenerbschaft (Regie: Arthur Maria Rabenalt)
  • 1939: Anton der Letzte (Regie: E. W. Emo)
  • 1951: Wenn eine Wienerin Walzer tanzt (Regie: Sándor Szlatinay)
  • 1952: Der eingebildete Kranke - (Regie: Hans H. König)
  • 1952: Schäm dich, Brigitte (später: Wir werden das Kind schon schaukeln) (Regie: E. W. Emo)
  • 1953: Die Todesarena (Regie: Kurt Meisel)
  • 1957: Wie schön, dass es dich gibt (Regie: Thomas Engel)
  • 1957: Die unentschuldigte Stunde (Regie: Willi Forst)
  • 1957: Mit Rosen fängt die Liebe an (Regie: Peter Hamel)
  • 1958: Sebastian Kneipp (Regie: Wolfgang Liebeneiner)

Bibliographie

  • Der Jazz-Pianist. Der Weg zum modernen Klavierspiel; ein Leitfaden mit 114 Beispielen, Hohner, Trossingen/Württemberg 1951
  • Handbuch des praktischen Instrumentierens für großes Orchester, Blasmusik und Jazzorchester, Österreichischer Bundesverlag, Wien 1965
  • Astrologie für jedermann, Kirsch-Verlag, Wien 1975
  • Alles, was Sie schon immer über den Widder wissen wollten. Von Heinz und Nathalie Sandauer, Wiener Verlag, Wien 1977
  • Alles, was Sie schon immer über den Stier wissen wollten. Von Heinz und Nathalie Sandauer, Wiener Verlag, Wien 1977
  • Alles, was Sie schon immer über die Zwillinge wissen wollten. Von Heinz und Nathalie Sandauer, Wiener Verlag, Wien 1977
  • Alles, was Sie schon immer über den Krebs wissen wollten. Von Heinz und Nathalie Sandauer, Wiener Verlag, Wien 1977
  • Alles, was Sie schon immer über den Löwe wissen wollten. Von Heinz und Nathalie Sandauer, Wiener Verlag, Wien 1977
  • Alles, was Sie schon immer über die Jungfrau wissen wollten. Von Heinz und Nathalie Sandauer, Wiener Verlag, Wien 1977
  • Alles, was Sie schon immer über die Waage wissen wollten. Von Heinz und Nathalie Sandauer, Wiener Verlag, Wien 1977
  • Alles, was Sie schon immer über den Skorpion wissen wollten. Von Heinz und Nathalie Sandauer, Wiener Verlag, Wien 1977
  • 'Alles, was Sie schon immer über den Schützen wissen wollten''. Von Heinz und Nathalie Sandauer, Wiener Verlag, Wien 1977
  • Alles, was Sie schon immer über den Wassermann wissen wollten. Von Heinz und Nathalie Sandauer, Wiener Verlag, Wien 1977
  • Alles, was Sie schon immer über den Steinbock wissen wollten. Von Heinz und Nathalie Sandauer, Wiener Verlag, Wien 1977
  • Alles, was Sie schon immer über den Skorpion wissen wollten. Von Heinz und Nathalie Sandauer, Wiener Verlag, Wien 1977
  • Geschichte, gelenkt von den Sternen. Eine astrologische Analyse des Abendlandes, Prisma, Gütersloh 1978

Einzelnachweise

  1. siehe: www.soundfoundation.org/rem/rempaulee.html
  2. Stichwort Heinz Sandauer, in: austria-lexikon.at (Österreichisches Personenlexikon der Ersten und Zweiten Republik, von Isabel Ackert und Friedrich Weissensteiner, 1992)
  3. Heinz Conrads bei Das Wienerlied.at
  4. Heinz Sandauer: Geschichte, gelenkt von den Sternen. Eine astrologische Analyse des Abendlandes. Prisma-Verlag, Gütersloh 1978, S. 255.
  5. Whisky-Soda, Heinz Sandauer
  6. Beliebte Melodien, Robert Stolz, Klavier Heinz Sandauer

Dieser Artikel (grau hinterlegt) steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported (Kurzfassung). Die Vorliegende Version wurde am 25. November 2012, 16:11 UTC unter den o.g. Lizenzen veröffentlicht. Mit Beiträgen (Autor/en) von: DanielHerzberg, Aakjaer, Friedrichheinz, Cologinux, Josy24, Urgelein, AndreasPraefcke, Crazy1880, Pico31, Eastfrisian, KWaller. Aus Datenschutzrechtlichen Gründen werden Autoren von denen lediglich eine IP-Adresse hinterlegt wurde hier nicht aufgeführt.

Filmmusik von Heinz Sandauer

Alle Angaben ohne Gewähr. Fehler melden!
FSK 6
Regie: Wolfgang Liebeneiner
Sebastian Kneipp – Ein großes Leben Userwertung:

Produktionsjahr: 1958
Schauspieler/innen: Carl Wery, Paul Hörbiger, Gerlinde Locker, Michael Cramer, Ellinor Jensen, Anita Gutwell, Ernst Deutsch, Hans Thimig, Egon von Jordan, Heinz Moog, Horst Beck, Willi Hufnagel, Peter Lühr, Felix Czerny, Hilde Jaeger, Otto Bolesch, Alfred Cerny
FSK 12
Regie: Willi Forst
Die unentschuldigte Stunde Userwertung:

Produktionsjahr: 1957
Schauspieler/innen: Adrian Hoven, Erika Remberg, Hans Moser, Rudolf Forster, Chariklia Baxevanos, Josef Meinrad, Alma Seidler, Erik Frey, Elisabeth Epp, Ursula Herking, Elisabeth Markus, Senta Berger, Friedrich Jores, Sylvia Lydi, Harry Payer, Anni Schönhuber, Kitty Stengl
FSK 12
Regie: Hans H. König
Der eingebildete Kranke Userwertung:

Produktionsjahr: 1952
Schauspieler/innen: Joe Stöckel, Oskar Sima, Inge Egger, Jupp Hussels, Lucie Englisch, Albert Florath, Franz Muxeneder, Gunnar Möller, Jochen Hauer, Ulrich Beiger, Harry Halm, Paul Schwed, Gertrud Wolle, Maria Krahn, Sonja Costa, Elise Aulinger, Jenny Dreher
FSK 12
Regie: E. W. Emo
Schäm dich, Brigitte Userwertung:

Produktionsjahr: 1952
Schauspieler/innen: Heinz Rühmann, Hans Moser, Theo Lingen, Hilde Berndt, Brigitte Ratz, Annie Rosar, Lotte Lang, Margarete Slezak, Nadja Tiller, Gusti Wolf, Egon von Jordan, Chariklia Baxevanos

Regie: E. W. Emo
Anton der Letzte Userwertung:

Produktionsjahr: 1939
Schauspieler/innen: Elfriede Datzig, Hans Moser, O. W. Fischer, Hans Adalbert Schlettow, Charlotte Ander, Lina Woiwode, Franz Böheim, Gertrud Wolle, Mimi Stelzer, Heinz Salfner, Erich Nikowitz, Siegfried Breuer, Robert Horky, Johannes Roth

Einloggen
Herzlich willkommen! Um die Community nutzern zu können, melden sie sich bitte hier mit ihren Zugangsdaten an:

Facebook Login
Noch einfacher, loggen sie sich einfach mit ihrem Facebook Account ein:


Mit einem Klick auf diese Schaltfläche "Mit Facebook einloggen" akzeptieren sie die Nutzungsbedingungen und die Diskussionsrichtlinien der Ideenkraftwerk GmbH. Sie garantieren das sie diese gelesen und gespeichert oder ausgedruckt haben.


Passwort vergessen
Wenn Sie ihr Passwort vergessen haben können sie hier ein neues anfordern, geben sie dazu ihre E-Mail adresse hier ein:

Neu registrieren
Sie haben noch keinen Account bei Kritiken.de? Dann registrieren sie sich jetzt kostenlos, um die Community zu nutzen!